Über zwei Jahre mussten die Italiennerds auf die fünfte Ausgabe des "Wir sind schon auf dem Brenner" warten; wenn ich das mit meiner eigenen Postille vergleiche, eine definitiv noch tragbare Wartezeit... 😅
Mit dem "späten Erscheinen" hadert Pompo im Vorwort, stellt aber auch klar, dass das nichts mit einem möglichen zurückgegangenen Interesse der Autoren am Mutterland der Ultras zu tun hat - hätte mich ehrlich gesagt mehr als gewundert, wenn nicht sogar schockiert! Ferner stellt er die Frage, ob sich ein Heft, dass sich nur mit einem einzigen Themenschwerpunkt beschäftigt, auf Dauer Sinn macht. Wenn ich mir im Gegenzug überlege, wie oft ich von diversen Personen aller möglichen Vereine und durch alle Altersschichten (es gab mal Zeiten, an denen ich das Gefühl hatte, Italien wäre gerade für die jüngeren Generationen nicht mehr das "Maß aller Dinge") hindurch, nach dem Erscheinen des neuen "Wir sind schon auf dem Brenner" gefragt werde, dann kann ich kurz und knapp mit "Nein" antworten!
Den einleitenden Worten folgen zwei geballte Blöcke mit Spielbesuchen (wenn ich mich nicht verzählt habe, wurden im Jahr 2023 sage und schreibe fünfunddreißig Spiele besucht, im Jahr 2024 waren es derer "nur" fünfundzwanzig 😉). Unterwegs waren die Autoren auf dem kompletten Stiefel, von der Serie A bis hinunter in die Promozione dürfte für jeden etwas dabei sein. Müsste ich mich auf drei Highlights festlegen, so würde ich mich (nach langem Überlegen) auf die Spiele Barletta vs. Cavese (allein wenn ich an die zum Bericht gehörenden Bilder denke, wird mir augenblicklich warm ums Herz!), Sampdoria vs. Bari und Catanzarao vs. Bari festlegen. Zwischen den Spiel- und Erlebnisberichten der beiden Jahre findet der geneigte Leser neben einem achtseitigen Streetart-Part den fünften Teil der "Geschichte der Ultras"; diesmal beschäftigt man sich mit den Jahren 2010 bis 2020, einer für die Ultrabewegung definitiv nicht gerade einfachen Zeit. Nach dem Tod des Polizisten Filippo Raciti im August 2009 sieht sich die Bewegung auf dem Stiefel mit der Einführung der Tessera del Tifosi konfrontiert; ein Instrument das bei den Ultras für breite Ablehnung stieß. Dies führte dazu, dass "normale" Auswärtsspiele erstmal der Geschichte angehören sollten. Um zu "überleben" sollten nach und nach viele Kurven den Widerstand jedoch aufgeben, um jungen Mitgliedern das "Erlebnis Auswärtsspiel" zu ermöglichen. Ein paar Kurven/Gruppen blieben bezüglich der Ablehnung jedoch konsequent, unter anderem waren das Sampdoria, Bergamo, Cagliari und Lecce. In die Epoche fielen auch das Ende einiger historischer Gruppen wie beispielsweise das Collettivo Autonomo Viola (2011) oder die Vigilantes Vicenza (2012). Ein positiver Moment der doch eher tristen Epoche war der Besuch einer Abordnung von Ultras von fünfundzwanzig Vereinen im Senat, wo durchaus konstruktiv diskutiert wurde. Knapp ein Jahr später sollte die Tessera offiziell abgeschafft werden, was für einen sichtbaren Aufschwung sorgen sollte. Am Ende des 224 Seiten umfassenden Heftes beschäftigt man sich noch (einmal) ausführlich mit den Freundschaften zu Samb und Empoli (denen man bereits in den regulären Spielberichten das ein oder andere Mal "über den Weg" gelaufen ist); die Freundschaft zu den Ultras Empoli wurde übrigens am 25.02.2023 anlässlich des Heimspiels des Empoli Football Club gegen die Società Sportiva Calcio Napoli "offiziell" gemacht (sprich, es hing zum ersten Mal die Fahne der Schickeria über der der Ultras Empoli). Abgerundet wird das überaus lesenswerte (und nicht minder informative) Heft mit einem weiteren Kapitel der "Lieder der Kurve"; diesmal geht es um die Version des "Bella Ciao" der Curva Sud Siberiano.
Anstatt diese Rezension jetzt wieder mit einer (gerechtfertigten) Lobhudelei zu beenden, zitiere ich ein paar Zeilen aus Pattis Bericht vom Spiel zwischen dem FC Südtirol und dem Genoa Cricket and Football Club... "[...] u.a. über das neue Blickfang Ultra und die Generationeninterviews gelabert. Wobei mir persönlich hier Union und Erfurt mit ihren Antworten am meisten zugesagt haben. Ich gönne mir hier thematisch dann auch schnell einen Exkurs zu meiner eigenen Meinung: Ich sehe das mittlerweile entspannt. Weitergeben von Einstellungen, Werten etc. ist wichtig und wenn es nach meinen Wünschen gehen würde, gäbe es bei Einstellung, Stil etc. eine hohe Konstanz für die nächsten 20 Jahre. Aber wenn man das will, muss man halt dabei bleiben, Präsenz zeigen und dafür einstehen. Klar sollten junge Leute Respekt davor haben, was in den letzten 20-25 Jahren in Deutschland gegen viele Widerstände aufgebaut wurde. Sie sollten verstehen wie anstrengend es teilweise ist, sich ob eines gewissen Alter noch für die Gruppe und Kurve einzusetzen und natürlich darf man Verständnis für veränderte Lebensumstände einfordern (bestes Beispiel Kinder - ohne sterben wir nämlich aus [...] Gleichzeitig bleibt die Zeit nicht stehen, Rahmenbedingungen wandeln sich ständig, die Bewegungen wandeln sich ständig, die Bewegung wächst schnell, nimmt (sozial-)medial einen ganz anderen Raum ein. Viele Gruppen können so wahrscheinlich nur schwerlich hinterher, den Nachwuchs vernünftig zu integrieren und wenn man da dann nur noch selten an Treffpunkten auftaucht und falls dort vor allem mit dem eigenen Bezugskreis Bierchen trinkt, dann ist es für die jungen Leute auch nicht unbedingt leicht mitzubekommen, was man denn in der Vergangenheit so gemacht hat und wieso man manche Veränderung so schlecht findet. Man kann irgendwann nicht mehr erwarten, dass jede und jeder den Knicks vor dem Geleisteten macht. [...] Eine Sichtweise, über die sich so mancher "Alte" Gedanken machen sollte; und vielleicht muss(te) ich diesbezüglich auch mal vor der eigenen Tür kehren.
Format: A5
Seiten: 224 Seiten - farbig
Preis: 6,00 Euro
Kontakt: www.suedkurve-muenchen.de
DER (PF)LÄSTERSTEIN
- von der gegenwart in die vergangenheit und (vielleicht) zurück -
Freitag, 21. November 2025
Rezension: WIR SIND SCHON AUF DEM BRENNER Ausgabe 5
Mittwoch, 15. Oktober 2025
30 anni Fantastic Supporters 1995
Blicke ich dreißig Jahre zurück, so spielten wir - wie heute - in der 2. Liga, jedoch standen wir nach zehn Spieltagen auf dem zweiten Tabellenplatz; am elften Spieltag der Saison sahen 24.700 Zuschauer ein Unentschieden gegen den ungeliebten Stadtrivalen. Eben jener 15. Oktober 1995 war darüber hinaus der Startschuss für einen neuen, durchaus ambitionierten Fanclub... wobei ich persönlich den Namen Fanclub bis zum heutigen Tage nicht passende finde... Gruppe gefiel mir schon damals besser, wollten wir doch etwas Neues, bis dato in Bochum nicht dagewesenes in die Ostkurve respektive in die Gästenblöcke der Republik tragen. Vorbild waren die bunten und lautstarken Kurven Italiens. In diese hatten wir uns während unserer zahlreichen Fußballtouren verliebt. Auch wenn die zu diesem Zeitpunkt bereits absteigende Fankultur auf der Insel zu diesem Zeitpunkt noch einen gewissen Reiz auf uns ausübte (und uns wohl den zweiten Teil unseres Namens bescherte), war Italien - zumindest für mich - bereits damals das Maß aller Dinge!
Die Faszination Italien im Allgemeinen und Ultrá im Besonderen zieht sich konsequent durch unsere inzwischen dreißigjährige Gruppengeschichte. Angefangen beim "Forza Bochum" und/oder "Forza Ragazzi", das ich als Vorsänger seinerzeit regelmäßig anstimmen durfte, über Slogans wie "la storia siamo noi", "sempre e ovunque dal 1995" oder das heute omnipräsente "Bochum per sempre" zieht sich die Hommage an die Väter der Ultrábewegung jenseits der Alpen wie ein roter Faden durch unsere Gruppengeschichte.
Während unserer Findungsphase in den Jahren 1995 und 1996 gab es nicht nur ein reges Kommen und Gehen bei uns Fantastic Supporters, sondern auch etliche Mitglieder, deren große Liebe eher im Süden der Republik, als im tiefen Westen lag. "Geschuldet" war das dem Mann, der maßgeblich für die Gründung unserer Gruppe war... Ralf Schikora, den ich bereits einige Jahre zuvor als Macher des Bochum und Bayern Freundschaftszines FANTASTIC und Mitglied des Fanclubs Blau-Weiße Union kennen und schätzen gelernt hatte.
Relativ schnell kristallisierte sich jedoch heraus, dass wir (Blau-Weißen) unser primäres Augenmerkt ausschließlich und mit aller Leidenschaft dem VfL widmen wollten! Geblieben ist die historische und gerade in den ersten sieben acht Jahren unserer Gruppe annähernd brach liegende Freundschaft zum FC Bayern München. Mit den Jungs und Mädels von der Dachau City, die wie wir auch in dieser schweren Zeit an diesem besonderen Bündnis festhielten, stehen wir seit nunmehr fast dreißig Jahren Seite an Seite. Wiederbelebt durch die Ultras beider Vereine feierte die Freundschaft zwischen beiden Fanszene Gastspiel unserer Mannen an der Isar im Frühjahr 2023 ihr fünfzigjähriges Bestehen; und das auf einer Ebene, von der wir seiner Zeit nur geträumt hatten!
Die Ultras… ein guter Zeitpunkt
den Bogen ins Jahr 1999 zu spannen. Mit uns und den drei Jahre später
gegründeten Supreme Corps verfügten wir Bochumer bereits relativ früh über zwei
Gruppen, die sich (zu diesem Zeitpunkt) als Ultragruppen verstanden. Nach
anfänglichen Reibereien zwischen den jungen Wilden und uns Alten (blicken wir
heute zurück, ist es schon lustig, wie seinerzeit „alt“ und „jung“ definiert
wurde – heute, zwei oder drei Fangenerationen später, ist eine derartige
Klassifizierung definitiv passender) merkten beide Seiten relativ schnell, dass wir
unsere durchaus hochtragenden Ziele wohl nur gemeinsam erreichen
würden. Um die Kräfte zu bündeln und etlichen gruppenlosen (zu diesem Zeitpunkt
hatten wir schon längst Abstand von einem offenen Mitgliedersystem genommen;
aufgenommen wurde nur noch, wer unsere Werte hundertprozentig teilte und auch
menschlich zu unserem doch sehr speziellen Haufen passte) eine Heimat zu
bieten, gründeten wir gemeinsam die Ultras
Bochum.
Von diesem Zeitpunkt an stellten
wir zumindest optisch unsere Gruppe in den Hintergrund; von der einen oder
anderen kleinen Geburtstagsaktion mal abgesehen. Das Ziel einer großen Gruppe…
nein, einer großen an einem Strang ziehenden Ostkurve hatte für uns inzwischen
oberste Priorität. Alle Kräfte gebündelt zum Wohle unseres Vereins!
Halten wir beim Thema
Gruppenjubiläen kurz inne; mit Ausnahme unseres fünfjährigen Bestehens sollten wir diese – wie auch heute – ausnahmslos in Liga zwei
feiern… so prekär wie aktuell war die Situation rund um unseren Herzensvereins
jedoch bis dato noch nie!
Über Höhen und Tiefen hatte ich auf unserer Feier vor zehn Jahren bereits gesprochen; so belasse ich es heute bei einem Rückblick auf die letzten zehn Jahre. Fangen wir mit den Tiefen an; der Ausgliederung, mit all ihren möglichen (bis heute glücklicherweise nicht eingetretenen) Konsequenzen (und Bedrohungen) folgte die Corona-Pandemie. Mal abgesehen von unterschiedlichen Meinungen zum Umgang mit dieser per se, zeigte sich der Profifußball und damit auch unser Verein von seiner hässlich(st)en Seite! Schade, dass genau in diese Zeit auch die langersehnte (aber eher ins Fabelreich abgestempelte) Rückkehr in die Beletage des Deutschen Fußballs fiel. Einen Aufstieg außerhalb des Stadions/der Stadien zu erleben (und zu feiern) ist mit Sicherheit nicht das, was wir Fans uns gewünscht haben. Glücklicherweise sollten uns nach der Rückkehr der Fans in die Stadien noch einige Spiele im Oberhaus bleiben; bleiben werden mit Sicherheit Erinnerungen an den genialen Sieg im Dortmunder Westfalenstadion (mit einhergehendem Klassenerhalt), der Sieg der aktiven Fanszene gegen den Investoreneinstieg in der DFL und/oder der irre Klassenerhalt in Düsseldorf.
Was mir in den letzten Jahren
persönlich jedoch am besten gefallen hat, ist die Tatsache, dass sowohl wir als Fantastic
Supporters als auch die Fan- und Ultraszene wieder enger zusammengewachsen ist,
was sich insbesondere in etlichen gemeinsamen Aktion/Fahrten/Feiern zeigt.
Montag, 21. Juli 2025
Mit dem VfL durchs (Tiroler) Unterland...
Der erste Aufgalopp am frühen Nachmittag des 12. Juli gegen Viktoria Pilsen kollidierte (leider) mit dem Kurt-Landauer-Turnier, so dass
Sonntag, 25. Mai 2025
As time goes by... KINGS OF THE CUP 2013!
Montag, 19. Mai 2025
Finale dahoam anno 2012
Montag, 5. Mai 2025
02. Mai 2025 - 1.FC Heidenheim vs. VfL Bochum 0:0
Nach sechs sieglosen Spielen, in denen unser Mannschaft lediglich vier Tore auf der Habenseite verbuchen konnte (und das bei vierzehn Gegentoren), musste in Heidenheim unbedingt gewonnen werden, um noch halbwegs realistische Chancen auf das Erreichen des Relegationsplatzes zu haben; in der eigenen Hand hatten wir das nach dem durchaus enttäuschenden Unentschieden im Heimspiel gegen die Eisernen aus Köpenick (in dem sich einmal mehr zeigte, dass die Mannen von Trainer Dieter Hecking zwar alles in die Waagschale geworfen haben, es aber letztendlich nicht nur am Fortune, sondern auch an der fehlenden Qualität des Kaders scheiterte - hier hatte man nach den Abgängen von Kevin Stöger, Keven Schlotterbeck, Takuma Asano und Patrick Osterhage den Kader definitiv nicht gleichwertig "aufgefüllt") ohnehin nicht mehr. Für mich der Moment, in dem der letzte Hoffnungsschimmer zu schwinden begonnen hatte; auch wenn man sich ja gerade als langjähriger leiderprobter VfLer bekanntlich an jeden Strohhalm klammert!
Um die Mannschaft noch einmal ordentlich zu puschen, war das Abschlusstraining am 1. Mai auf Wunsch der aktiven Fanszene ins Ruhrstadion verlegt worden; weit über viertausend Fans versuchten die Spieler hinter der "Immer vorwärts VfL Bochum" Zaunfahne für das alles entscheidende Spiel noch einmal richtig heiß zu machen. Heiß her gehen sollte es auch bei der Abfahrt des Spielerbusses in Richtung Ostalb.
Ich muss zugeben, dass meine Anspannung auf dem Weg nach Heidenheim von Minute zu Minute größer wurde; zumindest das nötige Feuer scheine ich in all den Jahren noch nicht verloren zu haben (auch wenn ich zugeben muss, dass die Flamme zwischenzeitlich nur noch auf Sparflamme loderte; man nehme beispielsweise die Ausgliederung im Oktober 2017 oder die "Entfremdung" des Profifußballs während der Corona-Pandemie). Für ein wenig Ablenkung sorgten die vielen Bekannten, die sich nach und nach vor dem Gästeblock des Albstadions einfanden (aufgrund einer Buspanne und dem damit verbundenen "Umstieg" auf Autos und Neuner kam Ultras Bochum "tröpfchenweise" an). Ein Riesendank an dieser Stelle an die große Abordnung unserer Münchner Freunde, die uns bei diesem "Schicksalsspiel" unterstützten! Knapp vierzig Minuten vor dem Anpfiff wurde es dann langsam aber sicher Zeit sich in die Schlange vor dem Einlass zum Gästeblock einzureihen. Zum Warmlaufen der Spieler wurde es bei uns das erste Mal richtig laut; ganz ehrlich, mir lief es eiskalt den Rücken 'runter! Als beide Mannschaften um kurz vor halb neun das Spielfeld betraten präsentierte das Ruhrstadtkollektiv eine Fähnchenchoreographie unter dem Motto "SCHIESS EIN TOR - LASS UNS TRÄUMEN", bei der neben besagter Folienfahnen (in den drei Blautönen der Gruppe) auch Konfettishouter zum Einsatz kamen. Was die gut zweitausend mitgereisten Bochumer in den folgenden hundertneun (allein in Halbzeit zwei gab es aufgrund der schweren Verletzung des Heidenheimer Keeper Kevin Müller, der nach einem Zusammenstoss mit Ibrahima Sissoku bewusstlos zu Boden ging, vierzehn Minuten Nachspielzeit; im ersten Durchgang erlitt Philipp Hofmann einen Rippenbruch, wobei sich die Rippe ins Rippenfell bohrte und so einen Lungenkollaps auslöste) Minuten in punkto Stimmung ablieferten war definitiv erstligareif (in meinen Augen der beste Auswärtsauftritt seit dem Klassenerhalt 2022 beim Nachbarschaftsduell in Dortmund). Obwohl unsere Mannen auch heute der Wille keinesfalls abzusprechen war, schaffte man es nicht, eine der wenigen Chancen (hundertprozentige hatten wir meines Wissens nach exakt zwei; erst traf Myron Boadu nur den Pfosten, ehe er in der Nachspielzeit den Ball neben das Tor lupfte, anstatt den Ball auf den mitgelaufenen Moritz Broschinski quer zu legen; wobei ich mir nicht sicher bin, ob der ehemalige Dortmunder dann nicht auch wieder über die eigenen Beine gestolpert wäre - unglaublich, was dieser Kerl auf dem Platz zusammen-stolpert!) in Zählbares umzumünzen, so dass es letztendlich bei einem torlosen Unentschieden blieb. Zum (vorzeitigen) Sterben zu viel, zum Leben zu wenig! Obwohl ich - wie eingangs berichtet - nach dem Unentschieden gegen Union innerlich schon mit dem Klassenerhalt abgeschlossen hatte, drohten mich nach dem Schlusspfiff meine Gefühle doch (noch einmal) zu übermannen. Scheiße; nie war es einfacher die Liga zu halten als in dieser Saison.
Rechnerisch ist es ja noch immer möglich, einzig der Glaube (wobei die zwei Siege der eigenen Mannschaft in meinen Augen unrealistischer sind, als die notwendigen Patzer von Kiel und Heidenheim) daran fehlt.
Mittwoch, 9. April 2025
Ein Blick zurück... Champions League Finale anno 2010
Am 22. Mai 2010 trafen der FC Bayern München im Finale der Champions League auf Inter Mailand; ausgetragen wurde das Spiel im Stadio Santiago Bernabéu in Madrid. Hier der Bericht zu diesem Spiel aus dem zweiten Band meiner "MOMENTAUFNAHMEN".
Nach dem fulminanten Halbfinale gegen Olympique Lion fieberte die komplette
Bayernszene (und mit ihr unzählige Freunde) auf das große Finale im Stadio
Santiago Bernabéu… Für mich sollte es mit einem Teil unserer Dachauer Freunde
mit dem Bus der Red Munichs in die spanische Hauptstadt gehen - und dass mit
angerissenem Kreuzband und 'nem ordentlichen Meniskusschaden! Aber mit dem einen
oder anderen Cuba Libre sollte zumindest die Hinreise reibungslos über die
Bühne gehen… Vielen Dank an jeden einzelnen Businsassen für die unvergesslichen Stunden. Unvergessen bleibt für mich Bonsais Ansprache an die Dachauer
bezüglich möglicher exhibitionistischer Anwandlungen - die Dachau City scheint
ja diesbezüglich ihren Ruf weg zu haben… 😊 In Madrid angekommen legte ich
mich erst einmal in unmittelbarer Nähe der Bayernkurve (vor ner Luxusboutique)
zum chillen ab, während sich die anderen mit Hilfe von Nils Schwester (lebte
ne Zeit in Madrid und war an jenem Tag zufällig vor Ort) auf die Suche nach
dem abgeschleppten Choreoneuner des Club Nr. 12 machten, zu dessen Insassen
ein weiterer Dachauer zählte. Anschließend ging es noch gemütlich in eine
Tapasbar, ehe es langsam aber sicher Zeit wurde, das Stadion zu betreten.
Schnell noch die Auswärtsfahne der Fantastic Supporters über die große Fahne
der Dachau City (das Dachau musste übrigens auf Geheiß der UEFA überklebt
werden, da es aus Sicht der verkalkten Herren ein rechtsradikales Symbol
darstellt - alles klar! Das Thema Dachau/UEFA sollte unsere Freunde in der
Folgezeit noch ordentlich beschäftigen…) gehängt, und schon befand ich mich
Bonsai unvergessen!
auf der Suche nach einem geeigneten Fotoplatz. Fündig wurde ich nach einigem
Hin und Her auf der Gegengeraden… Bayern wählte, wie auch schon 2001, als
Hauptelement der Choreographie den Europapokal der Landesmeister, daneben auf
rot-weiß gestreiftem Hintergrund die Initialen "FCB". Dazu gab es mittels
Transparent, die klare Ansage, dass es heute Nacht nicht ohne den Henkepott
nach Hause gehen würde. Inter präsentierte mittels Blockfahne das Vereinswappen mit dem Champions League Logo als "Krone". Auf großen Transparenten
links und rechts daneben war zu lesen, dass man jetzt zusammen seinen "Traum"
krönen wolle. Alles in allem ordentliche Intros auf beiden Seiten, auch wenn
mir persönlich das letzte "Extra" gefehlt hat. Aber das ist jammern auf hohem
Niveau… Stimmungstechnisch hatten die Bayern, angetrieben durch die Ultras im
dritten Rang, zumindest bis zum null zu eins (mach einer meinte sogar bis zum
alles entscheidenden zweiten Tor der Interisti) klar die Nase vorn - von den
Nerazzuri hatte ich mir bei Leibe mehr erwartet! Lediglich in den letzten
zwanzig Minuten konnten sie mich einigermaßen überzeugen - tja, die Curva
Nord scheint auch nicht mehr das zu sein, was sie zur guten alten Zeit (in
bella Italia) einmal war… Nach dem Seitenwechsel präsentierte die Schickeria
erst ihre rot-weiß gestreifte Blockfahne, ehe es im Oberrang der Bayernkurve
ordentlich brannte - ein geiler Anblick! Inter verzichtete auf Pyro und
hantierte stattdessen mit unzähligen Fähnchen… Nach der Siegerehrung holte
ich schnell meine sieben Sachen aus dem Bus, sagte "Servus" zu meinen
Mitstreitern - heim ging es knieschonend mit dem Choreoneuner des Club Nr. 12.
Seit der Heimfahrt hab ich übrigens nen Ohrwurm - "Dancing with tears in my
eyes" - vielen Dank hierfür an unseren Fahrer! 😉












