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Samstag, 25. Juni 2022

Ein Blick in die Vergangenheit... Bologna vs. Milan anno 2000

Beim Schreiben der Rezension zu Josef Grubers neuem Projekt (Unterwegs Reloaded) viel mir auf, dass ich schon ewig keinen Blick mehr in die Vergangenheit geworfen habe; ein Manko, dass ich natürlich sofort ausbessern musste. Viel Spaß beim Lesen, des in (PF)LÄSTERSTEIN Ausgabe 13 abgedruckten Berichtes...

21. Spieltag Serie A Italien am 12.02.2000
Stadio Renato Dall' Ara Bologna

Bologna FC vs. AC Milan 2:3

Kurz hinter er Grenze organisierten wir uns erst einmal 'ne Gazzetta dello Sport, um die genaue Anstoßzeit für das UI-Cup-Spiel in Bologna zu erfahren. Weiter ging es via Verona in die Hauptstadt der Emilia Roman, wo wir am späten Nachmittag total durchschwitzt ankamen. Leider gestaltete sich die Hotelsuche als ein nicht scheinbar, sondern tatsächlich (!) aussichtsloses Unterfangen, und so setzten wir Philipp und Knispel vorm strahlend hell erleuchteten Stadio Renato Dall' Ara ab, während wir in dunkler Nacht (in Gunnar sah es echt finster aus...) unsere Herbergssuche fortsetzten... ein Weihnachtswunder erlebten wir dabei aber nicht, höchstens ein blaues, denn die Suche endete schließlich nicht in einem edlen Hotelzimmer, sondern in einer italienischen Pizzeria, wo wir uns mit dem letzten Fünkchen Freude dem Vino Rosso widmeten... (PF)LÄSTERSTEIN Nr. 11
Sowohl die respektive der Mitstreiter, als auch die Anreiseroute hatte sich im Vergleich zu meinem letzten Besuch in Bologna geändert, das Ziel aber war das gleiche... Zusammen mit Nobber ging es in aller herrgottsfrüh mit meinem Spaßmobil nach Innsbruck, von wo aus wir die Reise mit dem Zug fortsetzen wollten. Zuvor zog es uns jedoch noch zur Baustelle "Tivoli Neu", schließlich wollten wir sehen, wie weit der Bau des neuen Innsbrucker Stadions bereits fortgeschritten ist... Da wir uns hier ein wenig zu lange aufhielten, wäre uns der Zug beinahe vor der Nase weggefahren... Leider hatten wir es versäumt, uns einen Sitzplatz zu reservieren, so daß wir es uns bis Bologna auf dem Fußboden bequem machen durften. Naja, mit der einen oder anderen Dose Bacardi Cola wurde es dennoch recht gemütlich... In Bologna angekommen, machten wir uns nach kurzem Stopp beim Schotten auf den Weg zum Stadio Renato Dall' Ara... Bereits zwei Stunden vor Beginn des Spiels herrschte rund um das Stadion reges Treiben. Nachdem wir unsere bestellten Karten abgeholt hatten, machten wir uns noch schnell auf die Suche nach etwas Eßbarem, wobei wir von einigen üblen Gestalten, die uns für Rossoneri hielten, zum Kampf aufgefordert wurden. Glücklicherweise konnten wir die Jungs gerade noch von ihrem Irrtum überzeugen... (wäre interessant zu wissen, ob bei diesem Haufen einer unserer Brüder von den Forever Ultras dabei gewesen ist) Nach diesem Erlebnis verzogen wir uns auf die Haupttribüne des WM-Stadions von 1990. Gut ung gerne 34.000 Zuschauer lockte das heutige Spiel hinter dem (Pizza)Ofen hervor, darunter etwa dreitausend Gäste aus der Lombardei (betrachtet man heute die Bilder mit all den Fahnen und Doppelhaltern diverser Sektionen, stellt sich die Frage, wie viele Gäste wirklich aus der Lombardei kamen), die zum Einlaufen der beiden Teams mit unzähligen Doppelhaltern, Schwenkfahnen und Bengalen hantierten. Auf Seiten der Forever Ultras, Mods & Co. konnte ebenfalls eine gelungene Pyroaktion bewundert werden. Während sich die Heimkurve in der ersten Halbzeit mehr oder weniger in Schweigen hüllte, waren die Gäste ununterbrochen am Singen, was wohl nicht zuletzt an der klaren Überlegenheit ihrer Mannschaft lag... Nach dem Seitenwechsel wachten sowohl die Spieler, als auch die Tifosi der Gastgeber aus ihrer Lethargie auf, und so kam es in den folgenden fünfundvierzig Minuten zu einem munteren Schlagabtausch. Nachdem Bologna Mitte der zweiten Halbzeit das zwei zu drei erzielt hatte, verwandelte sich das Stadio Renato Dall' Ara für einigen Minuten zu einem wahren Hexenkessel. Ich hätte zu gern erlebt, was los gewesen wäre, wenn die Hausherren noch den Ausgleich erzielt hätten... Aber leider blieb es beim knappen Sieg der Rossoneri, was wir aber nur noch vor dem Stadion mitbekamen, da wir uns, dämlich wie wir sind, für einen früheren Zug in Richtung Heimat entschieden hatten, und den Ort des Geschehens so kurz vor dem Ende verlassen mußten (ich weiß bis heute nicht, welcher Teufel uns damals geritten hat!). Da rund ums Stadion kein Taxi aufgetrieben werden konnte, und der erste Bus sich erst fünf Minuten nach dem Schlußpfiff auf den Weg zum Bahnhof machte, fuhr uns der Zug unmittelbar vor der Nase weg... Tja, jeder wie er's verdient... So kamen wir wenigstens noch in den Genuß einer nächtlichen Stadtbesichtigung Bolognas, wobei man feststellen mußte, daß sich in Bologna einige dubiose Gestalten herumtreiben... Irgendwann machten wir uns dann mit dem ursprünglich geplanten Nachtzug, in dem wir ein leeres Abteil ergattern konnten, auf den Heimweg...


Mittwoch, 15. April 2020

Trainingslager des VfL Bochum in Seefeld (und ein bissl mehr) - Sommer 1998

Nachdem es gerade aus Bochum überaus positives Feedback über die "jüngste Zeitreise" gegeben hatte, lege ich heute noch einmal nach... Die Reise führt uns diesmal in den Sommer des Jahres 1998; der VfL bereitete sich in Seefeld auf die Saison 1998/1999 vor - klar, dass wir Fantastic Supporters (zumindest bei den Spielen) nicht fehlen durften...

Nachdem es den VfL Bochum in den letzten Jahren zur Vorbereitung ins Saarland gezogen hatten, entschied man sich in diesem Sommer für ein Trainingslager im österreichischen Seefeld... Leider schaffte ich es nicht, meinen Brötchengeber davon zu überzeugen, dass ich drei Wochen Urlaub bräuchte, und so musste ich halt zu den Spielen in der ersten Woche jeweils von Dachau aus anreisen. Nach kurzem Überlegen entschlossen sich die Herrschaften Knispel und Schlune, sich bei mir breit zu machen... Da ich ja bekanntlich in den ersten Tagen nicht besonders viel Zeit hatte, erklärte sich Andrea bereit, sich um die beiden Bochumer zu kümmern. So trieben sich die drei am Mittwoch in und um München herum, ehe wir uns um halb sechs in Forstenried trafen, schließlich stand heute der erste Tag des Gurgetal-Cup in Imst auf dem Programm...

1. Tag Gurgltal-Cup am 15.07.98
Stadion des SC Sparkasse Obi Gurgltalstadion Imst
FC Banik Ostrava vs FC Tirol Innsbruck 2:2
VfL Bochum vs. Galatasaray Istanbul 2:2

Da sowohl auf der Autobahn als auch in Garmisch überraschend wenig los war, schafften wir es, kurz nach der Halbzeit des ersten Spiels im Stadion des SC Sparkasse Obi Imst einzutreffen. Weil wir keine Lust hatten, dem geldgierigen Ausrichter unser hart verdientes Geld in den Rachen zu werfen, griffen wir einmal mehr in die Trickkiste. Positiv überrascht war ich vom neuerbauten Stadion, das eine überdachte Haupttribüne, sowie Stahlrohrtribünen auf Gegengerade und hinter einen Tor vorweisen kann. Enttäuscht war ich hingegen von den Verrückten Köpfen, die sich trotz der geringen Entfernung nicht blicken ließen. So verbrachte man zusammen mit den restlichen zehn Bochumern die Zeit bis zum zweiten Spiel am Bier-, respektive Dönerstand... Beachtliche 3.600 Zuschauer fanden sich letztendlich ein, wovon die meisten wohl türkischer Abstammung waren. Erstaunlicherweise schafften wir es, uns ab und an gegen diese Übermacht durchzusetzen, was jedoch ziemlich auf unsere Stimmbänder schlug. Unsere Herren Profis sicherten sich mit einer ansprechenden Leistung noch alle Chancen auf den Turniersieg, da auch das andere Spiel unentschieden endete. Nach dem Schlusspfiff machten wir uns sofort auf den Heimweg, schließlich musste ich ja am nächsten Morgen wieder früh aus den Federn...

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2. Tag Gurgltal-Cup am 17.07.98
Stadion des SC Sparkasse Obi Gurgltalstadion Imst
VfL Bochum vs. FC Banik Ostrava 2:4
FC Tirol Innsbruck vs. Galatasaray Istanbul 1:2

Während ich mich am Donnerstag in der Arbeit herumärgen durfte, statteten die beiden Ruhrpottler zusammen mit Andrea und Netty dem Märchenschloss König Ludwigs II. in Neuschwanstein einen Besuch ab. Den Abend schlugen wir uns dann zusammen mit Made um die Ohren. Kein Wunder, dass ich am nächsten Morgen mit ziemlich heftigen Kopfschmerzen aufwachte... Mehr schlecht als recht saß ich meine letzten sechs Stunden (zumindest für die nächsten zwei Wochen) bei meinem Brötchengeber ab, ehe es endlich wieder nach Österreich gehen konnte. Für meine bessere Hälfte, der leider überraschend ein Termin dazwischenkam, sprang kurzerhand unsere allseits beliebte Made als vierter Mann ein... Bis Garmisch verlief alles nach Plan, sieht man mal vom Stau vor Farchant ab, doch dann meinte irgend ein Bauer, er müsse seine Kühe quer durch den Ort treiben. Unsere Reaktionen könnt ihr euch sicher denken, schließlich war die Zeit bis zum Anpfiff eh schon sehr knapp bemessen. Letztendlich schafften wir es wenigstens bis zur Halbzeit in Imst einzutreffen, wo wir schon von den feixenden Kameraden empfangen wurde... naja, wenigstens wurde der Serienriss verhindert. Das Spiel der Bochumer gegen Banik Ostrava war im Grunde genommen bereits zu unseren Ungunsten entschieden, nicht nur, dass man seit der zehnten Minute mit einem Mann weniger auskommen musste, nein, man lag dazu noch mit 0:2 zurück. Wenigstens gelang es unseren Jungs, die zweite Halbzeit offenzuhalten... Nach dem Spiel gab es noch mal schnell 2.000 Schilling von Klaus Hilpert, die wir auch gleich in Flüssignahrung investierten. Zum zweiten Spiel hatten sich diesmal gar 4.500 Zuschauer eingefunden, schließlich ging es für Galatasaray noch um den Turniersieg. Da sich auch heute keinen bekannten Innsbrucker eingefunden hatten, supporteten wir kurzerhand die Tiroler, womit wir uns seitens der Türken nicht gerade viele Freunde machten. Das Ganze endete letztendlich in einem kleinen Handgemenge, woraufhin Made aus dem Stadion flog... unfassbar! Nach dem Spiel verabschiedeten wir uns von Ralf, für den das Trainingslager mit diesem Spiel endete, ehe wir uns auf die Suche nach ‘ner Übernachtungsmöglichkeit für Philipp und Knispel machten... Anschließend machte ich mich zusammen mit Made und der zweiten Autobesatzung, auf den Weg nach München, wo ich Andrea gegen Made eintauschte... Am nächsten Morgen holten wir die beiden Bochumer ab, und schon ging es weiter nach Italien. Kurz hinter der Grenze organisierten wir uns erst einmal ‘ne Gazetta della Sport, um die genaue Anstoßzeit für das UI-Cup-Spiel in Bologna zu erfahren. Weiter ging es via Verona in die Hauptstadt der Emilia Romana, wo wir am späten Nachmittag total durchgeschwitzt ankamen. Leider gestaltete sich die Hotelsuche als ein nicht nur scheinbar, sondern tatsächlich (!) aussichtsloses Unterfangen, und so setzten wir Philipp und Knispel vorm strahlend hell erleuchteten Stadio Renato Dall’Ara ab, während wir in dunkler Nacht (in Gunnar sah’s echt finster aus...) unsere Herbergssuche fortsetzten... - ein Weihnachtswunder erlebten wir dabei aber nicht, höchstens ein blaues, denn die Suche endete schließlich nicht in einem edlen Hotelzimmer, sondern in einer italienischen Pizzeria, wo wir uns mit einem letzten Fünkchen Freude dem Vino Rosso widmeten. Irgendwann gesellten sich auch Philipp und Knispel wieder zu uns beiden Turteltauben, und dann wurde es ein klein wenig peinlich, da die beiden Herren aus dem Pott meinten, es ausnahmsweise einmal mit Kultur versuchen und an unserem Rotwein "nippen" zu müssen - was ihnen ein wenig zu Kopfe stieg und dem Kellner ein kleiner Dorn im Auge war. Einen Dorn - oder vielleicht eher ein Streichholz - im Auge hätte wenig später auch ich gut gebrauchen können: Nachdem wir beschlossen hatten, dem wenig gastfreundlichen Bologna den Rücken zu kehren, saßen wir wenig später wieder im Auto Richtung Dolomiten, wo wir in freier Natur nächtigen wollten. Weil ich Andreas nächtliche Bergtauglichkeit doch eher stark anzweifelte, quälte ich mich eine Serpentine um die andere die steilen Berge rauf und runter, um dann schließlich kurz vor sechs Uhr morgens völlig erledigt kurz hinter Cortina anzuhalten. Die freie Natur, die wir wenig zuvor noch als Ort zum Heiamachen auserkoren hatten, erwies sich zu diesem Zeitpunkt bereits als wenig gemütlich - bei fünf Grad trieb es nur noch Knispel und Philipp aus dem warmen Corsa, was die beiden später bitter bereuen sollten. Während wir, die im Auto noch ein paar Stunden geschlafen hatten, einen herrlich sonnigen Tag mit toller Aussicht genießen konnten, verpennten die beiden "Naturfreaks" (nein, Philipp, frische Luft ist nicht giftig) sogar das tolle Frühstück in St. Kassian. Erst drei Stunden später - inzwischen hatten wir bereits die schönsten Pässe hinter uns gelassen - kehrte wieder Leben in die verschlafenen Gemüter ein. Auch von Rotwein-Kater war nichts mehr zu spüren: Die Seilbahnfahrt auf den Lagazoi überstanden alle ohne größere Unglücke und Knispel konnte sich sogar dazu aufraffen, mit mir auf den nur wenige Meter entfernten Gipfel zu kraxeln (was tut man nicht alles für ein schönes Bild mit Fahne). Nach ein paar dösigen Stunden machten wir uns wieder auf die leidige Suche nach einem - vor allem preislich - geeigneten Hotel, und, siehe da, wir hatten in der Tat mehr Glück als im sonnigen Italien. Nach der langersehnten Dusche konnten sich kaum noch einer aufraffen, zum Essen zu gehen, allein der Hunger trieb uns an. Nach einer zünftigen Südtiroler Mahlzeit (und damit mein’ ich nicht das obligatorische Wiener Schnitzel von Philipp und Knispel) fielen wir im Hotel förmlich ins Bett. Am nächsten Tag machten wir uns dann auf Umwegen - schließlich wollten wir noch ein bisschen was von den Bergen sehen - auf den Weg nach Untermieming, wo das Spiel...


Vorbereitungsspiel am 20.07.98
Sportplatz des FC Untermieming
VfL Bochum vs. AC Sparta Praha 0:1

...auf dem Programm stand. Nach kurzen Orientierungsproblem erreichten wir - den Cops sei dank - den Sportplatz des FC Untermieming eine knappe Stunde vor dem Anpfiff, wo sich bereits Olgas Autobesatzung herumtrieb. Da weder Andrea noch ich Bock auf das sinnlose Gebolze vor gerade mal 100 Leuten hatte, machten wir uns auf der Terasse der Stadionpinte breit... Als ich mich nach dem Spiel, das angeblich kaum zu ertragen war, um meine Fahne kümmerte, machten sich ein paar Eingeborene einfach an unserem Tisch breit. Klar, dass man sich das nicht einfach gefallen ließ, und als uns diese Individuen auch noch als Schmarotzer bezeichneten, wäre es fast rund gegangen... die spinnen, die Österreicher! Irgendwann hatten wir dann endgültig genug, und so machten wir uns langsam auf den Heimweg. In Penzberg legten wir noch einen kleinen Zwischenstopp ein, meldeten sich doch unsere Mägen immer lauer zu Wort... Nach köstlichem Mahl beim Griechen schafften wir es, mittlerweile nonstop singend, auch noch die letzten Kilometer nach Dachau zu bewältigen. Den Dienstagvormittag verbrachten wir größtenteils schlafend, schließlich waren unsere Akkus nach den Strapazen der letzten Tage ziemlich leer... Am Nachmittag zog es uns dann für ein paar Stunden an einen Baggersee, ehe am Abend ein kleines aber feines Racletteessen auf dem Programm stand. Dies hatte es dann aber in sich, wurde doch nicht nur übelst dem Alkohol gefrönt, sondern auch zwischenmenschliche Beziehungen vertieft (nicht wahr Meister Knispel), wobei das Ganze recht sonderbar verlief... jedoch möchte ich hier auf Details nicht näher eingehen . Tatsache ist, dass dieser Abend einige Folgen nach sich zog... nicht was ihr jetzt schon wieder denkt, ihr alten Schweine! Jedenfalls leckten wir am folgenden Morgen alle unsere Wunden, wobei Andrea, Philipp und ich lediglich mit üblen Kopfschmerzen zu kämpfen hatten, während bei unserem Kornharpener die Module verrückt spielten... Beim abendlichen Biergartenbesuch gaben wir ein reichlich komisches Bild ab, stand doch vor jedem von uns eine Maß Spezi (Bäh, seid ihr abartig! - der angewiderte Tipper). Am nächsten Morgen durfte ich erst einmal Geschenke auspacken und meinen Geburtstagskuchen anschneiden, ehe wir uns auf den Weg nach Volpertshausen machten, das sich in den letzten Jahren immer als Kultstation der Vorbereitungsspiele erwiesen hatte...


Vorbereitungsspiel am 23.07.98
Sportplatz des SV Volpertshausen
SC Waldgirmes vs. VfL Bochum 1:8

Etwa vierzig Minuten vor dem Anpfiff hatten wir den Sportplatz des SV Volpertshausen erreicht, wo sich schon zahlreiche Bekannte herumtrieben. Nicht nur das war heute ein Unterschied zu den letzten Jahren, nein, auch unsere "weibliche Begleitung" scheint das zeitliche gesegnet zu haben... Irgendwann traf dann gar die Ratte ein, die es aus irgendwelchen dubiösen Gründen zu diesem Spiel verschlagen hatte. Die Freundschaft lebt! Während sich vor allem der Nachwuchs bemühte, wenigstens ab und an für ein wenig Stimmung zu sorgen, machte es sich der größte Teil der älteren Garde auf diversen Bierbänken bequem, nicht ohne das eine oder andere Bier seiner Bestimmung zuzuführen. Nach dem Schlusspfiff ging es dann weiter nach Bochum, wo wir uns für die nächsten Tage im Hause "Knispel" einquartierten, schließlich standen am Wochenende zwei weitere Vorbereitungsspiele der Bochumer auf dem Programm. Den Abend ließen wir dann feucht fröhlich im Bermuda Dreieck ausklingen... 
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Vorbereitungsspiel am 25.07.98
Georg-Melches-Stadion Essen
Rot-Weiß Essen vs. VfL Bochum 1:2

Heute stand ohne Zweifel das wichtigste Spiel der diesjährigen Saisonvorbereitung auf dem Program, ging es doch zum Nachbarschaftsduell nach Essen... und dass ich gegen die Herrschaften von der Hafenstraße einiges habe, dürfte wohl hinlänglich bekannt sein. Nach ausgiebigem Frühstück machten wir uns auf den Weg an die Castroper Straße, von wo aus es mit dem Auto weiter nach Essen ging. Als wir gut zwei Stunden vor dem Anpfiff am Georg-Melches-Stadion eintrafen, wurden wir erst einmal mit Freikarten versorgt. Da die Verantwortlichen der Essener es nicht für nötig hielten, den Gästeblock zu öffnen, machten wir es uns auf der Haupttribüne bequem. Zum Spielbeginn brachten wir es auf gut und gerne vierzig Leute der Bochumer Ultra Szene, womit wir mindestens ein Viertel des Gästeanhangs ausmachten. Echt traurig, was momentan in Bochum abläuft... Rot-Weiß Essen mühte sich auch heute wieder, ein paar Mark am Fiskus vorbeizuschmuggeln, wurden doch offiziell nur 4.000 Zuschauer angegeben, obwohl sogar ein Blinder mit Holzauge gesehen hätte, das mindestens 2.000 Leute mehr im Stadion weilten. Während die Stimmung unseres Haufens ganz annehmbar war, war das Gebolze unserer Herrn Profis fast nicht zu ertragen. Der Sieg war heute wirklich mehr als schmeichelhaft... Kurz vor dem Ende des Spiels kamen dann ein paar ältere Essener zu uns, um ein Date mit uns klar zu machen, was wir aber dankend ablehnten. Froh war ich, als wir die ungastliche Stätte endlich wieder verlassen konnten. Während sich die meisten von uns auf den Weg zu Knispels machten, wo heute ‘ne kleine Grillparty steigen sollte, zog es den einen oder anderen (gell Olga) noch zu ‘nem Turnier der Amateure.

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Vorbereitungsspiel am 26.07.98
Stadion Niederrhein Oberhausen
Rot-Weiß Oberhausen vs. VfL Bochum 2:2

Da weder Andrea noch ich Bock hatten, bereits Stunden vor dem Spielbeginn in Oberhausen ‘rumzugammeln, machten wir uns, im Gegensatz zu den restlichen Herrschaften, erst ‘ne gute Stunde vor dem Anpfiff auf den Weg... Im Stadion Niederrhein, das mittlerweile fertig umgebaut ist, fanden sich heute keine 3.000 Leute ein, was wohl nicht zuletzt an den subtropischen Temperaturen lag... Auf unserer Seite hatten sich so ziemlich die gleichen Leute wie auch schon gestern in Essen eingefunden. Absoluter Höhepunkt des heutigen Nachmittages war mit Sicherheit die zwanzigminütige Army, die den meisten Herrschaften das Letzte abverlangte. Ich für meinen Teil war danach erst einmal fix und fertig. So zog es mich erst einmal an den Bierstand, schließlich mussten die Stimmbänder wieder geölt werden. Wie auch schon am Vortag war die Vorstellung unserer Kicker unter aller Sau, so dass zumindest Andrea und ich den Ort des Grauens zehn Minuten vor dem Ende verließen, schließlich hatten wir ja auch noch ein paar Kilometer vor uns...

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Hinspiel Viertelfinale UEFA-Intertoto-Cup am 18.07.98
Stadio Renato Dall’Ara Bologna
Bologna FC vs. FC National Bukarest 2:0

Am Stadionparkplatz verabschiedeten wir uns von Andrea und Gunnar, die weiter nach einer Übernachtungsmöglichkeit suchen wollten, ehe wir es uns mittels der bestellten Karten auf der Haupttribüne des Stadio Renato Dall’Ara breitmachten. Gerade einmal 12.000 Zuschauer hatten sich am heutigen Samstagabend eingefunden, darunter knappe zwanzig Gäste aus Bukarest. Enttäuscht war ich von den Ultras Bologna, die lediglich zwei große Zaunfahnen, sowie drei Schwenkfahnen präsentierten, ansonsten aber blass blieben... Als nach knapp einer halben Stunde der Strom ausfiel, machte sich bei uns die Panik breit. Nach fünf bangen Minuten wurde der Fehler jedoch behoben, und so konnte das Spiel weitergehen. Dieses beherrschten die Bolognesen nach Strich und Faden, so daß der Sieg vollauf in Ordnung ging. Kurz vor dem Schlusspfiff verließen wir den Ground in Richtung der Pizzeria, in die sich unsere beiden Begleiter mittlerweile verzogen hatten...
(Christian Knispel)

Dienstag, 26. November 2019

Ein Sonntag (und ein Frühsommernachmittag) im "gelobten Land"...

Nachdem es in den letzten Wochen hier im Blog "etwas ruhiger" zuging, hau ich heute mal wieder fleißig auf die Tasten. Wer sich jetzt auf ein paar Zeilen zum vergangenen Sonntag gefreut hat, wird gleich riesig enttäuscht werden - ich hab mich entschieden, von drei Spielen aus den Jahren 2012 respektive 2014 zu berichten (u.a. von den Spielen Bologna vs. Parma und Cesena vs. Modena - womit der Bogen zum vergangenen Sonntag wieder gespannt wäre), die ich bis dato noch nicht "zu Papier" gebracht habe...

Serie A Italien am 22.01.2012
Stadio Renato dall Ara Bologna
Bologna FC vs. AC Parma 0:0

Gerne nahm ich die "Einladung" einer illustren Groundhopperrunde der roten Münchner auf einen "Doppler" im gelobten Land an, bot sich mir doch so die Gelegenheit, unseren Freunden in Bologna einen Besuch abzustatten. Nach überaus kurzweiliger Fahrt (aufgrund einer überaus kurzen Nacht verbrachte ich einen Großteil dieser schlafend) erreichten wir "la rossa" (den Namen "die Rote" trägt die Hauptstadt der Emilia-Romagna aufgrund der roten Ziegel der Häuser und der vorherrschenden politischen Einstellung ihrer Bevölkerung) rund zweieinhalb Stunden vor Beginn des Derby dell'Emilia; Zeit genug, um noch den ein oder anderen Campari im Kreise der Forever Ultras, Freak Boys und des ebenfalls anwesenden Haufens der Ultras Bochum zu trinken... Salute Fratelli! Um kurz vor zwölf wurde es langsam aber sicher Zeit, die Curva Andrea Costa zu betreten (Anpfiff zwölf Uhr dreißig!)... Zum Einlaufen der Spieler präsentierte die durchwegs ordentlich gefüllte Heimkurve neben unzähligen Schals auch ein paar Doppelhalter, Schwenkfahnen und am Boden vor sich hin brennende Bengalen/Rauchfackeln  (Willkommen im "neuen" Italien!), während der spärlich gefüllte Settore Ospiti komplett blas blieb (kein Wunder, fehlten die Boys Parma doch gänzlich; und dem Derby das oft zitierte "Salz in der Suppe" - odio eterno al calcio moderno!). Trotz der widrigen Umstände (keine Gäste, trostloses Gebolze auf dem Platz) zeigte sich die Curva Nord von ihrer besseren Seite (auch wenn die Koordination zwischen Forever Ultras und Freak Boys auf der einen und Beata Gioventú auf der anderen Seite bisweilen doch arg zu wünschen übrig ließ - inwieweit das den "politischen" Differenzen beider Seiten geschuldet ist vermag ich nicht zu sagen)... gerade unseren Freunden stand die Freude am Tifo sprichwörtlich ins Gesicht geschrieben - Mentalita Ultrá! Als Mitte der ersten Halbzeit "Bologna e Bochum..." angestimmt wurde, lief es mir so richtig kalt den Rücken runter und die Augen wurden ein klein wenig feucht (ein Zustand der sich bis zum heutigen Tage nicht verändert hat... an dieser Stelle zitiere ich einfach mal aus einem Lied der Gruppe Warlock: "denn Freunde gehen mir über alles - IMMER")... Nach dem Schlusspfiff galt es noch eine Schrecksekunde respektive -minute zu überstehen, purzelte doch ein älteres Mitglied der Forever Ultras - sichtlich gezeichnet vom Konsum diverser "Genussmittel" - rund zwanzig Stufen herunter und landete mehr als unsanft auf dem Boden; glücklicherweise ohne schlimmere Folgen - sah nämlich im ersten Moment ziemlich übel aus! Wenig später hieß es für mich dann auch schon wieder Abschiednehmen, schließlich wollte ich meine Reisegruppe nicht all zu lang warten lassen...

Serie B Italien am 22.01.2012
Stadio Mario Rigamonti Brescia
Brescia Calcio vs. ASG Noncerina 2:0

Weiter ging es nach Brescia, wo wir unser Auto in einer Seitenstraße unweit des Stadio Mario Rigamonti abstellten; per Pedes machten wir uns anschließend auf den Weg nach etwas Essbaren. Nachdem wir rund zwanzig Minuten erfolglos die nähere Umgebung erkundet hatten, wurden wir in einer kleinen Bar doch noch fündig... Frisch gestärkt ging es anschließend zurück zum Stadion, wo schon allerhand los war. Schnell die bestellten Karten abgeholt und ab auf die Haupttribüne. Dass es in der Ultraszene von Brescia gewisse Spannungen gibt ist kein großes Geheimnis; so hat die Gruppe Brescia 1911, die sich stark den "alten" Werten verbunden fühlt und die Tessera strikt ablehnt(e), schon vor einigen Jahren von der Curva Nord auf die Gegengerade verabschiedet, wo sie ihren eigenen "Stiefel" durchziehen... sahen irgendwie verloren aus, auch wenn die Mitmachquote und die Tatsache, dass neunzig Minuten voller Inbrunst gesungen wurde, schon irgendwie beeindruckend waren. Die gut gefüllte Curva Nord läutete das Spiel mit etlichen, auf dem Boden liegenden Bengalen ein, und war auch sonst immer bemüht, das Level hoch zu halten - kam aber nicht an die Jungs und Mädels von Brescia 1911 heran. Aus dem rund achthundert Kilometer entfernten Nocera hatten sich rund hundertfünfzig Ultras eingefunden, die den Gästeblock unmittelbar vor dem Anpfiff betraten und zwei Bengalen zündeten (landeten ebenfalls schnell auf dem Boden). Obwohl ihre Mannschaft den Gastgebern nicht sonderlich viel entgegenzusetzen vermochte, machten sie das ganze Spiel über ordentlich Alarm. Da ich mir von beiden Seiten nicht all zu viel erwartet hatte, war ich letztendlich mehr als zufrieden... Nach dem Spiel gab es dann noch einen kleinen Adrenalinkick für uns, stand doch rund um unser Auto ein recht "stabiler" Haufen Bresciani, der uns dank des Wiesbadener Kennzeichens (scheiß Leihwagen!) vermeintlich als Frankfurter ausgemacht hatte (Atalanta, Todfeind der Bresciani und befreundet mit den Ultras Frankfurt, hatte am Vorabend gegen Juventus gespielt). Mit Händen und Füßen konnte das "Missverständnis" aus der Welt geschafft werden; wobei die Stimmung bis zuletzt ziemlich angespannt blieb. Letztendlich waren wir froh, die Stadtgrenze von Brescia unbeschadet hinter uns gelassen zu haben. Tja, ein solcher "Amateurfehler" wird (zumindest mir) nicht mehr unterlaufen...

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Play Off Serie B Italien am 11.06.2014
Stadio Dino Manuzzi Cesena
AC Cesena vs. Modena FC 1:1

Springen wir knapp zweieinhalb Jahre weiter... Familienurlaub an der italienischen Adria; da kommt das Relegationsrückspiel zum Aufstieg in die Serie A zwischen Cesena und Modena gerade recht, zumal Strand und Stadion keine zwanzig Kilometer trennen. Und so kehrte ich am Mittwochnachmittag (bei bestem Badewetter) dem Strand den Rücken (nicht ohne mich zuvor von meinen Mädels verabschiedet zu haben), um mich wenig später mit unserer "Familiensauna" (schwarzes Auto - kein Parkplatz im Schatten) auf den Weg nach Cesena zu machen. Da gerade zwischen Vereinen aus der Emilia und Vereinen aus der Romagna meist neben der sportlichen auch eine lokalpolitische Rivalität besteht (Highlight in dieser Hinsicht ist zweifelsohne das Spiel unserer Freunde gegen Cesena), hatte ich mit diesem Spiel ein absolutes Highlight auf dem "Silbertablett" präsentiert bekommen! Cesena hatte das Hinspiel drei Tage zuvor knapp mit eins-zu-null für sich entscheiden können, womit Modena mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnen musste (eine Auswärtstorregel gibt es im italienischen Ligabetrieb nicht; es zählt bei Torgleichheit die Abschlusstabelle - und da hatten die Schwarz-Weißen knapp die Nase vorn!)... Knapp neuntausendfünfhundert Zuschauer hatten sich im schmucken Stadio Dino Manuzzi eingefunden; rund siebenhundert dürften wohl den Gästen die Daumen gedrückt haben. Die Curva Mare (unterstützt von ihren Freunden aus Mantova) startete mit einer durchaus sehenswerten Choreographie (einem "Vorhang", auf dem die Rocca Malatestiana* abgebildet war, folgte ein weiß-schwarz-weißes Meer aus Tifofähnchen), während die Modenesi optisch blas blieben. Was beide Seiten in den folgenden neunzig Minuten in punkto Tifo ablieferten war aller Ehren wert, wobei die Gastgeber nicht zuletzt aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit gerade gegen Ende der Partie klar die Nase vorn hatten. Das Unentschieden reichte Cesena, um das Finale der Play Off gegen Latina zu erreichen, an dessen Ende letztendlich der Aufstieg in die Serie A gefeiert werden konnte... Nachdem ich die Siegesfeier der "Seepferdchen" noch ein wenig auf mich hatte wirken lassen, wurde es langsam Zeit, die "Heimreise" nach Pinarella di Cervia anzutreten, schließlich wollte ich meine Lieben nicht so lange mit dem (gemeinsamen) Abendessen warten lassen...
* die Rocca Malatestiana erhebt sich auf dem Hügel Garampo über die Stadt Cesena
Im Zusammenhang mit Cesena muss ich jetzt noch ein Lied unserer Freunde posten:
Sento la nostalgia del passato
quando la mamma mia ho lasciato
non ti potrò scordar casetta mia
in questa notte stellata la mia serenata io canto per te
Romagna mia, Romagna in fiore
tu sei la merda, tu sei l'orrore
quando ti penso vorrei cagare
in quella merda che chiami mare
Cesena, Cesena vaffanculo!
Romagna, Romagna mia
ti rompo il culo e vado via!
Cesena, Cesena vaffanculo!

Montag, 5. August 2019

3. agosto 2019 - un pomeriggio con gli amici...

Es war "nur" ein Vorbereitungsspiel zwischen dem FC Augsburg und dem FC Bologna; und trotzdem war es für mich etwas besonderes... bot mir dieses Spiel doch die Gelegenheit ein paar Freunde aus Bologna zu treffen. Nachdem mich in der Vorwoche unser "Nesthäkchen" nach Regensburg begleitet hatte, durfte diesmal eine der beiden "Großen" mit nach Augsburg - Stella hat ja seit dem Gastspiel des VfL bei den Münchner Löwen in der Allianz Arena anno 2011, bei dem uns eine Busbesatzung der Forever Ultras und Freak Boys unterstützte, bleibende Erinnerungen an die Rot-Blauen...
Nachdem wir uns in Königsbrunn mit den Bolognesi getroffen hatten, ging es gemeinsam weiter zur Augsburger Arena, wo man feststellen musste, dass weder Gästeparkplatz noch Gästeblock geöffnet worden waren. Mit Gästen aus Bologna hatte man scheinbar nicht gerechnet...
Nachdem sich eine Handvoll junger Ultras aus Bochum zu uns gesellt hatte, machten wir uns auf die Suche nach Eintrittskarten. Diese wurde mit zwei Flaschen "Pfeffi" - ein Geschenk der Bochumer Autobesatzung an Lucia - ein wenig "versüßt". Letztendlich landeten wir auf den Sitzplätzen neben dem Gästeblock. Da die Augsburger (Ultra)Szene dem Spiel fernblieb (inzwischen wohl oder mehr Usus in unserer Republik - in den ersten Jahren der Ultrabewegung war das eigentlich noch undenkbar, definierten sich doch die meisten Szenen über das Motto "immer und überall"... dieser Spruch ziert übrigens den aktuellen Schal von uns Fantastic Supporters), hatten unsere Freunde die Stimmgewalt klar auf ihrer Seite; natürlich auch dank unserer großen Unterstützung! ;-)
Das Spiel konnten die Rot-Blauen trotz eines lächerlichen Elfmeters und einer überaus suspekten Abseitsentscheidung letztendlich mit drei zu zwei für sich entscheiden. Nach dem Spiel gab es dann zum Dank für die Unterstützung noch das ein oder andere Spielertrikot, das die Forever Ultras zu Gunsten der Stadionverbotler versteigern werden - DIFFIDATI NON MOLLARE!
Während sich Bolognesi und Bochumer nach dem Spiel noch auf den Weg in Richtung München machten - schließlich wollte man noch zusammen essen und etwas gemeinsame Zeit verbringen, verabschiedete ich mich schweren Herzens, aber wir hatten versprochen, zum Abendessen wieder zu Hause zu sein. Tja, mit Familie muss man halt ab und an gewisse Abstriche machen...
Vielen Dank für die einmal mehr entgegengebrachte (Gast)Freundschaft und die schönen Stunden mit Euch! BOLOGNA E BOCHUM E VAFFANCULO!


É stata „soltatnto“ un amichevole tra FC Augsburg e l FC Bologna, ma nonostante questo, per me é stato un evento speciale, potendo incontrare alcuni amici di Bologna a questa partita. Dopo aver portato a Regensburg la mia figlia piú piccola, stavolta sono stato accompagnato da Stella, che ha tanti ricordi dei rossoblu dopo 1860 Monaco vs. Bochum nel 2011 (cera und pulman da Bologna con mebri dei Forever Ultras e Freak Boys).
Dopo esserci incontrati a Königsbrunn ci siamo diretti verso l` Arena di Augsburg, dove il parcheggio ed il settore ospiti erano chiusi, non si aspettavano proprio tifosi del Bologna. Dopo aver parcheggiato, siamo stati raggiunti da alcuni ragazzi giovani da Bochum e siamo andati a ricerca dei biglietti. Portando anche le due bottiglie di “Pfeffi” che sono state regatate a Lucia. Dopo aver preso biglietti per il settore vicino al settore ospiti siamo entrati. La curva dell` Augsburg non céra, una cosa che accade quasi a tutte le amichevoli dei club tedeschi e che negli primi anni del movimento ultras tedesco son sarebbe successo, visto che lo slogan era ed è “sempre e ovunque”, lo trovate anche sulla nuova sciarpa di noi Fantastic Supporters. Durante i 90 minuti, anche grazie al nostro sostegno sono stati i rossoblu a diventare “i padroni di casa”.
Nonostante un rigore ridicolo per Augsburg e un gol in fuorigioco, il Bologna è stato in grado ad aggiudicarsi la vittoria. Dopo la partita i giocatori hanno regalato qualche maglia alla curva che poi sono stati vendute in modalità d` asta, a sostegno dei ragazzi che non possono venire. DIFFIDATI NON MOLLARE!
Prima che i Bolgonesi e i ragazzi di Bochum si sono diretti verso Monaco, per mangiare insieme ho dovuto salutare tutti a malincuore, perché avevo permesso di tornare a casa per cenare con la famiglia.
Grazie mille ancora una volta per l´ospitalitá e il bel tempo trascorso insieme. BOLOGNA E BOCHUM E VAFFANCULO!


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DER (PF)LÄSTERSTEIN historisch...

Am Morgen des 2. August 1980 erschütterte ein Bombenanschlag die norditalienische Stadt Bologna. Beim Anschlag auf den Hauptbahnhof starben fünfundachtzig Menschen, mehr als zweihundert wurden verletzt. Nachdem zunächst die linksextremen Roten Brigaden beschuldigt wurden, konnte der Untersuchungsrichter Felice Casson nach sechsjährigen Ermittlungen nachweisen, dass es sich bei den Tätern um Neofaschisten handeln muss, die Kontakte zum italienischen Militärgeheimdienst pflegten. Verantwortlich soll die neofaschistische, terroristische Organisation Ordine Nuovo sein; im Rahmen der Ermittlungen wurden zwei Agenten des italienischen Geheimdienstes SISMI und der Vorsitzende der Propaganda Due, Licio Gelli, wegen Behinderung der Ermittlungsarbeiten verurteilt.
Eine in einem abgestellten Koffer versteckte Zeitbombe detonierte um 10:25 Uhr in einem überfüllten Wartesaal des Bahnhofs. Die Explosion zerstörte den westlichen Flügel des Empfangsgebäudes und beschädigte einen Zug, der auf Gleis 1 hielt. Die Explosion war kilometerweit zu hören. Das Dach des Wartesaals brach zusammen, was die Zahl der Todesopfer stark erhöhte. An jenem Samstag hielten sich viele Touristen im Bahnhof auf. Die Stadt war auf eine solche Katastrophe nicht vorbereitet. Es standen nicht genügend Krankenwagen zur Verfügung, so dass Busse und Taxis zum Transport der Verletzten in die Krankenhäuser eingesetzt werden mussten. Die italienische Regierung und die Polizei gingen zunächst von einem Unfall aus. Es konnte aber recht bald ermittelt werden, dass ein Ableger der Ordine Nuovo, die Nuclei Armati Rivoluzionari, für den Anschlag verantwortlich war. In einer Sondersitzung des Senats unterstützte Ministerpräsident Cossiga die Theorie, der Anschlag sei von Neofaschisten verübt worden. Es wurde mehrmals versucht, die Aufklärung zu behindern und die Umstände des Attentats zu verschleiern. Auf das Attentat folgten ein langes, verworrenes und umstrittenes Gerichtsverfahren und politische Diskussionen. Die Hinterbliebenen der Opfer gründeten eine Organisation, um die öffentliche Aufmerksamkeit auf den Fall zu lenken. Am 23. November 1995 gab der Corte Suprema di Cassazione das endgültige Urteil bekannt:
  • Die lebenslange Haftstrafen gegen die Neofaschisten und Mitglieder der NAR Valerio Fioraventi und Francesca Mambro, die immer ihre Unschuld beteuerten, wurden bestätigt. Das Gericht befand sie der Ausführung des Anschlags schuldig.
  • Der Vorsitzende der Propaganda Due, Licio Gelli, Francesco Pazienza und die beiden SISMI-Beamten Pietro Musumeci und Giuseppe Belmonte wurden wegen Behinderung der Ermittlungen verurteilt. 
Ob der Anschlag allerdings tatsächlich von Fioravanti und Mambro verübt wurde, ist umstritten. Wie ermittelt wurde, hielten sich am Tag des Anschlags Christa Margot Fröhlich und Thomas Kram, Mitglieder der Terror-Gruppe Carlos, in Bologna auf.

2. Agosto 1980 - BOLOGNA NON DIMENTICA!

Freitag, 7. Juni 2019

Singing in the rain... Bologna vs. Roma

Keine Ahnung, wie ich jetzt ausgerechnet auf diesen (Freundschafts)Besuch in Bologna komme... vielleicht liegt es am heftigen Gewitterschauer, der gerade auf uns... äh... unser Haus herniederprasselt, vielleicht auch daran, dass ich endlich mal wieder nach Bologna "muss"...

13. Spieltag Serie A am 21.11.2015
Stadio Renato Dall'Ara Bologna
Bologna FC vs. AS Roma 2:2

Nachdem der VfL bereits am Freitag gegen die Eisernen aus Berlin-Köpenick gespielt hatte, sollte es am Samstag für vier Fantastic Supporters mal wieder nach Bologna gehen. Während die "Bochumer" mittels Billigflieger (aus Belgien) anreisten, machte ich mich mittels Auto und Zug auf den Weg in die Emilia Romagna... In Bologna angekommen erwarteten uns strahlende, wenn auch ungläubig dreinblickende Gesichter, was einerseits daran lag, dass wir unseren Besuch erst kurz vor unserer Ankunft publik gemacht hatten, andererseits an der Tatsache, dass die Autobesatzung aus Bologna, die gestern in Bochum weilte, nicht rechtzeitig zum Heimspiel der eigenen Elf eintreffen würde (tja, unsere Schlaumeier finden halt immer Mittel und Wege)… Die nächsten Stunden verbrachten wir feucht-fröhlich in geselliger Runde im "A Skeggia" - Sorgen bereitete uns und unseren Freunden jedoch die sintflutartigen Regenfälle, die die Austragung des Spiels gegen die Roma doch arg bedrohten... Letztendlich sollte jedoch das Pay-TV gegen alle Vernunft triumphieren - ganz ehrlich, in Deutschland wäre dieses (Wasserball)Spiel nie und nimmer angepfiffen worden... Uns war es jedoch ganz recht, schließlich wäre es nicht gerade der Hit gewesen, wenn wir "umsonst" die Reise auf uns genommen hätten... Die Curva Nord (in der heute die Regenschirme ganz klar das Bild bestimmten) legte trotz der widrigen (Witterungs)Bedingung einen überaus gelungenen Auftritt hin - mein persönliches Highlight war der "Tifo" in der Halbzeitpause in den Katakomben des Renato Dall'Ara… krass, wie sich die Jungs und Mädels da in einen Rausch sangen (dazu der typisch italienische Stadiongeruch, ein zwei Borghetti und das eine oder andere Bira)! Die Wasserschlacht endete übrigens schiedlich, friedlich zwei zu zwei, womit unsere Brüder und Schwestern definitiv besser leben konnten, als die rund dreitausend mitgereisten Gäste aus der ewigen Stadt... Vollkommen durchweicht ging es nach dem Spiel zurück in die Räumlichkeiten der Forever Ultras, wo man dort weiter machte, wo man vor dem Abmarsch ins Stadion aufgehört hatte. Es ist einfach unbeschreiblich, mit welcher Gastfreundschaft man hier immer wieder bedacht wird - für mich ist es immer ein "wie-nach-Hause-kommen"... hier lebt man genau das, was ich mir immer gewünscht habe... Respekt, Freundschaft, Mentalita… ULTRAS! Irgendwann trudelten dann auch die "Bochumfahrer" der Rot-Blauen ein - wow, waren die geplättet als sie unsere drei "Bochumer" sahen... Zu später Stunde zogen wir uns dann in unser Hotel (tja, das war der Preis für unseren Spontanbesuch - führte aber auch zu einigen Diskussionen mit den Bolognesi, die bereits überlegten, wer wo schlafen würde... aber auch gut so, schließlich musste ich bereits in aller herrgottsfrüh am Bahnhof sein, schließlich wollten meine Mädels am Sonntag auch noch was von mir haben) zurück, nicht aber, ohne vorher noch eine "Gute-Nacht-Pizza" zu verschlingen...
BOLOGNA E BOCHUM E VAFFANCULO!

Samstag, 29. Dezember 2018

Aus der Kiste der Erinnerung... zwei Tage bella Italia!

So um die Weihnachtstage schwelgt man eh des Öfteren in Erinnerungen... ich weiß nicht warum, aber heute morgen geisterte aus unerfindlichen Gründen die Tour mit zwei Dachauer Freunden zum Champions League Spiel des ASV Dachau (Volleyball) bei Sisley Treviso in meinem Kopf umher. Jetzt - am Nachmittag - sitze ich hier, nachdem ich mal wieder meine alten Hefte durchforstet habe, und tippe Euch meinen damaligen Bericht ab...

4. Spieltag Volleyball Champions League am 05.02.1997
Palaverde Treviso
Sisley Treviso vs. ASV Dachau 3:0

Ursprünglich sollte uns diese Tour zum Champions League Spiel des ASV nach Treviso, sowie zum Freundschaftsspiel der Bayern in Bologna führen. Doch leider machte uns der italienische Verband einen Strich durch die Rechnung, musste Bologna an eben diesem Tag das, zwei Wochen zuvor ausgefallene Pokalspiel in Vicenza nachholen. Die Verantwortlichen der Bayern vereinbarten daraufhin ein Freundschaftsspiel am Dienstag in Perugia, was sich aber mit dem Spiel der Dachauer überschnitt. Nach kurzen Diskussionen entschlossen wir uns für das überaus wichtige Spiel des ASV und gegen eine gehörige Portion Spaß beim Spiel der Bayern in Perugia... Nicht nur, dass man Bonsai am Dachauer Bahnhof traf, nein, über zwanzig Bayernsupporter gaben uns auf dem Weg über den Brenner Geleitschutz, befanden sie sich doch auf dem Weg nach Umbrien. Logische Folge war natürlich ein ziemlich feucht-fröhlicher Abend, der dermaßen ausartete, dass ich mich genötigt fühlte, mein Abendessen auf Herrn Freynicks Füße zu verteilen. Halb tot verabschiedeten wir uns in Verona von den Anderen, da wir von hier aus über Castelfranco, wo wir in einen Bummelzug umsteigen mussten, weiter nach Treviso fuhren. Um kurz nach neun hatten wir unser Ziel erreicht. Nun hieß es erst mal Geld wechseln, ehe wir uns nach dem Weg zur Halle erkundigten, um dort eventuell unsere Spieler zu treffen. Leider wurde daraus nichts, da an der Halle alles abgesperrt war. So ging es zurück in die echt wunderschöne City, wo man vor einer Mädchenschule (So ein Zufall aber auch! - der Tipper) erst einmal ein herrliches Frühstück , bestehend aus Semmeln, Dosenwurst und Bacardi Cola, zu sich nahm. In der Touristeninformation holten wir uns die Adresse eines echt günstigen Hotels nahe des Palaverde, bevor wir uns auf die Suche nach einer Pizzeria machten. Nachdem wir die eine oder andere Mafiatorte geschlachtet hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel, wo noch ein paar Minuten Augenpflege betrieben wurde, ehe es frischen Mutes zur Halle ging. Dort trafen wir bereits auf die ersten Dachauer, die per Bus angereist waren. Während die Anderen noch auf ihre Karten warteten, verschafften wir uns auf die übliche Weise Zutritt ins knapp fünftausend Zuschauer fassende Palaverde, das einen echt guten Eindruck hinterließ. Zum Anpfiff waren dann enttäuschende achthundert Leute in der Halle, darunter gut und gerne sechzig Dachauer, die heute für gute Stimmung sorgten. Auf Seiten der Gastgeber waren die zweihundertfünfzig, meist weiblichen "Supporter Orogranata" ununterbrochen am Singen, was echt gut rüberkam. Nicht vorzustellen, was hier los ist, wenn der Hassgegner aus Modena zu Gast ist... Unsere Halbgötter hatten heute aber nicht den Hauch einer Chance, und wurden in etwas mehr als einer Stunde gradewegs demontiert, was vor allem einem gewissen Herrn Freynick so auf die Nieren schlug, dass er sein Heil im Alkohol suchte. Nach dem Spiel sah man besagten Herrn, tiefdeprimiert und halb im Delirium, mit einer Sitzschale vor der Halle stehen, was einfach der Kult war. Ehe uns Bruno zum Hotel kutschierte, laberte man noch ein bisschen mit den Spielern (an dieser Stelle sei erwähnt, dass die damalige Mannschaft des ASV Dachau größtenteils aus Amateuren bestand, die nach den Spielen ausnahmslos noch mit den Treusten der Treuen auf ein oder zwei Bier im Vereinsheim saßen), während unsere Made versuchte, des Trainers Tochter mit dummen Sprüchen anzumachen, was dieser aber nicht zuzusagen schien. Wie komisch! Endlich zurück im Hotel beschloss "das am Boden zerstörte Etwas" sich im Bett abzulegen, aber nicht ohne, in Shorts und mit Pogon Stettin T-Shirt auf dem Balkon stehend, einer Nutte gute Nacht (!?!) zu sagen. Wir beiden Anderen ließen den Abend gemütlich bei nem Bierchen in der Hotelbar ausklingen, ehe uns der Sandmann auch ins Reich der Träume beförderte...
Hinspiel Halbfinale Coppa Italia am 06.02.1997
Stadui Romeo Menti Vicenza
Vicenza Calcio vs. Bologna FC 1:0

Irgendwann öffnete auch ich meine Äuglein wieder, und musste feststellen, dass die Anderen bereits voll auf der Höhe des Geschehens waren. Schnell raus aus den Federn und rein ins Bad, wo man dank einer eiskalten Dusche den Körper wieder in Schwung brachte. Dass dabei das halbe Zimmer unter Wasser gesetzt wurde liegt einzig und allein an der Dummheit des Installateurs, der anscheinend einen Knick in der Optik hatte... Aber halt, was hat das eigentlich noch mit Fußball zu tun? In der Innenstadt gönnten wir uns noch ein gepflegtes Frühstück und erfreuten uns an den weiblichen Schönheiten Trevisos, ehe es mit dem Zug nach Vicenza ging. Da wir unser Ziel erst nachmittags erreichten, hatten wir ein Problem bezüglich der Nahrungsaufnahme, hatten doch alle Pinten bereits dicht gemacht. So musste der italienische Bruder des Schotten herhalten, bevor wir uns, nach einem längeren Stadtbummel, auf den Weg zum Stadio Romeo Menti machten, das etwas außerhalb des Zentrums liegt. Hier traf man bereits auf die ersten Münchner, die sich dieses Spiel auch nicht entgehen lassen wollten. Im Stadioncafe, das sich unterhalb der Gegengerade befindet, machten wir es uns bequem, schließlich waren es noch etliche Stunden bis zum Kick Off. Irgendwann trafen dann auch die Sauerländer Jens & Pia-Maria ein, mit denen man sich gut unterhielt. Während sich der Rest in die Kurven verzog begaben wir uns auf die Pressetribüne. Zu Beginn des Spiels zogen die "Vigilantes" eine geniale Show ab. So brannten am Zaun etliche Feuerwerkskörper, dazu präsentierten einige Ultras auf dem Spielfeld vor der Kurve ein riesiges Spruchband. Die rund tausendzweihundert Ultras aus Bologna hantierten mit einigen Bengalen, die irgendwann einfach auf den Platz flogen, Was das in Deutschland wohl für Folgen hätte? Das Spiel war dann typisch für Italien, so dass man mit einem eins-zu-null-Sieg für die Hausherren überaus zufrieden sein konnte. Einfach edel war der Support des Heimpublikums, das von der ersten bis zur letzten Minute am Pogen war. Da es sich bei diesem Match erst um das Hinspiel handelte, fiel heute keine Entscheidung, was dem Ganzen noch die Krönung gegeben hätte (bisweilen war mein Schreibstil damals schon ein bisschen wirr). Um nach dem Spiel zum zuvor vereinbarten Treffpunkt zu gelangen, mussten wir einen großen Umweg durch einige Seitenstraßen machen, hatten die Carabibieri den Bereich hinter der Gästekurve weiträumig abgesperrt, was wohl eine Reaktion auf das letzte Aufeinandertreffen beider Teams war, bei dem die Ultras aus Bologna übelst in der Innenstadt gewütet hatten. Wir wurden dann Zeuge, mit welcher Brutalität die italienischen Cops vorgehen, knüppelten sie doch die Busfahrer regelrecht in die Busse. Anschließend trieb man uns noch in ein Hotel, um uns vor den Zugfahrern, bei denen man einige üble Gestalten (mit der einen oder anderen dieser "Gestalten" hab ich inzwischen bestimmt schon mal ein Birra im "A Skeggia", in der Curva Andrea Costa oder sonstwo getrunken) ausmachen konnte, zu schützen. Jens brachte uns anschließend noch zum Bahnhof, so dass wir unseren Zug nach Verona ohne jegliche Sprinteinlage erreichten. Um kurz vor sieben war man dann endlich wider in München, wo man beschloss, zum Abschluss einer überaus gelungenen Tour, in Dachau noch gepflegt frühstücken zu gehen.

Samstag, 25. November 2017

Italien im Herbst 2002... Sampdoria vs. Genoa, Bologna vs. Perugia, Atalanta vs. Brescia e Toro vs. Juve

Nachdem die Reisen in die Vergangenheit bis dato großes Interesse bei den Besuchern des Blog hervorgerufen hat, komme ich heute dem Wunsch eines österreichischen Freundes nach, und stelle eine Tour von Thorsten aus dem Herbst 2002 online, bei dem er unter anderem das Derby zwischen Atalanta und Brescia besucht hat. Erschienen ist der Bericht anno 2006 in der 17. und bisher letzten Ausgabe des (PF)LÄSTERSTEINS (ganz richtig ist das nicht, erschien doch 2007 noch eine Sonderausgabe, in der sich alles um die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland drehte).
 
12. Spieltag Serie B Italien am 15.112002
Stadio Luigi Ferraris Genoa
UC Sampdoria vs. FC Genoa 2:1
 
Endlich sollte sich mein langersehnter Wunsch, einmal das Genueser Derby zu sehen, erfüllen... Zusammen mit Achim und Polenuli startete ich am Freitagvormittag erneut nach Italien. In Freiburg komplettierte HSV-Patrick die Autobesatzung, und weiter ging es 'gen Süden... Während der Fahrt war allen Beteiligten die Vorfreude auf die bevorstehende Genueser Stadtmeisterschaft deutlich anzumerken... Frühzeitig erreichten wir die norditalienische Hafenstadt. Mittels diverser Documenti sicherten wir uns einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe des Stadio Luigi Ferraris... Glücklicherweise konnte auch das Kartenproblem relativ früh gelöst werden. Mit vierzig Euro war man dabei... Als wir das Stadion rund anderthalb Stunden vor Beginn des Spiels betraten, kochte die Stimmung in beiden Kurven... äh... Hintertortribünen bereits über... Als beide Mannschaften das Spielfeld um zwanzig vor neun endlich betraten, verwandelte sich die Gradinata Nord mittels Tifofähnchen in ein weißes Meer, flankiert von roten und blauen Silberfolien. Im Zentrum der Geraden wurde zudem ein riesiger Greifvogel, Wappentier des FC Genoa,  an Seilen heraufgezogen. Ob  der "GENOA" Schriftzug wirklich links neben dem Greifvogel präsentiert werden sollte, bleibt wohl das Geheimnis der Ottavio Barbieri... In der Gradinata Sud gab es gleich zwei Aktionen zu bewundern. Während bei den Ultras Tito im Oberrang mittels Papptafelen den Schriftzug "ULTRAS" auf blau-weiß-rot-schwarzem Untergrund präsentierten... in der Mitte gab es zudem eine Blockfahne mit dem Logo der UTC... wurde im Unterang... Heimat der Fedelissimi... eine riesige Blockfahne, auf der ein Reiter den Greifvogel niederstach. Zudem befand sich Genoas berühmter Leuchtturm auf der Blockfahne... ORGASMO! Während die Stimmung zu Beginn des Spiels auf beiden Seiten mehr als genial war, wurde es in der Gradinata Nord mit zunehmender Spieldauer immer leiser, was wohl nicht zuletzt am Geschehen auf dem Spielfeld lag... Spätestens nach dem zweiten Tor Sampdorias gab es seitens der Ultras Tito und Fedelissimi kein Halten mehr... Hammergeile Schalparaden und markdurchdringende Gesänge ließen unsere Herzen vor Freude springen... Zu Beginn der zweiten Halbzeit kamen auf beiden Seiten auch heute wieder massig pyrotechnische Artikel zum Einsatz... Ich war echt traurig, als der Schiedsrichter das Spiel nach zweiundneunzig Minuten beendete, so geil war es... Nachdem wir noch rund eine halbe Stunde der Siegesfeier der Doriani beigewohnt hatten, machten wir uns langsam auf den Weg ins Centrum, wo wir den Abend in einer Bar ausklingen ließen... Genächtigt wurde übrigens im Mietwagen direkt am Meer... Als wir uns gerade schlafen legen wollten, flog uns ein Stein auf die Windschutzscheibe, was ein paar Risse zur Folge hatte...
 
10. Spieltag Serie A Italien am 16.11.2002
Stadio Renato dall' Ara Bologna
Bologna FC vs. AC Perugia 2:1
 
Am nächsten Morgen stellte sich glücklicherweise heraus, dass alles gar nicht so schlimm war, wie anfangs angenommen... Nachdem wir Polenuli, der weiter nach Cagliari wollte, am Bahnhof abgeliefert hatten, ging es weiter in Richtung Emilia Romagna... Obwohl wir es ganz gemütlich angehen ließen, erreichten wir Bologna rund drei Stunden vor Spielbeginn. Genug Zeit, um noch ein wenig fürs leibliche Wohl zu sorgen... Rund zwanzigtausend Spettatori wollten sich das Spiel zwischen Bologna und Perugia nicht entgehen lassen. Zu Beginn des Spiels kamen sowohl in der Curva Andrea Costa, als auch im Settore Ospiti ein paar Bengalen, sowie die obligatorischen Doppelhalter und Schwenkfahnen zum Einsatz... Stimmungstechnisch konnten weder die Gastgeber, noch die rund dreihundert mitgereisten Gäste... Ingrifati, Armata Rossa, Brigade Ultra & Co... überzeugen. Ich weiß schon, warum ich Spiele im Stadio Renato dall' Ara so liebe... Tja, aber was nimmt man nicht alles auf sich, um seine Mitfahrer zufrieden zu stellen? Ach ja, das überaus schwache Spiel konnte Bologna letztendlich mit zwei zu eins für sich entscheiden... Nach dem Schlusspfiff kehrten wir dem Ort des Grauens... nun ja, so schlimm war's nun auch wieder nicht... alsbald  den Rücken, schließlich musste noch ein geeignetes Nachtdomizil gefunden werden. Letztendlich wurden wir etwa auf  halber Strecke zwischen Bologna und Bergamo fündig...
 
10. Spieltag Serie A Italien am 17.11.2002
Stadio Atleti azzuri d' Italia Bergamo
Atalanta Bergamo vs. Brescia Calcio 2:0
 
Am nächsten Morgen war die Vorfreude auf die beiden Spiele bereits riesengroß... Da wir Bergamo bereits am späten Vormittag erreichten, blieb noch genügend Zeit, um die historische Altstadt genauer unter die Lupe zu nehmen. Anschließend zog es uns noch in eine nette Pizzeria, ehe wir uns langsam aber sicher auf den Weg zum Stadio Atleti azzuri d' Italia machten... Leider befanden sich die rund zweitausend Bresciani bei unserer Ankunft bereits im hermetisch abgeriegelten Settore Ospiti... Nun gut. Schnell die bestellten Karten abgeholt und hinein ins Getümmel... Als beide Mannschaften das Spielfeld um kurz vor drei endlich betraten verschwand die Curva Pisani erst in einem Meer aus weißen Papptafeln. Wenig später wurden diese gewendet und es entstand ein schwarz-blaues Streifenmuster auf dem in weißen Lettern das Gründungsjahr von Atalanta Bergamo befand. Zudem wurde in der Mitte der Curva Pisani eine Blockfahne präsentiert, auf der sich die "Dea" befand. Über dieser prangte folgendes Spruchband "1907 L' ANNO DEL DEA"... "1907 DAS JAHR DER GÖTTIN"... Im Settore Ospiti kamen derweil Doppelhalter, blaue und weiße Luftballons, sowie etliche blaue Rauchfackeln und die eine oder andere Bengale zum Einsatz... Unmittelbar nachdem die Papptafeln in der Curva Pisani verschwunden waren, schwebte über dieser, an blauen und schwarzen Gasballons befestigt,  ein riesiges blaues Schwein mit dem Logo von Brescia Calcio und der Zahl "1911". Darunter stand "L' ANNO DEL MAIALE"... "DAS JAHR DES SCHWEINS"... Alles in allem ein absolut geniales Intro der Gastgeber! In Sachen Stimmung legten beide Seiten los wie die Feuerwehr, doch irgendwie verflachte diese mit zunehmender Spieldauer... Zu Beginn der zweiten Halbzeit hantierten beide Seiten übrigens noch ein wenig mit diversen pyrotechnischen Erzeugnissen... Nach dem Schlusspfiff ging es schnellen Schrittes zu unserem Mietwagen, schließlich wollten wir in Torino nichts verpassen...
 
10. Spieltag Serie A Italien am 17.11.2002
Stadio Delle Alpi Torino
Torino Calcio vs. Juventus FC 0:4
 
Da wir relativ zügig voran kamen... Forza Bleifuß ale... erreichten wir die Hauptstadt des Piemont rund eine Stunde vor Beginn des Spiels... Knapp über fünfzigtausend Spettatori fanden sich letztendlich im Stadio Delle Alpi ein, wobei sich beide Lager ungefähr die Waage hielten... Auch heute heizten sich die Kurven mittels Spruchbändern und Schmähgesängen gegenseitig auf... Zum Einlaufen der beiden Mannschaften wurde in der Mitte der Curva Nord... Heimat der Ultras Granata, Ragazzi della Maratona, Granata Korps & Co.... eine goldene Blockfahne, auf der sich in rot die Initialen "TC"... TORINO CALCIO... befanden, präsentiert. Links davon kamen rote Folien zum Einsatz, rechts silberne... In der Curva Sud kam ebenfalls eine Blockfahne, auf der sich das Wahrzeichen der Stadt, la Mole Antonelliana, und zwei Männer... ich denke es handelte sich um Vater und Sohn... mit einer Fahne der Black & White Fighters befanden. Umrandet wurde diese mit gelben Papptafel. Des weiteren gab es Wunderkerzen im Oberrang und ein Spruchband mit der Aufschrift "HASTA AL VITTORIA!" im Mittelrang... War die Stimmung in der ersten Halbzeit noch auf beiden Seiten mehr als genial, wurde es in der Curva Nord mit zunehmender Spieldauer immer leiser. Im Gegensatz zur Curva Sud, die die Demontage des Lokalrivalen natürlich lautstark feierte... Letztendlich waren die Gastgeber mit dem null zu vier noch mehr als gut bedient... Ach ja, zu Beginn der zweiten Halbzeit brannten beide Kurven ihr obligatorisches Feuerwerk ab, jedoch kam keine der beiden Seiten an die mehr als geniale Pyroshow der Curva Nord in der vergangenen Saison heran... Nicht unerwähnt bleiben soll die geklaute Fahne der Fighters, die während des Spiels von den Granata Korps nebst eines netten Spruchbandes präsentiert wurde, und die Tatsache, dass die Gastgeber von ihren Gemellati aus Firenze und Nice unterstützt wurden... Überaus zufrieden kehrten wir dem Stadio Delle Alpi wenige Minuten nach dem Schlusspfiff den Rücken. Die anschließende Heimfahrt verlief ohne besondere Vorkommnisse, und so erreichten wir in den frühen Morgenstunden  heimatliche  Gefilde. Was für eine geile Tour!
 
Fotos von dieser Tour kann ich Euch leider keine bieten, da Thorsten zu diesem Zeitpunkt mit der Videokamera Material für unsere erste (PF)LÄSTERSTEIN-DVD (ursprünglich als VHS-Kassette erschienen, wurde diese später noch auf DVDs gebrannt - bis dato ist eine weitere DVD erschienen, eine dritte und letzte Ausgabe ist aktuell noch geplant) gesammelt hat. Dafür gewähre ich Euch einen Blick in den (PF)LÄSTERSTEIN Nr. 17...