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Donnerstag, 16. April 2026

15. April 2026 - Bayern München vs. Real Madrid 4:3

Ich kann mich auch täuschen, aber gefühlt hab ich in den weit über dreißig Jahren, die ich inzwischen "aktiv" ins Stadion gehe, gegen keinen Verein mehr internationale Bayernspiele gesehen... was ich aber sicher sagen kann ist, dass Real Madrid für mich einer, wenn nicht sogar der unsympatischste Verein außerhalb Deutschlands ist!
Nachdem die Bayern seit dem Sieg im Elfmeterschießen im Estadio Bernabéu anno 2012 (was gleichzeitig den Einzug ins "Finale dahoam" bedeutete) sich in vier "Endrundenduellen" (dreimal im Halbfinale, einmal im Viertelfinale) nicht mehr gegen die Königlichen hatten durchsetzen können, sollte es dieses Jahr endlich wieder klappen; mit dem knappen aber verdienten Sieg (2:1) im Hinspiel hatten sich die Mannen von Vinvent Kompany eine durchaus gute Ausgangs-lage für das Rückspiel erarbeitet.
Voller Vorfreude (die Möglichkeit, dass sich unsere Freunde heute aus dem internationalen Wettbewerb verabschieden würden, kam mir zumindest vor dem Spiel nicht in den Sinn... die Mannschaft der Bayern wirkt gerade in den letzten Monaten enorm gefestigt, hat - soweit ich das als Außenstehender beurteilen kann - einen richtig guten Spirit und spielt einfach einen mega attraktiven und vor allem mitreißenden Fußball; schön, dass wir so aus dem "Zweitligarumpel-fußball" der eigenen Equipe auch mal ausbrechen dürfen!) ging es um kurz nach sieben in Richtung Fröttmaning. Nach einem (oder zwei) Dösken in geselliger Runde (auf dem Hinweg war ich diesmal mit ein paar ganz alten Fußballfreunden unterwegs; insbesondere mit einem von ihnen hatte ich meine ersten Fußballtouren bestritten - Momente die mich durchaus geprägt haben) sollte es rund vierzig Minuten vor Anpfiff endlich in Stadion gehen. Nachdem ich zum Einlaufen der beiden Mannschaften die durchaus imposante Choreo-graphie der Südkurve noch aus dem Oberrang der Nordkurve betrachtet hatte, gesellte ich mich in der Folgezeit zu Red Fanatic, ehe ich mich in der Halbzeitpause weiter in die Mitte der Südkurve "durchkämpfte". War die Stimmung in der ersten Halbzeit (wahrscheinlich dem nervenaufreibenden Spielverlauf geschuldet) bisweilen noch durchwachsen (okay, das ist jetzt eher Jammern auf hohem Niveau; aber wenn die Kurve es schaffte, das restliche Publikum mitzunehmen, war bereits zu diesem Zeitpunkt klar, was hier und heute möglich wäre), so war der zweite Durchgang in meinen Augen nahe am Optimum (aber wie gesagt, das ist meine Wahrnehmung - besser beurteilen können das wahrscheinlich diejenigen, die ihren Platz nicht im Herzen der Südkurve hatten). Spätestens nach dem drei zu drei durch Luiz Díaz kurz vor Ende der regulären Spielzeit explodierte die Arena; Michael Olise ließ mit dem Siegtreffer in Minute vierundneunzig endgültig alle Dämme brechen... sowohl unter den 75.000 Zuschauern (sofern sie es mit dem Deutschen Rekordmeister hielten) als auch bei den Bayernspielern (die nach dem Schlusspfiff ausgiebig vor und mit der Südkurve feierten) herrschte Ekstase pur!





Montag, 23. März 2026

18. März 2026 - Bayern München vs. Atalanta Bergamo 4:1

Nach der "notte magica" von Bergamo, in der unsere Münchner Freunde wohl einen der besten Auftritte ihrer Mannschaft bejubeln durften, sollte im Rückspiel gegen die "Dea" wohl nichts mehr anbrennen. Dennoch machte ich mich voller Vorfreude zusammen mit den Jungs von der Dachau auf den Weg in Richtung Fröttmaning (von wo aus wir dank des erneuten Streiks im öffentlichen Nahverkehr das zweite Mal in diesem Jahr zum Stadion laufen durften), was wohl nicht zuletzt an den (trotz Debakel im Hinspiel) zahlreich mitgereisten Gästen aus der Lombardei lag. Zum ersten Mal sollte die sagenumwogene Curva Nord (wobei ja seit dem Jahr 2006 mit Forever Atalanta auch eine Ultrágruppe in der Curva Sud beheimatet ist) "ihre Zelte" in München aufschlagen.
Gruppen wie die legendäre Brigate Neroazzurre, Wild Kaos und Nomadi zogen mich bereits Mitte der 1990er in ihren Bann (ich erinnere mich noch heute an mein erstes Spiel im alt-ehrwürdigen Stadio Atleti Azzuri d'Italia, das nach seiner Eröffnung 1928 übrigens mit Mario Brumana den Namen eines italienischen Faschisten trug, ehe es nach dem zweiten Weltkrieg in Stadio Comunale umbenannt wurde; zu Gast war am 9. März 1997 mit Sampdoria Genua ein weiteres Schwergewicht der italienisch Ultrábewegung - eröffnet wurde das Spiel mit einer farbenfrohen Pyroshow in der Mitte der Curva Nord, zu Beginn der zweiten Halbzeit verschwand selbige unter einer riesigen schwarz-blau-gestreiften Blockfahne. Die 1.500 mitgereisten Gäste rund um die Ultras Tito Cucchiaroni hatten "nur" ihre schon damals charakteristischen Schwenkfahnen im Gepäck. Am meisten blieb mir jedoch der mehr als geniale Tifo beider Kurven in Erinnerung; seinerzeit war das für uns Ultras der ersten Generation für die eigene Kurve ein schier unerreichbar scheinender Wunschtraum!). Seit dieser Zeit verfolge ich (nicht nur) die Geschichte der Ultras von Atalanta Bergamo... die Auflösung des WKA und der BNA Anfang der 2000er, der Zusammenschluss aller Ultras unter dem Namen "Curva Nord Bergamo 1907" (federführend war hier zweifelsohne ein gewisser Claudio "Bocia" Galimberti - an dieser Stelle möchte ich Euch allen den Dokumentarfilm "A guardia di una fede" ans Herz legen, wobei ich vermute, dass die meisten Leser diesen bestimmt schon gesehen haben - aufgewaschen mit beziehungsweise in der BNA, später Gründer der Nuova Guardia - die jedoch nicht lange "überleben" sollte - und 1998 der Atalanta Supporters, die sich später in besagte Curva Nord Bergamo 1907 umbenennen sollte) bis hin zu deren Ende im Jahr 2021 (als Hauptgrund wurde in einem letzten Comunicato die schier unglaubliche Repressionswelle, der man sich über Jahre konfrontiert sah, genannt). Inzwischen haben sich mit Millenovecentosette (entstanden aus einem losen Zusammenschluss, der bereits zuvor unter dem Motto "Per chi non piò esserici" (Für diejenigen, die nicht dabei sein können), Ultras Tanto Torno und der Vecchia Guardia neue Gruppen in der Curva Nord etabliert. Im Süden hat neben der bereits angesprochenen Gruppe Forever Atalanta (gegründet von ehemaligen Mitgliedern der BNA) auch noch Agitati Bergamo (hauptsächlich bestehend aus ehemaligen Mitgliedern des WKA) eine neue Heimat gefunden.
Genug der Exkursion und zurück zum Achtelfinalrückspiel der diesjährigen Champions League. Konnte man die mitgereisten Bergamaschi vor dem Spiel noch das ein oder andere Mal im Herzen der Südkurve vernehmen, so war spätestens mit Spielbeginn nichts mehr von den Schwarz-Blauen zu vernehmen, sangen sich unsere Freunde doch gerade in den ersten fünfundzwanzig Minuten (beginnend mit dem Europapokalklassiker "Ich hab geträumt von dir") in einen wahren Rausch; ja Leute, dass hat gescheppert und wirklich richtig Bock gemacht. Leider war nach dem ersten Eingreifen des VAR (wann wird dieser Stimmungskiller, von dem man inzwischen ja hinlänglich weiß, dass er auch nicht für mehr Gerechtigkeit auf dem Spielfeld sorgt, endlich wieder abgeschafft?) ein deutlicher Abfall spürbar. Zwar konnte nach dem Seitenwechsel (die Ultras der Göttin hatten nach einem Schlagabtausch mit dem USK - zuvor soll es wohl schon zu "Unstimmigkeiten" untereinander gekommen sein - teils den Block verlassen) der Stimmungspegel wieder gesteigert werden, an die Anfangsphase sollte man jedoch nicht mehr herankommen. Richtig laut wurde es erst nach dem Schlusspfiff, als man die Mannschaft schon einmal auf den kommenden Gegner einstimmte... Madrid, Madrid, wir scheißen auf Madrid! Ring frei für die Runde der letzten acht... 😉



(die Fotos stammen diesmal aus den Weiten des www)

Freitag, 23. Januar 2026

21. Januar 2026 - Bayern München vs. Union Saint-Gilloise 2:0

Nach der Auslosung der Ligaphase der Champions League hätte ich gesagt, dass dieses Spiel sowohl sportlich als auch fantechnisch eher zu den uninteressanteren Begegnungen zählen würde; aber bekanntlich kommt es manchmal anders als man denkt.
Die UEFA hatte die Bayern nach der Pyroaktion gegen Sporting Lissabon Anfang Dezember (wie zu erwarten) mit einer Teilsperrung der Südkurve belegt, die die Verantwortlichen aus freien Stücken auf den kompletten Unterrang der Kurve ausweitete (und somit annähernd verdoppelte). Dass die aktive Fanszene sich dieser unverhältnismäßigen Kollektivstrafe (die in meinen Augen einzig und allein darauf abzielt, Uneinigkeit in der Kurve zu säen, um so ein gewünschtes Verhalten zu erzwingen - ich weiß, dass gerade das Thema Pyrotechnik innerhalb der Fanszene durchaus unterschiedlich gesehen wird, was ja auch vollkommen legitim ist) nicht beugen würde, war wohl jedem, der sich mit der Fan-/Ultrabewegung hierzulande beschäftigt, klar. Letztendlich sollten sich die aktiven Gruppen in den Blöcken 318 bis 322 im Oberrang der Südkurve einfinden. Während über den verwaisten Stehplätzen ein Spruchband mit der Aufschrift "GEGEN KOLLEKTIVSTRAFEN - FÜR EINE LEBENDIGE FAN-KULTUR" prangte, stand auf einem zweiten im Oberrang "WIR SIND IMMER HIER - DIE KURVE DAS SIND WIR"... selbstredend erschallte das ent-sprechende Lied kurz vor dem Anpfiff! Die durchaus emotionsgeladene Stimmung in den folgenden neunzig Minuten bewies eindrucksvoll, dass die "Strafenpolitik" der UEFA und des FC Bayern problemlos ad absurdum geführt werden konnte (die Stellungnahme der Südkurve München zum Spiel gegen Union Saint-Gilloise findet ihr hier). Nachdem ich die erste Halbzeit bei den Freunden der Dachau City (die sich ihre Plätze heute mit MRP "teilten") verbracht hatte, zog ich mit dem Halbzeitpfiff ein paar Blöcke weiter... sprich ins Zentrum der Kurve. Das Spiel konnten die Bayern letztendlich mit zwei zu null für sich entscheiden, wobei man sich lange Zeit unerwartet schwer gegen den - vor diesem Spieltag - 27. der sechsunddreißig teilnehmenden Vereine tat. Positiv überrascht war ich übrigens vom zahlreich vertretenen Gästeanhang aus Brüssel, der einen durchaus bleibenden Eindruck hinterließ. 






Mittwoch, 10. Dezember 2025

9. Dezember 2025 - Bayern München vs. Sporting Lissabon 3:1

Heimspiele der Bayern in der Königsklasse, das bedeutet im Allgemeinen eine durchaus gemütliche Abfahrtszeit (so ummara sieben) im Raum Dachau; eine Ausnahme sollte das letzte Spiel in der Königsklasse im Jahr 2025 darstellen - Anpfiff 18:45 (tja, die beiden Partien am Dienstag, sowie die beiden am Mittwoch, die den Fernsehsendern noch mehr Kohle bescheren sollen, gibt es ja auch noch)...
Und so musste ich gestrigen Dienstag (trotz Bergen von Arbeit) in der Kanzlei relativ früh die Segel streichen, damit ich pünktlich um fünf abfahrtsbereit war. Die frühe Anstoßzeit hatte nicht nur den Vorteil, dass man relativ früh wieder zu Hause ist, sondern auch, dass sich die Parkplatzsuche in Garching-Hochbrück durchaus entspannt gestaltete. Im Stadion zog es mich alsbald in Richtung Vorsängerpodest, wo neben den üblichen Verdächtigen der Schickeria mit FaBu ein weiterer Fantastic Supporter begrüßt werden konnte (dieser wollte endlich mal wieder ein "normales" Spiel in der Kurve erleben; tja, hast Dir den Platz auf der Haupttribüne ja (quasi) selbst ausgesucht mein Lieber... 😏 Aufgrund der doch eher unschönen Polizeiübergriffe auf Fußballfans im Europapokal gab es zu Beginn große Spruchbänder in Richtung Europäischer Union und UEFA (GET YOUR SHIT TOGETHER - PROTECT AWAY FANS FROM ARBITRATY MEASURES AND POLICE VIOLENCE!). War die Stimmund (soweit ich das von meinem Platz aus beurteilen konnte) in den ersten dreißig Minuten richtig gut, so flachte diese in der Folgezeit leider spürbar ab. Nach dem Seitenwechsel gab es seit längerer Zeit wieder eine Pyroshow in der Südkurve, bestehend aus roten und weißen Bengalen, die über die komplette Breite gezündet wurden. Da unsere Freunde nach dem Achtelfinal-Hinspiel gegen Bayer Leverkusen in der vergangenen Saison mit einer Bewährungsstrafe seitens der UEFA belegt wurden, darf man gespannt auf deren (idiotische) Reaktion respektive Sanktion warten. Ach ja, auch die mitgereisten Gäste aus der portugisischen Hauptstadt hantierten das ein oder andere Mal mit pyroteschnischen Erzeugnissen; ob der Einsatz von Böllern hierbei unbedigt sein musste, stelle ich mal in Frage (ein überaus lauter sorgte kurzzeitig für Irritaion - vor zwanzig Jahren hätten sich in diesem Moment wohl weitaus weniger Leute Gedanken gemacht). Ach ja, das Spiel konnten die Bayern, die nach Kimmichs Eigentor in der 54. Minute in Rückstand geraten waren, letztendlich hochverdient mit drei zu eins für sich entscheiden. In punkto Tifo konnte der Münchner Anhang in Durchgang zwei an die gute Anfangsphase anknüfen, so dass man letztendlich von einem richtig guten Auftritt sprechen kann.



(vielen Dank an Tobi fürs zu Verfügung stellen der Fotos)

Montag, 10. November 2025

vom Inn an die Donau... österreichische Woche im November 2025

In Österreich treibe(n) ich/wir mich/uns ja bekanntermaßen des Öfteren herum; zwei (sehenswerte) Spiele (insbesondere was das Geschehen auf den Rängen betrifft) innerhalb von fünf Tagen sehe ich aber inzwischen eher selten. 
Zum Auftakt meiner österreichischen (Fußball)Woche hatte ich mir das Gastspiel des FC Wacker Innsbruck in Kufstein auserkoren. Der zehnmalige Österreichische Meister scheint sich nach dem Konkurs 2002 (kurz zuvor hatte man als FC Tirol Innsbruck - unter diesen Namen hatte der FC Wacker nach der Ausgliederung der Profiabteilung im Jahr 1993 die wohl erfolgreichsten Jahre der "jüngeren" Vereinshistorie bestritten, dabei aber einen immensen Schulden-berg angehäuft) und dem Sturz in die fünftklassige Tiroler Liga im Jahr 2022 (abgesehen von der Saison 2002/2003 war man nach dem Konkurs des FC Tirol und der Neugründung des FC Wacker immer in den zwei höchsten Spiel-klassen beheimatet) inzwischen wieder gefangen zu haben; so steht man aktuell nach sechzehn Spieltagen (das Gastspiel beim FC Kufstein schon mit eingerechnet) mit dreiundvierzig von achtundvierzig möglichen Punkten nicht nur auf dem ersten Platz der drittklassigen Regionalliga West, sondern auch vor der Rückkehr in die 2. Liga. Mit einem Zuschauerschnitt von 4.730 Besuchern bei Heimspielen am Tivoli (seit dem letzten Spieltag der Saison 2024/2025 steht die aktive Fanszene wieder auf der angestammten Nordtribüne - die Rückkehr wurde übrigens vor rund 4.000 Zuschauern Zusehern stilecht mit einer Choreographie zelebriert) liegt man deutlich vor der Wattener Sport-gemeinschaft Tirol, die seit dem Aufstieg in die Bundesliga ebenfalls das Tivoli Stadion als Heimspielstätte nutzt. Rund eine Stunde vor Spielbeginn sollte ich die Kufstein-Arena betreten; da es wie aus Kübeln goss, nahm ich das Angebot der Gastgeber, doch noch ein wenig in der Kantine zu verweilen, dankend an. Knapp zehn Minuten vor Anpfiff machte ich es mir auf der kleinen überdachten Tribüne auf der Gegengeraden direkt gegenüber den etwa siebenhundert mitgereisten Innsbruckern gemütlich (na ja, aufgrund des teils heftigen Windes sollte das Dach über mir nur bedingt den Regen von mir fern halten). Diese legten über die kompletten neunzig Minuten eine überaus flotte Sohle aufs Parkett; gesangstechnisch wurden neben einigen neue(re)n Liedern auch alle Klassiker gesunden. Auch wenn die Vorsänger sich augenscheinlich das ein oder andere Mal noch etwas mehr Einsatz gewünscht hatten, so war ich vom Auftritt der Tivoli Nord durchaus begeistert. Nachdem ich mich in der Halbzeitpause mit Mike (Unterland) ein wenig ausgetauscht hatte, so folgte ich nach dem Seitenwechsel seiner Einladung, und verfolgte das Spiel fortan inmitten der Gäste. Richtig laut wurde es dann spätestens mit dem vielumjubelten Führungstreffer des FC Wacker, der sich gegen den aufopferungsvoll kämpfenden Tabellenletzten lange schwer tat, was wohl nicht zuletzt am schwer zu bespielenden Platz (war schon krass zu sehen, wie das Geläuf von Minute zu Minute mehr in Mitleidenschaft gezogen wurde; der Platzwart dürfte bisweilen Tränen in den Augen gehabt haben) lag. Als drei Minuten später auch noch das zweite Tor fiel, war die Messe defacto gelesen; und so feierten die Schwarz-Grünen die letzten zwanzig Minuten ausgelassen die Herbstmeisterschaft. Für eine kurze Schrecksekunde sorgte ein paar Minuten vor dem Abpfiff ein Spieler der Innsbrucker, als er bei einem Klärungsversuch einen kleinen Jungen, der mit seinen Eltern im unteren Bereich des Gästeanhangs stand, regelrecht abschoss... zum Glück ging es dem Kleinen nach dem Schlusspfiff schon wieder besser, und so durfte er sich nicht nur mit den Spielern vorm Gästeanhang feiern lassen, sondern bekam auch noch das Trikot des "Übeltäters". Während die Gruppen der Tivoli Nord ihr Material einpackten, wechselte ich noch ein paar Worte mit dem einen oder anderen Bekannten, ehe ich (nach dem Abmarsch der Gäste) noch einmal kurz die Kantine aufsuchte...






Am späten Mittwochnachmittag (zuvor hatte ich noch einiges an geschäftlichen und privaten Terminen "abzuspulen") machte ich mich dann erneut auf den Weg zu unseren Nachbarn; Ziel diesmal Wien. Nachdem wir (Bele und Ida waren ebenfalls am Mittwochabend angereist; jedoch von Hamburg aus mit dem Flugzeug - die Beiden hatten die erste Hälfte der Herbstferien genutzt, um Freunde in der Nähe von Lüneburg zu besuchen) am Donnerstagnachmittag "das Geschäftliche" (dem Hauptgrund unseres Besuches in der österreich-ischen Hauptstadt) erledigt hatten, verabschiedete ich mich um viertel nach sechs in Richtung Hütteldorf. Vor dem Spiel tauschte ich mich noch ein wenig mit Brucki, Dominik (TR96), Christoph (UR88) und Tobi (ehemals Lords) aus, ehe ich mich zusammen mit Dominik eine Viertelstunde vor Spielbeginn in den oberen Bereich der Nordtribüne (also gegenüber dem "Block West" und neben dem Gästeblock) verabschiedete, um den bestmöglichen Blick auf die Choreographie der Tornados zu haben. Zum Lied "Wien, du Stadt meiner Träume" von Rudolf Sieczynski aus dem Jahr 1912 präsentierten die Tornados eine Blockfahne mit dem "Cover" des Wienerlied, links davon wurde ein Wimpel der Stadt Wien mit der Jahreszahl 1137 (in diesem Jahr wurde Wien erstmals schriftlich als "civitas" - Stadt - bezeichnet) gezeigt, recht davon ein Wimpel des SK Rapid in den Gründungsfarben blau-rot und mit dem Gründungsjahr 1899 versehen. In Kombination mit der musikalischen Liebeserklärung an die Stadt Wien ein wirklich gelungenes Intro, das sogar bei mir als neutralem Zuschauer für Gänsehaut sorgte. Dass die Tornados hiermit auch die "neutralen" Zuschauer berührt haben, zeigte sich anhand des tosenden Applaus nach Beendigung der Choreographie. Im Gegensatz zum Block West, der durchaus stimmgewaltig in Spiel startete (sich dann aber Mitte der ersten Halbzeit mehr und mehr an die Leistung der eigenen Mannschaft anpasste), taten sich die Mannen von Trainer Peter Stöger gegen die im Jahr 1948 unter dem Namen CS Universitatea Craiova gegründeten und (nach Auflösung im Jahr 2014 und Neugründung) seit 2017 unter dem Namen FC Universitatea 1948 firmierenden Rumänen mehr als schwer; der letztendlich spielentscheidende Führungstreffer durch Oleksandr Romanchuk in der 36. Spielminute war die logische Folge. Nach dem Seitenwechsel versuchten sich die Hütteldorfer mit aller Macht gegen die drohende dritte Niederlage im dritten Spiel der Conference League zu stemmen (leider waren sie aber vor dem Tor meist viel zu harmlos), was die Stimmung im mit 23.457 Zuschauern ganz ordentlich gefüllten Weststadion noch einmal ordentlich pushen sollte. Die Gruppen der Peluza Nord Craiova, die mit rund tausend Leuten nach Wien gereist waren, konnte ich ebenfalls einen ordentlichen Auftritt bescheinigen. An dieser Stelle sein noch erwähnt, das die Peluza Sud (zwischen beiden Tribünen hatte es schon lange gekriselt) nach der Auflösung von CSU dem inzwischen vom rumänischen Fußballverband ausgeschlossenen FC U Craiova (die Neugründung zwei gleichnamiger Vereine hat in Rumänien ja inzwischen schon Tradition) unterstützt. Nach dem Spiel sollte es noch auf "nen Schwatz" in die Säulenhalle des Block West gehen; vielen Dank für Eure Gastfreundschaft. Letztendlich sollte ich das Weststadion als einer der Letzten verlassen...












Freitag, 24. Oktober 2025

...führt uns noch einmal nach Europa, in den UEFA-Cup! Ein Blick zurück ins Jahr 1997

Für nostalgische Gefühle sorgte der Champions League Gegner unserer Münchner Freunde Club Brügge; in der Saison 1997/1998 trafen wir in der 2. Runde des UEFA-Cup auf die Belgier (zuvor hatten wir Trabzonspor dank eines fulminanten Sieges im Rückspiel - das Hinspiel am Schwarzen Meer hatten wir noch knapp verloren - aus dem Wettbewerb gekickt!). Da bietet es sich doch an, mal wieder das "Buch der Erinnerung" auszupacken...
Ob zuhause an der Casse oder beim Auswärtsspiel
unser ganzes Leben widmen wir nur Dir!
Wir träum'n vom Glanz der alten Tage und dreh'n am Rad!
Führt uns noch einmal nach Europa, in den UEFA-Cup!

21.10.1997 13.000 Zuschauer 1:0 
Nachdem man die erste Aufgabe im internationalen Geschäft gegen Trabzon mit Bravour gemeistert hatte, bescherte uns die 2. Runde den bis dato ungeschlagenen belgischen Tabellenführer Club Brügge. Das dies alles andere als mein Traumlos war, hat zwei Gründe. Erstens hatte ich den Ground bereits zwei Jahre zuvor gemacht, und zweitens wollte aufgrund der Nähe plötzlich jeder mitfahren. Glücklicherweise beschloss die Vereinsführung, die Trabzonfahrer bei der Kartenvergabe bevorzugt zu behandeln, womit das Kartenproblem schnell gelöst war...
Nach meinem Kurzaufenthalt in der Heimat (zuvor hatte ich am Freitag das Heimspiel gegen den 1.FC Köln besucht; am Samstag standen das Spiel der Zweitvertretungen von Fortuna Düsseldorf und dem KFC Uerdingen und das Gastspiel des ASV Dachau beim TV Düren in der Volleyball Bundesliga auf dem Programm, ehe das Wochenende mit dem Spiel unserer Amateure bei der Hammer Spielvereinigung abgeschlossen wurde), schließlich muss man sich seine Fußballspiele irgendwie finanzieren, ging es (am Montag) nach Arbeitsende wieder in Richtung Westen, wo mich Herr Knispel bereits sehnsüchtig erwartete. Die eh schon kurze Nacht wurde noch ein paar Stunden kürzer, da man sich noch zu einem kleinen Schlummertrunk ins Drugstore begab... Total gerädert hieß es dann um kurz nach halb sechs wieder aufstehen, musste man doch um sieben Uhr am Bochumer Hbf. sein. Nach und nach trafen dann auch alle Fantastic Supporters ein, nur ein gewisser Zinemacher aus Marl ließ bis zuletzt auf sich warten... Da die meisten Busse aber bis dahin schon voll waren, kamen wir in die Ehre, uns in einem Kleinbus breitmachen zu dürfen, womit einer gepflegten Anreise nichts mehr im Wege stand. In Brügge angekommen wurden alle Busse auf einen Parkplatz außerhalb des Zentrums geleitet, von wo aus es am späten Nachmittag geschlossen zum Stadion gehen sollte. Zusammen mit dem restlichen Troß Bochumer ging es in die wahrlich wunderschöne Brügger Innenstadt, die einem kleine mittelalterliche Häuser, einen alten Marktplatz, Schloßgärten, zahlreiche Kanäle und Pferdekutschen bot... (ich glaub' einen derartigen Satz würde ich heute so nicht mehr zu Papier bringen) Im Zentrum versammelten sich dann nach und nach alle mitgereisten Bochumer, darunter auch eine stattliche Abordnung der BO-City, unterstützt von einigen Berliner Freunden. Obwohl der Mob des öfteren in Bewegung kam, gab es vor dem Spiel meines Wissens keinen Feindkontakt mit den Kollegen von der East Side. Irgendwann kam man dann auf die Idee den Rathausturm mit unserer Fahne zu schmücken, was dann auch von Bo-Showman und mir in die Tat umgesetzt wurde. War zwar total sinnlos, aber irgendwie kam's doch genial... Danach wurde es dann Zeit, den Weg zum Stadion anzutreten, was sich unter massiver Polizeieskorte abspielte. Die Busse wurden dann in einer Seitenstraße hinter der Gästekurve geparkt, gut abgeschirmt von den belgischen Cops. Die Eingangskontrollen verliefen dann relativ harmlos, uns so brauchte sich keiner zu wundern, dass es zu Beginn des Spiels zum Einsatz diverser pyrotechnischer Erzeugnisse kam. Das Jan-Breydel-Stadion, das aus zwei doppelstöckigen Tribünen auf den Geraden und zwei unüberdachten Hintertortribünen besteht, war mit 13.000 Zuschauern bei weitem nicht ausverkauft, wodurch sich die Frage stellt, wieso nur 1.500 Karten nach Bochum gingen... Von belgischer Seite war, bis auf zeitweise lautstarken Support, nicht besonders viel zu hören, aber auch bei uns war die Stimmung nicht gerade toll. Lediglich die Hoolfraktionen auf beiden Seiten waren pausenlos am pöbeln , was in dem Austausch von Leuchtspurmunition in der Halbzeit gipfelte. Als man sich schon mit dem torlosen Unentschieden abgefunden hatte, fiel doch noch der Siegtreffer für die Gastgeber, was die Stimmung bei uns ein wenig drückte. Nach dem Spiel kamen dann unsere Spieler wie gewohnt in die Kurve, um sich bei uns zu bedanken. Erstaunt war man, dass man ohne Blocksperre aus dem Stadion geführt wurde. Bei den Bussen kam es noch zu einigen "Feindberührungen", wobei die Jungs von der East Side mit Flaschen und Steinen zu Werke gingen. Wie lange die Scharmützel dauerten, kann ich euch leider nicht sagen, da wir irgendwann in unseren Kleinbus verfrachtet wurden, und abermals mit Polizeischutz eskortiert wurden. Während es die anderen vorzogen, die Rückfahrt schlafend zu verbringen, wurden Knispel und ich noch Zeugen eines üblen Unfalls, bei dem ein Auto explodierte (eine Szene, die mich noch lange begleiten sollte; ein Lastwagen war ungebremst in ein Stauende gerast). In Bochum ging es dann hundemüde mit dem Taxi nach Kornharpen, wo mich mein Bett schon sehnsüchtig erwartete. Ganze vier Stunden später hieß es dann aber auch schon wieder aufstehen, wollte ich mich doch frühzeitig auf den Weg nach München machen... (wo am Abend noch das Champions League Gruppenspiel der Bayern gegen Paris Saint-Germain besucht werden sollte; unsere Freunde sollten das Spiel, das mit einer durchaus sehenswerten Europa-Choreographie eingeläutet wurde, letztendlich klar mit fünf zu eins für sich entscheiden) 
Diese Tour war zwar bei weitem nicht so genial wie Trabzon, wird aber dennoch mit Sicherheit zu den besten meiner Fankariere zählen.


5.11.1997 23.900 Zuschauer 4:1 Georgi Donkov (2), Sergej Juran und Dariusz Wosz
Die Ausgangslage war heute ähnlich wie gegen Trabzonspor, hatte man doch in Brügge eine knappe 0:1 Niederlage hinnehmen müssen... Mit gemischten Gefühlen machte ich mich nach getaner Arbeit auf den Weg zum Ruhrstadion, wo auch schon der Rest der Choreogruppe auf mich wartete. Hatte es beim letzten Versuch noch einige Lücken gegeben, erstrahlte heute die Südtribüne gänzlich in blau und weiß, während in der Ostkurve tausende von Luftballons ein wahrlich gutes Bild abgaben. Obwohl unsere Jungs bereits nach zehn Minuten in Führung gingen, und das Geschehen auf dem Rasen klar dominierten, stand es zur Halbzeit nur 1:1, was doch die ersten Zweifel hinsichtlich des Erreichens der 3. Runde weckte. Zu diesem Zeitpunkt waren die gut und gerne 1.600 Supporter aus Brügge noch am Feiern... Nach der Pause war es abermals Georgi Donkov, der nach 50 Minuten die abermalige Führung für die Bochumer erzielte. Als die Gäste bei einem Konter nur den Pfosten trafen, sank einem das Herz fast in die Hose, um nur drei Minuten später zu explodieren, scorte unser ukrainischer Büffel im Gegenzug zum 3:1, was die Massen wahrlich in Ekstase versetzte. Nachdem man noch einige brenzlige Situationen überstanden hatte, blieb es Darius Wosz vorbehalten mit seinem Tor kurz vor Ultimo den Sack endgültig zuzumachen. Unglaubliche Szenen spielten sich daraufhin im Ruhrstadion ab... fremde Menschen lagen sich in den Armen, Freudentränen allerorts... Während die Jungs von der Brügger East Side ihren Frust an den Stadionzäunen und an den Cops ausließen, machten wir uns auf den Weg ins Bermuda Dreieck, wo eine geniale Party abgezogen wurde. Eins ist klar, dieser Abend wird wohl kein Bochumer so schnell vergessen... Ach ja, einige Stunden nach dem Spiel soll es noch zu kleineren Boxereien zwischen den beiden Lagern gekommen sein, aber genaueres kann ich euch diesbezüglich nicht erzählen.


Die beiden Spielberichte stammen aus der zehnten Ausgabe der Red News, dem Vorgänger des (PF)LÄSTERSTEIN, und wurden von mir und Christian Knispel verfasst. Zum Heimspiel gegen den VfB Stuttgart drei Tage später präsentierten wir in unserer damaligen Heimat, dem Block A unsere Vorfreude auf den nächsten Europapokalgegner...

Donnerstag, 23. Oktober 2025

22. Oktober 2025 - Bayern München vs. Club Brügge 4:0

Zusammen mit Nils machte ich mich relativ früh (Abfahrt um kurz nach sieben 😉) auf den Weg in Richtung Garching-Hochbrück, da ja Dank des Südkurven Hauses unser bisheriger "Arenaparkplatz" wohl nur noch selten (bei wirklich früher Anreise) eine Option darstellen wird... glücklicherweise hatte der "Busch-funk" bereits eine überaus interessante Alternative gemeldet, die wir heute auch gleich erfolgreich testen konnten.
Die Südkurve beschäftigte sich heute ausführlich mit der Personalie Jerome Boateng; der ehemalige Bayernspieler plant eine Hospitation bei Trainer Vincent Kompay. Eben jener Jerome Boateng war wiederholt wegen psychischer und physischer Gewalt, sowie Machtmissbrauch in Beziehungen "auffällig" geworden. Ein Thema,  über das man meines Erachtens einfach nicht wegschauen sollte darf!
Das Spiel war bereits zur Halbzeit durch Tore von Lennart Karl (was der Junge aktuell macht, ist echt sensationell), Harry Kane und Luis Díaz zugunsten unserer Freunde entschieden; im zweiten Durchgang sollte sich (nur) noch die Chelsea-Leihgabe Nicolas Jackson in die Torschützenliste eintragen.
Während die Südkurve am heutigen Abend einen mehr als guten Auftritt (man konnte den Leuten um uns herum von Anfang an den Spaß beim Singen förmlich ansehen; mein persönliches Highlight des Abends war die Homage an den, sich an diesem Abend ebenfalls im Stadion anwesenden Mr. Wembley Arjen Robben) aufs Parket legte, sorgten die mitgereisten Gäste definitiv nicht dafür, sich positiv in mein Gedächtnis einzubrennen...







Sonntag, 25. Mai 2025

As time goes by... KINGS OF THE CUP 2013!

Nach den beiden Rückblicken auf die verlorenen Finale von 2010 und 2012 nun endlich der Blick zurück auf jeden denkwürdigen 25. Mai 2013, als die Bayern im Londoner Wembley Stadium das Finale gegen den BVB mit zwei zu eins für sich entscheiden konnten, und sich nach zwölf Jahren endlich wieder die Krone des europäischen Fußball aufsetzen konnten. Der Bericht stammt abermals aus dem zweiten Band der "MOMENTAUFNAHMEN".
Aller guten Dinge sind drei… so lautete zumindest das Motto unter zahlreichen Roten (natürlich auch bei unseren Dachauer Freunden)! Nach den verlorenen Finalspielen in Madrid 2010 und München 2012 sollte (gegen Dortmund war es wohl eher ein MUSS) der Henkelpott endlich wieder an die Isar geholt werden. Obwohl die Bayern auch diesmal die begehrten Karten (mehr oder weniger) verlosten, schafften es wohl letztendlich die Meisten an eines der begehrten Tickets zu kommen (ich sag noch mal ein fettes "Vergelt‘s Gott" an die Jungs von der Dachau City)… Nachdem wir bezüglich der Anreise ein paar Varianten durchgespielt hatten, entschieden wir uns letztendlich für einen der Club Nr. 12 Busse - Nils wurde zwecks "Platzsicherung" nach Niederbayern geschickt, so dass wir uns letztendlich in den ersten zwei Reihen im Obergeschoß des Doppeldeckers breit machen konnten… Die Fahrt verlief nicht nur feucht-fröhlich (das nächste Mal müssen wir jedoch definitiv mehr Dösken mitnehmen), sondern auch recht kurzweilig. Für Spannung sorgte nur die Grenzkontrolle vor der Einfahrt in den Eurotunnel, da sich ein blinden Passagier vom Inferno unter unserem "Krempel" versteckt hatte - entdeckt wurde er nicht ;-) Als wir gerade die Stadtgrenze Londons erreicht hatten, ereilte uns die Info über den Dortmunder "Angriff" auf die Münchner Ultrabusse am Wembley Stadium, bei dem letztendlich nicht viel passiert ist. Am Parkplatz angekommen unterhielten wir uns ein wenig mit den zahlreich anwesenden Bekannten, ehe sich unser Haufen zwecks Nahrungsaufnahme auf den Weg in die Innenstadt machte, wo auch noch ein wenig an der Themse herumgeschlendert wurde. Anschließend teilten wir uns. Während die Einen (unter anderem meine Wenigkeit) noch beim offiziellen Treffpunkt der Bayernszene vorbeischauen wollten, zog es die anderen noch zur Towerbridge… Kurz vor der Öffnung der Stadiontore trafen wir uns wieder am Bus, ehe es (zumindest für mich zum ersten Mal) ins umgebaute Wembley Stadium ging. Ganz ehrlich, mir hat das alte bei Weitem besser gefallen, auch wenn ich zugeben muss, das der Neubau auch was hat… Zusammen mit Fabu (neben Peter der dritte Fantastic Supporter, der die Roten nach London begleitet hatte) wurde noch schnell die Fahne der Dachau City mit einem blau-weißen Stück Stoff verschönert, ehe wir uns (ich bis kurz nach dem Anpfiff - Fabu sollte "etwas" länger bleiben) auf der Haupttribüne breit machten. Nach der opulenten und "gewaltverherrlichenden" Eröffnungszeremonie (wofür braucht man eigentlich so 'nen Scheiß?) startete die Kurve der Roten mit einer (trotz Hindernis - der kleine Mittelrang, in dem sich Sponsoren und VIPs ihren fetten Hintern platt drückten, musste frei bleiben!) durchaus gelungenen Choreographie. In der Mitte wieder der Europa pokal, links und rechts daneben die Jahre in denen dieser gewonnen werden konnte. Vervollständigt wurde das Ganze mit zwei (an das siegreiche Finale von Mailand angelehnten) Transparenten, auf denen stand, dass heute wieder ein guter Tag wäre… Die Borussen verzichteten aufgrund der Beschränkungen auf eine Choreographie - Hut ab, für diese konsequente Haltung! Stimmungstechnisch konnten beide Seiten über weite Strecken des Spiels überzeugen, wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass die Dortmunder aufgrund der Positionierung im Unterrang leichte Vorteile hatten. Dafür konnten Schickeria, Inferno & Co. nach dem Seitenwechsel mit einer feinen Pyroshow glänzen. Spätestens nach dem Siegtreffer durch Arjen Robben zwei Minuten vor Schluss (bis dahin erlebte man ein Wechselbad der Gefühle) rastete die Kurve der Roten kollektiv aus! Nach der Siegerehrung verweilten wir noch ne Zeit im Stadion, ehe es zurück zum Bus ging… Party on!

Montag, 19. Mai 2025

Finale dahoam anno 2012

Der Traum vom "Finale dahoam 2.0" ist nach dem unglücklichen Aus gegen Inter für unsere Münchner Freunde leider wie eine Seifenblase geplatzt; dennoch wage ich einen Blick zurück ins Jahr 2012. Nachdem die Bayern die Gruppenphase mit dreizehn Punkten auf Platz eins abgeschlossen hatte (die Klingen kreuzte man hierbei mit dem SSC Neapel, Manchester City und dem FC Valencia), wurden im Achtel- und Viertelfinale der FC Basel und Olympique Marseille klar bezwungen, ehe der Finaleinzug gegen Real Madrid "erst" im Elfmeterschießen klar gemacht werden konnte. Nachdem die Kartensituation wie erwartet katastrophal war, hatte ich mich eigentlich schon damit abgefunden, dem erste europäische Finale unserer Freunde (während meiner aktiven Fankariere) nicht live erleben zu können, sollte mir letztendlich der "Zufall" doch noch ein Tor öffnen. Meine Erlebnisse von der mehr als unglücklichen (und vor allem unverdienten) Niederlage gegen den FC Chelsea stammt einmal mehr aus dem zweiten Band der "MOMENTAUFNAHMEN".
Zwei Tage nach dem Damenfinale zwischen Lyon und Frankfurt im Münchner Olympiastadion, das viele Ältere nutzten, um mit ihren Kindern die alte Heimat der Bayern zu besuchen oder einfach in Erinnerung zu schwelgen, war es endlich soweit - Finale dahoam! Dank der mehr als katastrophalen Kartenverteilung der Roten standen viele treue und langjährige Fans ohne Tickets da… in meinen Augen ein Unding! Für mich startete der Tag mit einer Handvoll Dachauer, die bei der Kartenverlosung (in dem Zusammenhang ein UNWORT!) ebenfalls leer ausgegangen waren, bereits am frühen Samstagmorgen, schließlich wollte man (wenigstens) das Finalflair in der Münchner Innenstadt voll auskosten (natürlich wollten wir uns hierbei auch nach bezahlbaren Karten umschauen). Nach Frühstück am Viktualienmarkt und gemütlichen Stunden im Hofgarten (zwischendurch flanierten wir natürlich durch die Fußgängerzone und die Schillerstraße, die wie auch beim Länderspiel 2001 fest in englischer Hand war) landeten wir mehr oder weniger zufällig auf der Sponsorenparty der holländischen Brauerei Heineken in einem Münchner Nobelrestaurant…😉 Leider konnten auch hier keine Karten "erbeutet" werden, auch wenn man ein ums andere Mal kurz davor war… Irgendwann wurde es dann aber Zeit den Weg nach Fröttmaning anzutreten, um hier vielleicht doch noch an eine der begehrten Karten zu kommen… Während meine Begleiter letztendlich vor den Toren der heimischen Arena bleiben mussten (unheimlich bitter, wenn man bedenkt, wohin die Jungs die Roten schon überall begleitet hatten), schaffte ich es doch noch in den Genuss des Finales zu kommen (vielen Dank an alle Münchner, die das ermöglicht haben!)… Auch heute war der zentrale Teil der Bayernchoreographie das Objekt der Begierde umrandet von roten und weißen Pappen, dazu gab es im Mittelrang etliche Wahrzeichen Münchens zu sehen, sowie im Ober- und Unterrang die Transparente "UNSERE STADT - UNSER STADION - UNSER POKAL". Gefiel mir richtig gut! Auf Seiten der "Gäste" gab es lediglich vom Verein verteilte Fahnen (gab es bei Bayern übrigens offiziell auch) - mehr hatte ich aber auch nicht erwartet… Stimmungstechnisch gaben die Bayern das komplette Spiel über den Ton an, lediglich nach dem völlig unverdienten Ausgleich zwei Minuten vor Schluss (Thomas Müller hatte die Bayern, die Spiel und Gegner klar dominierten, in der 83. Minute in Führung gebracht) durch Didier Drogba und nach dem gewonnenen Elfmeterschießen (nachdem Arjen Robben bereits in der Verlängerung vom Punkt aus gescheitert war, "versagten" im finalen Elfmeterschießen Ivica Olic und Bastian Schweinsteiger) konnten sich die Engländer ordentlich Gehör verschaffen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es seitens der Münchner Ultras wieder eine durchaus sehenswerte Pyroshow! Während Chelsea den mehr als glücklichen Triumph in der Königsklasse mit seinem Anhang noch ausgiebig feierte, verließen die meisten Roten die Arena recht bald mit hängenden Köpfen…

Mittwoch, 9. April 2025

Ein Blick zurück... Champions League Finale anno 2010

Am 22. Mai 2010 trafen der FC Bayern München im Finale der Champions League auf Inter Mailand; ausgetragen wurde das Spiel im Stadio Santiago Bernabéu in Madrid. Hier der Bericht zu diesem Spiel aus dem zweiten Band meiner "MOMENTAUFNAHMEN".
Nach dem fulminanten Halbfinale gegen Olympique Lion fieberte die komplette Bayernszene (und mit ihr unzählige Freunde) auf das große Finale im Stadio Santiago Bernabéu… Für mich sollte es mit einem Teil unserer Dachauer Freunde mit dem Bus der Red Munichs in die spanische Hauptstadt gehen - und dass mit angerissenem Kreuzband und 'nem ordentlichen Meniskusschaden! Aber mit dem einen oder anderen Cuba Libre sollte zumindest die Hinreise reibungslos über die Bühne gehen… Vielen Dank an jeden einzelnen Businsassen für die unvergesslichen Stunden. Unvergessen bleibt für mich Bonsais Ansprache an die Dachauer bezüglich möglicher exhibitionistischer Anwandlungen - die Dachau City scheint ja diesbezüglich ihren Ruf weg zu haben… 😊 In Madrid angekommen legte ich mich erst einmal in unmittelbarer Nähe der Bayernkurve (vor ner Luxusboutique) zum chillen ab, während sich die anderen mit Hilfe von Nils Schwester (lebte ne Zeit in Madrid und war an jenem Tag zufällig vor Ort) auf die Suche nach dem abgeschleppten Choreoneuner des Club Nr. 12 machten, zu dessen Insassen ein weiterer Dachauer zählte. Anschließend ging es noch gemütlich in eine Tapasbar, ehe es langsam aber sicher Zeit wurde, das Stadion zu betreten. Schnell noch die Auswärtsfahne der Fantastic Supporters über die große Fahne der Dachau City (das Dachau musste übrigens auf Geheiß der UEFA überklebt werden, da es aus Sicht der verkalkten Herren ein rechtsradikales Symbol darstellt - alles klar! Das Thema Dachau/UEFA sollte unsere Freunde in der Folgezeit noch ordentlich beschäftigen…) gehängt, und schon befand ich mich Bonsai unvergessen! auf der Suche nach einem geeigneten Fotoplatz. Fündig wurde ich nach einigem Hin und Her auf der Gegengeraden… Bayern wählte, wie auch schon 2001, als Hauptelement der Choreographie den Europapokal der Landesmeister, daneben auf rot-weiß gestreiftem Hintergrund die Initialen "FCB". Dazu gab es mittels Transparent, die klare Ansage, dass es heute Nacht nicht ohne den Henkepott nach Hause gehen würde. Inter präsentierte mittels Blockfahne das Vereinswappen mit dem Champions League Logo als "Krone". Auf großen Transparenten links und rechts daneben war zu lesen, dass man jetzt zusammen seinen "Traum" krönen wolle. Alles in allem ordentliche Intros auf beiden Seiten, auch wenn mir persönlich das letzte "Extra" gefehlt hat. Aber das ist jammern auf hohem Niveau… Stimmungstechnisch hatten die Bayern, angetrieben durch die Ultras im dritten Rang, zumindest bis zum null zu eins (mach einer meinte sogar bis zum alles entscheidenden zweiten Tor der Interisti) klar die Nase vorn - von den Nerazzuri hatte ich mir bei Leibe mehr erwartet! Lediglich in den letzten zwanzig Minuten konnten sie mich einigermaßen überzeugen - tja, die Curva Nord scheint auch nicht mehr das zu sein, was sie zur guten alten Zeit (in bella Italia) einmal war… Nach dem Seitenwechsel präsentierte die Schickeria erst ihre rot-weiß gestreifte Blockfahne, ehe es im Oberrang der Bayernkurve ordentlich brannte - ein geiler Anblick! Inter verzichtete auf Pyro und hantierte stattdessen mit unzähligen Fähnchen… Nach der Siegerehrung holte ich schnell meine sieben Sachen aus dem Bus, sagte "Servus" zu meinen Mitstreitern - heim ging es knieschonend mit dem Choreoneuner des Club Nr. 12. Seit der Heimfahrt hab ich übrigens nen Ohrwurm - "Dancing with tears in my eyes" - vielen Dank hierfür an unseren Fahrer! 😉