Sonntag, 16. September 2018

as time goes by...

Heute vor einundzwanzig Jahren spiele mein VfL Bochum das erste Mal im internationalen Wettbewerb - Gegner war der damalige Tabellenführer der türkischen Süper Lig Trabzonspor. Für mich (und wohl auch die meisten meiner damaligen Mitstreiter) ein Traumlos (die folgenden drei Gegner im internationalen Wettbewerb konnten eigentlich keinen von uns so richtig begeistern - Holland und Belgien, das waren unsere Ziele nach den Heimspielen respektive am Tag vor oder nach den Spielen), auch wenn es seinerzeit doch ein großes Loch in meine stets klamme Azubikasse reißen sollte. Bevor ich Euch meinen damaligen Bericht (Red News Ausgabe 9), sowie die Erinnerungen aus meinem Bildband präsentiere, noch schnell alles sportlich wissenswerte zu diesem Spiel...
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1. Runde UEFA-Cup, Dienstag 16. September 1997, Hüseyin-Avni-Aker-Stadion Trabzon
Trabzonspor vs. VfL Bochum 2:1 (2:1) - 12.000 Zuschauer
Trabzonspor: Metin - Ogün - Rada - Iskender - Orhan - Mehmet - Ünal - Abdullah - Misse-Misse - Hami - Cetin
VfL Bochum: Gospodarek - Waldoch - Kracht - Reis - Sundermann - Dickhaut - Wosz - Reichel - Schreiber - Baluszynski - Juran
Eingewechselt: 54. Osman für Rada, 66. Vugrinec für Cetin - 61. Kötzle für Baluszynski, 86. Donkov für Juran
Tore: 0:1 Baluszynski (1., Foulelfmeter), 1:1 Hami (22. Foulelfmeter), 2:1 Cetin (45.)
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Hinspiel 1. Runde UEFA-Cup am 16.09.1997
Hüseyin Avni Aker Stadyumu Trabzon
Trabzonspor vs. VfL Bochum 2:1

Dieses absolute Kultspiel am schwarzen Meer durfte auf keinen Fall verpasst werden, war es doch der erste Auftritt einer Bochumer Mannschaft auf internationaler Bühne. Unter Einsatz zahlreicher Schweißtropfen schaffte ich es letztendlich, meinem Brötchengeber zwei Tage Urlaub abzubetteln. Mehr war leider nicht möglich, hatten wir just zu dieser Zeit einen personellen Engpass in der Arbeit... Während die meisten Türkeifahrer sich für einen Zweitagesausflug entschieden, blieb mir keine große Wahl, und so nahm ich halt den Tagesflug, der allerdings erst ab Bonn gehen sollte. Nach Arbeitsende am Montag ging es einmal mehr mit dem Zug nach Bochum, wo mich BO-Showman dankenswerterweise abholte. Dieser hatte sich auch für die Tagestour entschieden, Schule sei dank! Nach kurzer Nacht ging es um sechs Uhr mit der S-Bahn zum Bochumer Hauptbahnhof, von wo aus es mit dem Bus weiter zum Flughafen Köln-Bonn gehen sollte. Nach und nach trafen dann auch die restlichen Passagiere ein, nur ließ unser Bus noch auf sich warten. Mit halbstündiger Verspätung machten wir uns dann auf den Weg... Außer uns siebenundfünfzig Fußballreisenden waren es lediglich zwei oder drei türkische Familien, die sich mit diesem Flug auf nach Trabzon machten, womit das Flugzeug nicht einmal zur Hälfte gefüllt war. Sollte das ein Zeichen für das Vertrauen der Leute an Istanbul Airlines sein? Keine Ahnung, ist auch egal, schließlich erreichte man nach vierstündigem Flug wohlbehalten die Hafenstadt Trabzon. Doch bevor man offiziell türkischen Boden betreten durfte, stand noch die Passkontrolle an, die aber recht lasch ablief... Vor dem Flughafengebäude wurde man schon sehnsüchtig von Streetworker Ralf Zänger erwartet, der heute als Reiseleiter fungierte. Von ihm erfuhr man, dass bis kurz vor unserer Ankunft überhaupt noch nicht klar war, ob das Spiel ausgetragen würde, hatte doch die UEFA dem baulichen Zustand des Stadions bemängelt. Darüber hinaus hatten die Verantwortlichen von Trabzonspor zu viele Karten verkauft... Ein flaues Gefühl in der Magengegend war die logische Folge. Mit dem Bus, der von Polizeiautos eskortiert wurde, ging es noch zum Atatürk Platz, wo sich die meisten Bochumer 'rumtrieben. Nachdem man sich ein wenig in der näheren Umgebung herumgetrieben hatte, jedoch nicht auf die restlichen Fantastic Supporters, die bereits tags zuvor geflogen waren, gestoßen war, ging es mit dem Taxi zum Hüseyin Avni Aker Stadyumu, vor dem schon reges Treiben herrschte. Schnell noch mit dem einen oder anderen Souvenir eingedeckt, und schon ging es durch einen wahrhaft engen Gang ins Stadioninnere, wo sich schon zahlreiche Bochumer befanden, darunter natürlich auch unsere Leute. Nachdem man die Fahnen einigermaßen fernsehgerecht am Zaun befestigt hatte, wurde erst einmal für schlappe zwei Mark lecker gespeist, ehe man sich von den anderen ihre bisherigen Reiseerlebnisse erzählen ließ. Schien ja ganz lustig gewesen zu sein... Die Hölle von Trabzon, wie die Fans ihr Stadion gerne nennen, befindet sich momentan im Umbau, so dass eine der beiden Tribünen so gut wie leer blieb. Bleiben also nur noch die große Tribüne auf der Gegengerade, sowie die etwa zehn Reihen hohen Kurven hinter den beiden Toren, auf denen sich bis zum Anpfiff etwa 11.000 Zuschauer, darunter beachtliche siebenhundert Bochumer, einfanden. Zum Spielbeginn gab es auf unserer Seite nur ein Spruchband, auf dem man den Heimfans mitteilte, dass das Schwarze Meer blau und weiß werden würde, während die Bad Boys auf der Gegenseite mit zwei Bengalen hantierten. Da hatte ich mir von den Türken aber mehr versprochen... Anfänflich wurde das Spielgeschehen von unseren Spielern klar dominiert, so dass nach zehn Minuten bereits alles hätte klar sein können, ja sogar müssen. Doch anstatt mit zwei oder gar drei Toren führte man "nur" mit eins zu null durch einen Foulelfmeter in der ersten Minute. Leider fielen kurz vor der Pause noch zwei Tore für die Gastgeber, so dass man schon mit dem Schlimmsten rechnete. Unsere Jungs hielten sich dann aber recht wacker so dass es am Ende auch beim knappen zwei-zu-eins-Sieg für Trabzonspor blieb. Von der oft angekündigten Stimmung seitens der Gastgeber hatte man nicht all zu viel zu hören bekommen, aber auch auf unserer Seite hätte es deutlich besser sein können. Die Spieler kamen dann noch kurz zur Kurve, um sich artig bei den mitgereisten Fans zu bedanken, ehe wir uns, nach halbstündiger Blocksperre, mit dem Bus wieder in die Innenstadt aufmachten. Dort trieben sich dann einige Türken 'rum, wobei man nicht so genau wusste, ob diese provozieren oder nur feiern wollten! Nach kurzem Kneipenaufenthalt ging es noch ans Schwarze Meer, wo sich Herr Schaumann angeregt mit einem Türken unterhielt, wobei keiner die Sprache des anderen beherrschte (?!?). Als man auf Zypern zu sprechen kam, zeigte uns Ahmet, do hieß unser Gesprächspartner, mal eben schnell seine Knarre... echt sonderbar diese Türken. Irgendwann gegen eins machten wir uns dann auf den Weg zum Flughafen, wo man noch knapp drei Stunden auf den Abflug unserer Maschine warten musste. Da wurde die Wartehalle halt einfach zur Liegewiese umfunktioniert, und do schlief gut die Hälfte der Bochumer bis zum Abflug durch... Total fertig schleppte ich mich dann zum Flugzeug, um wenige Minuten später wieder ins Reich der Träume zu entschwinden. Erst im Landeanflug auf Köln-Bonn erwachte ich wieder, so dass der Flug ziemlich kurzweilig von Statten ging. Während sie anderen sich via Bus wieder auf den Weg in den Pott machten, verabschiedete ich mich Richtung Kölner Hauptbahnhof, von wo es mit dem Zug Richtung Süddeutschland ging. Da ich in Mannheim noch auf den Wuppo traf, verging auch diese Fahrt ziemlich schnell, und um kurz nach vierzehn Uhr betrat man endlich wieder Münchner Boden... Diese Tour war mit Abstand die beste, die ich je miterleben durfte. Bleibt nur zu hoffen, dass der VfL Bochum im Rückspiel die Niederlage noch ausbügeln kann, und uns somit eine weitere Reise durch Europas Stadien beschert. Gruß an Alle die dabei waren.
(Red News Ausgabe 9)

16. September 1997
Trabzonspor vs. VfL Bochum 2:1

Das erste Mal vergisst du nie! Für rund siebenhundert Bochumer trifft diese Aussage mit Sicherheit zu. Viele viele Jahre sind die meisten von uns dem VfL schon "hinterhergefahren", nach Meppen ebenso wie zum FC Bayern... oft haben wir gelitten, gebangt... durch jedes Tal der Tränen sind wir mit dir gegangen - stets stolz darauf ein Teil der VfL-Familie zu sein... Trabzon war und bleibt der Höhepunkt der meisten Anwesenden - unser VfL, die "graue Maus" endlich auf der großen internationalen Bühne - einfach geil! Und leider nur sehr schwer in Worte zu fassen...
(MOMENTAUFNAHMEN - zwölf Jahre "analog" unterwegs)


Heute - einundzwanzig Jahre später - schlug unsere Elf (leider inzwischen als Kapitalgesellschaft agierend) den FC Ingolstadt mit sechs zu null!

Samstag, 15. September 2018

15.09.2018 Austria Salzburg vs. UFC Thalgau 4:2

Wie die Jungfrau zum Kinde kam ich zum Besuch des Spiels Austria Salzburg versus UFC Thalgau. Eigentlich hatte ich ja 'nen Doppler unserer roten Freunde im Terminkalender stehen (ach ja, die Amateure der Bayern gaben beim zwei zu zwei erneut Punkte ab, die Profis sicherten sich gegen Leverkusen mit drei zu ein hochverdient drei Punkte, ließen aber zwei Spieler "liegen"), aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt...
Nach einigem Hin und Her schloss ich mich meinen zwei (PF)LÄSTERSTEIN Mitstreitern Thorsten und Sebi (wollten eigentlich an diesem Wochenende nach Polen) an, die sich spontan für den Besuch der Geburtstagsfeier der Austria Salzburg (Glückwunsch zum Fünfundachtzigsten!) entscheiden hatten. Die Zeit zwischen Ankunft und Spielbeginn nutzte ich, um mich ausführlich mit Bergo, seines Zeichens Autor des Buches "Meine Mutter hat Stadionverbot" (unbedingte Leseempfehlung!), zu unterhalten. Später lief mir dann noch Stefan von den Tough Guys über den Weg - ich nagel Dich bezüglich Deines Versprechens fest mein Freund!
Zum Einlaufen präsentierte die aktive Fanszene der Austria einen "Vorhang", mittels dessen sie den Geburtstag der Salzburger Austria feierten. Wenig später erhellten etliche Fackeln die Curva Viola - mir hat's gefallen, auch wenn ich zugeben muss, dass die Violetten schon bessere Aktionen gezeigt haben. Sowohl auf dem Rasen als auch auf den Rängen (wen wundert's, gibt es doch außer dem SAK keinen nennenswerten Gegner auf den Rängen) behielt die Austria am heutigen Nachmittag die Oberhand. Mit dem Sieg konnte der Abstand auf den Tabellenführer Salzburger ASK auf einen Punkt reduziert werden - tja, Geburtstagsfeier gelungen würde ich sagen! Die zweite Halbzeit nutzte ich, um mit Keiler, seines Zeichens Herausgeber des Fanzines "Einspruch!", Gründungsmitglied der Union Ultra und nach der Neugründung der Austria Mitglied des Vorstands, ein "paar" Worte zu wechseln. Alles in allem ein gelungener Nachmittag - inklusive "Rückkehr" zum Volkssport Fußball...
IN SALZBURG NUR DIE AUSTRIA!


Samstag, 8. September 2018

Rezension: UNTERWEGS 19

Im neuen "Gewand" präsentiert sich die neunzehnte Ausgabe des Unterwegs - wirkt definitiv hochwertiger...
Mit einer Tasse Kaffee (letztendlich wurden es zwei oder drei) machte ich es mir bei herrlichem Sonnenschein auf dem Balkon bequem, um mal einen kurzen Blick ins Heft zu werfen. Zweieinhalb Stunden später war ich durch!
Wie gewohnt legt Josef sein Hauptaugenmerk auf den "Stiefel" - wer mich kennt, der weiß, dass mir das gefällt. Nach ein paar einleitenden Worten (im Fachjargon Vorwort genannt) und einem zweiseitigen Comic (eine kleine Hommage an die Unterwegs-Redaktion) folgt mit dem Spiel Foggia Calcio vs. FC Bari (leider ohne Gäste) das erste Highlight des Heftes - abgerundet wird der Derbybesuch mit der Vorstellung der Seden der vier Gruppen der Curva Nord (Vecchio Regime 2001, Candelaro 1968, Ultras 1980 und Indomabili 1990), einem Kommentar über die politische Gesinnung der Kurve(n) Foggias, einem Interview mit dem Capo der Indomabili 1990 (die Unbezwingbaren), Graffitis und Aufklebern. Es folgt ein überaus ereignisreicher Tag der Unterwegs Redaktion mit Graffitifotoshooting in Foggia*, Avellino, Juve Stabia*, Turris, Ercolano*, Napoli und Portici* (*im aktuellen Heft zu finden) fürs Italienlexikon, den Spielbesuchen APD Pimonte 1970 vs. ASD Castel San Giorgio, ASD Portici 1906 vs. AS Acireale (ergänzt mit ein paar Worten zur Gruppe "Prima Linea 1939 - hier hat der Fehlerteufel in der Überschrift wieder zugeschlagen... "1989" statt "1939" - und einen Bericht über die fast dreißigjährige Freundschaft zwischen Acireale und Savoia; in diesem Zusammenhang wird gleich noch das Filmprojekt der Ultras Savoia angeschnitten) und US Casertana vs. SS Juve Stabia ("Ein paar Minuten gingen sich noch aus, wir kamen gerade recht zu den beiden Toren in der Schlussphase" - so die einleitenden Worte zum letzten Spiel des Tages) und den nächtlichen Jubelarien der Napolitani  nach dem Sieg der eigenen Equipe bei den allseits verhassten "Buckligen" (Juve), der die italienische Meisterschaft 2017/2018 kurzfristig noch einmal spannend machte. Gästefans waren selbstredend nicht erlaubt, weshalb die Mannschaft bei ihrer Rückkehr von allen relevanten Gruppen bei der Rückkehr am Flughafen empfangen/gefeiert wurde. Ergänzt werden Josefs Erlebnisse (glücklicherweise hatte er sich im Hotel gegenüber des Flughafens eingebucht - tja, gewusst wie) von einem Kurzinterview mit Masseria Napoli, bei dem die Tifoseria von Juventus erwartungsgemäß nicht gut weg kommt. Im Anschluss gibt es zehn italienfreie Seiten mit je einem Spielbericht aus Ungarn (Videoton vs. Ferencvaros) und Österreich (Rapid vs. Altach), einen kritischen Kommentar von Brucki zum Thema "Rapid und Religion" und einen Blick aufs WAC Stadion einst und jetzt. Und schon sind wir wieder jenseits des Brenners - FC Südtirol vs. Viterbese, gefolgt von einem Rückblick (respektive einer Aufarbeitung der Hintergründe) auf die Choreo beim Derby Viterbese vs. Sora anno 2003 und FC Südtirol vs. Cosenza Calcio. Bevor der siebte Teil des Italienlexikons auf der Agenda steht, erwartet den geneigten Leser noch ein - in meinen Augen leider etwas zu kurz beziehungsweise oberflächlich gehaltener - Bericht über die 30 Jahre Ultras Rapid Feier in der Ottakringer Brauerei. In der Edizione Sette widmet Josef dreiundzwanzig Seiten der Region Molise. Wie gehabt gibt es ein paar einleitende Worte, die Vorstellung der zweitkleinsten Region Italiens und die historische aufgelöste Gruppen (Ultras Termoli 1987 und Smoked Heads 1986 Campobasso). Es folgt ein umfangreiches Campobasso Spezial mit zwei Interviews (wovon eines aus dem Jahr 2014 stammt und bereits auf www.sportallarovescia.it erschien), der Vorstellung des Stadio Vecchio Romagnoli und zwei Spielberichten - beigesteuert von Remo (Forza Atalanta). Zum Schluss folgt die Vorstellung der sechs relevanten Vereine samt deren Anhang (wie immer gibt es Infos über alle aktiven Gruppen, gute Kontakte, Freundschaften, Rivalitäten und politische Tendenz der Kurve). 
Unterwegs 19
Herausgeber: Josef Gruber
Kontakt: gruberjosef.jg@gmail.com
Format: A5 - farbig
Seiten: 92
Preis: 4,50 Euro

Montag, 3. September 2018

Sommer, Sonne, Strand... Fanzines lesen!

Nein, ich hatte keine Sommerpause... vielmehr war ich im letzten Monat für meine Verhältnisse viel unterwegs in Sachen Fußball (vielleicht liefere ich hier noch den ein oder anderen Bericht)! Die Blogpause hat jedoch andere Gründe - ich bastle aktuell an einigen Projekten, von denen zumindest zwei noch in diesem Jahr fertig werden sollen... nein... MÜSSEN (sonst hau ich Alles in die Tonne!)

Die letzte Woche - ich war mit meinen Mädels in bella Italia - nutze ich, um das ein oder andere Fanzine mal näher unter die Lupe zu nehmen (auch hier besteht aktuell Nachholbedarf). Ich könnte jetzt noch weiter abschweifen, aber die Zeit nutze ich lieber anderweitig - also ran an den Speck!


TORNADOS Spezial Ausgabe 41 - 3,50 Euro

Gute Nachrichten aus Wien-Hütteldorf... Das Tornados Spezial wird - stand heute - nicht eingestellt. Ehrlich, es wäre ein herber Verlust für die Fanzineszene gewesen... In dieser Ausgabe beschäftigt man sich mit einer Zeit, indem der Sportklub Rapid den Namen eines Sponsors innehatte (eine Sache, von der ich zuvor nichts wusste) - Sportklub Rapid Wienerberger, Rapid zu Zeiten den Anschluss Österreichs an das nazionalsozialistische Deutschland, fünfzehn Jahre Lions Rapid (hierzu wurde mit drei aktuellen beziehungsweise aktuellen Mitgliedern des Direttivos ein zehnseitiges Interview geführt), etlichen "Events" rund um die Hütteldorfer Fanszene (wie Block West Fest, Wiener helfen Wienern oder dem neuen Zuhause der Tornados), dem zehnjährigen Jubiläum der Freundschaft zu Ferencvaros (stolze achtzehn Seiten umfasst dieser Teil), der Freundschaft zu den Boys Parma, den Spielen Rapids im Herbst 2017 und dem einen oder anderen Fanzine (beleuchtet wurden je zwei Hefte aus Nürnberg und Wien). Abgerundet wird das zweiundneunzig Seiten umfassende Werk mit einem kleinen Groundhoppingteil (Marokko, Deutschland, Schweiz) und ein paar Seiten Streetart.  
Format: A4 - farbig
Seiten: 92 Seiten
Kontakt: info@tornadosrapid.at
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SELBSTANZEIGER Ausgabe 7 - 2,00 Euro

Auf vierzig farbigen Seiten dreht sich (fast) alles um die Offenbacher Kickers und die Stadt Offenbach - neben Spielberichten aus dem Frühjahr 2018 gibt es Streetart (Graffiti und Aufkleberfotos aus aller Welt), den zweiten Teil der Serie "Offenbacher Originale" und ein paar Tipps das Nachtleben Offenbachs betreffend. Hinzu kommen ein paar Spielberichte von "anderswo", ein (paar) Blick(e) über den Tellerrand, Neues zur "50+1"-Regel und die neuen Polizeigesetze.
Format: A5 - farbig
Seiten: 40 Seiten
Kontakt: selbstanzeiger@gmx.de
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POLSKA KIBOLSKA Ausgaben 3 - 3,70 Euro

Wer mich kennt weiß, dass mich die polnische Fanszene nie so in den Bahn gezogen hat, wie es beispielsweise die italienische (oder zu Beginn meiner "Fankariere" die englische). Nichts destotrotz freue ich mich jedes Mal, wenn ich Berichte/Geschichten/Hintergrundinfos aus Polen in die Finger bekomme. Gerade Mirkos (oder diesmal Holms) Erinnerungen an die "gute alte Zeit" sauge ich förmlich auf. Ab und an denke ich mir schon, dass mir hier einiges entgangen ist (mal abgesehen von ein paar sporadischen Besuchen in den späten 90er Jahren und kurz nach dem Jahrtausendwechsel verirrte ich mich nicht ins "Land der verlorenen Jugend")… Mein persönliches Highlight der dritten Ausgabe ist der Bericht vom Internationalen Fanturnier anlässlich des vierzigjährigen Bestehen des GKS Belchatow. Aber auch Lesern, denen das Hier und Jetzt wichtig ist, kommen auf den 76 Seiten voll und ganz auf ihre Kosten! 
Format: A5 - farbig
Seiten: 80 Seiten
Kontakt: verlag@blickfang-ultra.de / www.blickfang-ultra.de
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WILDES GEBILDE Ausgaben 1 - 5,00 Euro

Das Heft der Mainzer Stadionverbotler konnte mich ehrlich gesagt nicht vom Hocker reißen… An sich ein guter Gedanke, den Leser mit in die Welt der "Ausgesperrten" zu nehmen, doch leider fehlt mir über weite Strecken der richtige Pep. Viele Berichte ziehen sich (leider) wie Kaugummi, und auch in punkto Layout wirkt das ganze eher lustlos. Ich würde mich ehrlich freuen, würden die Mainzer Stadionverbotler in der zweiten Ausgabe das vorhandene Potential (und das bietet ein derartiges Heft zweifelsohne) vollends ausschöpfen - noch besser wäre es natürlich, keiner von ihnen müsste künftig vor den Toren stehen, während die Freunde drinnen die eigene Mannschaft unterstützen... aber das ist wohl leider nur Wunschdenken...

Format: A5 - farbig
Seiten: 80 Seiten
Kontakt: nicht vorhanden
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BRATWURSTDEALER gesammelte Werke Hinrunde 2017/2018
5,00 Euro (wenn ich mich nicht täusche)

In gewohnter Manier präsentiert sich der Sammelband der "Propagandagazetta" der Horda Azzuro - diesmal findet der geneigte Leser die Ausgaben 264 bis 274, die jeweils rund vierzig Seiten umfassen (unglaublich, wenn man bedenkt, dass die Jungs und Mädels zu jedem Heimspiel ein derartig umfangreiches Werk auf die Beine stellen). Neben den Gegnervorstellungen (nach dem Aufstieg in die 3. Liga natürlich um einiges interessanter als zu Regionalligazeiten) kann ich mich insbesondere für die Rubriken "Von unseren Freunden" und ".Report" begeistern. Alles in Allem sind die "gesammelten Werke" ein Band, der in keiner gut sortierten Fanzinesammlung fehlen darf
Format: A5 - schwarz/weiß
Seiten: 460 Seiten
Kontakt: bratwurstdealer@horda-azzuro.de
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ERINNERUNGSORTE AM FUSSBALLSTANDORT BOCHUM

"1848/1938 nur damit es jeder weiß" - unter diesem Slogan beschäftigen sich rund zwei Handvoll Bochumer unter Schirmherrschaft des Fanprojekt Bochum mit den schwärzesten Jahren unseres Landes. Nach einleitenden Worten der Leiterin des Bochumer Stadtarchivs, der Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte und dem Leiter des Deutschen Fußballmuseums, geht es ans Eingemachte - tja, "hier wo das Herz noch zählt" (ein bekannter Slogan aus Grönemeyers "Bochum"), zählte während der Schreckensherrschaft der Nazis in Bochum wenig... auch hier wurden Menschen diskriminiert, enteignet, zur Zwangsarbeit genötigt, vertrieben, in Konzentrations- und Vernichtungslager geportiert und getötet. Es gab jedoch auch Widerstand, Menschlichkeit und Unterstützung für die Unterdrückten... Mittels der Kapitel "Fußball unterm Hakenkreuz", "Jüdisches Leben in Bochum", "Widerstand" und "Zwangsarbeit Krieg und Vernichtung" führen die Macher des Heftes (offiziell "schimpft" es sich Broschüre) von Erinnerungsort zu Erinnerungsort durch Bochum. Hut ab - und vielen Dank für die Aufarbeitung der schwärzesten Stunden meiner Lieblings(fußball)stadt!
Format: A5 - farbig
Seiten: 48 Seiten
Kontakt: post@fanprojekt-bochum.de
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DER MATEMANN Ausgabe 3 - 3,00 Euro

In der dritten Ausgabe des Mainzer Groundhoppingheftes gibt es, abgesehen von ein paar Ausreißern nach Frankreich, Portugal, Luxemburg und Österreich, eine gehörigen Portion deutscher "Hausmannskost" (wobei der Autor ein gewisses Faible für den FC Carl-Zeiss Jena wohl nicht leugnen kann). Des Weiteren gibt es einen überaus lesenswerten Rückblick auf fünfzehn Jahre Red Side Mainz, die Fortsetzung der Reihe "Sammelleidenschaft" (diesmal mit drei Osnabrücker Trikotsammlern, einem Autogrammkartensammler des FC Bayern und einem Eintrittskartensammler des Chemnitzer FC), Rezensionen und einiges mehr. Trotz fehlender "Highlights" (hier hatte Nils bisher die Messlatte schon ziemlich hoch gesetzt) eine durch und durch "runde Sache"!
Format: A5 - schwarz/weiß
Seiten: 108 Seiten
Kontakt: nilsfriedrich@gmx.de
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BLOCKBILDUNG Sammelausgabe der Saison 2017/2018 - 5,00 Euro

Nach Vorbild des "Bratwursdealers" präsentiert der Mainzer Q-Block die gesammelten Werke des zu jedem Heimspiel erscheinenden Infoflyers. Neben Rückblicken auf die vorangegangenen Spiele gibt es Vereinsnews, aktuelles zum (jeweiligen) Gegner, Neues von Freunden (auch hier das für mich interessanteste Thema - aber da hat bestimmt jeder seine Vorlieben), kritische Worte und einiges mehr. Wer einmal einen tieferen Blick auf die Fanszene des FSV Mainz 05 werfen will, sollte sich schnellstmöglich an den Q-Block Mainz wenden, da die Auflage lediglich 150 Exemplare beträgt.
Format: A5 - schwarz/weiß
Seiten: 428 Seiten
Kontakt: info@q-block.de
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DIRENIS - Fußball im Ausnahmezustand - 3,00 Euro

Ein Highlight ist das Werk einer Nürnberger Reisegruppe, die quer durch Nordkurdistan reisten, um zwei Vereine und deren Fanszenen zu besuchen, die den Widerstand und die kurdischen Werte auf die Tribüne tragen. Neben den persönlichen Eindrücken von den Besuchen bei Amedspor und Dersimspor gibt es eine Übersicht über einige der Vereine in Kurdistan, ein Interview mit einem Gründungsmitglied von Amedspor Direnis, einen chronologischen Rückblick auf drei Jahre Gewalt, Rassismus und Ungerechtigkeit gegenüber Amedspor und einen Bericht über den schwedischen "Kurdenverein" Dalkurd FF. Es ist unglaublich und zum Teil auch beklemmend, mit welchen Widrigkeiten die Kurden zu kämpfen haben - ebenso beeindruckend ist es, wie sie sich gegen diese stellen... UNBEDINGT KAUFEN!
Format: A5 - farbig
Seiten: 72 Seiten
Kontakt: amedspor_soli@riseup.net

Montag, 30. Juli 2018

28.07.2018 Millwall FC vs. VfL Bochum 1:0 London calling...

Rund fünfzig Stunden nach dem Schlusspfiff "at The Den" (die "neue" Heimat der Lions feiert übrigens just in diesen Tagen fünfundzwanzigsten Geburtstag) - und siebzehn Stunden nach der Rückkehr aus London sitze ich nun hier, und versuche all die Eindrücke (manche dürften Euch mehr interessieren, manche eher weniger) zu "Papier" zu bringen...
Seit einer gefühlten Ewigkeit (na ja, über zwanzig Jahre sind in unserer heute eher schnelllebigen Zeit schon ne Hausnummer) hatten wir uns ein (Test)Spiel im Mutterland des Fußballs gewünscht. Als sich dann Anfang/Mitte Juni das Testspiel beim "berühmt-berüchtigten" Millwall FC abzeichnete, wuchs nicht nur bei mir die Vorfreude, wie seinerzeit die auf Weihnachten! Unmittelbar nachdem die beiden Vereine sich auf die Austragung des Spiels geeinigt hatten, und die Rahmenbedingungen (Datum/Uhrzeit) zu uns durchgesickert waren, versuchte jeder von unserem Haufen, der das Spiel irgendwie in seinem Terminkalender unterbringen konnte (leider sind wir inzwischen doch arg in die Jahre gekommen, Faktoren wie Arbeit und Familie spielen bei vielen inzwischen eine nicht gerade unbedeutende Rolle - tja, das waren noch Zeiten, als ALLES dem VEREIN und der Gruppe untergeordnet wurde), so schnell wie möglich "Nägel mit Köpfen" zu machen - sprich, die für ihn/sie beste Anreise/die besten Rahmenbedingungen herauszusuchen/abzustecken... Bei uns zu Hause lief das in etwa so: "Hast Du Lust auf ein Wochenendtrip nach London? Bochum spielt bei Millwall!" Ohne lang zu überlegen, sagte die Dame meines Herzens zu - London, "kinderfreies" Wochenende und, zumindest für mich, VfL Bochum international, was will man mehr? Flüge und Hotel waren dann auch relativ schnell gebucht - Preis-Leistungsverhältnis dank meiner "Schnäppchenjägerin" mehr als zufriedenstellend...
Die letzten Tage vor dem Abflug auf die Insel wuchs die Vorfreude ins schier endlose - und das trotz der aus Fansicht doch eher schwierigen (Vereins)Situation. Diesbezüglich schaue ich schon ein bisschen neidisch auf unsere Münchner Freunde, die ja quasi IMMER international vertreten sind!
Die Anreise gestaltete sich dann recht chaotisch und war nichts für (meine) schwachen Nerven. Erst wurde in München unser Flug (wohl wegen der Gewitterfront über England/London) annulliert, dann verspätete sich der "umgebuchte" Flug (aufgrund der Witterungsverhältnisse und eines hydraulischen Problems) um etliche Stunden, so dass wir letztendlich weit nach Mitternacht in London Heathrow landeten (ursprünglich sollten wir um viertel nach neun in London Stansted englischen Boden betreten). Der Weg zum Hotel wurde dann mittels Tube und Taxi bestritten, da gerade "unsere"  Linie nicht die ganze Nacht hindurch fährt. Dem war aber noch nicht genug, mussten wir im Hotel aufgrund eines technischen Defekts auch noch das Zimmer wechseln, was uns jedoch ein Upgrade einbrachte...
Während sich Bele nach dem Frühstück schon mal auf den Weg in die City machte, trat ich die letzte Etappe meiner überraschend aufregenden "Europapokal"-Anreise ins Londoner East End, genaugenommen auf die Isle of Dogs mittels Tube und Train an. Herrlich die ersten "Millwallkunden" im Zug - ordentliche Kanten, von oben bis unten zugestochen... das ist Fußball in England! Auch wenn ich der ersten Generation der Ultrabewegung in unserem Land angehöre, so übt(e) der britische Fußball und seine Fankultur bei mir auch einen gewissen Reiz aus. So viel zum Thema "Italien oder England" - ich denke, beides hat seinen Reiz (auch wenn heute das Geschehen in vielen britischen Stadien eher an ein "Kulturevent" als an ein Fußballspiel erinnern)! Auf dem Weg von der Haltestelle South Bermondsey in die Zampa Road, wo sich das (neue) Stadion der Lions befindet fühlte ich mich um zweiundzwanzig Jahre zurückversetzt - ganz ehrlich, hier ist die Zeit seit meinem letzten Besuch stehengeblieben... GEIL! Vor dem Stadion noch schnell eine Runde mit den anwesenden Mitgliedern unserer Gruppe, sowie dem einen oder anderen Bekannten geplaudert, ehe es Zeit wurde The (New) Den zu betreten. An dieser Stelle schiebe ich jetzt kurz die Geschichte der Lions ein, in der Hoffnung, dass es den einen oder anderen von Euch interessiert.
Gegründet wurde der Club im Sommer 1885 von schottischen Arbeitern der Konservenfabrik Morton Jam Factory. So verwundert es auch nicht weiter, dass die Vereinsfarben - angelehnt an die schottische Nationalflagge - blau und weiß sind. Der Name des Vereins stammt von den Millwall Docks auf der Isle of Dogs. Seit 1993 spielt man im Stadion The Dan (bis 2007 offiziell The New Dan) an der Zampa Road, nachdem das alte Stadion, das einige hundert Meter weiter südlich lag, abgerissen worden war. Die Heimstätte der Lions hat eine Kapazität von 20.146 Zuschauern und war bis dato nie ausverkauft - nahe dran war man am 10. Januar 1994, als zum FA-Cup-Spiel gegen Arsenal 20.093 Zuschauer kamen. Nach rund hundert Jahren in unteren Ligen stieg man am Ende der Saison 1987/1988 erstmals in die höchste englische Liga (seinerzeit Fist Division) auf. Nach zwei Spielzeiten war das Gastspiel im Oberhaus jedoch auch schon wieder beendet. Seitdem pendelte Millwall mehrmals zwischen der zweiten und dritten Liga. Einer der größten Erfolge war das Erreichen des FA-Cup-Finales am 22. Mai 2004, wo man jedoch Manchester United mit null zu drei unterlag. Da sich die Red Devils jedoch für die Champions League qualifizierten, zog Millwall in den UEFA-Cup ein, wo jedoch gegen den ungarischen Rekordmeister Ferencvaros Budapest bereits in Runde eins Schluss war. Seit der vergangenen Saison spielt man übrigens wieder in der zweiten Liga, nachdem man sich zuvor im Endspiel der Qualifikationsrunde gegen Bradford  mit eins zu null durchsetzen konnte. Der Verein rekrutiert seine Fans vor allem aus den ärmeren Stadtteilen im Süden und Südosten Londons. Der traditionelle Erzfeind ist West Ham United (mein Verein auf der Insel). Berüchtigt ist Millwall seit Jahrzehnten für seine "unbändigen" und teilweise gewaltbereiten Fans. Randale gab es beispielsweise im Mai 2002 rund ums Stadion, nachdem Millwall das Playoffspiel zur Premier League gegen Birmingham City knapp verloren hatte und im August 2009 im Rahmen des Ligapokals bei West Ham United (dreimal musste der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen, da es zu Schlägereien auf den Rängen kam). Das Hooliganimage der Lions füttern auch Filme wie Hooligans und The Football Factory, bei denen der Anhang Millwalls als äußerst brutal und gewaltsuchend dargestellt werden. Im Umfeld des Terroranschlags am 3. Juni 2017 in London, wurde der Millwall Anhänger Roy Larner, der sich unbewaffnet den drei islamistischen Attentätern stellte, zum gefeierten Helden. Bekanntester Chant der Lions ist - wie könnte es anders sein - "No one likes us..."
Zurück zum vergangenen Samstag. Exakt 2.617 Zuschauer, darunter zweihundertvierzig Gäste aus Bochum (unterstützt von einigen Freunden aus Leicester), hatten sich eingefunden, um dem "Jimmy Abdou's testimonial" beizuwohnen. Jimmy Abdou bestritt von 2008 bis 2018 für Millwall (wobei er zuletzt an den AFC Wimbledon ausgeliehen war) zweihundertneunzig Pflichtspiele und erzielte hierbei neun Tore. Zur neuen Saison kehrt er zu seinem Heimatverein FC Martigues zurück. An der Zampa Road schein der Franzose viele Freunde gefunden zu haben, wurde er doch mit Standig Ovations und dem einzig lautstarken Gesang des Heimpublikums gefeiert. Gespielt hat er gegen den VfL Bochum übrigens rund zehn Minuten... In einem, insbesondere von der Heimelf körperbetont geführten Spiel zeigte sich unsere Elf über weite Strecken als zu brav und zu harmlos - und so ging der Sieg für die Lions im (ebenfalls) letzten Testspiel vor Beginn der neuen Saison durchaus in Ordnung. Der mitgereiste Bochumer Anhang zeigte sich hingegen von seiner "besseren" Seite - so wurde über weite Strecken des Spiels gesungen... tja, "Europapokal" ist halt nicht alle Tage. Ich für meinen Teil bin echt gespannt, wie sich die (zu Beginn des Berichts schon angesprochene) Situation auf den Rängen in der kommenden Saison entwickelt... schwierig hier eine Prognose ab- oder eine Richtung vorzugeben! Vorgestern hat es mir auf jeden Fall weitestgehend gefallen - auch wenn Union Berlin fast zur selben Zeit bei den Queens Park Rangers einen Anschauungsunterricht in Sachen Tifo an den Tag gelegt hat. Die Bilder des mit zweitausend Berlinern gefüllten Gästeblocks an der Loftus Road waren schon "dufte"!
Nach dem Schlusspfiff noch kurz ein Erinnerungsfoto fürs Fantastic Supporters Familien Album, und schon war ich auch schon wieder auf dem Weg in "The City of London", wo ich am Oxfort Circus bereits sehnsüchtig erwartet wurde. Den Rest des Tages streunten wir durch die Stadt, wobei es uns in Soho besonders gut gefallen hat. Folgerichtig wurde hier auch gegessen... Trotz der Strapazen der Anreise (und der dadurch leider sehr kurzen Nacht) sollte der Tag erst nach Mitternacht sein Ende finden. Der nächste Morgen erwartete uns typisch britisch - sprich mit Regen... Da wir aber nicht aus Zucker sind, streunten wir erneut kreuz und quer durch die Stadt (der ursprünglich geplante Besuch bei Madame Tussauds fiel den Menschenmassen und der Planlosigkeit des Personals zum Opfer) - unglaublich, wie viele geile Ecken diese überaus facettenreiche Stadt hat! Mit etwas Wehmut machten wir uns am späten Nachmittag langsam aber sicher auf den Weg nach Stansted - wir hätten es schon noch ein paar Tage ausgehalten! Die Heimreise verlief im Gegensatz zur Anreise unspektakulär...
Hoffentlich spielt der VfL bald wieder INTERNATIONAL!



Sonntag, 22. Juli 2018

20.07.2018 - FC Kufstein vs. Rapid Wien 0:5

Nach einer gefühlten Ewigkeit war es endlich mal wieder an der Zeit, dem Grenzlandstadion... oh pardon, der Kufstein Arena einen Besuch abzustatten, zumal ich weder das Tribünendach noch die kleine überdachte Gegengerade live und in Farbe gesehen hatte... Der Besuch des österreichischen Rekordmeisters war dafür natürlich ein hervorragender Anlass!
Die Anreise verlief dank der buntgemischten Autobesatzung recht kurzweilig - am Thiersee wurde zudem noch eine kurze Brotzeitpause eingelegt. Für einen Sprung ins kühle Nass sollte es "dank" des Freitagnachmittagsverkehrs um München leider nicht mehr reichen...
Mit rund zweitausend Zuschauern war das Stadion des FC Kufstein nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Bei uns in Deutschland schier undenkbar, wenn ein unterklassiger Verein in der ersten Runde des Pokal auf ein nationales "Fußballschwergewicht" trifft. Aus Wien hatte sich ein guter Haufen eingefunden, der das komplette Spiel über ordentlich am Singen war. Die Jungs und Mädels hatten definitiv Bock! Nachdem es zum Intro ein ganz nettes Doppelhalterintro gegeben hatte, sollte es zur Rapidviertelstunde mit einigen Fackeln noch einmal was fürs Auge geben... Die Zeit vor dem Spiel nutze ich ebenso wie die Halbzeitpause um mich mit den anwesenden Bekannten aus dem Lager der Hütteldorfer auszutauschen. Das Spiel war spätestens nach dem dritten Tor der Gäste nach einer guten halben Stunde gelaufen - da konnte auch ein alter Bekannter aus der 1./2. Bundesliga (Mo Idrissou) nichts ändern...
Eine weitere Erkenntnis konnte ich am Freitag erlangen - trotz intensiver Recherche in Sachen Fan-/Ultraszene in Österreich sind mir die Jungs von der "Legion Kufstein" durch die Lappen gegangen. Noch rechtzeitig, um diesen Fauxpas auszubügeln...

Montag, 9. Juli 2018

We are Millwall, super Millwall, no one likes us...

...we don't care...
Heute wurde es endlich offiziell verkündet - der VfL Bochum spielt am 28. Juli 2018 ein Testspiel beim berühmt-berüchtigten FC Millwall. Während der eine oder andere Bochumer im Laufe des heutigen Tages wohl ziemlich nervös bezüglich Anreise, etc. wurde, durfte ich mich dank bester Informationsquellen entspannt zurücklegen (na ja, entspannt zurücklehnen und Schreibtisch passen zumindest in meinem Fall nicht sonderlich gut zusammen), sind doch sowohl Flüge als auch Hotel schon seit letzte Woche gebucht...
Um die Vorfreude zu befeuern hab ich in meinen Memoiren geblättert - Ziel meiner Suche war der Spielbericht vom ersten Besuch bei anno 1996, als ich mit einer Hand voll Fantastic Supporters anlässlich des Rückspiels der Bayern im UEFA-Cup-Viertelfinale bei Nottingham Forest ein paar Tage auf der Insel verweilten...

37. Spieltag First Division am 16.03.1996
The New Den London

Millwall FC vs. Sheffield United FC 1:0

Mit der U-Bahn ging es bis zur Station London Bridge, wo wir in einen Nahverkehrszug umsteigen mussten. In diesem sah man schon einige ältere Semester, denen ich nicht unbedingt nachts begegnen möchte. Am New Cross Gate hieß es dann aussteigen. Von hier aus hat man einen perfekten Blick auf das Stadion. Auf den knapp fünfhundert Metern zum Ground sah man massig Cops, die Richtung "New Dan" gekarrt wurden. Nebst gelungenem Fanzine erstand man noch eine Stadionzeitung, ehe wir den Fanshop begutachteten. Die Palette des dort angebotenen war mehr als zufriedenstellen, doch da man kein besonderer Fan dieses Clubs ist, wurde der Laden lediglich mit Schal und Anstecknadel für die Sammlung verlassen. Erfreulicherweise gab es dann auch kein Problem mit den bestellten Karten. Auf der Tribüne traf man auf zwei Kollegen von Kölsch Live, die ihrem Ex-Spieler Uwe Fuch eine Aufwartung machen wollten. Unter den 6.500 Zuschauern waren circa fünfhundert Leute aus Sheffield gekommen, um ihre "Blades" im Abstiegskampf zu unterstützen. Während die Gäste teilweise für guten Support sorgten, waren die Heimfans bis auf das allseits bekannte "We are Millwall, super Millwall, no one likes us…" nach dem eins zu null durch Uwe Fuchs fast nicht zu vernehmen. Man hat wohl den Umzug aus dem alt-ehrwürdigen "Den" immer noch nicht so gut verkraftet. Dazu kommt scheinbar noch ein Nachwuchsproblem hinzu, da kaum junge Millwall Fans auszumachen waren. Nachdem wir noch ein paar Fotos gemacht hatten (wenn ich Zeit und Muse hab, scann ich Euch die Tage noch ein paar ein), ging es zurück zur Bahnstation, wo sich die Jungs aus Köln von uns verabschiedeten. Um kurz nach 20 Uhr waren wir dann wieder in unserer Pension, wo man bei Bier, Bacardi-Cola und Rotwein gemütlich ausklingen lies.   

In den folgenden Tagen sahen wir noch folgende Spiele:
17.03.1996 Finale Anglo-Italian Cup Final
Port Vale FC vs. Genoa FC 2:5
19.03.1996 Rückspiel UEFA-Cup-Viertelfinale
Nottingham Forest vs. Bayern München 1:5
zudem wurden folgende Ground besichtig:
Upton Park - West Ham United FC
Highbury - Arsenal FC
Carven Cottage - Fullham FC
Stamfort Bridge - Chelsea FC
Meadow Lane - Notts County FC

So, das war's dann auch schon wieder - aktuell türmen sich bei mir Berichte, Fotos, Informationen und und und… in der Hoffnung irgendwann in geordnete Form gebracht zu werden!