Freitag, 23. Januar 2026

21. Januar 2026 - Bayern München vs. Union Saint-Gilloise 2:0

Nach der Auslosung der Ligaphase der Champions League hätte ich gesagt, dass dieses Spiel sowohl sportlich als auch fantechnisch eher zu den uninteressanteren Begegnungen zählen würde; aber bekanntlich kommt es manchmal anders als man denkt.
Die UEFA hatte die Bayern nach der Pyroaktion gegen Sporting Lissabon Anfang Dezember (wie zu erwarten) mit einer Teilsperrung der Südkurve belegt, die die Verantwortlichen aus freien Stücken auf den kompletten Unterrang der Kurve ausweitete (und somit annähernd verdoppelte). Dass die aktive Fanszene sich dieser unverhältnismäßigen Kollektivstrafe (die in meinen Augen einzig und allein darauf abzielt, Uneinigkeit in der Kurve zu säen, um so ein gewünschtes Verhalten zu erzwingen - ich weiß, dass gerade das Thema Pyrotechnik innerhalb der Fanszene durchaus unterschiedlich gesehen wird, was ja auch vollkommen legitim ist) nicht beugen würde, war wohl jedem, der sich mit der Fan-/Ultrabewegung hierzulande beschäftigt, klar. Letztendlich sollten sich die aktiven Gruppen in den Blöcken 318 bis 322 im Oberrang der Südkurve einfinden. Während über den verwaisten Stehplätzen ein Spruchband mit der Aufschrift "GEGEN KOLLEKTIVSTRAFEN - FÜR EINE LEBENDIGE FAN-KULTUR" prangte, stand auf einem zweiten im Oberrang "WIR SIND IMMER HIER - DIE KURVE DAS SIND WIR"... selbstredend erschallte das ent-sprechende Lied kurz vor dem Anpfiff! Die durchaus emotionsgeladene Stimmung in den folgenden neunzig Minuten bewies eindrucksvoll, dass die "Strafenpolitik" der UEFA und des FC Bayern problemlos ad absurdum geführt werden konnte (die Stellungnahme der Südkurve München zum Spiel gegen Union Saint-Gilloise findet ihr hier). Nachdem ich die erste Halbzeit bei den Freunden der Dachau City (die sich ihre Plätze heute mit MRP "teilten") verbracht hatte, zog ich mit dem Halbzeitpfiff ein paar Blöcke weiter... sprich ins Zentrum der Kurve. Das Spiel konnten die Bayern letztendlich mit zwei zu null für sich entscheiden, wobei man sich lange Zeit unerwartet schwer gegen den - vor diesem Spieltag - 27. der sechsunddreißig teilnehmenden Vereine tat. Positiv überrascht war ich übrigens vom zahlreich vertretenen Gästeanhang aus Brüssel, der einen durchaus bleibenden Eindruck hinterließ. 






Mittwoch, 10. Dezember 2025

9. Dezember 2025 - Bayern München vs. Sporting Lissabon 3:1

Heimspiele der Bayern in der Königsklasse, das bedeutet im Allgemeinen eine durchaus gemütliche Abfahrtszeit (so ummara sieben) im Raum Dachau; eine Ausnahme sollte das letzte Spiel in der Königsklasse im Jahr 2025 darstellen - Anpfiff 18:45 (tja, die beiden Partien am Dienstag, sowie die beiden am Mittwoch, die den Fernsehsendern noch mehr Kohle bescheren sollen, gibt es ja auch noch)...
Und so musste ich gestrigen Dienstag (trotz Bergen von Arbeit) in der Kanzlei relativ früh die Segel streichen, damit ich pünktlich um fünf abfahrtsbereit war. Die frühe Anstoßzeit hatte nicht nur den Vorteil, dass man relativ früh wieder zu Hause ist, sondern auch, dass sich die Parkplatzsuche in Garching-Hochbrück durchaus entspannt gestaltete. Im Stadion zog es mich alsbald in Richtung Vorsängerpodest, wo neben den üblichen Verdächtigen der Schickeria mit FaBu ein weiterer Fantastic Supporter begrüßt werden konnte (dieser wollte endlich mal wieder ein "normales" Spiel in der Kurve erleben; tja, hast Dir den Platz auf der Haupttribüne ja (quasi) selbst ausgesucht mein Lieber... 😏 Aufgrund der doch eher unschönen Polizeiübergriffe auf Fußballfans im Europapokal gab es zu Beginn große Spruchbänder in Richtung Europäischer Union und UEFA (GET YOUR SHIT TOGETHER - PROTECT AWAY FANS FROM ARBITRATY MEASURES AND POLICE VIOLENCE!). War die Stimmund (soweit ich das von meinem Platz aus beurteilen konnte) in den ersten dreißig Minuten richtig gut, so flachte diese in der Folgezeit leider spürbar ab. Nach dem Seitenwechsel gab es seit längerer Zeit wieder eine Pyroshow in der Südkurve, bestehend aus roten und weißen Bengalen, die über die komplette Breite gezündet wurden. Da unsere Freunde nach dem Achtelfinal-Hinspiel gegen Bayer Leverkusen in der vergangenen Saison mit einer Bewährungsstrafe seitens der UEFA belegt wurden, darf man gespannt auf deren (idiotische) Reaktion respektive Sanktion warten. Ach ja, auch die mitgereisten Gäste aus der portugisischen Hauptstadt hantierten das ein oder andere Mal mit pyroteschnischen Erzeugnissen; ob der Einsatz von Böllern hierbei unbedigt sein musste, stelle ich mal in Frage (ein überaus lauter sorgte kurzzeitig für Irritaion - vor zwanzig Jahren hätten sich in diesem Moment wohl weitaus weniger Leute Gedanken gemacht). Ach ja, das Spiel konnten die Bayern, die nach Kimmichs Eigentor in der 54. Minute in Rückstand geraten waren, letztendlich hochverdient mit drei zu eins für sich entscheiden. In punkto Tifo konnte der Münchner Anhang in Durchgang zwei an die gute Anfangsphase anknüfen, so dass man letztendlich von einem richtig guten Auftritt sprechen kann.



(vielen Dank an Tobi fürs zu Verfügung stellen der Fotos)

Freitag, 21. November 2025

Rezension: WIR SIND SCHON AUF DEM BRENNER Ausgabe 5

Über zwei Jahre mussten die Italiennerds auf die fünfte Ausgabe des "Wir sind schon auf dem Brenner" warten; wenn ich das mit meiner eigenen Postille vergleiche, eine definitiv noch tragbare Wartezeit... 😅
Mit dem "späten Erscheinen" hadert Pompo im Vorwort, stellt aber auch klar, dass das nichts mit einem möglichen zurückgegangenen Interesse der Autoren am Mutterland der Ultras zu tun hat - hätte mich ehrlich gesagt mehr als gewundert, wenn nicht sogar schockiert! Ferner stellt er die Frage, ob sich ein Heft, dass sich nur mit einem einzigen Themenschwerpunkt beschäftigt, auf Dauer Sinn macht. Wenn ich mir im Gegenzug überlege, wie oft ich von diversen Personen aller möglichen Vereine und durch alle Altersschichten (es gab mal Zeiten, an denen ich das Gefühl hatte, Italien wäre gerade für die jüngeren Generationen nicht mehr das "Maß aller Dinge") hindurch, nach dem Erscheinen des neuen "Wir sind schon auf dem Brenner" gefragt werde, dann kann ich kurz und knapp mit "Nein" antworten!
Den einleitenden Worten folgen zwei geballte Blöcke mit Spielbesuchen (wenn ich mich nicht verzählt habe, wurden im Jahr 2023 sage und schreibe fünfunddreißig Spiele besucht, im Jahr 2024 waren es derer "nur" fünfundzwanzig 😉). Unterwegs waren die Autoren auf dem kompletten Stiefel, von der Serie A bis hinunter in die Promozione dürfte für jeden etwas dabei sein. Müsste ich mich auf drei Highlights festlegen, so würde ich mich (nach langem Überlegen) auf die Spiele Barletta vs. Cavese (allein wenn ich an die zum Bericht gehörenden Bilder denke, wird mir augenblicklich warm ums Herz!), Sampdoria vs. Bari und Catanzarao vs. Bari festlegen. Zwischen den Spiel- und Erlebnisberichten der beiden Jahre findet der geneigte Leser neben einem achtseitigen Streetart-Part den fünften Teil der "Geschichte der Ultras"; diesmal beschäftigt man sich mit den Jahren 2010 bis 2020, einer für die Ultrabewegung definitiv nicht gerade einfachen Zeit. Nach dem Tod des Polizisten Filippo Raciti im August 2009 sieht sich die Bewegung auf dem Stiefel mit der Einführung der Tessera del Tifosi konfrontiert; ein Instrument das bei den Ultras für breite Ablehnung stieß. Dies führte dazu, dass "normale" Auswärtsspiele erstmal der Geschichte angehören sollten. Um zu "überleben" sollten nach und nach viele Kurven den Widerstand jedoch aufgeben, um jungen Mitgliedern das "Erlebnis Auswärtsspiel" zu ermöglichen. Ein paar Kurven/Gruppen blieben bezüglich der Ablehnung jedoch konsequent, unter anderem waren das Sampdoria, Bergamo, Cagliari und Lecce. In die Epoche fielen auch das Ende einiger historischer Gruppen wie beispielsweise das Collettivo Autonomo Viola (2011) oder die Vigilantes Vicenza (2012). Ein positiver Moment der doch eher tristen Epoche war der Besuch einer Abordnung von Ultras von fünfundzwanzig Vereinen im Senat, wo durchaus konstruktiv diskutiert wurde. Knapp ein Jahr später sollte die Tessera offiziell abgeschafft werden, was für einen sichtbaren Aufschwung sorgen sollte. Am Ende des 224 Seiten umfassenden Heftes beschäftigt man sich noch (einmal) ausführlich mit den Freundschaften zu Samb und Empoli (denen man bereits in den regulären Spielberichten das ein oder andere Mal "über den Weg" gelaufen ist); die Freundschaft zu den Ultras Empoli wurde übrigens am 25.02.2023 anlässlich des Heimspiels des Empoli Football Club gegen die Società Sportiva Calcio Napoli "offiziell" gemacht (sprich, es hing zum ersten Mal die Fahne der Schickeria über der der Ultras Empoli). Abgerundet wird das überaus lesenswerte (und nicht minder informative) Heft mit einem weiteren Kapitel der "Lieder der Kurve"; diesmal geht es um die Version des "Bella Ciao" der Curva Sud Siberiano.
Anstatt diese Rezension jetzt wieder mit einer (gerechtfertigten) Lobhudelei zu beenden, zitiere ich ein paar Zeilen aus Pattis Bericht vom Spiel zwischen dem FC Südtirol und dem Genoa Cricket and Football Club... "[...] u.a. über das neue Blickfang Ultra und die Generationeninterviews gelabert. Wobei mir persönlich hier Union und Erfurt mit ihren Antworten am meisten zugesagt haben. Ich gönne mir hier thematisch dann auch schnell einen Exkurs zu meiner eigenen Meinung: Ich sehe das mittlerweile entspannt. Weitergeben von Einstellungen, Werten etc. ist wichtig und wenn es nach meinen Wünschen gehen würde, gäbe es bei Einstellung, Stil etc. eine hohe Konstanz für die nächsten 20 Jahre. Aber wenn man das will, muss man halt dabei bleiben, Präsenz zeigen und dafür einstehen. Klar sollten junge Leute Respekt davor haben, was in den letzten 20-25 Jahren in Deutschland gegen viele Widerstände aufgebaut wurde. Sie sollten verstehen wie anstrengend es teilweise ist, sich ob eines gewissen Alter noch für die Gruppe und Kurve einzusetzen und natürlich darf man Verständnis für veränderte Lebensumstände einfordern (bestes Beispiel Kinder - ohne sterben wir nämlich aus [...] Gleichzeitig bleibt die Zeit nicht stehen, Rahmenbedingungen wandeln sich ständig, die Bewegungen wandeln sich ständig, die Bewegung wächst schnell, nimmt (sozial-)medial einen ganz anderen Raum ein. Viele Gruppen können so wahrscheinlich nur schwerlich hinterher, den Nachwuchs vernünftig zu integrieren und wenn man da dann nur noch selten an Treffpunkten auftaucht und falls dort vor allem mit dem eigenen Bezugskreis Bierchen trinkt, dann ist es für die jungen Leute auch nicht unbedingt leicht mitzubekommen, was man denn in der Vergangenheit so gemacht hat und wieso man manche Veränderung so schlecht findet. Man kann irgendwann nicht mehr erwarten, dass jede und jeder den Knicks vor dem Geleisteten macht. [...] Eine Sichtweise, über die sich so mancher "Alte" Gedanken machen sollte; und vielleicht muss(te) ich diesbezüglich auch mal vor der eigenen Tür kehren.
Format: A5
Seiten: 224 Seiten - farbig
Preis: 6,00 Euro
Kontakt: www.suedkurve-muenchen.de

Montag, 10. November 2025

vom Inn an die Donau... österreichische Woche im November 2025

In Österreich treibe(n) ich/wir mich/uns ja bekanntermaßen des Öfteren herum; zwei (sehenswerte) Spiele (insbesondere was das Geschehen auf den Rängen betrifft) innerhalb von fünf Tagen sehe ich aber inzwischen eher selten. 
Zum Auftakt meiner österreichischen (Fußball)Woche hatte ich mir das Gastspiel des FC Wacker Innsbruck in Kufstein auserkoren. Der zehnmalige Österreichische Meister scheint sich nach dem Konkurs 2002 (kurz zuvor hatte man als FC Tirol Innsbruck - unter diesen Namen hatte der FC Wacker nach der Ausgliederung der Profiabteilung im Jahr 1993 die wohl erfolgreichsten Jahre der "jüngeren" Vereinshistorie bestritten, dabei aber einen immensen Schulden-berg angehäuft) und dem Sturz in die fünftklassige Tiroler Liga im Jahr 2022 (abgesehen von der Saison 2002/2003 war man nach dem Konkurs des FC Tirol und der Neugründung des FC Wacker immer in den zwei höchsten Spiel-klassen beheimatet) inzwischen wieder gefangen zu haben; so steht man aktuell nach sechzehn Spieltagen (das Gastspiel beim FC Kufstein schon mit eingerechnet) mit dreiundvierzig von achtundvierzig möglichen Punkten nicht nur auf dem ersten Platz der drittklassigen Regionalliga West, sondern auch vor der Rückkehr in die 2. Liga. Mit einem Zuschauerschnitt von 4.730 Besuchern bei Heimspielen am Tivoli (seit dem letzten Spieltag der Saison 2024/2025 steht die aktive Fanszene wieder auf der angestammten Nordtribüne - die Rückkehr wurde übrigens vor rund 4.000 Zuschauern Zusehern stilecht mit einer Choreographie zelebriert) liegt man deutlich vor der Wattener Sport-gemeinschaft Tirol, die seit dem Aufstieg in die Bundesliga ebenfalls das Tivoli Stadion als Heimspielstätte nutzt. Rund eine Stunde vor Spielbeginn sollte ich die Kufstein-Arena betreten; da es wie aus Kübeln goss, nahm ich das Angebot der Gastgeber, doch noch ein wenig in der Kantine zu verweilen, dankend an. Knapp zehn Minuten vor Anpfiff machte ich es mir auf der kleinen überdachten Tribüne auf der Gegengeraden direkt gegenüber den etwa siebenhundert mitgereisten Innsbruckern gemütlich (na ja, aufgrund des teils heftigen Windes sollte das Dach über mir nur bedingt den Regen von mir fern halten). Diese legten über die kompletten neunzig Minuten eine überaus flotte Sohle aufs Parkett; gesangstechnisch wurden neben einigen neue(re)n Liedern auch alle Klassiker gesunden. Auch wenn die Vorsänger sich augenscheinlich das ein oder andere Mal noch etwas mehr Einsatz gewünscht hatten, so war ich vom Auftritt der Tivoli Nord durchaus begeistert. Nachdem ich mich in der Halbzeitpause mit Mike (Unterland) ein wenig ausgetauscht hatte, so folgte ich nach dem Seitenwechsel seiner Einladung, und verfolgte das Spiel fortan inmitten der Gäste. Richtig laut wurde es dann spätestens mit dem vielumjubelten Führungstreffer des FC Wacker, der sich gegen den aufopferungsvoll kämpfenden Tabellenletzten lange schwer tat, was wohl nicht zuletzt am schwer zu bespielenden Platz (war schon krass zu sehen, wie das Geläuf von Minute zu Minute mehr in Mitleidenschaft gezogen wurde; der Platzwart dürfte bisweilen Tränen in den Augen gehabt haben) lag. Als drei Minuten später auch noch das zweite Tor fiel, war die Messe defacto gelesen; und so feierten die Schwarz-Grünen die letzten zwanzig Minuten ausgelassen die Herbstmeisterschaft. Für eine kurze Schrecksekunde sorgte ein paar Minuten vor dem Abpfiff ein Spieler der Innsbrucker, als er bei einem Klärungsversuch einen kleinen Jungen, der mit seinen Eltern im unteren Bereich des Gästeanhangs stand, regelrecht abschoss... zum Glück ging es dem Kleinen nach dem Schlusspfiff schon wieder besser, und so durfte er sich nicht nur mit den Spielern vorm Gästeanhang feiern lassen, sondern bekam auch noch das Trikot des "Übeltäters". Während die Gruppen der Tivoli Nord ihr Material einpackten, wechselte ich noch ein paar Worte mit dem einen oder anderen Bekannten, ehe ich (nach dem Abmarsch der Gäste) noch einmal kurz die Kantine aufsuchte...






Am späten Mittwochnachmittag (zuvor hatte ich noch einiges an geschäftlichen und privaten Terminen "abzuspulen") machte ich mich dann erneut auf den Weg zu unseren Nachbarn; Ziel diesmal Wien. Nachdem wir (Bele und Ida waren ebenfalls am Mittwochabend angereist; jedoch von Hamburg aus mit dem Flugzeug - die Beiden hatten die erste Hälfte der Herbstferien genutzt, um Freunde in der Nähe von Lüneburg zu besuchen) am Donnerstagnachmittag "das Geschäftliche" (dem Hauptgrund unseres Besuches in der österreich-ischen Hauptstadt) erledigt hatten, verabschiedete ich mich um viertel nach sechs in Richtung Hütteldorf. Vor dem Spiel tauschte ich mich noch ein wenig mit Brucki, Dominik (TR96), Christoph (UR88) und Tobi (ehemals Lords) aus, ehe ich mich zusammen mit Dominik eine Viertelstunde vor Spielbeginn in den oberen Bereich der Nordtribüne (also gegenüber dem "Block West" und neben dem Gästeblock) verabschiedete, um den bestmöglichen Blick auf die Choreographie der Tornados zu haben. Zum Lied "Wien, du Stadt meiner Träume" von Rudolf Sieczynski aus dem Jahr 1912 präsentierten die Tornados eine Blockfahne mit dem "Cover" des Wienerlied, links davon wurde ein Wimpel der Stadt Wien mit der Jahreszahl 1137 (in diesem Jahr wurde Wien erstmals schriftlich als "civitas" - Stadt - bezeichnet) gezeigt, recht davon ein Wimpel des SK Rapid in den Gründungsfarben blau-rot und mit dem Gründungsjahr 1899 versehen. In Kombination mit der musikalischen Liebeserklärung an die Stadt Wien ein wirklich gelungenes Intro, das sogar bei mir als neutralem Zuschauer für Gänsehaut sorgte. Dass die Tornados hiermit auch die "neutralen" Zuschauer berührt haben, zeigte sich anhand des tosenden Applaus nach Beendigung der Choreographie. Im Gegensatz zum Block West, der durchaus stimmgewaltig in Spiel startete (sich dann aber Mitte der ersten Halbzeit mehr und mehr an die Leistung der eigenen Mannschaft anpasste), taten sich die Mannen von Trainer Peter Stöger gegen die im Jahr 1948 unter dem Namen CS Universitatea Craiova gegründeten und (nach Auflösung im Jahr 2014 und Neugründung) seit 2017 unter dem Namen FC Universitatea 1948 firmierenden Rumänen mehr als schwer; der letztendlich spielentscheidende Führungstreffer durch Oleksandr Romanchuk in der 36. Spielminute war die logische Folge. Nach dem Seitenwechsel versuchten sich die Hütteldorfer mit aller Macht gegen die drohende dritte Niederlage im dritten Spiel der Conference League zu stemmen (leider waren sie aber vor dem Tor meist viel zu harmlos), was die Stimmung im mit 23.457 Zuschauern ganz ordentlich gefüllten Weststadion noch einmal ordentlich pushen sollte. Die Gruppen der Peluza Nord Craiova, die mit rund tausend Leuten nach Wien gereist waren, konnte ich ebenfalls einen ordentlichen Auftritt bescheinigen. An dieser Stelle sein noch erwähnt, das die Peluza Sud (zwischen beiden Tribünen hatte es schon lange gekriselt) nach der Auflösung von CSU dem inzwischen vom rumänischen Fußballverband ausgeschlossenen FC U Craiova (die Neugründung zwei gleichnamiger Vereine hat in Rumänien ja inzwischen schon Tradition) unterstützt. Nach dem Spiel sollte es noch auf "nen Schwatz" in die Säulenhalle des Block West gehen; vielen Dank für Eure Gastfreundschaft. Letztendlich sollte ich das Weststadion als einer der Letzten verlassen...












Mittwoch, 29. Oktober 2025

28. Oktober 2025 - FC Augsburg vs. VfL Bochum 0:1 (DFB-Pokal)

Nachdem sich der VfL während unseres Urlaubs in Apulien im Sportforum Hohenschönhausen nur mit Mühe gegen den BFC Dynamo durchsetzen konnte (1:3 nach Verlängerung; den Führungstreffer der Weinroten konnte Noah Loosli fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit egalisieren), bescherte uns das Los für die zweite Runde ein Gastspiel beim FC Augsburg. Im Gegensatz zu den Jungs und Mädels, die sich aus dem Pott auf den Weg machten (Rückkehr in Bochum im Optimalfall in den frühen Morgenstunden), fand ich das Los durchaus attraktiv. Dies lag nicht nur an der kurzen Anreise, sondern auch an der Tatsache, dass wir bis dato fünf Gastspielen drei gewinnen konnten (zudem gab es ein Unentschieden, sowie die Niederlage in der letzten Saison), und sich die Augsburger darüber hinaus in einer sportlichen Talfahrt befanden.
Da die Bayern erst am heutigen Mittwoch beim 1. FC Köln um den Einzug ins Achtelfinale kämpfen, bescherte uns nicht nur zahlreiche Unterstützung durch die Gruppen der Südkurve, sondern mir auch eine überaus entspannte Anreise als Mitfahrer... 😉 An dieser Stelle vielen Dank an Tobi für den Hol- und Bringservice! Für etwas Spannung sorgte die Info einer bereits vor uns eingetroffenen Münchner Autobesatzung bezüglich Römische Augsburger Späher am vereinbarten Treffpunkt mit Ultras Bochum und dem Ruhrstadtkollektiv. Nach einigem Hin und Her sollte es dann noch einmal in Richtung Autobahn gehen, um von dort aus gesammelt mit den Ultras beider Vereine geschlossen den (ursprünglich anvisierten) Parkplatz in Stadionnähe anzusteuern. Von hier aus zogen wir dann geschlossen weiter in Richtung Gästeblock (natürlich nicht ohne die zu erwartende Begleitung diverser Staatsdiener). Hier wurde erst einmal der Rest der heute anwesenden Fantastic Supporters sowie etliche weitere Bekannte begrüßt, ehe es langsam aber sicher Zeit wurde, seinen Platz (etwas oberhalb der "jungen Wilden") einzunehmen. Während unsere Mannschaft von der ersten bis zur letzten Minute alles in die Waagschale warf, benötigte der Gästeblock ein paar Minuten, um auf Temperatur zu kommen. Danach war es aber ein solider Auftritt mit einigen Ausreißern nach oben; meine beiden persönlichen Highlights waren "Katherine, Katherine" (Wir träum'n vom Glanz der alten Tage...) und "Mein VfL" am Ende eines denkwürdigen Pokalabends, das wir dank Gerrit Holtmanns Treffer in der vierzigsten Minute durchaus verdient für uns entscheiden konnten. Der Traum von Berlin darf somit (nach zwei Erstrundenniederlagen in den vergangenen Spielzeiten) noch etwas weiter geträumt werden. Ach ja, das Ruhrstadtkollekiv zeigte noch ein Gedenkspruchband für die (vor rund zehn Jahren) verstorbenen Augsburger Ultras Max und Dani; nach dem bei unserem letzten Gastspiel von den Augsburgern im Gästeblock befestigten Spruchband für Tobi und Demski eine mehr als tolle Geste... Ultras sterben nie!
Nachdem die Feierlichkeiten im Gästeblock beendet und das Material wieder eingepackt war, machte sich unser Tross auf den Rückweg zu den Autos respektive Neunern; letztendlich sollte es bis zur Abfahrt dann noch ein wenig dauern... dafür ging es aber im Konvoi mit Blaulicht bis zur Autobahn.
Schuss, Tor, Hurra - wir holen den Pokal... 😊





 (alle Fotos Photomafia Bochum)

Freitag, 24. Oktober 2025

...führt uns noch einmal nach Europa, in den UEFA-Cup! Ein Blick zurück ins Jahr 1997

Für nostalgische Gefühle sorgte der Champions League Gegner unserer Münchner Freunde Club Brügge; in der Saison 1997/1998 trafen wir in der 2. Runde des UEFA-Cup auf die Belgier (zuvor hatten wir Trabzonspor dank eines fulminanten Sieges im Rückspiel - das Hinspiel am Schwarzen Meer hatten wir noch knapp verloren - aus dem Wettbewerb gekickt!). Da bietet es sich doch an, mal wieder das "Buch der Erinnerung" auszupacken...
Ob zuhause an der Casse oder beim Auswärtsspiel
unser ganzes Leben widmen wir nur Dir!
Wir träum'n vom Glanz der alten Tage und dreh'n am Rad!
Führt uns noch einmal nach Europa, in den UEFA-Cup!

21.10.1997 13.000 Zuschauer 1:0 
Nachdem man die erste Aufgabe im internationalen Geschäft gegen Trabzon mit Bravour gemeistert hatte, bescherte uns die 2. Runde den bis dato ungeschlagenen belgischen Tabellenführer Club Brügge. Das dies alles andere als mein Traumlos war, hat zwei Gründe. Erstens hatte ich den Ground bereits zwei Jahre zuvor gemacht, und zweitens wollte aufgrund der Nähe plötzlich jeder mitfahren. Glücklicherweise beschloss die Vereinsführung, die Trabzonfahrer bei der Kartenvergabe bevorzugt zu behandeln, womit das Kartenproblem schnell gelöst war...
Nach meinem Kurzaufenthalt in der Heimat (zuvor hatte ich am Freitag das Heimspiel gegen den 1.FC Köln besucht; am Samstag standen das Spiel der Zweitvertretungen von Fortuna Düsseldorf und dem KFC Uerdingen und das Gastspiel des ASV Dachau beim TV Düren in der Volleyball Bundesliga auf dem Programm, ehe das Wochenende mit dem Spiel unserer Amateure bei der Hammer Spielvereinigung abgeschlossen wurde), schließlich muss man sich seine Fußballspiele irgendwie finanzieren, ging es (am Montag) nach Arbeitsende wieder in Richtung Westen, wo mich Herr Knispel bereits sehnsüchtig erwartete. Die eh schon kurze Nacht wurde noch ein paar Stunden kürzer, da man sich noch zu einem kleinen Schlummertrunk ins Drugstore begab... Total gerädert hieß es dann um kurz nach halb sechs wieder aufstehen, musste man doch um sieben Uhr am Bochumer Hbf. sein. Nach und nach trafen dann auch alle Fantastic Supporters ein, nur ein gewisser Zinemacher aus Marl ließ bis zuletzt auf sich warten... Da die meisten Busse aber bis dahin schon voll waren, kamen wir in die Ehre, uns in einem Kleinbus breitmachen zu dürfen, womit einer gepflegten Anreise nichts mehr im Wege stand. In Brügge angekommen wurden alle Busse auf einen Parkplatz außerhalb des Zentrums geleitet, von wo aus es am späten Nachmittag geschlossen zum Stadion gehen sollte. Zusammen mit dem restlichen Troß Bochumer ging es in die wahrlich wunderschöne Brügger Innenstadt, die einem kleine mittelalterliche Häuser, einen alten Marktplatz, Schloßgärten, zahlreiche Kanäle und Pferdekutschen bot... (ich glaub' einen derartigen Satz würde ich heute so nicht mehr zu Papier bringen) Im Zentrum versammelten sich dann nach und nach alle mitgereisten Bochumer, darunter auch eine stattliche Abordnung der BO-City, unterstützt von einigen Berliner Freunden. Obwohl der Mob des öfteren in Bewegung kam, gab es vor dem Spiel meines Wissens keinen Feindkontakt mit den Kollegen von der East Side. Irgendwann kam man dann auf die Idee den Rathausturm mit unserer Fahne zu schmücken, was dann auch von Bo-Showman und mir in die Tat umgesetzt wurde. War zwar total sinnlos, aber irgendwie kam's doch genial... Danach wurde es dann Zeit, den Weg zum Stadion anzutreten, was sich unter massiver Polizeieskorte abspielte. Die Busse wurden dann in einer Seitenstraße hinter der Gästekurve geparkt, gut abgeschirmt von den belgischen Cops. Die Eingangskontrollen verliefen dann relativ harmlos, uns so brauchte sich keiner zu wundern, dass es zu Beginn des Spiels zum Einsatz diverser pyrotechnischer Erzeugnisse kam. Das Jan-Breydel-Stadion, das aus zwei doppelstöckigen Tribünen auf den Geraden und zwei unüberdachten Hintertortribünen besteht, war mit 13.000 Zuschauern bei weitem nicht ausverkauft, wodurch sich die Frage stellt, wieso nur 1.500 Karten nach Bochum gingen... Von belgischer Seite war, bis auf zeitweise lautstarken Support, nicht besonders viel zu hören, aber auch bei uns war die Stimmung nicht gerade toll. Lediglich die Hoolfraktionen auf beiden Seiten waren pausenlos am pöbeln , was in dem Austausch von Leuchtspurmunition in der Halbzeit gipfelte. Als man sich schon mit dem torlosen Unentschieden abgefunden hatte, fiel doch noch der Siegtreffer für die Gastgeber, was die Stimmung bei uns ein wenig drückte. Nach dem Spiel kamen dann unsere Spieler wie gewohnt in die Kurve, um sich bei uns zu bedanken. Erstaunt war man, dass man ohne Blocksperre aus dem Stadion geführt wurde. Bei den Bussen kam es noch zu einigen "Feindberührungen", wobei die Jungs von der East Side mit Flaschen und Steinen zu Werke gingen. Wie lange die Scharmützel dauerten, kann ich euch leider nicht sagen, da wir irgendwann in unseren Kleinbus verfrachtet wurden, und abermals mit Polizeischutz eskortiert wurden. Während es die anderen vorzogen, die Rückfahrt schlafend zu verbringen, wurden Knispel und ich noch Zeugen eines üblen Unfalls, bei dem ein Auto explodierte (eine Szene, die mich noch lange begleiten sollte; ein Lastwagen war ungebremst in ein Stauende gerast). In Bochum ging es dann hundemüde mit dem Taxi nach Kornharpen, wo mich mein Bett schon sehnsüchtig erwartete. Ganze vier Stunden später hieß es dann aber auch schon wieder aufstehen, wollte ich mich doch frühzeitig auf den Weg nach München machen... (wo am Abend noch das Champions League Gruppenspiel der Bayern gegen Paris Saint-Germain besucht werden sollte; unsere Freunde sollten das Spiel, das mit einer durchaus sehenswerten Europa-Choreographie eingeläutet wurde, letztendlich klar mit fünf zu eins für sich entscheiden) 
Diese Tour war zwar bei weitem nicht so genial wie Trabzon, wird aber dennoch mit Sicherheit zu den besten meiner Fankariere zählen.


5.11.1997 23.900 Zuschauer 4:1 Georgi Donkov (2), Sergej Juran und Dariusz Wosz
Die Ausgangslage war heute ähnlich wie gegen Trabzonspor, hatte man doch in Brügge eine knappe 0:1 Niederlage hinnehmen müssen... Mit gemischten Gefühlen machte ich mich nach getaner Arbeit auf den Weg zum Ruhrstadion, wo auch schon der Rest der Choreogruppe auf mich wartete. Hatte es beim letzten Versuch noch einige Lücken gegeben, erstrahlte heute die Südtribüne gänzlich in blau und weiß, während in der Ostkurve tausende von Luftballons ein wahrlich gutes Bild abgaben. Obwohl unsere Jungs bereits nach zehn Minuten in Führung gingen, und das Geschehen auf dem Rasen klar dominierten, stand es zur Halbzeit nur 1:1, was doch die ersten Zweifel hinsichtlich des Erreichens der 3. Runde weckte. Zu diesem Zeitpunkt waren die gut und gerne 1.600 Supporter aus Brügge noch am Feiern... Nach der Pause war es abermals Georgi Donkov, der nach 50 Minuten die abermalige Führung für die Bochumer erzielte. Als die Gäste bei einem Konter nur den Pfosten trafen, sank einem das Herz fast in die Hose, um nur drei Minuten später zu explodieren, scorte unser ukrainischer Büffel im Gegenzug zum 3:1, was die Massen wahrlich in Ekstase versetzte. Nachdem man noch einige brenzlige Situationen überstanden hatte, blieb es Darius Wosz vorbehalten mit seinem Tor kurz vor Ultimo den Sack endgültig zuzumachen. Unglaubliche Szenen spielten sich daraufhin im Ruhrstadion ab... fremde Menschen lagen sich in den Armen, Freudentränen allerorts... Während die Jungs von der Brügger East Side ihren Frust an den Stadionzäunen und an den Cops ausließen, machten wir uns auf den Weg ins Bermuda Dreieck, wo eine geniale Party abgezogen wurde. Eins ist klar, dieser Abend wird wohl kein Bochumer so schnell vergessen... Ach ja, einige Stunden nach dem Spiel soll es noch zu kleineren Boxereien zwischen den beiden Lagern gekommen sein, aber genaueres kann ich euch diesbezüglich nicht erzählen.


Die beiden Spielberichte stammen aus der zehnten Ausgabe der Red News, dem Vorgänger des (PF)LÄSTERSTEIN, und wurden von mir und Christian Knispel verfasst. Zum Heimspiel gegen den VfB Stuttgart drei Tage später präsentierten wir in unserer damaligen Heimat, dem Block A unsere Vorfreude auf den nächsten Europapokalgegner...

Donnerstag, 23. Oktober 2025

22. Oktober 2025 - Bayern München vs. Club Brügge 4:0

Zusammen mit Nils machte ich mich relativ früh (Abfahrt um kurz nach sieben 😉) auf den Weg in Richtung Garching-Hochbrück, da ja Dank des Südkurven Hauses unser bisheriger "Arenaparkplatz" wohl nur noch selten (bei wirklich früher Anreise) eine Option darstellen wird... glücklicherweise hatte der "Busch-funk" bereits eine überaus interessante Alternative gemeldet, die wir heute auch gleich erfolgreich testen konnten.
Die Südkurve beschäftigte sich heute ausführlich mit der Personalie Jerome Boateng; der ehemalige Bayernspieler plant eine Hospitation bei Trainer Vincent Kompay. Eben jener Jerome Boateng war wiederholt wegen psychischer und physischer Gewalt, sowie Machtmissbrauch in Beziehungen "auffällig" geworden. Ein Thema,  über das man meines Erachtens einfach nicht wegschauen sollte darf!
Das Spiel war bereits zur Halbzeit durch Tore von Lennart Karl (was der Junge aktuell macht, ist echt sensationell), Harry Kane und Luis Díaz zugunsten unserer Freunde entschieden; im zweiten Durchgang sollte sich (nur) noch die Chelsea-Leihgabe Nicolas Jackson in die Torschützenliste eintragen.
Während die Südkurve am heutigen Abend einen mehr als guten Auftritt (man konnte den Leuten um uns herum von Anfang an den Spaß beim Singen förmlich ansehen; mein persönliches Highlight des Abends war die Homage an den, sich an diesem Abend ebenfalls im Stadion anwesenden Mr. Wembley Arjen Robben) aufs Parket legte, sorgten die mitgereisten Gäste definitiv nicht dafür, sich positiv in mein Gedächtnis einzubrennen...