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Freitag, 21. November 2025

Rezension: WIR SIND SCHON AUF DEM BRENNER Ausgabe 5

Über zwei Jahre mussten die Italiennerds auf die fünfte Ausgabe des "Wir sind schon auf dem Brenner" warten; wenn ich das mit meiner eigenen Postille vergleiche, eine definitiv noch tragbare Wartezeit... 😅
Mit dem "späten Erscheinen" hadert Pompo im Vorwort, stellt aber auch klar, dass das nichts mit einem möglichen zurückgegangenen Interesse der Autoren am Mutterland der Ultras zu tun hat - hätte mich ehrlich gesagt mehr als gewundert, wenn nicht sogar schockiert! Ferner stellt er die Frage, ob sich ein Heft, dass sich nur mit einem einzigen Themenschwerpunkt beschäftigt, auf Dauer Sinn macht. Wenn ich mir im Gegenzug überlege, wie oft ich von diversen Personen aller möglichen Vereine und durch alle Altersschichten (es gab mal Zeiten, an denen ich das Gefühl hatte, Italien wäre gerade für die jüngeren Generationen nicht mehr das "Maß aller Dinge") hindurch, nach dem Erscheinen des neuen "Wir sind schon auf dem Brenner" gefragt werde, dann kann ich kurz und knapp mit "Nein" antworten!
Den einleitenden Worten folgen zwei geballte Blöcke mit Spielbesuchen (wenn ich mich nicht verzählt habe, wurden im Jahr 2023 sage und schreibe fünfunddreißig Spiele besucht, im Jahr 2024 waren es derer "nur" fünfundzwanzig 😉). Unterwegs waren die Autoren auf dem kompletten Stiefel, von der Serie A bis hinunter in die Promozione dürfte für jeden etwas dabei sein. Müsste ich mich auf drei Highlights festlegen, so würde ich mich (nach langem Überlegen) auf die Spiele Barletta vs. Cavese (allein wenn ich an die zum Bericht gehörenden Bilder denke, wird mir augenblicklich warm ums Herz!), Sampdoria vs. Bari und Catanzarao vs. Bari festlegen. Zwischen den Spiel- und Erlebnisberichten der beiden Jahre findet der geneigte Leser neben einem achtseitigen Streetart-Part den fünften Teil der "Geschichte der Ultras"; diesmal beschäftigt man sich mit den Jahren 2010 bis 2020, einer für die Ultrabewegung definitiv nicht gerade einfachen Zeit. Nach dem Tod des Polizisten Filippo Raciti im August 2009 sieht sich die Bewegung auf dem Stiefel mit der Einführung der Tessera del Tifosi konfrontiert; ein Instrument das bei den Ultras für breite Ablehnung stieß. Dies führte dazu, dass "normale" Auswärtsspiele erstmal der Geschichte angehören sollten. Um zu "überleben" sollten nach und nach viele Kurven den Widerstand jedoch aufgeben, um jungen Mitgliedern das "Erlebnis Auswärtsspiel" zu ermöglichen. Ein paar Kurven/Gruppen blieben bezüglich der Ablehnung jedoch konsequent, unter anderem waren das Sampdoria, Bergamo, Cagliari und Lecce. In die Epoche fielen auch das Ende einiger historischer Gruppen wie beispielsweise das Collettivo Autonomo Viola (2011) oder die Vigilantes Vicenza (2012). Ein positiver Moment der doch eher tristen Epoche war der Besuch einer Abordnung von Ultras von fünfundzwanzig Vereinen im Senat, wo durchaus konstruktiv diskutiert wurde. Knapp ein Jahr später sollte die Tessera offiziell abgeschafft werden, was für einen sichtbaren Aufschwung sorgen sollte. Am Ende des 224 Seiten umfassenden Heftes beschäftigt man sich noch (einmal) ausführlich mit den Freundschaften zu Samb und Empoli (denen man bereits in den regulären Spielberichten das ein oder andere Mal "über den Weg" gelaufen ist); die Freundschaft zu den Ultras Empoli wurde übrigens am 25.02.2023 anlässlich des Heimspiels des Empoli Football Club gegen die Società Sportiva Calcio Napoli "offiziell" gemacht (sprich, es hing zum ersten Mal die Fahne der Schickeria über der der Ultras Empoli). Abgerundet wird das überaus lesenswerte (und nicht minder informative) Heft mit einem weiteren Kapitel der "Lieder der Kurve"; diesmal geht es um die Version des "Bella Ciao" der Curva Sud Siberiano.
Anstatt diese Rezension jetzt wieder mit einer (gerechtfertigten) Lobhudelei zu beenden, zitiere ich ein paar Zeilen aus Pattis Bericht vom Spiel zwischen dem FC Südtirol und dem Genoa Cricket and Football Club... "[...] u.a. über das neue Blickfang Ultra und die Generationeninterviews gelabert. Wobei mir persönlich hier Union und Erfurt mit ihren Antworten am meisten zugesagt haben. Ich gönne mir hier thematisch dann auch schnell einen Exkurs zu meiner eigenen Meinung: Ich sehe das mittlerweile entspannt. Weitergeben von Einstellungen, Werten etc. ist wichtig und wenn es nach meinen Wünschen gehen würde, gäbe es bei Einstellung, Stil etc. eine hohe Konstanz für die nächsten 20 Jahre. Aber wenn man das will, muss man halt dabei bleiben, Präsenz zeigen und dafür einstehen. Klar sollten junge Leute Respekt davor haben, was in den letzten 20-25 Jahren in Deutschland gegen viele Widerstände aufgebaut wurde. Sie sollten verstehen wie anstrengend es teilweise ist, sich ob eines gewissen Alter noch für die Gruppe und Kurve einzusetzen und natürlich darf man Verständnis für veränderte Lebensumstände einfordern (bestes Beispiel Kinder - ohne sterben wir nämlich aus [...] Gleichzeitig bleibt die Zeit nicht stehen, Rahmenbedingungen wandeln sich ständig, die Bewegungen wandeln sich ständig, die Bewegung wächst schnell, nimmt (sozial-)medial einen ganz anderen Raum ein. Viele Gruppen können so wahrscheinlich nur schwerlich hinterher, den Nachwuchs vernünftig zu integrieren und wenn man da dann nur noch selten an Treffpunkten auftaucht und falls dort vor allem mit dem eigenen Bezugskreis Bierchen trinkt, dann ist es für die jungen Leute auch nicht unbedingt leicht mitzubekommen, was man denn in der Vergangenheit so gemacht hat und wieso man manche Veränderung so schlecht findet. Man kann irgendwann nicht mehr erwarten, dass jede und jeder den Knicks vor dem Geleisteten macht. [...] Eine Sichtweise, über die sich so mancher "Alte" Gedanken machen sollte; und vielleicht muss(te) ich diesbezüglich auch mal vor der eigenen Tür kehren.
Format: A5
Seiten: 224 Seiten - farbig
Preis: 6,00 Euro
Kontakt: www.suedkurve-muenchen.de

Montag, 15. Mai 2023

Rezension: WIR SIND SCHON AUF DEM BRENNER Ausgabe 4

Der Spielbesuch am späten Nachmittag in Prutz sollte mich zwar den Release Aperitivo im San Paolo kosten (wobei, ein paar Oliven konnte ich letztendlich doch noch ergattern), nicht aber die Möglichkeit, mir die vierte Ausgabe des "Wir sind schon auf dem Brenner" (auch wenn ich mich wiederhole... was für ein geiler Name!) bereits am Vorabend des offiziellen Verkaufsstart zu sichern (ein paar Minuten Smalltalk mit dem einen oder anderen Protagonisten inklusive). Zu Hause musste noch schnell das schlafende Kind ins Bett befördert werden, ehe ich es mir stilecht mit ein paar Borghetti auf dem Sofa bequem machte...
Pompos einleitenden Worten (hoffentlich zum letzten Mal mit dem Thema "Corona") folgen ein paar Spielberichte aus dem Februar 2020 (danach war ja bekanntermaßen erst einmal "Schicht im Schacht", wütete die Pandemie im Mutterland der Ultrábewegung doch schon ein paar Wochen früher als hierzulande), ehe der zehn Seiten umfassende Newssplitter folgt; aufgrund der "speziellen Corona Umstände" bis zum September 2022 als Fließtext, danach wie gehabt Monat für Monat. Im Anschluss gibt es eine geballte Ladung Spielberichte aus dem Jahr 2021 (beginnend am 30. Oktober in der Serie C und endend am 19. Dezember mit dem Serie A Duell zwischen Toro und Hellas; dazwischen liegen nicht weniger als sechzehn Spielbesuche quer über den Stiefel verteilt). Bevor mit den Spielberichten des Jahres 2022 der größte Block (sage und schreibe vierzig Berichte - wie immer mit massig Hintergrundinfos) der 196 Seiten umfassenden Italien-Postille der Schickeria folgt, beschäftigt sich die Redaktion mit dem (überaus geilen) Thema "Ultras & Alkohol"... "Ultras und Alkohol. Eine Symbiose, die schon seit Beginn der Bewegung besteht und bis heute eine Inspirationsquelle für italienische Gruppen bildet. [...] " so die einleitenden Worte. Interessant ist die Übersicht mit etlichen Gruppen, deren Gruppenname im direkten Bezug mit Alkohol steht (da die bekennenden Borghetti-Liebhaber hierbei die "Brigata Borghetti Lecce" vergessen haben, veranlasste mich dazu, das Heft kurz beiseite zu legen, um Pompo schnell ein Bild einer schicken Wandmalerei der Gruppe zu schicken 😉). Leider wurde der letzte (?) Satz des Textes irgendwie "verschlungen"... und dem vierten (und vorletzten)  Teil der "Geschichte der Ultras" (dass die 2000er Jahre keine guten für unsere Bewegung waren, muss ich an dieser Stelle wohl nicht extra erwähnen). Streetart, sowie die Rubriken "Samb e Monaco" (neben den Feierlichkeiten zum fünfzehnjährigen Bestehen der Freundschaft - aufgrund der Pandemie um ein Jahr nach hinten verschoben - findet der geneigte Leser Berichte von zwei Spielbesuchen) und "Lieder aus der Kurve" (diesmal mit einem Lied der Curva Nord von Atalanta Bergamo, das einerseits von ihren Taten in Turin und Genua berichtet, zum anderen einen Bezug zur linken (Terror)Gruppe Prima Linea herstellt) runden ein auch diesmal rundum gelungenes Heft ab. Auch wenn ich mich wiederhole, Italienliebhaber und Freunde der Ultrábewegung kommen an diesem Heft einfach nicht vorbei!
Format: A5
Seiten: 192 Seiten - farbig
Preis: 7,00 Euro
Kontakt: www.suedkurve-muenchen.de

Dienstag, 26. November 2019

Ein Sonntag (und ein Frühsommernachmittag) im "gelobten Land"...

Nachdem es in den letzten Wochen hier im Blog "etwas ruhiger" zuging, hau ich heute mal wieder fleißig auf die Tasten. Wer sich jetzt auf ein paar Zeilen zum vergangenen Sonntag gefreut hat, wird gleich riesig enttäuscht werden - ich hab mich entschieden, von drei Spielen aus den Jahren 2012 respektive 2014 zu berichten (u.a. von den Spielen Bologna vs. Parma und Cesena vs. Modena - womit der Bogen zum vergangenen Sonntag wieder gespannt wäre), die ich bis dato noch nicht "zu Papier" gebracht habe...

Serie A Italien am 22.01.2012
Stadio Renato dall Ara Bologna
Bologna FC vs. AC Parma 0:0

Gerne nahm ich die "Einladung" einer illustren Groundhopperrunde der roten Münchner auf einen "Doppler" im gelobten Land an, bot sich mir doch so die Gelegenheit, unseren Freunden in Bologna einen Besuch abzustatten. Nach überaus kurzweiliger Fahrt (aufgrund einer überaus kurzen Nacht verbrachte ich einen Großteil dieser schlafend) erreichten wir "la rossa" (den Namen "die Rote" trägt die Hauptstadt der Emilia-Romagna aufgrund der roten Ziegel der Häuser und der vorherrschenden politischen Einstellung ihrer Bevölkerung) rund zweieinhalb Stunden vor Beginn des Derby dell'Emilia; Zeit genug, um noch den ein oder anderen Campari im Kreise der Forever Ultras, Freak Boys und des ebenfalls anwesenden Haufens der Ultras Bochum zu trinken... Salute Fratelli! Um kurz vor zwölf wurde es langsam aber sicher Zeit, die Curva Andrea Costa zu betreten (Anpfiff zwölf Uhr dreißig!)... Zum Einlaufen der Spieler präsentierte die durchwegs ordentlich gefüllte Heimkurve neben unzähligen Schals auch ein paar Doppelhalter, Schwenkfahnen und am Boden vor sich hin brennende Bengalen/Rauchfackeln  (Willkommen im "neuen" Italien!), während der spärlich gefüllte Settore Ospiti komplett blas blieb (kein Wunder, fehlten die Boys Parma doch gänzlich; und dem Derby das oft zitierte "Salz in der Suppe" - odio eterno al calcio moderno!). Trotz der widrigen Umstände (keine Gäste, trostloses Gebolze auf dem Platz) zeigte sich die Curva Nord von ihrer besseren Seite (auch wenn die Koordination zwischen Forever Ultras und Freak Boys auf der einen und Beata Gioventú auf der anderen Seite bisweilen doch arg zu wünschen übrig ließ - inwieweit das den "politischen" Differenzen beider Seiten geschuldet ist vermag ich nicht zu sagen)... gerade unseren Freunden stand die Freude am Tifo sprichwörtlich ins Gesicht geschrieben - Mentalita Ultrá! Als Mitte der ersten Halbzeit "Bologna e Bochum..." angestimmt wurde, lief es mir so richtig kalt den Rücken runter und die Augen wurden ein klein wenig feucht (ein Zustand der sich bis zum heutigen Tage nicht verändert hat... an dieser Stelle zitiere ich einfach mal aus einem Lied der Gruppe Warlock: "denn Freunde gehen mir über alles - IMMER")... Nach dem Schlusspfiff galt es noch eine Schrecksekunde respektive -minute zu überstehen, purzelte doch ein älteres Mitglied der Forever Ultras - sichtlich gezeichnet vom Konsum diverser "Genussmittel" - rund zwanzig Stufen herunter und landete mehr als unsanft auf dem Boden; glücklicherweise ohne schlimmere Folgen - sah nämlich im ersten Moment ziemlich übel aus! Wenig später hieß es für mich dann auch schon wieder Abschiednehmen, schließlich wollte ich meine Reisegruppe nicht all zu lang warten lassen...

Serie B Italien am 22.01.2012
Stadio Mario Rigamonti Brescia
Brescia Calcio vs. ASG Noncerina 2:0

Weiter ging es nach Brescia, wo wir unser Auto in einer Seitenstraße unweit des Stadio Mario Rigamonti abstellten; per Pedes machten wir uns anschließend auf den Weg nach etwas Essbaren. Nachdem wir rund zwanzig Minuten erfolglos die nähere Umgebung erkundet hatten, wurden wir in einer kleinen Bar doch noch fündig... Frisch gestärkt ging es anschließend zurück zum Stadion, wo schon allerhand los war. Schnell die bestellten Karten abgeholt und ab auf die Haupttribüne. Dass es in der Ultraszene von Brescia gewisse Spannungen gibt ist kein großes Geheimnis; so hat die Gruppe Brescia 1911, die sich stark den "alten" Werten verbunden fühlt und die Tessera strikt ablehnt(e), schon vor einigen Jahren von der Curva Nord auf die Gegengerade verabschiedet, wo sie ihren eigenen "Stiefel" durchziehen... sahen irgendwie verloren aus, auch wenn die Mitmachquote und die Tatsache, dass neunzig Minuten voller Inbrunst gesungen wurde, schon irgendwie beeindruckend waren. Die gut gefüllte Curva Nord läutete das Spiel mit etlichen, auf dem Boden liegenden Bengalen ein, und war auch sonst immer bemüht, das Level hoch zu halten - kam aber nicht an die Jungs und Mädels von Brescia 1911 heran. Aus dem rund achthundert Kilometer entfernten Nocera hatten sich rund hundertfünfzig Ultras eingefunden, die den Gästeblock unmittelbar vor dem Anpfiff betraten und zwei Bengalen zündeten (landeten ebenfalls schnell auf dem Boden). Obwohl ihre Mannschaft den Gastgebern nicht sonderlich viel entgegenzusetzen vermochte, machten sie das ganze Spiel über ordentlich Alarm. Da ich mir von beiden Seiten nicht all zu viel erwartet hatte, war ich letztendlich mehr als zufrieden... Nach dem Spiel gab es dann noch einen kleinen Adrenalinkick für uns, stand doch rund um unser Auto ein recht "stabiler" Haufen Bresciani, der uns dank des Wiesbadener Kennzeichens (scheiß Leihwagen!) vermeintlich als Frankfurter ausgemacht hatte (Atalanta, Todfeind der Bresciani und befreundet mit den Ultras Frankfurt, hatte am Vorabend gegen Juventus gespielt). Mit Händen und Füßen konnte das "Missverständnis" aus der Welt geschafft werden; wobei die Stimmung bis zuletzt ziemlich angespannt blieb. Letztendlich waren wir froh, die Stadtgrenze von Brescia unbeschadet hinter uns gelassen zu haben. Tja, ein solcher "Amateurfehler" wird (zumindest mir) nicht mehr unterlaufen...

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Play Off Serie B Italien am 11.06.2014
Stadio Dino Manuzzi Cesena
AC Cesena vs. Modena FC 1:1

Springen wir knapp zweieinhalb Jahre weiter... Familienurlaub an der italienischen Adria; da kommt das Relegationsrückspiel zum Aufstieg in die Serie A zwischen Cesena und Modena gerade recht, zumal Strand und Stadion keine zwanzig Kilometer trennen. Und so kehrte ich am Mittwochnachmittag (bei bestem Badewetter) dem Strand den Rücken (nicht ohne mich zuvor von meinen Mädels verabschiedet zu haben), um mich wenig später mit unserer "Familiensauna" (schwarzes Auto - kein Parkplatz im Schatten) auf den Weg nach Cesena zu machen. Da gerade zwischen Vereinen aus der Emilia und Vereinen aus der Romagna meist neben der sportlichen auch eine lokalpolitische Rivalität besteht (Highlight in dieser Hinsicht ist zweifelsohne das Spiel unserer Freunde gegen Cesena), hatte ich mit diesem Spiel ein absolutes Highlight auf dem "Silbertablett" präsentiert bekommen! Cesena hatte das Hinspiel drei Tage zuvor knapp mit eins-zu-null für sich entscheiden können, womit Modena mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnen musste (eine Auswärtstorregel gibt es im italienischen Ligabetrieb nicht; es zählt bei Torgleichheit die Abschlusstabelle - und da hatten die Schwarz-Weißen knapp die Nase vorn!)... Knapp neuntausendfünfhundert Zuschauer hatten sich im schmucken Stadio Dino Manuzzi eingefunden; rund siebenhundert dürften wohl den Gästen die Daumen gedrückt haben. Die Curva Mare (unterstützt von ihren Freunden aus Mantova) startete mit einer durchaus sehenswerten Choreographie (einem "Vorhang", auf dem die Rocca Malatestiana* abgebildet war, folgte ein weiß-schwarz-weißes Meer aus Tifofähnchen), während die Modenesi optisch blas blieben. Was beide Seiten in den folgenden neunzig Minuten in punkto Tifo ablieferten war aller Ehren wert, wobei die Gastgeber nicht zuletzt aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit gerade gegen Ende der Partie klar die Nase vorn hatten. Das Unentschieden reichte Cesena, um das Finale der Play Off gegen Latina zu erreichen, an dessen Ende letztendlich der Aufstieg in die Serie A gefeiert werden konnte... Nachdem ich die Siegesfeier der "Seepferdchen" noch ein wenig auf mich hatte wirken lassen, wurde es langsam Zeit, die "Heimreise" nach Pinarella di Cervia anzutreten, schließlich wollte ich meine Lieben nicht so lange mit dem (gemeinsamen) Abendessen warten lassen...
* die Rocca Malatestiana erhebt sich auf dem Hügel Garampo über die Stadt Cesena
Im Zusammenhang mit Cesena muss ich jetzt noch ein Lied unserer Freunde posten:
Sento la nostalgia del passato
quando la mamma mia ho lasciato
non ti potrò scordar casetta mia
in questa notte stellata la mia serenata io canto per te
Romagna mia, Romagna in fiore
tu sei la merda, tu sei l'orrore
quando ti penso vorrei cagare
in quella merda che chiami mare
Cesena, Cesena vaffanculo!
Romagna, Romagna mia
ti rompo il culo e vado via!
Cesena, Cesena vaffanculo!

Freitag, 7. Juni 2019

Singing in the rain... Bologna vs. Roma

Keine Ahnung, wie ich jetzt ausgerechnet auf diesen (Freundschafts)Besuch in Bologna komme... vielleicht liegt es am heftigen Gewitterschauer, der gerade auf uns... äh... unser Haus herniederprasselt, vielleicht auch daran, dass ich endlich mal wieder nach Bologna "muss"...

13. Spieltag Serie A am 21.11.2015
Stadio Renato Dall'Ara Bologna
Bologna FC vs. AS Roma 2:2

Nachdem der VfL bereits am Freitag gegen die Eisernen aus Berlin-Köpenick gespielt hatte, sollte es am Samstag für vier Fantastic Supporters mal wieder nach Bologna gehen. Während die "Bochumer" mittels Billigflieger (aus Belgien) anreisten, machte ich mich mittels Auto und Zug auf den Weg in die Emilia Romagna... In Bologna angekommen erwarteten uns strahlende, wenn auch ungläubig dreinblickende Gesichter, was einerseits daran lag, dass wir unseren Besuch erst kurz vor unserer Ankunft publik gemacht hatten, andererseits an der Tatsache, dass die Autobesatzung aus Bologna, die gestern in Bochum weilte, nicht rechtzeitig zum Heimspiel der eigenen Elf eintreffen würde (tja, unsere Schlaumeier finden halt immer Mittel und Wege)… Die nächsten Stunden verbrachten wir feucht-fröhlich in geselliger Runde im "A Skeggia" - Sorgen bereitete uns und unseren Freunden jedoch die sintflutartigen Regenfälle, die die Austragung des Spiels gegen die Roma doch arg bedrohten... Letztendlich sollte jedoch das Pay-TV gegen alle Vernunft triumphieren - ganz ehrlich, in Deutschland wäre dieses (Wasserball)Spiel nie und nimmer angepfiffen worden... Uns war es jedoch ganz recht, schließlich wäre es nicht gerade der Hit gewesen, wenn wir "umsonst" die Reise auf uns genommen hätten... Die Curva Nord (in der heute die Regenschirme ganz klar das Bild bestimmten) legte trotz der widrigen (Witterungs)Bedingung einen überaus gelungenen Auftritt hin - mein persönliches Highlight war der "Tifo" in der Halbzeitpause in den Katakomben des Renato Dall'Ara… krass, wie sich die Jungs und Mädels da in einen Rausch sangen (dazu der typisch italienische Stadiongeruch, ein zwei Borghetti und das eine oder andere Bira)! Die Wasserschlacht endete übrigens schiedlich, friedlich zwei zu zwei, womit unsere Brüder und Schwestern definitiv besser leben konnten, als die rund dreitausend mitgereisten Gäste aus der ewigen Stadt... Vollkommen durchweicht ging es nach dem Spiel zurück in die Räumlichkeiten der Forever Ultras, wo man dort weiter machte, wo man vor dem Abmarsch ins Stadion aufgehört hatte. Es ist einfach unbeschreiblich, mit welcher Gastfreundschaft man hier immer wieder bedacht wird - für mich ist es immer ein "wie-nach-Hause-kommen"... hier lebt man genau das, was ich mir immer gewünscht habe... Respekt, Freundschaft, Mentalita… ULTRAS! Irgendwann trudelten dann auch die "Bochumfahrer" der Rot-Blauen ein - wow, waren die geplättet als sie unsere drei "Bochumer" sahen... Zu später Stunde zogen wir uns dann in unser Hotel (tja, das war der Preis für unseren Spontanbesuch - führte aber auch zu einigen Diskussionen mit den Bolognesi, die bereits überlegten, wer wo schlafen würde... aber auch gut so, schließlich musste ich bereits in aller herrgottsfrüh am Bahnhof sein, schließlich wollten meine Mädels am Sonntag auch noch was von mir haben) zurück, nicht aber, ohne vorher noch eine "Gute-Nacht-Pizza" zu verschlingen...
BOLOGNA E BOCHUM E VAFFANCULO!

Montag, 18. März 2019

Rezension: WIR SIND SCHON AUF DEM BRENNER Ausgabe 2


Wie auch schon bei der ersten Ausgabe blieb mir die "Präsentation" in den Räumen der Schickeria - Motto diesmal "notte italina", mit Pizza & Pasta, Gesprächsrunde über die Europapokalspiele in Italien, sowie Italo Sound & Specials - auch diesmal verwehrt; glücklicherweise war der Grund hierfür am vergangenen Samstag deutlich erfreulicher... An dieser Stelle ein fettes "Merci" an meinen "Boten" - der nächste Borghetti geht auf mich! So, genug Vorgeplänkel - rein ins hundertzweiundsiebzig Seiten Italien pur...
Neben den, meiner Meinung nach überaus informativen/interessanten Newssplittern (Rückrunde 2017/2018 sowie Hinrunde 2018/2019), mit "allen" wichtigen Informationen aus dem Mutterland unserer Bewegung, gibt es den zweiten Teil der Geschichte der Ultras (diesmal sind die 80er Jahre an der Reihe - die 90er folgen in Ausgabe 3), Streetart, Hintergründe zu den großen Derbys in Kalabrien und Ligurien (diese Reihe soll in Zukunft fortgesetzt werden - sollten die "großen" Derbys "abgearbeitete" sein, würde ich mich natürlich auch über die "kleinen", wie beispielsweise in Ligurien zwischen San Remo und Savona, Setri Levante und San Remo oder Virtus Entella und Spezia tierisch freuen), einen überaus interessanten Text über den "Calcio popolare" (un altro calcio e possible), der mit einem Spielbesuch (auswärts in der toskanischen "Pampa")  von Kai Tippmann bei Centro Storico Lebowski und seinen Ultimi Rimasti (zu lesen auch auf dessen Blog "altravita.com") abgerundet wird und der Fortsetzung der Rubrik "Lieder aus der Kurve" (diesmal aus der Curva Nord von Cagliari), gibt es diesmal zweiunddreißig Spielberichte (Februar 2018 bis Januar 2019 - von der Serie A bis zur Eccellenza ist alle dabei!)  mit massig Hintergrundinformationen - stolze neun davon erzählen von der Freundschaft zwischen "SAMB E MONACO" (gab es in Ausgabe eins noch eine Zusammenfassung der Geschehnisse rund um das Spiel in Vicenza, bei dem Luca von Staatsdienern ins Koma geprügelt wurde, so bekommt ihr diesmal den dazugehörigen Spielbericht geliefert... zum Glück ist Luca inzwischen auf dem Weg der Besserung!)...
Das Heft hat mich auch diesmal vollkommen begeistert/in seinen Bann gezogen; so sehr, dass ich es trotz heftiger "Nachwehen" vom Vorabend in einem Stück gelesen... nein... verschlungen hab! Für alle Italienliebhaber ein absolutes MUSS! 
Format: A5
Seiten: 172 Seiten - farbig
Preis: 5,00 Euro
Kontakt: www.suedkurve-muenchen.de

Freitag, 11. Januar 2019

2323 Kilometer - ein ganz normales Wochenende anno 2001

Unter weiter geht die Reise in die Vergangenheit! Heute blicke ich auf ein ganz normales Wochenende im November 2001 zurück. Nachdem ich am Freitag und Samstag in Bochum weilte, ging es am Sonntag noch schnell ins "gelobte Land" - aber lest selbst...

13. Spieltag 2. Bundesliga am 17.11.2001
Ruhrstadion Bochum
VfL Bochum vs. Arminia Bielefeld 0:0

Es war schon ein komisches Gefühl, als ich mich am Freitagabend ein letztes Mal mit meinem Corsamobil auf den Weg nach Bochum machte... Mein Gott, die unzähligen Kilometer, die wir auf unseren gemeinsamen Touren quer durch Europa bewältigt haben. All die Nächte, in denen ich auf deinen Sitzen mein Nachtlager aufgeschlagen habe. All dies bleibt mit Sicherheit unvergessen... Um kurz nach elf endete unser gemeinsamer Weg in Bochum-Gerthe… Nachdem ich mit Dani das Geschäftliche erledigt hatte... pass bloß gut auf meinen Kleinen auf... wurde erst mal das erste Dösken geleert, ehe wir... Cobi, Kai, Dani, Meike und ich... uns ans Fähnchenkleben für die morgige Choreographie machten... Obwohl wir uns redlich mühten, schafften wir in den nächsten fünf Stunden... in denen übrigens noch das eine oder andere Dösken geleert wurde... nur rund Hundertzwanzig der geplanten dreihundert blau-weißen Plastikfähnchen... Dank der tatkräftigen Mithilfe etlicher Damen und Herren aus dem Dunstkreis der Ultras Bochum, die sich am Samstagvormittag in den Räumlichkeiten des Fanprojekts eingefunden hatten, schafften wir es letztendlich doch noch, alle Fähnchen fertig zu stellen... Um kurz nach eins ging es dann gutgelaunt... und nicht mehr ganz nüchtern... weiter zum Ruhrstadion... Pünktlich zum Einlaufen der Mannschaften verwandelte sich die Ostkurve in ein Meer aus blau-weißen Fahnen. Zudem gab es einen überdimensionalen Doppelhalter, auf dem sich Darius Wosz mit Zepter und Umhang befand, und ein Transparent mit der Aufschrift "KNIET NIEDER VOR KÖNIG DARIUS IHR BAUERN". Eine passende Antwort auf die permanenten Pöbeleien der Ostwestfalen gegen unseren Kapitän... Die Stimmung am heutigen Nachmittag war weder bei den rund dreitausend mitgereisten Bielefeldern, noch bei uns in der Ostkurve sonderlich gut, was wohl nicht zuletzt am tristen Gebolze beider Mannschaften lag... Richtig laut wurde es eigentlich nur, wenn die Gäste mit dem allseits bekannten "Ostwestfalen Idioten..." bedacht wurden. Schade eigentlich... Letztendlich waren wohl die meisten der 13.244 Zuschauer froh, als der Schiedsrichter das Trauerspiel nach zweiundneunzig Minuten endlich beendete... Nach dem Spiel half ich noch ein wenig, unsere Utensilien aufzuräumen, ehe ich mittels Deutscher Bahn AG die knapp siebenstündige Heimreise antrat, während mein geliebtes Spaßmobil, das mir ja mittlerweile nicht mehr gehört, in Bochum blieb...



13. Spieltag Serie B am 18.11.2001
Stadio Alberto Braglia Modena
FC Modena vs. AC Reggina 3:1

Unmittelbar nach meiner Rückkehr aus Bochum trudelten auch schon Thorsten und Patrick, seines Zeichens Bayernfan aus Gammertingen ein. Nachdem sich die beiden noch ein wenig über meine Fotosammlung hergemacht hatten, hauten wir uns noch ein paar Minuten aufs Ohr... AUA... ehe wir gegen halb sechs in Richtung bella Italia starteten... Sechs Stunden später hatten wir unser erstes Etappenziel bereits erreicht. Vor dem Stadio Alberto Braglia trieben sich neben Polizia und Carabinieri, die gerade dabei waren, den Settore Ospiti weiträumig abzuriegeln, unzählige vermummte Modenesi, die die Gäste aus Süditalien wohl gebührend in Empfang nehmen wollten... Während Thorsten und Patrick sich alsbald auf die Haupttribüne des fünfzehntausend Zuschauer fassenden Stadio Alberto Braglia verzogen, machte ich noch schnell einen Abstecher in die Curva Nord, ehe ich es mir im Innenraum des Stadions bequem machte... Von wegen bequem... Da es mittlerweile wie aus Kübeln goss, war ich binnen kürzester Zeit patschnass... Während die Curva Nord zum Einlaufen der beiden Mannschaften lediglich ihre Schals, Doppelhalter und Schwenkfahnen präsentierten, hantierten die rund achthundert mitgereisten Gäste aus Kalabrien mit unzähligen roten, weißen und grünen Nebeltöpfen, sowie der einen oder anderen Bengale... Was beide Seiten in den folgenden neunzig Minuten supporttechnisch abzogen, konnte sich wahrlich sehen und hören lassen... Auf dem Spielfeld hatten die Gäste dem spielstarken Aufsteiger nur wenig entgegen zu setzen. Nach neunzig überaus unterhaltsamen Minuten konnten die Gastgeber weitere drei Punkte auf der Habenseite verbuchen... Kurz nach dem Schlusspfiff kehrten wir dem Stadio Alberto Braglia den Rücken, schließlich sollte in knapp vier Stunden das Derby zwischen Hellas und Chievo angepfiffen werden...


11. Spieltag Serie A am 18.11.2001
Stadio Marc Antonio Bentegodi Verona
Hellas Verona vs. Chievo Verona 3:2

Obwohl wir es recht ruhig angehen ließen, erreichten wir Verona rund eineinhalb Stunden später... Auf der Suche nach einem geeigneten Parkplatz wurden wir einmal mehr direkt hinter der Haupttribüne des Stadio Marc Antonio Bentegodi fündig... Während Thorsten und Patrick ihre bestellten Karten wenig später in Empfang nehmen konnten, war meine weit und breit nicht zu finden... Einfach umwerfend... Nachdem ich mir geschlagene fünfzig Minuten die Beine in den Bauch gestanden hatte, tauchte doch noch ein Offizieller mit meiner Karte auf. Wenig später machten wir es uns auf der Haupttribüne des WM-Stadions von 1990 bequem und harten der Dinge, die da kommen sollten... Letztendlich zog das erste Derby zwischen Hellas und Chievo in der Serie A rund fünfunddreißigtausend Zuschauer in seinen Bann. Unter ihnen gut und gerne achttausend Sympathisanten aus dem Stadtteil Chievo... Während die Curva Sud beide Mannschaften mit einer Schalparade und dem Spruchband "LA SQUADRA, LA STORIA, LA TRADIZIONE, HELLAS VERONA, ORGOGLIO E FEDELITA"... "DIE MANNSCHAFT, DIE GESCHICHTE, DIE TRADITION, HELLAS VERONA, STOLZ UND TREUE"... begrüßte, gab es seitens der North Side eine durchaus gelungene Choreographie, bestehend aus blauen und gelben Fähnchen, die eine überdimensionale Krone, auf der sich das Wappen von Chievo befand, umgaben. Des weiteren wurden unzählige blaue und gelbe Esel mit Flügeln mittels Seilen in Richtung Stadiondach gezogen. Hintergrund dieser Aktion war ein Spruchband der Curva Sud bei einem Derby in der Serie B vor einigen Jahren, auf dem man den Anhängern des Lokalrivalen mitteilte, dass der Esel, Wappentier von Chievo Verona, eher das Fliegen lernen würde, als dass Chievo in die Serie A aufsteigen würde... In den folgenden neunzig Minuten entwickelte sich ein munteres Spielchen, das die Gastgeber letztendlich mit drei zu zwei für sich entscheiden konnten, was deren Anhang gebührend zu feiern wusste. Überhaupt war die Stimmung auf beiden Seiten am heutigen Abend ganz ordentlich... Nach dem Schlusspfiff machten wir uns alsbald vom Acker, schließlich wollten wir nicht all zu lange im Abfahrtsstau stehen... Während der Sonntagsausflug nach bella Italia für mich um halb vier in Hebertshausen endete, mussten meine beiden Mitstreiter noch ein wenig durchhalten...

Montag, 31. Dezember 2018

Mit einem Blick zurück in den Mai 2001 verabschiede ich mich aus dem Jahr 2018...

Zum Ende des - irgendwie durchwachsenen - Jahres werfe ich noch einmal einen Blick zurück... diesmal entführe ich Euch in den Mai 2001, der wohl den meisten Ultras, Fans und Sympathisanten des FC Bayern ewig in Erinnerung bleiben wird - ich sag nur Milano, San Siro, 23. Mai 2001! Ich hole jedoch etwas weiter aus, war doch damals einiges los in meinem Fußballkosmos...

34. Spieltag 1. Bundesliga am 19.05.2001
Ulrich-Haberland-Stadion... äh... BayArena Leverkusen
Bayer Leverkusen vs. VfL Bochum 1:0

Da es nach dem Gastspiel der Bochumer in Leverkusen mit dem Zug weiter nach Genova gehen sollte, wo am Sonntagnachmittag das Spitzenspiel der Serie B zwischen Sampdoria Genova und Venezia Mestra stattfinden sollte, machte ich mich bereits am Freitagabend mittels Deutscher Bahn AG auf den Weg nach Bochum... Als ich um kurz vor zwei am Bochumer Hauptbahnhof aus dem Inter City fiel... scheiß Alkohol... wurde ich bereits sehnsüchtig von einer Autobesatzung Ultras erwartet. Nachdem mir die Jungs offenbart hatten, dass bis dato keine einzige, der für das morgige Gastspiel in Leverkusen geplanten Plastikfähnchen fertig wäre, und wir darüber hinaus noch keine Räumlichkeiten... wie bereits erwähnt war es kurz vor zwei... hätten, um doch noch ein paar Fähnchen fertigzustellen. Letztendlich landeten wir um zwanzig nach drei in Ennos Bude... zuvor hatten wir Enno auf einer Studentenparty so lange genervt, bis er sich endlich bereit erklärt hatte, uns Unterschlupf zu gewähren... wo wir uns erst einmal ein Tässchen Bacardi Cola genehmigten, ehe wir uns endlich an die Arbeit machten... Um kurz nach acht verließen wir, völlig übermüdet und leicht verkatert, Ennos Bude mit rund vierhundert blauen und weißen Fähnchen im Gepäck... Nachdem wir im Stadtpark ein wenig Augenpflege betrieben hatten, zogen wir weiter in den Dorfbrunnen, wo sich nach und nach etliche Bekannte einfanden... Während die meisten Ultras den Weg nach Leverkusen erst um kurz nach eins mit dem Sonderzug antraten, machte ich mich bereits eine Stunde früher mit Fabian, der einmal mehr das ganze Material an Bord hatte, auf den Weg ins Rheinland... Obwohl die Eingangskontrollen zum Gästeblock einmal mehr ein wenig übertrieben waren... jeder zweite Bochumer musste seine Schuhe ausziehen... schafften es einige Herrschaften pyrotechnische Erzeugnisse mit ins Stadion zu nehmen... Zum Einlaufen der beiden Mannschaften siegen auf Leverkusener Seite schwarze, rote und weiße Luftballons 'gen Himmel. Des weiteren bahnten sich unzählige Wurfrollen den Weg in Richtung Spielfeld... Auf unserer Seite kamen die bereits erwähnten blauen und weißen Fähnchen, sowie die in den Block geschmuggelten pyrotechnischen Erzeugnisse zum Einsatz, was die sonst so übermotivierten Ordner nicht im geringsten tangierte... Während die Stimmung unter den zweitausend mitgereisten Bochumern über weite Strecken des Spiels mehr als ordentlich... bisweilen sogar genial... war, brachten die Leverkusener nicht sonderlich viel zu Stande... Leider vergaben unsere Herren Profis auch heute wieder viel zu viele Chancen, und so wurde es letztendlich nichts mit einem Punktgewinn im letzten Bundesligaspiel... Als auf der Anzeigetafel der Führungstreffer des Hamburger Sport Verein gegen die Bayern vermeldet wurde, herrschte im Gästeblock völlige Stille... Schalke Deutscher Meister - einfach grauenhaft... während der Jubel der restlichen zwanzigtausend Zuschauer im annähernd ausverkauften Ulrich-Haberland-Stadion... äh... der annähernd ausverkauften BayArena keine Grenzen kannte... Als wenig später der Ausgleich der Bayern in allerletzter Minute vermeldet wurde, pogte der Pöbel im Gästeblock übelst ab. Nicht etwa, weil die Bayern Meister geworden waren, sondern weil dem ach so geliebten Nachbarn aus Gelsenkirchen die schon sicher geglaubte Meisterschaft doch noch entrissen worden war... Nachdem wir uns bis um kurz vor sechs im Gästeblock herumgetrieben hatten, machten wir uns langsam auf den Weg zum Bahnhof Leverkusen-Mitte. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen verspürte der eine oder andere Bochumer unterwegs Durst, woraufhin ein nahegelegener Kiosk überfallen... äh... aufgesucht wurde... Eine Stunde später verabschiedete ich mich in Köln von den Bochumer Zugfahrern, schließlich sollte es wenig später mit dem Zug via Karlsruhe, wo sich der Nürnberger Klaus zu mir gesellen wollte, und Basel nach bella Italia gehen...

35. Spieltag Serie B Italien am 20.05.2001
Stadio Luigi Ferraris Genova
US Sampdoria vs. Venezia Mestre FC 4:1

Leider klappte nicht alles wie geplant... Der Zug, für den ich mich entschieden hatte, bestand bis Karlsruhe nur aus Schlaf- und Liegewägen. Da diese erstens unbezahlbar waren... in meinem Geldbeutel herrschte bereits seit Wochen Ebbe... und zweitens sowieso restlos ausverkauft waren, blieb mir nichts anderes übrig, als einen späteren Zug zu nehmen, was zur Folge hatte, dass wir erst zwanzig Minuten vor Spielbeginn am Piazza Principe in Genova ankamen... Obwohl wir den Taxifahrer, der uns zum Stadio Luigi Ferraris bringen sollte, anspornten, sämtliche Verkehrsregeln zu missachten, erreichten wir unser Ziel erst sieben Minuten nach dem Anpfiff... Am Eingang zum Settore Ospiti wurden wir bereits sehnsüchtig von Tommaso erwartet, der sich freundlicherweise bereit erklärt hatte, uns Eintrittskarten zu organisieren... in Italien schließen die Kassenhäuschen meist unmittelbar nach Spielbeginn... Als wir uns wenig später zu den rund fünfhundert mitgereisten Arancioverdi gesellten, führten die Gastgeber bereits mit zwei zu null... Merda! Obwohl die Mannen aus der Lagunenstadt gegen die topmotivierten Genueser auf dem Spielfeld klar den Kürzeren zogen... womit der Kampf um den Aufstieg in die Serie A wieder spannend wurde... war die Stimmung im Settore Ospiti… sieht man einmal von den Vecchi Ultra ab, die Mitte der zweiten Halbzeit das Stadio Luigi Ferraris verließen... mehr als genial. Von den Gastgebern, die drei Wochen zuvor in Siena einen bleibenden Eindruck hinterließen, war ich mehr als enttäuscht, da es lediglich nach den vier Toren richtig laut wurde. Seit sich die Ultras Tito... die übrigens Besuch aus Marseille hatten... in den Oberrang der Curva Sud zurückgezogen haben, ist die Stimmung bei Heimspielen der Genueser eher mau... Nach dem Schlusspfiff mussten wir noch eine zwanzigminütige Blocksperre über uns ergehen lassen, ehe wir das Stadion endlich verlassen durften. Während sich Ultras Unione, Rude Fnas & Co. mit Bussen zum Bahnhof befördert wurden, trieben wir uns noch ein wenig rund ums Stadio Luigi Ferraris herum, ehe wir uns auf den Weg zum Hafen machten, schließlich wollte mein Begleiter, der bis dato noch nicht in Genova weilte, noch ein wenig Sightseeing betreiben. Um kurz vor sieben traten wir dann wieder die Heimreise an...

Finale Champions League am 23.05.2001
Stadio Guiseppe Meazza Milano
Bayern München vs. Valencia CF 6:5 n.E.

Am Dienstagnachmittag startete ich zusammen mit Nobber, Marco, Nils, Kathi, Sonja, Thomas und Bomber in Richtung Italien, wobei ich ein Kribbeln in der Magengegend nicht leugnen konnte... Um kurz nach acht hatten wir unser erstes Etappenziel, Bardolino am Lago di Garda erreicht. Nachdem wir unsere Zelte... nun ja, es war eigentlich nur ein Zelt, da Marco und ich es vorzogen, unter freiem Himmel zu schlafen, während Nils und Sonja im Kofferraum ihrer Familienkutsche nächtigen wollten... aufgebaut hatten, zog es uns ins Zentrum von Bardolino, wo wir zunächst unsere hungrigen Mägen in einer Pizzeria füllten, ehe wir den Abend bei einigen Cocktails in einer gemütlichen Gelateria am Ufer des Lago di Garda ausklingen ließen... Aus unerfindlichen Gründen erwachte ich am nächsten Morgen mit heftigen Kopfschmerzen... Nach ausgiebigem Frühstück und erquickender Dusche machten wir uns um kurz nach neun via Peschiera del Garda, wo wir vom Auto in den Zug umstiegen, auf den Weg nach Milano... Knapp zweieinhalb Stunden später saßen wir bereits beim Schotten... tja, wenn der Hamburger nur tausend Lire kostet... in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofes. Anschließend zogen wir weiter in die Innenstadt... Nachdem wir das rege Treiben am Domplatz... wo die Spanier, die permanent Böller zündeten, klar in der Überzahl waren... ein wenig auf uns wirken gelassen hatten, zog es uns zunächst ins Innere des Mailänder Doms, ehe wir selben per pedes bestiegen... Weiter ging es durch die Galleria Vittoria Emanuele zur weltberühmten Mailänder Scala, bevor wir uns in einem überaus gemütlichen Cafe in einer Seitenstraße ein wenig erholten... Um kurz nach drei machten wir uns dann mittels Straßenbahn auf den Weg zum Stadio Guiseppe Meazza… Vor dem Stadion tummelten sich bereits unzählige Fans... und solche, die sich dafür halten... des deutschen Rekordmeisters. Die nächsten Stunden verbrachten wir in geselliger Runde, ehe wir uns vierzig Minuten vor Öffnung der Stadiontore vor diesen einfanden. Hier wurden wir Zeugen, wie zwei Italiener über die nicht gerade niedrige Stadionumzäunung kletterten. Tja, an derartige Szenen hab ich mich in bella Italie mittlerweile gewöhnt... Wenig später durften auch wir das schönste Stadion Europas betreten, jedoch erst nachdem die Ordner unsere Eintrittskarten genau unter die Lupe genommen hatten. Wie wir später erfuhren, waren trotz der aufwendigen Sicherheitsmerkmale täuschendechte Fälschungen im Umlauf... In der Curva Sud, die heute den Anhang der Münchner Bayern beheimatete, herrschte bereits eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff überaus gute Stimmung... Stimmungsfördernd war übrigens der Auftritt der Spider Murphy Gang, was man von der Opernsängerin, die wenig später ihren großen Auftritt hatte, nicht sagen konnte... Zum Einlaufen der Spieler erstrahlte in der Curva Sud der Europapokal der Landesmeister, umrahmt vom heutigen Datum. Des weiteren prangte am Mittelrang ein riesiges Transparent, auf dem aller Welt mitgeteilt wurde, dass heute ein guter Tag wäre, um Geschichte zu schreiben... In der Curva Nord, in der sich die Spanier breit gemacht hatten, kamen lediglich orange Papptafeln, sowie zwei kleine Blockfahnen zum Einsatz... Wenig später hatten die Pyromanen beider Lager ihren ersten großen Auftritt. Alles in allem ein mehr als genialer Auftakt... Was sich in den folgenden Stunden im Stadio Guiseppe Meazza abspielte, ist nur schwer in Worte zu fassen... Bereits in der dritten Minute der erste Schock für die Bayern... Führungstreffer für Valencia dank eines unberechtigten Elfmeters... Der zweite Schock folgte vier Minuten später, als Canizares den von Mehmet Scholl geschossenen Elfmeter halten konnte... In der fünfzigsten Minute war die rot-weiße Fußballwelt wieder in Ordnung... Stefan Effenberg konnte per Elfmeter ausgleichen... Da keiner der beiden Mannschaften ein weiterer Treffer gelingen wollte... weder in der regulären Spielzeit, noch in der Verlängerung... musste letztendlich das Elfmeterschießen über Sieg oder Niederlage entscheiden. Der vierzehnte Elfmeter... bis dato hatten Paulo Sergio und Patrik Andersson, sowie zwei Spanier verschossen... brachte letztendlich die Entscheidung zugunsten der Münchner Bayern... Durchgeschwitzt und mit den Nerven völlig am Ende sackte ich Sekunden später in mich zusammen. Erst Minuten später nahm ich den Jubel um mich herum bewusst war... Während die rund dreißigtausend Münchner ihre Helden in der Folgezeit ausgiebig feierten, zogen die Spanier mit gesenkten Köpfen von dannen. Eine Stunde nach dem Schlusspfiff kehrten wir der Stätte des Triumphs langsam den Rücken... Mit der Metro machten wir uns dann auf den Weg nach Milano Lambrate, wo um kurz vor  vier unser Zug zurück nach Peschiera del Garda abfahren sollte. Gegen sechs waren wir letztendlich wieder am Campingplatz in Bardolino, wo wir alsbald ins Reich der Träume entschwanden...

Hinspiel Finale Coppa Italia am 24.05.2001
Stadio Ennio Tardini Parma
AC Parma vs. AC Fiorentina 0:1

Während sich Nobber, Kathi, Marco... der mich eigentlich nach Parma begleiten wollte, es sich dann aber doch anders überlegt hatte... Bomber und Thomas wenige Stunden nach unserer Rückkehr aus Milano bereits in Richtung Heimat verabschiedeten, nutzten Nils, Sonja und ich den Vormittag, um unsere völlig leeren Akkus wieder aufzufüllen... Um kurz nach zwei brachte mich Nils dann zum Bahnhof nach Peschiera del Garda, wo sich unsere Wege trennten... Knapp viereinhalb Stunden später stand ich bereits vor dem Stadio Ennio Tardini. Gut zwei Stunden vor dem Anpfiff war hier noch nicht sonderlich viel los. Lediglich Polizia und Carabinieri waren bereits eifrig damit beschäftig, den Gästeblock hermetisch abzuriegeln... Nachdem ich die bestellte Karte abgeholt hatte, verzog ich mich alsbald ins Innere des knapp dreißigtausend Zuschauer fassenden Stadio Ennio Tardini… Während die Parmigiani das Hinspiel im Finale des Coppa Italia sowohl in der Kurve... die Boys Parma präsentierten neben ihrer Blockfahne ein Transparent mit der Aufschrift "NOI CON LA VOCE - COI CON IL CUORE - VINCEREMO"... "WIR MIT DER STIMME - IHR MIT DEM HERZEN - DANN GEWINNEN WIR"... als auch auf der Gegengeraden... neben blauen und gelben Folien hantierten die Parma Clubs mit einer Italienfahne auf der sich das Wort "VITTORIA"... "SIEG" befand... mit einer durchaus sehenswerten Aktion einläuteten, gab es seitens der rund fünftausend Gäste lediglich eine Schalparade. Die Jungs und Mädels aus der Toskana schienen mal wieder... oder noch immer... zu streiken, da sie ihre Zaunfahnen... bis auf eine Ausnahme... nicht mit nach Parma genommen hatten. Obwohl sich beide Mannschaften nicht gerade ein Bein ausrissen, war die Stimmung unter den knapp zwanzigtausend Zuschauern ganz ordentlich... Als ich mich bereits mit einem torlosten Unentschieden abgefunden hatte, gelang den Gästen in der Nachspielzeit doch noch der vielumjubelte Siegtreffer... Nach dem Schlusspfiff statte ich den Boys Parma... die sich gerade mit Bengalen und Steinen für die dritte Halbzeit eindeckten... noch einen kurzen Besuch ab, ehe ich mich per pedes auf den Weg zum Bahnhof machte... Hier durfte ich dann live miterleben, wie die Gäste von den Carabinieri in den bereitstehenden Sonderzug getrieben... äh... geprügelt wurden. Als Dankeschön flogen den Staatsdienern bei der Abfahrt des Zuges diverse Wurfgeschosse um die Ohren... Da ich die nächsten zwei Tage bei meinen Eltern, die mal wieder in der Nähe von Ravenna Urlaub machten, verbringen wollte, diese mich aber erst am nächsten Morgen vom Bahnhof in Cervia… etwa dreißig Kilometer südlich von Ravenna... abholen wollten, hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, mir die Nacht in überfüllten Zügen um die Ohren zu schlagen...

36. Spieltag Serie B Italien am 27.05.2001
Stadio Pierluigi Penzo Venezia
Venezia Mestre FC vs. Chievo Verona 2:1

Um kurz nach sieben kutschierte mich mein alter Herr zum Bahnhof nach Cervia… wie bereits erwähnt, hatte ich den Freitag und Samstag zusammen mit meinen Eltern verbracht... Mit dem Zug ging es weiter nach Venedig. Da ich in Modena meinen Anschlusszug knapp verpasste, erreichte ich die Lagunenstadt erst um kurz vor zwei... Da das nächste Schiff nach S. Elena erst zehn Minuten später abfahren sollte, machte ich mich per pedes auf den Weg zum Stadio Pierluigi Penzo… Fünf Minuten vor dem Anpfiff passierte ich letztendlich die Stadiontore… Zum Einlaufen der beiden Mannschaften präsentierten die Ultra Unione, die auch heute wieder von ihren Gemellati aus Modena und Wien unterstützt wurden, zwei Schwenkfahnen, ein paar Doppelhalter und die eine oder andere Bengale, sowie ein Transparent mit der Aufschrift "ALL ASSALTO FINO ALL VITTORIA", was sinngemäß "KÄMPFT BIS ZUM SCHLUSS" heißt, während die Gäste aus Verona mit blauen und gelben Rauchfackeln hantierten... Knapp neuntausend Zuschauer sahen in den folgenden neunzig Minuten ein kampfbetontes Spiel, das die Gastgeber letztendlich für sich entscheiden konnten... Während die Arancioverdi den Sieg gegen den Tabellenführer ausgiebig feierten, machte ich mich alsbald auf den Weg zum Bahnhof...

32. Spieltag Serie A Italien am 27.05.2001
Stadio Mario Rigamonti Brescia
Brescia Calcio vs. Vicenza Calcio 2:1

Weiter ging es nach Brescia, wo um halb neun das zweite Spiel des Tages angepfiffen werden sollte. Da ich in Brescia geschlagene zwanzig Minuten auf ein Taxi warten musste, erreichte ich das Stadio Mario Rigamonti erst eine viertel Stunde nach dem Anpfiff... Während die Bresciani ihre Mannschaft bedingungslos nach vorne trieben, war von knapp vierhundert Gästen aus Vicenza nicht sonderlich viel zu hören… Als die Spieler das Spielfeld nach dem Seitenwechsel wieder betraten, versank die Curva Nord in einem Meer aus Wunderkerzen, während die Vecchio CUCN auf der Gegengerade mit Schwenkfahnen, Doppelhaltern und Bengalen hantierten... Spätestens nach dem zweiten Treffer der Gastgeber kannte der Jubel im Stadio Mario Rigamonti keine Grenzen mehr, schließlich war der Klassenerhalt nun zum Greifen nahe... Mehr als der Anschlusstreffer sollte den Gästen aus Vicenza an diesem Abend nicht mehr gelingen, womit der Sturz in die Serie B nur noch schwer abzuwenden ist... Unmittelbar nach dem Schlusspfiff kehrte ich dem bunten Treiben den Rücken, schließlich hatte ich bis zur Abfahrt meines Zuges nur noch eine knappe Stunde Zeit... Da ich rund ums Stadio Mario Rigamonti kein Taxi auftreiben konnte, blieb mir nichts anderes übrig, als die Beine in die Hand zu nehmen, und die nicht gerade kurze Strecke zum Bahnhof per pedes zu bestreiten. Letztendlich erreichte ich den Bahnhof drei Minuten vor der Abfahrt meines Zuges... Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn ich den Zug verpasst hätte...

Wenn ihr Euch auch noch die letzten beiden Saisonspiele der Fioi (so der Spitzname des Venezia Mestre FC), in denen sie die Rückkehr in die Serie A perfekt machten, eine Vorstellung der inzwischen leider aufgelösten Vigilantes Vicenza, sowie unzählige weitere Spiele aus dem Mutterland der Ultras (vom VfL Bochum und den Münchner Bayern ganz zu schweigen) zu Gemüte führen wollte, dem lege ich den dritten Teil des (PF)LÄSTERSTEIN-Sammelbandes ans Herz, der für den Frühjahr 2019 geplant ist. Zudem soll es noch das eine oder andere "Gedruckte" aus dem Hause (PF)LÄSTERSTEIN im kommenden Jahr geben...
Jetzt wünsche ich Euch aber erst mal einen guten Rutsch und einen guten Start ins neue Jahr!

Solltet Ihr auf Geschichten und Bilder aus längst vergangenen Zeiten stehen, kann ich Euch die letzten Exemplare der zweiten Auflage meines Bildbandes "MOMENTAUFNAHMEN - ZWÖLF JAHRE "ANALOG" UNTERWEGS" wärmstens empfehlen!
Hier findet Ihr noch einmal alle Infos zum Bildband: