Posts mit dem Label Gedanken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gedanken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 8. Dezember 2024

ULTRAS STERBEN NIE!

War unsere Szene uns insbesondere meine Generation bis dato weitgehend von schweren Schicksalsschlägen verschont geblieben, meinte es der Herbst 2024 nicht wirklich gut mit uns. Mit Tobi und Demski mussten wir uns binnen kürzester Zeit von zwei alten Weggefährten verabschieden. Auf das wie und warum möchte ich an dieser Stelle gar nicht näher eingehen; ich denke, dass wir intern genug darüber gesprochen haben und es wohl auch noch weiter tun werden. Und egal wie gut jeder einzelne die beiden kannte, der Schmerz über den jeweiligen Verlust hat uns alle getroffen. Aber auch hier zeigt sich unsere "Subkultur" als großartige Stütze; gerade an die aktuell aktive Generation von Ultras Bochum (die zu den Beiden größtenteils keinen direkten Bezug mehr hatte) geht ein riesiger Dank. Ohne Euch wäre das Gedenken an Tobi und Demski im Stadion definitiv nicht in dieser Form möglich gewesen!






Dass die Ultrászene in Deutschland längst "erwachsen" geworden ist, zeigten nicht nur die pietätvollen Reaktionen der Heimkurven bei den beiden Auswärtsspielen (Frankfurt und Stuttgart), an denen wir unseren Freunden/Brüdern mittels Spruchbändern gedachten, sondern auch die vielen aufmunternden Worte (sei es auf Spruchbändern, mittels Kondolenzkarten oder in persönlichen Gesprächen), die Ultras Bochum in den folgenden Wochen erreichten. Mich persönlich beeindruckt an dieser Stelle, dass auch Feindschaften in diesen schweren Stunden ad acta gelegt werden.






Als ich mich vor den Computer gesetzt hab, schwirrten in meinem Kopf so viele Dinge, die ich eigentlich gerne zu Papier gebracht hätte, aber irgendwie scheint vieles wie weggeblasen; immer wieder tauchen Bruchstücke und Erinnerungen auf, aber meine Gefühlswelt lässt sich gerade nicht wirklich greifen, und schon gar nicht geordnet zu Papier zu bringen. Vielleicht klappt das ja zu einem späteren Zeitpunkt besser; für heute lasse ich es lieber darauf bewenden...

Ruhe in Frieden, Tobi!
Ruhe in Frieden, Demski!
ULTRAS STERBEN NIE!


Donnerstag, 31. Oktober 2024

VICINI ALLA FOGGIA ULTRAS... wenn die schönen Dinge in den Hintergrund rücken

Zu feiern gab es in den letzten Wochen und Monaten einiges; 25 Jahres Ultras Bochum, 50 Jahre Forever Ultras Bologna...
Hatte ich mich dazu entschieden, über ein unvergessliches Wochenende mit unseren Brüdern und Schwestern in Bologna ein paar Worte zu verlieren, so bin ich der Meinung, dass das hier und heute irgendwie nicht passt. Während wir im Outback von Bologna am Samstagnachmittag/-abend (am Freitagabend gab es schon ein Stelldichein der bereits angereisten Bochumer - ein Mitglied der Red Fanatics war bereits ebenfalls vor Ort; eine weitere Autobesatzung sollte am Samstag folgen - und einer größeren Anzahl der "Bolos"; wobei ich mich persönlich am meisten über die Anwesenheit von Dadda freute - den Samstag hatte ich zusammen mit Tajczak ganz gemütlich mit einem Bummel durch die Stadt eingeläutet) mit den Forever Ultras und den anderen anwesenden Gästen ein (be)rauschendes Fest feierten, ereignete sich in der rund sechshundert Kilometer entfernten Provinz Basilicata eine Tragödie; auf der Rückfahrt vom Auswärtsspiel bei Potenza Calcio wurde eine Autobesatzung mit Ultras der Curva Nord Foggia in einen folgenschweren Verkehrsunfall verwickelt. Drei Tote (Samuele Del Grande, 13 Jahre alt, Michele Biccari, 17 Jahre alt, und Gaetano Gentile, 21 Jahre alt) und sieben Schwerverletzte standen nach der frontalen Kollision zweier Autos (aus den Zeitung geht hervor, dass sich der Unfall beim Überholmanöver eines Buses auf der Staatsstraße Potenza-Melfi ereignet hatte) zu Buche. An dieser Stelle kommen einem Erinnerungen an den einen oder anderen brenzligen Moment in den Kopf, den man selbst auf Fußballfahrten erlebt hat; und auch der Gedanke, dass es vielleicht auch hätte ins Auge gehen können, respektive daran, wie schnell doch alles vorbei sein kann... 
Was mich in den folgenden Tagen wahnsinnig beeindruckte, war die Solidarität, die den Foggiani aus ganz (Ultrá)Italien entgegengebracht wurde; ebenso wie die Trauerfeier am 17. Oktober im Stadio Pino Zaccheria. Organisiert von den Ultras 1980 wurde den drei Verstorbenen (deren Särge noch einmal vor ihrer Curva Nord aufgebahrt wurden) noch einmal im ganz besonderen Ambiente gedacht. Es war eine Mischung aus Stille, Gesängen, Applaus und der typischen Stadionfolklore. Zudem hielten zwei alten Ultras der Curva Nord Reden zu Ehren der drei (viel zu früh) Verstorbenen, bei denen der ganze Pathos der Ultráwelt zum tragen kam. Ich finde es immer wieder faszinierend, was unsere Bewegung für ein Zusammengehörigkeitsgefühl inne hat; was für eine (positive) Macht hinter ihr steckt...

“La morte non conosce colori, appartenenze e rivalità. Chi crede nei vecchi valori ha mostrato rispetto e solidarietà… Lunga vita agli ULTRAS!!!”