Samstag, 10. November 2018

Damals 1997... Dortmund vs. VfL Bochum 5:2

Passend zum heutigen Spiel unserer roten Freunde bei den Schwarz-Gelben aus dem Randruhrgebiet habe ich mal wieder tief in der "Historienkisten" gekramt, und den Bericht von unserem Gastspiel anno 1997 herausgekramt - seinerzeit waren wir, was die Einflüsse aus bella Italia betrifft, mit Sicherheit eine "Hausnummer" im Pott. Der folgende Bericht entstammt der neunten Ausgabe der Red News (erschienen am 4. Oktober 1997)…

4. Spieltag 1. Bundesliga am 23.08.1997
Westfalenstadion Dortmund
Borussia Dortmund vs. VfL Bochum 5:2

Es war mal wieder soweit, das Derby (heute würde ich dazu nur noch Nachbarschaftsduell sagen - stehe diesbezüglich aber beinahe allein da... aber das einzig wahre Derby ist nun mal gegen Wattsche!) bei den ach so geliebten Dortmundern stand auf dem Programm. Wie auch schon bei unserem Gastspiel im letzten Jahr hatten wir in wochenlanger Kleinarbeit eine Choreographie (heute wäre das ne kleine Geschichte, für die damalige Zeit und unsere beschränkten Mittel aber eine richtige Hausnummer) geplant, entworfen und vorbereitet... Mit dem gewissen Derbyfeeling traf man sich am Bochumer Hauptbahnhof, von wo aus es wie gewohnt mit dem Sonderzug in die "verbotene" Stadt ging. Mit einer extrem harten Mischung versuchte man die Anspannung etwas abzubauen, was aber so gut wie nicht gelingen wollte. Wie gehabt warteten gut hundert grüngekleidete Herrschaften auf uns, um uns sicher ins Stadion zu geleiten. Hierbei hatte man mal wieder das Ultrà Feeling, als man singend zum Westfalenstadion marschierte (heute würde man wohl schreiben "singend zog man im Corteo zum Stadion")… Vor dem Stadion durften wir unsere Transparente vor den neugierigen Augen der Dortmunder Zivis entrollen, aber letztendlich durfte man alles bis auf die Stangen (stinknormale PVC-Rohre - heute Usus!) für die Fahne mit in den Block nehmen. Zum Glück wurden uns dann zwei Teleskopstangen überlassen, so dass einer perfekten Inszenierung nichts mehr im Wege stand. Zum Einlaufen der Gladiatoren... äh... Spieler präsentierten wir ein 2 1/2 Quadratmeter große Fahne, auf  der ein Henker (adaptiert aus Innsbruck, wohin wir zu dieser Zeit gute persönliche Kontakte pflegten) zu sehen war, sowie zwei Spruchbänder mit der Aufschrift "WIR KRIEGEN EUCH ALLE!". Abgerundet wurde dieses Intro mit einer Menge schwarzen und weißen Rauches (damals Standard in Deutschland - blau und weiß wäre natürlich rückblickend deutlich besser gewesen)… Die Dortmunder brachten, genau wie im letzten Jahr, einfach nichts auf die Beine. Nicht einmal als das Spiel schon klar zu Gunsten der Borussen entschieden war, kam bei den besten Fans der Liga (so wurden sie in den Medien zu dieser Zeit des Öfteren genannt) richtig Stimmung auf. Bei uns war der Support heute einmal mehr vom Feinsten (war wirklich geil, was die damals anwesenden Bochumer, trotz der klaren Niederlage gegen den amtierenden Champions League Sieger, an jenem Tag akustisch ablieferten), wobei mir persönlich das "You'll never walk alone" gegen Ende des Spiels am besten gefiel (fast jeder streckte hierbei seinen Schal in die Höhe - heute eher eine Seltenheit). Auf der Tribüne neben dem Gästeblock kam es noch zu einigen derben Hauereien zwischen beiden Lagern, wobei die Cops anfangs nicht viel Plan hatten... Wir machten uns dann geschlossen auf den Weg zur Straba, hatte man doch wenig Lust, sich ähnlich wie bei den letzten beiden Auftritten beim BVB von den Cops einkesseln zu lassen. Auf der Fahrt zum Dortmunder Hauptbahnhof sorgte Moppel noch für den einen oder anderen Lacher. Wer dabei war, weiß was ich meine! In Bochum ging es noch ins Haus "Otto", wo die erste (offizielle) Fanclubversammlung in unserer Geschichte anstand. Fraglich ist nur, ob hierbei besonders viel herausgekommen ist...
Das erste Bild findet Ihr auch in meinem Bildband "MOMENTAUFNAHMEN", das zweite ist von FaBu (PhotomafiA Bochum)

Donnerstag, 8. November 2018

07. November 2018 - FC Bayern vs. AEK Athen 2:0 (Champions League)

Nach dem Bombenauftritt von Ajax war ich natürlich auf den Auftritt der Athener von AEK gespannt - versuchte aber meine Erwartungshaltung nicht (all) zu hoch zu schrauben... 
Wie auch PAOK sieht sich AEK als (inoffizieller) Nachfolger des Pera Club aus Konstantinopel. Die Schwarz-Gelben aus Athen wurden zwölf Mal griechischer Meister (2018 endete eine vierundzwanzigjähre Durststrecke, in der man "alle Tiefen" durchschritt) und fünfzehnmal griechischer Pokalsieger. Das muss zumindest heute in punkto Vereinsinformation genügen!
Da das Hinspiel vor zwei Wochen im Athener Olympiastadion das erste Aufeinandertreffen beider Vereine war, erwartete uns heute quasi ein absoluter Neuling. Die Befürchtungen, dass die Arena - wie letzte Saison gegen Besiktas - an allen Ecken und Enden von Griechen bevölkert werden würde, bestätigten sich überraschenderweise nicht. Klar sah man den einen oder anderen Sympathisanten von AEK auch außerhalb des, mit rund viertausend Schwarz-Gelben, knallevollen Gästeblocks (mich hätte interessiert, wie viele davon aus Griechenland angereist waren), aber es war definitiv nicht schlimmer als bei einem stinknormalen Bundesligaspiel auch. Nachdem die Griechen sich vor dem Spiel ein- bis zweimal richtig laut zeigten, hoffte ich einen ähnlich guten Auftritt wie den von Ajax vor einem guten Monat, jedoch folgte die Ernüchterung auf dem Fuße... ganz ehrlich, das war bestenfalls Mittelmaß! Zwar mühten sich zwei kleinere Stimmungsherde immer wieder redlich, konnten aber den Rest nur selten mitreißen - und wenn alle sangen, fehlte einfach die Inbrunst/Durchschlagskraft! Für mich nicht ganz nachvollziehbar... Aber auch die Südkurve (vom Rest des Stadions mal ganz zu schweigen) konnte die Handbremse das komplette Spiel über nicht richtig lösen... Sportlich wurde am gestrigen Abend (wie so oft in letzter Zeit) von unseren roten Freunden wieder (nur) Magerkost geboten - dennoch stieß man mit dem glanzlosen Sieg (ein umstrittener Elfmeter in Halbzeit eins - ein lichter Moment in Halbzeit zwei) die Tür zum Achtelfinale weit auf. 

Dienstag, 6. November 2018

Rezension: BLOCK WEST ECHO 40

Stolze zweihundertzwölf Seiten umfasst die Jubiläumsausgabe des Block West Echo aus dem  Hause Ultras Rapid. Nach einem kurzen/knappen "Rückblick" auf vierzig Ausgaben ihrer Gazette, folgen ein paar Worte der Vorsänger, ehe es mit dem obligatorischen Saisonrückblick (Herbst 2017 - 32 Seiten, Spruchbänder & Gruppenfotos - 14 Seiten und Frühjahr 2018 - 22 Seiten), bei dem mich das letzte Pflichtspiel Steffen Hoffmanns gegen Altach am meisten bewegt hat (selten bekomme ich beim Lesen Gänsehaut), und der Sektorsperre (aufgrund der "Vorkommnisse" beim Heimderby gegen die Violetten von der Bundesliga verhängt) gegen Sankt Pölten, die Dank Mithilfe/Entgegenkommen des SKN Sankt Pölten und dessen führender Fangruppe "Wolfbrigade" mehr oder weniger ad absurdum geführt werden konnte (der Block West fand sich im Gästeblock ein, während die rund hundert mitgereisten Gäste auf der Gegengerade untergebracht wurden), weiter geht. Mit einem ausführlichen Rückblick auf den 1. Februar 2018, die 30 Jahre Ultras Rapid Feier (gefeiert wurde übrigens am 9. Juni 2018 in der Ottakringer Brauerei) - unter anderem sind im Block West Echo die kompletten Plakate der Ausstellung abgedruckt - und dreißig Gedanken zu dreißig Jahren Ultras Rapid (fand ich persönlich richtig geil!) sind wir auch schon beim Jubiläum der Ultras Rapid angekommen - sechsunddreißig Seiten umfasst dieser Block... Es folgen Rückblicke auf das 7. Grober Spaß Turnier, die Tätigkeiten der Rechtshilfe Rapid und die Block West Spendenaktionen 2017 (Wiener helfen Wienern & Wiener helfen Lina). Wie auch schon in den letzten Ausgaben gibt es auch diesmal einen weiteren Teil der Reihe "Amarcord Veneziamestre", in dem die Ultras über die Auswärtsspiele der Orangegrünen bei Lazio (30. April 2000) und Chievo (23. Dezember 2000) berichten - wie gehabt beschäftigen sich die Macher des Block West Echos wieder mit der jeweiligen Fanszene, wobei in Verona neben Chievo auch Hellas (fantechnisch die klare Nummer eins in der Stadt) beleuchtet wird. Auf den folgenden Seiten dreht sich alles um die Freunde aus Athen (neben Spielberichten - Fußball und Basketball - erzählen die Protagonisten von einem Hochzeitsbesuch im Mai 2018 und der Gate 13 Wien Party am 3. Februar 2018 in Hütteldorf) und Nürnberg (die Ultras Nürnberg blicken auf die Saison 2017/2018 zurück - die Ultras Rapid lassen die Österreich-Premiere des Films "Großer Bruder", das eine oder andere besuchte Glubbspiel, sowie die 15 Jahre Frankenstolz Adelsdorf Feier Revue passieren). Wer gedacht hätte, das Heft wäre jetzt (fast) zu Ende, der täuscht sich gewaltig! Auf jeweils zehn Seiten blicken die Ultras Rapid auf die bis dato letzte Meisterschaft (Saison 2007/2008), sowie auf die UEFA Cup Saison 1997/1998 zurück. Es folgen Rückblicke auf die Ernst Happel Erinnerungswochen, 130 Jahre Dionys Schönecker, die Übergabe der Block West Kapitänsschleife an Stefan Schwab, die Ultras Rapid Weihnachtsfeier, die Beerdigung Pedros (langjähriges Mitglied der Alten Garde und der Ultras Rapid) und etliche weitere Ereignisse rund um die Hütteldorfer Fanszene im Allgemeinen und Ultras Rapid im Besonderen. Auf den letzten vier Seiten kommen schließlich noch die Freunde der "Straßenkunst" auf ihre Kosten... Wie immer - absolute Kaufempfehlung!
Block West Echo 40
Herausgeber: Ultras Rapid
Format: A4 - farbig

Seiten: 212
Preis: 7,00 Euro

Montag, 5. November 2018

Drei Tage im Oktober 2010

Bei der Suche nach Fotos vom Sepp-Doll-Stadion in Krems stieß ich auf die Bilder eines ereignisreichen Wochenendes im Oktober 2010 - freitags war ich mir zwei Freunden aus dem Lager der Roten in Schwarzach, ehe es am Samstag mit eine Bochumer Autobesatzung (bis auf einen Insassen alles Fantastic Supporters) via Krems, Sankt Pölten und Wiener Neustadt in die österreichische Hauptstadt ging, wo am Sonntag das Wiener Derby bei der Austria auf dem Programm stand. Als warm-up standen der FavAC (für die komplette Autobesatzung) und SV Donau Wien (für mich) auf dem Programm. Da damals das Thema "Fanzine" mehr oder weniger ad acta gelegt war, wurden die Erlebnisse nie zu Papier gebracht. Dies versuche ich hier und heute - mit nur acht Jahren Abstand - nachzuholen...

13. Spieltag Salzburger Liga am 19.10.2012
Hermann Steinlechner Sportanlage Schwarzach
SV Schwarzach vs. SV Kuchl 0:3

Zu fünft starteten wir am Freitagnachmittag 'gen Salzburger Land - in Grünau (SV Wals-Grünau vs. FC Pinzgau Saalfelden 4:1) und Grödig (SV Grödig vs. First Vienna FC 2:0) wurde je ein Mitfahrer "entsorgt", so dass es letztendlich zu Dritt weiter nach Schwarzach ging. Schnell noch 'nen Hofer angesteuert, und schon ging es weiter zur Hermann Steinlechner-Sportanlage, die aufgrund Ihrer markanten Archetektur richtig punkten konnte. In der Mitte befindet sich, auf Stelzen stehend das Vereinsheim (dahinter respektive darunter befinden sich die Umkleidekabinen), rechts und links daneben je eine überdachte Sitzplatztribüne. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es noch mittig ein paar Stufen. Feine Anlage... Spielerisch hatten die Schwarzacher den Gästen aus Kuchl wenig entgegenzusetzten, und so ging der Sieg der Gäste vor rund vierhundert Gästen vollkommen in Ordnung. Auf dem Heimweg wurden dann noch unsere beiden Mitfahrer eingesammelt - beide ebenfalls durchwegs zufrieden mit dem Gesehenen. Gegen Mitternacht endet mein persönliches Österreich Warmup in den heimischen vier Wänden...

11. Spieltag 2. Kasse Wachau Reserve am 20.10.2012 (13:00)
Sepp-Doll-Stadion Krems
ESV Krems vs. SC Mautern 1:4

Samstagmorgen halb acht - raus aus der Bude, rein ins Auto und ab nach Hengersberg, wo ich mich mit der Bochumer Autobesatzung (hatten eine null-zu-zwei-Heimniederlage gegen die Hertha im Gepäck) verabredet hatte. Da noch etwas Zeit blieb, tobte ich mich im nächstbesten Supermarkt aus, was sich in den nächsten Stunden spürbar an meinem Zustand zeigen sollte - ein paar Dösken, 'ne Flasche Havanna, und wenig motivierte Mittrinker waren ne fatale Mischung! So erreichten wir das Kremser Sepp-Doll-Stadion rund zwanzig Minuten vor dem Beginn des Reservekrachers zwischen dem ESV Krems und dem SC Mautern (manchmal lohnt es sich doch, wenn man im Vorfeld die Schiedsrichterbesetzung der Verbände entlang der Strecke checkt). Dass sich außer uns so gut wie keine Zuschauer einfanden war egal, ist das Stadion doch so oder so eine Augenweide... boah, was für ein geiler Oldschoolground! Auf der einen Geraden eine überdachte Tribüne mit richtig alten Holzbänken (Schalensitze gibt es nur im mittleren Bereich - für meinen Geschmack vollkommen überflüssig), hinter einem Tor und auf der Gegengeraden ordentlich Stehplätze. Top fand ich auch die Bäume auf der Gegengeraden direkt hinter den Stufen... Leute, solltet ihr noch nicht in Krems gewesen sein - ab ins Auto und los! Da das spielerische Niveau weitgehend überschaubar war, wurde (weiterhin) ordentlich gequatscht und noch ordentlicher getrunken. Als wir uns unmittelbar nach dem Schlusspfiff schnellen Schrittes auf den Weg zum Auto machten, hatte ich (laut Aussagen meiner vier Mitfahrer) schon ordentlich Schlagseite. In halsbrecherischer Manier (na ja, für den Herrn Göser wären wir wohl "Sonntagsfaher"gewesen) ging es weiter nach Sankt Pölten...

12. Spieltag 1. Landesliga Niederösterreich am 20.10.2012 (15:00)

Voithplatz Sankt Pölten
SKN Sankt Pölten Juniors vs. SV Gaflenz 2:1

Für die rund dreißig Kilometer benötigten wir knapp fünfundzwanzig Minuten, weshalb wir den Voithplatz erst zur vierten Spielminute betraten. Da ich den Voithplatz bereits "gekreuzt" hatte (um es vorweg zu nehmen - es sollte an diesem Tag bei einem neuen "Ground", nämlich dem Sepp-Doll-Stadion bleiben), nutzte ich die zweite Halbzeit, um den arg geschundenen Akku (Gerüchten zu Folge, soll der fortgeschrittene Alkoholkonsum auch seinen Teil dazu beigetragen haben) ein wenig aufzuladen. Viel verpasst hab ich wohl nicht! Der Schiedsrichter hatte die Partie gerade abgepfiffen, das saßen wir auch schon wieder im Auto - nächstes Ziel Wiener Neustadt...

12. Spieltag Bundesliga am 20.10.2012 (18:30)
Wiener Neustädter Stadion
SC Wiener Neustadt vs. FC Admira Wacker 2:1

Dank Fabus "durchgedrücktem Bleifuß" erreichten wir das Wiener Neustädter Stadion unmittelbar vor dem Anpfiff - die Südstadt Fanatics beendeten gerade ihre Choreographie (für die Nachwelt konnte ich leider nur noch das Spruchband vor dem Gästeblock festhalten, die dazugehörenden Zettel befanden sich bereits größtenteils vor dem Block). Während die mitgereisten Gäste eine durchwegs solide Sohle aufs Parket legten, sorgte der Heimanhang rund um die Freakshow doch eher für den einen oder anderen "Schmunzler"... Obwohl die Admira deutlich mehr vom Spiel hatte, konnten die Wiener Neustädter das Spiel letztendlich (etwas glücklich) für sich entscheiden. Nach dem Spiel streunten wir noch ein wenig durchs weite Rund (den Luxus, mal nicht sofort weiter zu müssen, kosteten wir gerne aus), ehe wir uns auf den Weg nach Wien machten, wo sich mein Weg und der meiner vier Mitstreiter vorerst trennen sollte. Während ich mich mit einem im Wien lebenden "Bolognesi" verabredet hatte (dieser hatte mir einen Schlafplatz in "seiner" WG angeboten), ließen die anderen Vier den Abend ruhig in einem Hotel am Stadtrand ausklingen. Tja, mit ruhig konnte ich nicht dienen - schnell ein, zwei Ottakringer zum Vorglühen, und schon war ich mit Michele und ein paar seiner Freunde auf dem Weg in die Innenstadt. Ich glaube es war schon fast sechs, als ich völlig gerädert endlich in der Waagerechten lag... Aber egal - man lebt schließlich nur einmal; und der Abend war wirklich aller erste Sahne! Um so schwerer viel mir das Aufstehen nach nur zweieinhalb Stunden Schlaf. Nachdem ich mich von meinem Gastgeber verabschiedete hatte, ging es mittels öffentlicher Verkehrsmittel (endlich mal) zum FacAC-Platz, wo mich der Rest unserer Autobesatzung bereits sehnsüchtig erwartete...

10. Spieltag Wiener Liga am 21.10.2012 (10:15)
FavAC-Platz Wien
Favoritener AC vs. First Vienna FC II 4:1

Auf die Heimstätte des Favoritener AC war ich schon lange heiß - keine Ahnung, warum es mit dem ersten Besuch so lang gedauert hat. Herrlich gelegen zwischen Hochhäusern, mitten im Viertel. Dazu (gewöhnlich) mit den Fedayn FavAC noch eine durchaus interessante Fangruppe - heute leider (zumindest optisch und auch akustisch) nicht anwesend. Während ich meinen Kater (und die Müdigkeit) mit dem einen oder anderen Kaffee zu bekämpfen versuchte, orderten etliche der anwesenden Zuschauer in der Halbzeitpause bereits das erste, zweite oder gar dritte (Reparatur)Seidl... geiles Volk! Spielerisch hatte die Zweitvertretung des ältesten Wiener Fußballclubs den Gastgebern nichts entgegenzusetzen. Nach neunzig überaus unterhaltsamen Minuten sollten sich unsere Wege nochmals trennen. Während die Anderen sich auf die Suche nach einem gemütlichen Gasthaus machten, zog es mich (im Laufschritt zur U-Bahn, und nach vierzehnminütiger Fahrt mit der U1 erneut schnellen Schrittes - ein richtiger Sprint war noch nicht wieder möglich) noch zum SV Donau, wo ich in der elften Spielminute eintraf (jetzt wird die Groundhoppingpolizei wieder mahnend den Zeigefinger erheben oder mich gleich - ohne über Los zu ziehen - in den Häfen schicken)…

10. Spieltag Wiener Liga am 21.10.2012 (12:15)
Sportplatz SV Donau Wien
SV Donau vs. SC Columbia Floridsdorf 2:1

Der Sportplatz des SV Donau verfügt über eine kleine überdachte Tribüne, sowie etliche unüberdachte Bänke auf einer Geraden - die Kantine befindet sich linkerhand hinter dem Tor, und konnte (seinerzeit) mit echt leckeren Schnitzelsemmeln zu kleinen Preisen glänzen (der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass auch beim FavAC leckere Schnitzelsemmeln angeboten wurden). Beim ersten (und letzten) Dösken des Tage verfolgte ich eine kämpferische Partie, die die Gastgeber etwas glücklich für sich entscheiden konnten. Highlight zur Mittagszeit waren die pöbelnden/grantelnden Rentner auf beiden Seiten! Nach dem Spiel machte ich mich gemütlich (Stress hatte ich an diesem Sonntag bereits genug!) auf den Weg zurück nach Favoriten, wo ich rechtzeitig zum (für Staatsmacht und Austrianer vollkommen überraschenden) Eintreffen...

12. Spieltag Bundesliga am 21.10.2018 (16:30)
Generali Arena Wien
FK Austria Wien vs. SK Rapid Wien 2:0

...des harten Kerns der Hütteldorfer Fanszene (hinter der Osttribüne - auf der die Fanszene der Violetten ihre Heimat gefunden hat) eintrudelte. Der kurze Schlagabtausch, bei dem die Angreifer klar die Oberhand behielten, wurde von den herbeieilenden Staatsdienern beendet (tja, mit Ruhm bekleckert haben sich die Kiwara wirklich nicht - wussten sie doch über Stunden nicht, wo der grüne Pöbel unterwegs ist). Wenig später konnte ich mich mit einer Karte für die Gegengerade (zum Normalpreis) eindecken (meine Anfrage bezüglich einer Karte war zuvor von der Austria abgelehnt worden). Wussten wir schon vor dem Spiel, dass die Heimkurve, die übrigens von einer Abordnung der Ultras Essen unterstützt wurde, aufgrund von Streitigkeiten mit dem eigenen Verein auf eine Choreographie verzichten würde (die genauen Gründe teilte man den Stadionbesuchern mittels eines Flyers, der hinter Heimkurve und Gegengerade verteilt wurde, mit), hofften wir bis zu Letzt auf eine "große" Aktion der Hütteldorfer - wurden aber letztendlich enttäuscht, hatten die Gäste doch "nur" Doppelhalter, Schwenker und etliche Fackeln im Gepäck. Ich weiß, jammern auf hohem Niveau - sah nämlich dennoch ganz geil aus, was die Grünen optisch ans Tageslicht förderten. Richtig geil war dann aber der neunzigminütige Tifo des Rapidanhangs - fast nonstop wurde in echt brachialer Lautstärke durchgesungen, und dass obwohl die Heimelf das Spiel für sich entscheiden konnte. Hätten die Violetten an diesem Nachmittag eine Choreo gezeigt, hätte ich von einem richtig guten Derby (na ja, ich hätte mir darüber hinaus einen andren Sieg gewünscht) gesprochen, so war es ganz ordentlich... Nach dem Spiel weiten wir noch 'ne Zeitlang in und um die Generali Arena, ehe wir uns langsam aber sicher auf den Heimweg machten. Die gut drei Stunden bis Hengersberg, von wo aus ich mich allein in Richtung durchschlagen musste (war nach den Strapazen des Wochenendes echt eine Qual), verbrachte ich mehr oder weniger schlafend. Um kurz nach Mitternacht endete das überaus gelungene und unterhaltsame Wochenende - da es nie zu spät ist... VIELEN DANK an meine vier Mitstreiter und an Michele für den geilen Abend und das spontan angebotene "Dach überm Kopf"!

In dieser Zeit war ich übrigens überaus aktiv, was Besuche in unserem Nachbarland betraf...
15.9.12 FC Wacker Alpbach vs. SVG Erl 6:1 (zusammen mit Sebi und meine Tochter, die zu auch bei allen hier folgenden Spielen dabei war, ging es nach dem Heimspiel der Bayern gegen Mainz nach Tirol), 29.9.12 Innsbrucker AC vs. SV Absam und FC Wacker Innsbruck vs. SK Rapid Wien (neben Stella waren Nobber und Nils mit an Bord), 5.10.12 SV Kematen 1b vs. FC Grinzens 0:3, SPG Mölz/Silz vs. SV Kundl 0:2 und FC Tiroler Zugspitze vs. FC Pians 3:0 (beim ersten Spiel des Tages lief uns Weih über den Weg - spontan wurde unsere Planung über den Haufen geworfen und fortan gemeinsam weitergezogen),  13.10.12 FC Wacker Innsbruck vs. NÖSV Neulengbach 0:2 (Damen), Union Innsbruck vs. SV Fügen 3:1, SV Hall vs. SPG Mlz/Silz 1:0 und SPG Innsbruck West vs. SPG Pitztal 0:1 (nicht nur für Stella, sondern auch für mich ein straffes/hartes Programm)

Tribüne des Alpbacher Stadions

Freitag, 12. Oktober 2018

Gemischtes Doppel... September 2001

Da es mit dem dritten Teil meines Sammelbandes wohl noch ein Weilchen dauert - Prognosen will ich an dieser Stelle keine abgeben, zu voll ist der (virtuelle) Schreibtisch - werde ich Euch in den nächsten Tagen wenigstens einen kleinen Vorgeschmack geben. Ich starte mit zwei Berichten aus der sechzehnten Ausgabe des (PF)LÄSTERSTEINS. Da der VfL bereits am Freitag beim SSV Reutlingen angetreten war, stand einem "erlebnisreichen" Blick über den Tellerrand nichts im Weg. Mit dem Westderby zwischen Innsbruck und Salzburg (damals war die violette Fußballwelt noch in Ordnung und R** B*** diente im Fußballkontext einfach dazu, den Fahrer auf den unzähligen Touren wach zu halten - wobei ich schon damals in bella Italia einen kräftigen Espresso bevorzugte!) am Samstag und dem Duell zwischen Brescia und Bergamo hatten wir uns zwar keine neuen Ziele gesetzt, dafür aber zwei hochbrisante Begegnungen. So, genug der einleitenden Worte - hinein ins Geschehen...

13. Spieltag max-Bundesliga am 29.09.2001
Stadion Tivoli Neu Innsbruck
Wacker Innsbruck vs. Austria Salzburg 3:0
 
Da wir erst um kurz nach elf aus den Federn... na ja, Christian und Thorsten fielen wohl eher vom Sofa... krochen, wurde aus dem ausgiebigen Frühstück nicht... Also schnell 'ne Tasse Kaffee, uns schon saßen wir in meinem treuen Spaßmobil... Nach relativ kurzweiliger Fahrt erreichten wir die Olympiastadt von 1964 und 1976 rund eine Stunde vor Beginn des Spiels... Nachdem wir die bestellten Karten abgeholt hatten, verzogen wir uns auch schon auf die Haupttribüne des neuen Tivoli Stadions... Zum Einzug der Gladiatoren... äh... zum Einlaufen der Spieler bahnten sich unzählige Klorollen von der Nordtribüne aus ihren Weg in Richtung Spielfeld. Da die rund dreihundert mitgereisten Salzburger ihrerseits mit weißen und violetten Folien, sowie der einen oder anderen Rauchfackel hantierten, kann man getrost von einem gelungenen Intro sprechen... Zu Beginn der zweiten Halbzeit experimentierten die Verrückten Köpfe, Freaks & Co. dann noch mit etlichen Bengalen und orangen Nebeltöpfen, was ein klasse Bild abgab. Leider wurde durch den Einsatz eines übermotivierten Ordners die zuvor geworfenen Klorollen sowie das eine oder andere Spruchband... von denen gab es an diesem Nachmittag auf beiden Seiten reichlich... in Brand gesteckt, worauf hin sich ziemlich derbe Rauchschwaden ihren Weg 'gen Himmel bahnten... In den folgenden Tagen, Wochen und Monaten sollte der Vorfall noch für reichlich Wirbel sorgen... Während die Innsbrucker nach dem Schlusspfiff den überaus verdienten Derbysieg noch ausgiebig feierten, und die Salzburger eine knapp fünfzehnminütige Blocksperre über sich ergehen lassen mussten, machten wir uns auf den Weg hinter die Gegengerade, schließlich wollten wir uns den Abmarsch der Salzburger nicht entgehen lassen... Irgendwann kamen die Gäste dann geschlossen im Corteo anmarschiert. Da die zahlreich vertretenen Ordnungshüter den Zugang zur Nordtribüne abgeriegelt hatten, kam es rund ums Stadion nur zu verbalen Auseinandersetzungen. Ob es in der Innenstadt noch zu einem Aufeinandertreffen der verfeindeten Lager gekommen ist, entzieht sich meiner Kenntnis, da wir uns alsbald auf den Heimweg machten...
 
5. Spieltag Serie A Italien am 30.09.2001
Stadio Mario Rigamonti Brescia
Brescia Calcio vs. Atalanta Bergamo 3:3
 
Die Herrschaften aus Nordrhein-Westfalen... nach längerem hin und her hatten sich die beiden gegen den Besuch des oben genannten Spiels entschieden... hatten sich gerade auf den Heimweg gemacht, da trudelte auch schon Thorsten, der einen Rostocker im Schlepptau hatte, ein... Nachdem sich die Beiden meine unzähligen Fotoalben zu Gemüte geführt hatten, wurde noch ein wenig Augenpflege betrieben, ehe es um kurz nach sieben gegen bella Italia ging... Via Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck, Passo Brennero, Verona und Peschiera... einen Besuch im Salions durfte natürlich nicht fehlen... steuerte Thorsten seinen Fiat Uno, der bisweilen mit einer Plastikfolie gegen eindringendes Wasser geschützt werden musste, in gewohnt halsbrecherischer Manier nach Brescia... Nachdem wir in einer ruhigen Seitenstraße hinter der Curva Nord geparkt hatten, machtenwir uns auf den Weg zum Stadio Mario Rigamonti. Während wir auf unsere bestellten Karten warteten, wurden wir das eine oder andere Mal von einigen nicht gerade freundlich dreinblickenden Bresciani unter die Lupe genommen. Da wir aber weder aus Frankoforte, Zurigo oder Innsbruck waren, beließen es die Jungs jedoch dabei, uns über den einzig wahren Verein in bella Italia aufzuklären... Da die Bergamasci, die allesamt mittels Sonderzug nach Brescia gereist waren, mit den hübschen orangen Bussen und in Begleitung unzähliger Mannschaftswagen der Polizia direkt zum Settore Ospiti, der einmal mehr von den Staatsdienern weiträumig abgeriegelt worden war, kutschiert wurden, blieb es vor dem Spiel weitgehend ruhig. Der eine oder andere Stein flog natürlich in Richtung der Busse... Zum Einlaufen der beiden Mannschaften hantierten sowohl die Bergamasci als auch Vecchio CUCN & Co auf der Gegengerade mit Schwenkfahnen, Doppelhaltern und etlichen Bengalen, während die Curva Nord, in der auch heute wieder keine Fahnen hingen, lediglich mit einer Schalparade aufwarten konnte... oder besser gesagt wollte... In den folgenden neunzig Minuten war die Stimmung auf beiden Seiten mehr als genial... Ach ja, nach dem Seitenwechsel gab es auf der Gegengeraden noch eine Choreographie bestehend aus blauen und weißen Papptafeln... Unbeschreiblich die Szenen, die sich nach dem späten Ausgleich der Bresciani abspielten. Unter anderem lief der Trainer der Gastgeber, Carletto Mazzone, zum Settore Ospiti, um den mitgereisten Bergamasci ein paar nette Worte auf den Heimweg mitzugeben. Unglaublich... Während die verfeindeten Lager im Stadion noch ein paar Nettigkeiten... Bengalen, Steine und Sitzschalen... austauschten, befanden wir uns bereits auf dem Weg hinter den Settore Ospiti, schließlich wollten wir uns den Abtransport der rund zweitausend Gäste auf keinen Fall entgehen lassen... Zwar trieben sich in den Seitenstraßen unzählige vermummte Bresciani herum, zu einem Schlagabtausch mit den Bergamasci sollte es aufgrund der massiven Präsenz von Polizia und Carabinieri nicht kommen... So flogen wiederum nur ein paar Steine in Richtung der abfahrenden Busse... Kaum war der letzte Bus außer Sichtweite, da machten wir uns auch schon auf den Weg zu Thorstens Spaßmobil... Unser nächstes Etappenziel war der Bahnhof, da unser Fahrer noch unbedingt der Abfahrt des Sonderzugs beiwohnen wollte... Verhielten sich die Bergamasci vor der Abfahrt des Zuges noch weitgehend diszipliniert, so flog den zahlreich vertretenen Staatsdienern wenig später neben unzähligen Steinen auch das eine oder andere Zuginventar um die Ohren... Als ein Zuginsasse kurze Zeit später die Notbremse zog, bekamen Polizia und Carabinieri die Gelegenheit, sich zu revanchieren... Also Knüppel aus dem Sack und rein in den Zug... Irgendwann war der Spuk dann vorüber, und wir konnten endlich die Heimreise antreten... Während die Fahrt für mich um kurz nach eins in Hebertshausen endete, hatten meine beiden Mitstreiter noch ein paar Kilometer vor sich...

Mehr Fotos zu beiden Spielen findet Ihr in meinem Bildband MOMENTAUFNAHMEN - ZWÖLF JAHRE "ANALOG" UNTERWEGS... an dieser Stelle auch gleich der Hinweis, dass ich letztens beim Aufräumen noch ein paar Exemplare der zweiten Auflage gefunden hab - wer noch ein Exemplar möchte, sollte sich schnellstmöglich bei mir melden...
Hier findet Ihr noch einmal alle Infos zum Bildband:

https://derpflastersteinfanzine.blogspot.com/2017/12/zweite-auflage-momentaufnahmen-zwolf_30.html

Donnerstag, 4. Oktober 2018

02. Oktober 2018 - FC Bayern vs. AJAX Amsterdam 1:1 (Champions League)

Drei Spiele in Folge ohne Sieg... Bayern in der Krise? Diese Fragen sollen Andere beantworten...
Heimspielauftakt in der Champions League Saison 2018/2019 - mit Benfica, Ajax und AEK haben die Bayern drei durchaus interessante Gruppengegner zugelost bekommen. Da das letzte Duell mit Ajax liegt fast achtzehn Jahre zurück... im Dezember 2004 trennte man sich mit einem zwei-zu-zwei-Unentschieden in der Amsterdam Arena, das Spiel im Olympiastadion hatten die Bayern im September 2004 mit vier zu null für sich entschieden. Neun Jahre zuvor - im April 1995 - scheiterten die Roten im Halbfinale der Champions League gegen die Holländer (dem null zu null in München folgte ein zwei zu fünf in Amsterdam - sowohl von diesen beiden Spielen, als auch denen anno 2004 haben wir in den Red News bzw. dem (Pf)lästerstein berichtet)… Da die Fanszene von Ajax neben der berühmt-berüchtigten F-Side inzwischen auch über eine durchaus gute Ultraszene (nach Auflösung der Gruppe VAK 410 im Jahr 2016 geben aktuell die Ultras Amsterdam den Ton an) verfügt, ging es mit großer Erwartung 'gen Fröttmaning. Um es vorweg zu nehmen, der Auftritt der mitgereisten Gäste kann als rundum gelungen bezeichnet werden. Zum Einlaufen der Mannschaften präsentierten die Ultras Amsterdam Schwenkfahnen, Doppelhalter und Fahnen, sowie ein paar Bengalen, die aber am Boden lagen und so nicht voll zur Geltung kamen. Das eigentlich Feuerwerk "brannten" die Gäste jedoch stimmungstechnisch ab. Von der ersten bis zur letzten Minute war ordentlich Stimmung "unterm Dach" - immer wieder schafften es die Ultras den kompletten Block zum Mitmachen bewegen... GEILER AUFTRITT! Ganz ehrlich, das war seit langer Zeit das Beste, was ich in der Arena zu hören bekam. Natürlich spielte den Amsterdamern auch das Spielgeschehen in die Karten, wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass auch nach dem frühen Führungstreffer der Bayern unbeirrt weiter gesungen wurde. Nach dem verdienten Ausgleich Mitte der ersten Halbzeit brachen bei den Mitgereisten alle Dämme... War die Südkurve in der ersten Halbzeit ebenfalls (noch) gut aufgelegt, mühten sich mit zunehmender Spieldauer (eigentlich) nur noch die Ultras um Stimmung (von ein paar Ausnahmen mal abgesehen). Über das Spiel will ich nicht viel schreiben, da die meisten das Trauerspiel (der Roten - Ajax bot überraschend erfrischenden Fußball) bestimmt live im Stadion (oder im Kommerz-TV) verfolgt haben... 

Ab in die nächste Runde... FANZINES!

Den Tag der Deutschen Einheit hab ich mir mal wieder 'ne kleine Auszeit gegönnt, und ein paar Fanzines unter die Lupe genommen...
Auslandsjournal Ausgabe 14 - 5,00 Euro

Zweihundertzwölf Seiten, das ist schon mal ne Ansage! Sage und schreibe vierundvierzig Länder wurden in der vierzehnten Ausgabe des Auslandsjournal bereist (u.a. Russland, Japan, Italien - ja, musste ich natürlich erwähnen... Triestina vs. Vicenza, Cesena vs. Venezia, Venezia vs. Empoli, Chievo vs. Hellas, Atalanta vs. Cagliari, Napoli vs. Roma, Ercolanese vs. Roccella… da kommen die Freunde des Calcio wahrlich auf ihre Kosten - Israel, Polen, Weißrussland, Südafrika, Argentinien und der komplette Balkan). Neben den Tour-/Spielberichten gibt es ordentlich Fanzinereviews (sechsundzwanzig Hefte, wenn ich mich nicht verzählt habe), sowie zehn farbige Fotoseiten. 
Format: ein bisschen kleiner als A5 - s/w (Einband und zehn weitere Seiten farbig)
Seiten: 212 Seiten
Kontakt: aj-fanzine@freenet.de
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basch Ausgabe 219 - 3,50 Euro

Vom Spieltagsheft zum "normalen" Fanzine - so zumindest der Plan der Macher des basch. Den einleitenden Worten folgt ein kritischer Bericht zum Thema "Ultras 2018", ehe die letzten Spiele des FC Sankt Pauli noch einmal aufgearbeitet werden. Interessant finde ich persönlich den Part "Freundschaften", der mit einer Übersicht über alle Gruppenfreundschaften und Kontakte von Ultrá Sankt Pauli (stolze sechzehn Gruppen von zwölf Vereinen) und einem Interview mit Olympic de Marseilles aufwarten kann. Des Weiteren findet der geneigte Leser einen sportlichen Ausblick, Gedanken der Vorsänger über die Stimmung der Südkurve, Berichte über Freundschaftsbesuche (u.a. Turniere in Bergamo und München, sowie Besuche beim SV Babelsberg), eine Vorstellung der Ultrá Giovanile (USP Nachwuchsgruppe), Fanladen News, ein Rückblick auf die USP Antirazissta und und und… 
Format: A5 - farbig
Seiten: 80 Seiten
Kontakt: basch@ultra-stpauli.de
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Blick über den Lahmannhügel Ausgabe 14 - 2,00 Euro

In gewohnter Manier berichten die Macher des Heftes über alle Spiele der Arminia aus Hannover, sowie von sechsundfünfzig (wenn ich mich nicht verzählt hab) weiteren Spielen im In- und Ausland (Holland, Schweiz, Belgien, Dänemark, England, Schweden und Irland). Bis auf den Einband ist das vierundachtzig Seiten starke Heft klassisch schwarz-weiß. Genial finde ich übrigens die Homepage (www.lahmannhuegel.de), auf der regelmäßig andere Fanzines besprochen werden! 
Format: A5 - s/w (Einband farbig)
Seiten: 84 Seiten
Kontakt: kontakt@lahmannhuegel.de
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DER TREUE BOTE Ausgabe 1 - 4,00 Euro

Über ein paar Umwege landete die Erstausgabe des Heftes der Ultras Aramta Fidelis 2003 in meinen Händen. Neben alles Spielen des Karlsruher SC aus der Hinrunde der Saison 2017/2018 berichtet die Aramta Fidelis über ihre Freundschaftsbesuche bei den Auftritten der Berliner Hertha und von Racing Strasbourg (und vom Spiel des FC Nöttingen gegen meine Bochumer - das Spiel fand mangels Alternative im Wildparkstadion statt). Ferner gibt es noch ein paar mehr oder weniger kritische Gedanken zu verschiedenen Themen sowie einen echt gelungenen Rückblick auf das Testspiel der Badenser bei Zenit Sankt Petersburg anno 2014 (wäre wirklich zu schade zum Wegwerfen gewesen!). Das Layout kann als "schlicht" bezeichnet werden. Mir persönlich fehlt gerade hier der Pep - aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf die zweite Ausgabe. 
Format: A5 - s/w
Seiten: 128 Seiten
Kontakt: der-treue-bote@armata-fidelis.de
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Faszination PL Ausgabe 6 - 3,50 Euro

Ne echte Hausnummer ist die sechste Ausgabe der Faszination PL! Auf hundertzwanzig Seiten - schlichtes aber durchaus gelungenes Layout - gibt es unzählige Spielberichte (zwischen dem 15. Juli 2017 und de 30. Juni 2018) aus dem "Land der verlorenen Jugend", umfassende Hintergrundinfos/-berichte inklusive. Zum Abschluss des Heftes gibt es noch Vorstellungen der geschichtsträchtigen Minderheitenvereine Gedania Gdansk, 1. FC Kattowitz und SV Viktoria Stolp - fand ich richtig gut. Obwohl ich ja - wie bereits mehrfach angedeutet - nicht der große Polenkenner/-fahrer/-fanatiker bin, habe ich dieses Heft, wie auch schon seine fünf Vorgänger, regelrecht verschlungen. Ich würde mich definitiv über eine siebte Ausgabe der Faszination PL (die ja laut Vorwort noch in den Sternen steht) freuen! Deshalb - absolute Kaufempfehlung... 
Format: A5 - s/w
Seiten: 120 Seiten
Kontakt: faszinationpl@web.de
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Grober Schnitzer Ausgabe 13 - 3,00 Euro

Ein Heft über dessen Erscheinen ich mich jedes Mal freue... Auf hundertsechzehn farbigen Seiten findet der geneigte Leser wie gehabt alle Berichte des SV Werder aus der abgelaufenen Saison (mal ausführlicher, mal im bekannten Block "Restliche Werderspiele der Saison"),Groundhopping aus fünfzehn Ländern (neben den "Exoten" Benin, Togo und Ghana gibt es für alle Geschmäcker etwas - Balkan, England, Italien...), sowie diverse Fanzinereviews. Besonders gut gefallen haben mir das Interview mit den Initiatoren von "Stile di Vita Ultra" (eine lose Gruppe bestehend aus sechs altgedienten Ultras verschiedener Bremer Gruppen, die den Jüngeren mittels einer Veranstaltungsreihe wertvollen Input in Sachen Ultra liefern wollen - geile Idee, bitte allerorten nachmachen!) und das Werder-Sticker-Special gefallen. Die lockere und doch informative Schreibe verleihen dem Groben Schnitzer das "Prädikat wertvoll"!
Format: A5 - farbig
Seiten: 116 Seiten
Kontakt: groberschnitzer@mail.de
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JOTTWEDE Ausgabe 7 - 3,00 Euro

Weiter geht es mit einem weiteren "Schwergewicht" in punkto Groundhopping. Auf hundertdreißig mehr oder weniger perfekt layoutete Seiten (aber das ist man von den Jungs aus Ostberlin inzwischen gewohnt) gibt es Fußball aus aller Herren Ländern. Besonders die Touren durch Japan, Mittel- und Südamerika (16 Tage - 10 Länder... mehr brauch ich wohl nicht schreiben), Kolumbien sowie Italien (war ja wohl klar) konnten mich wahrlich begeistern. Ach ja, spätestens jetzt weiß ich, dass neben den mir bekannten drei Herrschaften auch eine Berliner Abordnung beim griechischen Pokalfinale zwischen POAK und AEK weilte. Allen Freunden des runden Leders kann ich auch diesmal den Kauf des JOTTWEDE wärmstens empfehlen - ach was, ich spreche hier einfach mal eine Kaufpflicht aus...
Format: A5 - farbig
Seiten: 130 Seiten
Kontakt: jottwede-redaktion@gmx.de
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DER KOMPASS Ausgabe 5 - 3,50 Euro

Alle guten Dinge sind drei - nach dem Groben Schnitzer und dem JOTTWEDE folgt mit dem Kompass das dritte Groundhoppingzine "am Stück". Einundfünfzig Spielberichte aus und schreibe einundzwanzig Ländern haben Kev und sein Gastautor "Schwächling" in der fünften Ausgabe zu Papier gebracht. Die Palette reicht vom Balkan über den Ostblock bis hin nach Nord- und Südamerika. Ich alter Italienfreak komme dank der neun besuchten Spiele im Mutterland der Ultrabewegung voll und ganz auf meine Kosten (beim einen oder anderen Bericht durfte ich mit der einen oder anderen Hintergrundinformation helfen). Sowohl Schreibstiel als auch Layout (mal abgesehen davon, dass das Hintergrundbild gerade auf der linken Seite bisweilen etwas anstrengend für die Augen ist - das nächste Mal vielleicht ein etwas helleres Foto verwenden) sind durchwegs gelungen. Sechs Farbseiten (mit dem Umschlag sind es ja eigentlich acht) lockern das Heft zusätzlich auf... Im Vorwort kritisiert Kev das Ausscheiden eines Großteils der bisherigen Redaktion - ein Problem, mit dem wohl inzwischen viele Heftmacher zu kämpfen haben...
Format: A5 - s/w (Einband und sechs weitere Seiten farbig)
Seiten: 168 Seiten
Kontakt: derkompss-dasheft@web.de
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riport Ausgabe 2017 - 4,00 Euro

In ihrem Jahresheft berichten die Jungs und Mädels (?) vom Roten Infarkt über alle Spiele des Hannoverschen Sportverein, sowie von unzähligen Groundhoppingtouren aus aller Herren Länder - Mauritius, Irak, Iran, Japan, Südkorea, Mongolei, China, Indonesien, Brunei, Malaysia, Guatemala und Thailand dürften wohl die größten "Exoten" sein, die bereist wurden. Ansonsten attestiere ich den Machern des riport eine große "Liebe" zum Fußball auf dem Balkan, wo wohl alle relevanten Derbys anno 2017 besucht wurden. Gegen Ende des hundertachtzehn Seiten umfassenden Heftes (A5 - klassisch schwarz/weiß) finden meine - inzwischen doch arg geschundenen Augen; immerhin ist der riport bereits Heft Nummer neun am heutigen Tag - Augen noch ein paar Berichte aus bella Italia. Alles in Allem eine mehr als runde Sache! 
Format: A5 - s/w
Seiten: 116 Seiten
Kontakt: riport@roter-infarkt.de
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Scheiß AFD Ausgabe 18 - 3,50 Euro

Ein mehr als passender Name - wobei das AFD hier für Allesfahrer Darmstadt steht; so nannten sich die Usual Suspects Darmstadt einst. In der nunmehr achtzehnten Ausgabe dreht sich wie gehabt alles um den SV Darmstadt 98 und dessen Fanszene. Des Weiteren gibt es Groundhopping aus einundzwanzig Ländern (unter anderem besuchte man das Wiener Derby, den Clásico in Spanien zwischen Real und Barca, Ittihad Tanger vs. Racing de Casablanca, das Derby zwischen Djurgardens IF und Hammarby IF, das Mailänder Derby (sowohl in der Liga als auch im Pokal) und das Römer Derby), sowie etliche Freundschaftsbesuche bei den Young Boys aus Bern. 
Format: A5 - s/w (Einband farbig)
Seiten: 196 Seiten
Kontakt: Allesfahrer-Darmstadt@hotmail.de
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STADT LAND FLUSS Ausgabe 1 - 3,50 Euro

Das letzte Groundhoppingzine des Tages kommt aus der Paderborner Ultraszene; zu mir ist es über den Umweg eBay gelangt... wäre schade gewesen, hätte ich bei der Auktion nicht den Zuschlag bekommen, gefällt mir das Heft (A5 - farbig) durchaus! Bereist wurden Italien, Schottland, Österreich, die Schweiz, die Niederlande, Spanien, Norwegen, Lettland, Bosnien, Kroatien, Malta, Polen, Griechenland und Frankreich... Besonders gut gefallen haben mir die zahlreichen Landschafts- und Stadtfotos, die auf den unzähligen Touren entstanden sind. Schade, dass das Heft in einer Auflage von lediglich achtzig Exemplaren erschienen ist, so dass es wohl sehr schwer sein wird, noch an Exemplare der Nummer eins zu kommen... Ich persönlich freue mich schon riesig auf die nächste Ausgabe!
Format: A5 - farbig
Seiten: 88 Seiten
Kontakt: stadtlandfluss-redaktion@gmx.de
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ZENTRALORGAN Saisonrückblick 2016/17/18 - 8,00 Euro

Last but noch least verliere ich ein paar Worte zum "IKEA-Katalog" aus dem Hause Ultras Dynamo. Nachdem es aufgrund des Tamtams rund um das Gastspiel in Karlsruhe (die Sachsenkrieger sorgten hier für massig Wirbel) in der Saison 2016/2017 keinen Saisonrückblick gegeben hatte, gibt es nun die geballte Ladung - Kurzberichte und Zahlensalat der Saison 2016/2017, Berichte und Zahlensalat der Saison 2017/2018, Red Kaos Zwickau (einem Rückblick auf die letzten zwei Spielzeiten folgt ein Blick zurück auf fünfzehn Jahre Freundschaft), Horde Zla Sarajevo (auch hier wirft man einen Blick auf die Spielzeiten 2016/2017 und 2017/2018, ehe man sich mit den Stadtteilen Sarajevos und den Regionen Bosnien und Herzegowinas, sowie den Untergruppen der Horde Zla beschäftigt), alles zum bereits angesprochenen Gastspiel in Karlsruhe, seinen Folgen (auch für die "Gesamtdeutsche Szene") und der Initiative "Krieg dem DFB", die Geschichte des Ultras Dynamo-Foto in der Semperoper, 1. Dresdner Traditionstag, Erinnerungen an das Spiel Dynamo II vs. Lok Leizpig anno 2007, Schwarz-Gelbe-Hilfe, Streetart, sowie Tops und Flops. Verpackt wurde das alles auf zweihundertzweiunddreißig perfekt layouteten Farbseiten im Format A4...
Format: A4 - farbig
Seiten: 232 Seiten
Kontakt: zentralorgan@ultras-dynamo.de
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An dieser Stelle noch einmal der Aufruf an Euch Alle, mich bei der Vervollständigung meiner Fanzinesammlung zu unterstützen. Ich bin permanent auf der Suche nach alten und neuen Heften - meldet Euch doch einfach unter hielscher.der_pflasterstein@t-online.de bei mir!
Aktuell suche ich insbesondere folgende Hefte:
Alles für den Glubb - Ausgabe 3 // Block West Echo - Ausgabe 28 // Das Tagebuch der alten Dame - Ausgabe 6 // De Babbedeggel - Ausgabe 9 // Der kleine Zeitvertreib - Ausgabe 1 // Einspruch! - Ausgaben 6, 7, 8 // Fan's Magazine - Ausgaben 3, 4, 6, 9, 10, 16, 17, 18, 20, 21, 22, 23, 211, 213, 219, 234, 236, 237 // Gelbsucht - Ausgaben 3, 4, 8 // Gespräch mit dem Betrunkenen - Ausgabe 7 // Im Tal der Ahnungslosen - Ausgabe 1 // Kaventsmann - Ausgaben 1, 2 // Kreuzfahrt - Ausgaben 4, 5, 6 // Libussas Tanzplatz - Ausgaben 5, 6 // Mentalita Kölsch - Ausgaben 3, 4, 9 // Niederrhein News - Ausgabe 7 // Phönix aus der Asche - Ausgaben 16, 28 // Planet MD international - Ausgabe 4 // Scheiß AFD! - Ausgaben 1, 2, 4, 5 // Spreeathener Buschfunk - Ausgaben 1, 2, 4, 7, 11, 12, 15, 16 // The Hillbilly Rag - Ausgaben 1, 2 // Vorspiel - Ausgaben 3,5,6 (Sturm Graz)