Montag, 25. Oktober 2021

"Uralt-Rezensionen" Teil IV

PLATTENPOST Ausgabe 11 - 5,00 Euro

Auch dieses Jahr haben die Suptras abermals ein paar Seiten draufgepackt - stolze 352 Seiten umfasst der aktuelle Saisonrückblick der Hanseaten. Auch diesmal gibt es einen ausführlichen Rückblick (sowohl in Wort als auch in Bild) auf die Saison 2019/2020, wobei hier nach dem Montagabendheimspiel gegen Eintracht Braunschweig am 9. März 2020 Schluss war, da nach der ersten Corona bedingten Unterbrechung auch in Liga drei nur vor leeren Rängen gespielt wurde. Es folgen ein Bericht unter dem Motto "Hansa während Corona", die obligatorischen Rubriken wie "Pyrotechnik", "Mobfotos" und Graffiti (aufgeteilt in "Wände" und "Züge"), der Saisonrückblick der Blau Weiß Roten Hilfe, eine (überaus gelungene und interessante) Zeitreise in die wilden 90er (selbstverständlich mit ordentlich Bildmaterial versehen) und zu guter Letzt ein kleiner aber feiner Groundhoppingblock (bereist wurden Polen, Kroatien, Ungarn; Frankreich und Ecuador). Ich bleibe dabei, mit Sicherheit eines der ansprechendsten Gruppenhefte des Landes.
Format: A5 - farbig
Seiten: 352 Seiten
Kontakt: plattenpost@suptras.de
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SCHALKE UNSER Ausgabe 103 - gegen Spende

Allein schon wegen des Covers (im TKKG-Style; aber wahrscheinlich ist das für mich alten Herrn eine Nostalgiesache) der Hit! Schlägt man das Heft dann irgendwann auf, findet man unter anderem ein Interview mit der Schalker Vereinsarchivarin Dr. Christine Walther, Schalke im Internet, einen kritischen Text über die sportliche Strategie bei S04, einen Blick auf die Ausgliederung unserer Profiabteilung ("Auch in der Ausgliederung eine graue Maus" - zum Glück, kann ich da nur sagen!), die inzwischen etablierte UGE-Seite (#helpGelsen reloaded), Neues von der Schalker Fan-Initiative, den obligatorischen Fölljetong, die FCN-Ecke und vieles mehr. 
Format: A5 - farbig
Seiten: 56 Seiten
Kontakt: post@schalke-unser.de
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SCHWABENSTURM 2002 Saisonrückblick II - 6,00 Euro

Und wieder ein Vorwort, in dem sich (fast) alles um die verflixte Pandemie (Unwort der Jahre 2020 und 2021, wenn Ihr mich fragt!) dreht. Inhaltlich handeln die Ultras vom Schwabensturm die Zweitligasaison 2019/2020 (beginnend am 21.12.2019 mit der Partie Hannover 96 vs. VfB Stuttgart und endend mit dem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld am 09.03.2020) in Wort und Bild (auf letzteres legen die Macher des im Querformat erscheinenden A4-Heftes klar ihr Augenmerk) ab. Darüber hinaus gibt es interessante Texte zu den Freundschaften/Kontakten nach Reutlingen und Cesena, zur Unterbrechung der laufenden Saison und soziales Handeln, Gruppenleben während Corona (untergliedert in die einzelnen Abschnitte der Pandemie, wie beispielsweise den ersten Lockdown oder die Lockerung danach), das Kurvenleben im allgemeinen, den VfB Stuttgart und den Fußball überhaupt (alles natürlich im Zusammenhang mit Coroan), den Einzug in die neuen Gruppenräume, sowie einen Rückblick auf den alten. Insgesamt muss man sagen, dass die Jungs und Mädels die vorangegangene Erstausgabe definitiv toppen konnten...  
Format: A4 - Querformat - farbig
Seiten: 186 Seiten
Kontakt: info@schwabensturm02.net
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STRAWANZA ...erster Streich - 3,50 Euro

"Strawanza - der Name ist Programm..." Jetzt fragt sich der eine oder andere von Euch bestimmt, was denn ein "Strawanza" überhaupt ist. Strawanzen bedeutet sich müßig au der Straße herumtreiben und nicht arbeiten, respektive ein etwas liederliches, unstetes Leben führen. Bei der eigenen Vorstellung können die Macher des Heftes nicht sagen, was der Strawanza genau ist, viel mehr was er nicht ist... "Besprechung des österreichischen Ligaalltags durch die Rapidbrille, Fanzine einer Gruppierung, Kurvenmagazin, Fußballfachsimpelei, Hoppingheftl..." Ich war nach dem Vorwort auf jeden Fall angefixt. Los geht es mit einer Ode an das Testspiel (TSV Grein/Strudengau Auswahl - SK Rapid Wien anno 2017), weiter mit Trainhopping made in Germany (VfL Osnabrück - 1.FC Nürnberg), dem Derby in Budapest, Basketball in München (FC Bayern - Panathinaikos), einem fetten (Rück)Blick auf die Fanszene von Hammerby (1970 - 2020) - untermalt mit richtig geilen Bildern, einen Nachruf auf das Söderstadion, (Kraw-)allsvenskan statt unteres Play Off (mit dem Besuch von fünf Spielen), eine Blick auf die Situation der Ultras in Marokko im allgemeinen und in Casablanca im besonderen (inklusive Derbybericht aus dem April 2018), Rückblicke auf Reisen nach Indonesien, Kroatien, Italien (na bei dem Redaktionsteam wäre ich auch schwer enttäuscht gewesen, wenn ich nichts aus dem Mutterland der Ultrabewegung gefunden hätte) und England. Der Derbybericht Blau-Weiß Linz vs. Vorwärts Steyr, ein kritischer Blick auf den Film "Ultras - über das Ergebnis hinaus", die Rezension des Buches "Stadionrebellen" und die Spurensuche zum Doppelhalter "REST IN FREEDOM BLUE GIRL" (aufgetaucht im Herbst 2019 im Block West) runden die mehr als gelungene Erstausgabe ab. Ich freue mich schon tierisch auf den zweiten Streich des Strawanza...  
Format: A5 - farbig
Seiten: 84 Seiten
Kontakt: strawanza@protonmail.com
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UNA VITA IN VACANZA Numero Due - Preis: keine Ahnung!

Auch die zweite Ausgabe von UNA VITA IN VACANZA (ein Leben im Urlaub) kann nahtlos an die mehr als geniale Erstausgabe anknüpfen... Den einleitenden Worten folgt ein ausführlicher Rückblick auf die (Reaktionen der) erste(n) Ausgabe, ehe es langsam aber sicher ans "Eingemachte" geht - Spielberichte aus Apulien (Monopoli, Andria, Bari - hier wurde dem Calcio Popolare Club Ideale Bari ein Besuch abgestattet), Kalabrien (Crotone), der Toskana (Montevarchi, Empoli, Pisa) und Venetien (Verona) - stets locker flockig geschrieben, und dennoch überaus informativ. Weiter geht es mit einem ausführlichen Blick auf den Umgang der italienischen Ultras mit den "Auswüchsen" der Corona Pandemie, persönlichen Erinnerungen an die "alten Zeiten" (Arbeitstitel: Vecchi Tempi) - ein Spiel aus dem Jahr 2003 und drei aus dem Jahr 2009 (hier wurde unter anderem das Spiel unserer rot-blauen Brüder gegen Catania besucht), eine Fortsetzung der Spurensuche des "Indianers" als Gruppenlogo (auch diesmal mit etlichen bis dato mir unbekannten "Enthüllungen"), zwei geile Texte zum Thema "striscioni rubati" (zum einen der legendäre Clou der Brigate Rossonere in Cagliari, als sie die Heimfahne der Furiosi entwenden konnten, zum anderen der Verlust der Auswärtsfahne der Freak Brothers an die Armata Rossa Perugia), Ultras beim Eishockey und beim Rollhockey (gerade bei letzterer Sportart wusste ich, abgesehen von den Ultras aus Forte dei Marmi, deren Buch in meinem Bücherregal steht, so gut wie nichts), einer kulinarischen Italien-Reise durch Berlin (Not macht bekanntlich erfinderisch), Rezensionen (Giornali e libri) mit Italienbezug und zu guter Letzt ein paar abschließende Worte (das zweifelsohne Bock auf eine weitere Ausgabe der Postille vorhanden ist, nehme ich hier wohlwollend zur Kenntnis). 
Format: A5 - s/w
Seiten: 120 Seiten
Kontakt: una_vita_in_vacanza@web.de
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ZEITSPIEL Ausgabe 21 - 7,80 Euro

Titelthema diesmal "Die 80er - das (letzte) Jahrzehnt der Unschuld?" - "Selbstgestrickte Schals, maximal drei Spiele am Samstagabend in der Sportschau, selbst der FC Bayern war noch ein e.V., und international spielten ausschließlich die Meister von 32 europäischen Nationen um den Landesmeisterpokal. Kaum ein Spieler trug Tattoos, die Fanshops waren fahrbare Stände vor den Stadien, Bier hatte grundsätzlich Umdrehungen und zu essen gab es Bratwurst" Selbst für mich als einer, der just in diesen Zeiten mit dem runden Leder (langsam aber sicher) in Berührung kam ein überaus interessantes (und vor allem nostalgisches) Thema. Sechsundvierzig Seiten, die im Nu verschlungen waren... Des weiteren gibt es natürlich auch diesmal die obligatorischen Rubriken wie Wappenstube, Original und Original, Neues aus dem Unterbau und Klubs in der Kriese, einen Nachruf auf Diego Armando Maradona, Berichte über die Sportfreunde Siegen, die Stuttgarter Kickers, das Krakauer Derby, Fußball in Peru, eine Vorstellung des Ernst-Thälmann-Stadion und vieles mehr...
Format: A4 - farbig
Seiten: 100 Seiten
Kontakt: www.zeitspiel-magazin.de

Samstag, 23. Oktober 2021

"Uralt-Rezensionen" Teil III

DER HADERLUMP Ausgabe 3 - 3,00 Euro

Ich muss zugeben, dass ich mich irgendwie in das Coverfoto der dritten Ausgabe des Haderlumps verliebt habe... ja, dat is Fußball! Auf hundertsechsundfünfzig Seiten gibt es nicht nur Groundhopping satt (bereist wurden Tschechien - nicht erst seit Beginn der Pandemie das Lieblingsland von Pasa, Polen, Deutschland, Belgien, die Schweiz und die Slowakei). Der Cut, den der erste Lockdown auch in diesem Heft hinterlassen hat, wird genutzt, um sage und schreibe achtundzwanzig Fanzines auf "Herz und Nieren" zu prüfen; gleich zu Beginn bekomme ich respektive die letzte Ausgabe des (PF)LÄSTERSTEIN mein/sein "Fett" weg... Gegen Ende des Heftes gibt es ein überaus interessantes Interview mit den Sasha's Boyz/KleinGartenBlock Löbtau; ist schon nicht ohne einen achtklassigen Stadtteilverein "anständig" zu unterstützen. Auf den letzten vier Seiten gibt es dann noch einen Gastbeitrag zur Lage des Chemnitzer FC. Die kurzweilige und informative Schreibe, sowie das schlichte aber durchaus gelungene Layout machen den Haderlump zu einer "runden Sache"...
Format: A5 - s/w (Cover farbig)
Seiten: 156 Seiten
Kontakt: haderlump-fanzine@gmx.de
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HAJOPEI Ausgabe 10 - 3,50 Euro

Und weiter geht es mit dem nächsten Groundhoppingheft. Nach längerer Schaffenspause präsentieren Freddy und Arthur in der Jubiläumsausgabe Spiel- und Reiseberichte aus Italien (zum Einstieg gibt es gleich eine, auf zweiundzwanzig Seiten festgehaltene Tour über den Brenner - logisch, dass mein Herz da zum Freudensprung ansetzt!), Polen, Albanien, dem Kosovo, der Schweiz (neben etlichen Fußballspielen wurde hier auch das Eishockeyderby zwischen Ambri-Piotta und Lugano besucht), Deutschland, Jordanien, Palästina, Israel, England und Mexiko. Zu Papier gebracht haben die beiden das Ganze gewohnt locker flockig, gepaart mit einer Fülle an Informationen (sowohl hinsichtlich aller Belange das "runde Leder" betreffend, als auch dem Land und der dort lebenden Leute). Das Layout ist nach wie vor im klassischen schwarz/weiß-Stil gehalten. Ach ja, aufgrund der eingangs erwähnten Schaffenspause tangiert Corona das Heft nur am Rande (genaugenommen im Vorwort)... Ich hoffe inständig, dass irgendwann eine Ausgabe elf des HAJOPEI in meinem Briefkasten landet!    
Format: A5 - s/w
Seiten: 124 Seiten
Kontakt: hajopei-redaktion@gmx.de
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HÖLLENRITT Ausgabe 7 - 2,00 Euro

Spielberichte aus Tschechien und Deutschland (neben Chemie Leipzig findet sich hier allerhand "Hafer" aus dem Leipziger Outback - was jetzt nicht abwertend klingen soll) von Juni 2020 bis November 2020 bilden den Hauptteil des Heftes. Abgerundet wird das Ganze (coronafrei) mit "Geschichten aus dem Archiv" (VfB Leizig vs. Sachsen Leipzig anno 2000, Dresdner SC vs. Dynamo Dresden anno 2002 und Sachsen Leipzig vs. Chemnitzer FC) und Fußballgeschichten aus den Wendejahren (fand ich durchwegs interessant). 
Format: A5 - s/w (Cover farbig)
Seiten: 104 Seiten
Kontakt: elitegesindel@yahoo.de
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IRGENDWO Ausgabe 4 - 4,00 Euro

Farbig geht es weiter... in (inzwischen) gewohnter Manier berichtet Sebastian locker flockig von seinen Fußballreisen durch Frankreich, Deutschland, San Marino, Italien, Polen, die Schweiz, Österreich, Finnland, Estland, Belgien, Luxemburg und Schottland (der Bericht vom Spiel zwischen Celtic und Patrick Thistle stammt aus dem Jahr 2016). Des weiteren findet der geneigte Leser zwei fette Rezensionsblöcke (Lieber Sebastian, ich werde mich bemühen, die Zeit zwischen (PF)LÄSTERSTEIN 18 und 19 ein wenig kürzer zu halten... zur Erinnerung, zwischen Ausgabe 17 und 18 vergingen geschlagene zwölf Jahre! Ein bisschen Zeit bleibt mir also noch...), die Übersetzung des ursprünglich in der Gazzetta Ultra erschienenen Interviews (Nancy interviewt hier Saarbrücken) zur Freundschaft zwischen Saarbrücken und Nancy, ein Interview mit einem Mitglied der Armada Turku (überaus interessant, über Ultras in Finnland wusste ich bis dato null Komma null), ein Rückblick auf das Spiel Saarland vs. Deutschland (Qualifikation zur Fußball Weltmeisterschaft 1954), Übersetzungen der Spielberichte GKS Katowice vs. Ruch Chorzow und Odra Opole vs. Slask Wroclaw (beide Spiele fanden 1998 statt) aus dem TO MY KIBICE (natürlich jeweils untermalt mit etlichen geilen Bildern), sowie das Feedback der "schreibenden Zunft" respektive Leserschaft zur dritten Ausgabe des irgendwo. Feines Heft, das definitiv Spaß auf mehr macht!
Format: A5 - farbig
Seiten: 124 Seiten
Kontakt: irgendwo-heft@gmx.de
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LANDSHUDA BLAUHELM Ausgabe 6 - 4,00 Euro

Wir wechseln die Sportart... vom grünen Rasen aufs kalte Eis... Neben den Spielen des EV Landshut im Frühjahr 2019 - die Niederbayern schafften letztendlich den Aufstieg in die zweite Liga - werfen die Protagonisten des Landshuda Blauhelm einen Blick auf das Leben und Schaffen von Nanni Balestrini (wer kennt bitte sein "I Furiosi" nicht?), beleuchten BANDY - das etwas andere Eishockey - von allen Seiten, stellen den IF Boltic Karlstad und dessen Anhänger vor, interviewen einen Ultrá des russischen Vereins Vodnik Rrchangelsk, übersetzen einen Text der weiblichen Mitglieder der Gioventù Biancoblu (Ambri-Piotta), dokumentieren den Umbau ihres Eisstadion am Gutenbergweg, lassen ihre beiden Besuchen in Karlstad Revue passieren, berichten von der Coppa Antirazzista 2019 und rezensieren andere Eishockey Fanzines. Alles in allem ein gelungener Blick über meinen Tellerrand...
Format: A5 - s/w (Cover farbig)
Seiten: 208 Seiten
Kontakt: landshuda-blauhelm@web.de
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LEBE LIEBER AUSSERGEWÖHNLICH Ausgabe 3 - 4,50 Euro

Schon im Vorwort spürt man den ungebremsten Enthusiasmus des Herausgebers (kann man gerade in Zeiten der Pandemie und der damit einhergehenden "Fußballmüdigkeit" vieler Weggefährten nicht hoch genug bewerten), der dann auch auf den folgenden hundertdreißig Seiten fortwährend spürbar ist. Zu Papier gebracht wurden diesmal die Erlebnisse von Fußballreisen aus zehn Ländern (Frankreich, Malta, Deutschland, Bulgarien - hier durfte sich ein Gastautor austoben, Österreich, Tschechien (ich glaube, ich hab noch nie so viele Berichte aus dem "Honzaland" zu Gesicht bekommen, wie momentan; auch eine Folge der vermaledeiten Corona Pandemie), Lettland, Estland, Slowakei und Kanada - hier kramte Jan tief(er) in der "Erinnerungskiste"; die zu Papier gebrachte Tour datiert immerhin auf das Jahr 2016 - ist für mich aber dennoch das absolute Highlight des Heftes!), sowie ein Nachruf an Diego Armando Maradona (selbstredend startet er diesen mit DEM Lied). Ein Kompliment muss ich für die Auswahl und Anordnung der Fotos (gerade was Land und Leute - ich weiß, ich hab da vielleicht ein anderes Augenmerk wie der ein oder andere von Euch) aussprechen; die haben mich echt voll mitgenommen!
Format: A5 - farbig
Seiten: 136 Seiten
Kontakt: lla-zine@web.de
Ach ja, sollte jemand zufällig die Nummer eins loswerden wollen - bitte bei mir melden!

Freitag, 8. Oktober 2021

"Uralt-Rezensionen" Teil II

DETRÁS DE LA PORTERÍA Número 3 - 4,00 Euro

Anfang des Jahre erreichte die dritte Ausgabe des spanischen Ultrámagazine meine "heiligen Hallen". Los geht es mit einem großen Rückblick auf das Lissaboner Derby zwischen Sporting und Benfica. Die Begegnung Estoril Praia vs. Academica Coimbra und ein Interview mit Vintage Football City Tours komplettieren den "Portugalteil". Aus Spanien gibt es Interviews mit dem Gate 22 des FC Sevilla, der Fende Testas Compostella und den Athleticzaleak des Athletic Club Bilbao, eine Vorstellung der Inter City Culé (Barca), massig Fotos, sowie eine große Übersicht über spanische Fanzines (wobei man hauptsächlich auf vergangene Zeiten zurückblickt). Des Weiteren fanden unter anderem noch das Derby della Meloria (Pisa vs. Livorno), ein Interview mit Paolo Scaroni (der Brescia Ultra wurde von Polizisten ins Koma geprügelt und ist heute Invalide; die Täter wurden nie zur Rechenschaft gezogen!), sowie die Geschichte der Ultras in Cannes den Weg ins 104 Seiten umfassende Heft.
Format: A5 - farbig
Seiten: 104 Seiten
Kontakt: siempre@detrasdelaporteria.com
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ENCRÉ DANS LA TRIBUNE Ausgabe 2 - 7,50 Euro

Hatte mir die Erstausgabe des Heftes aus dem Hause "Zines de France" überaus gut gefallen, muss ich zugeben, dass die Macher des 346 Seiten umfassenden Bandes diesmal sogar noch eine Schippe draufgelegt haben; schade nur, dass ich so gut wie kein Französisch kann (so müssen einmal mehr "Google Lens" und unsere beiden Großen herhalten). Neben einer ausführlichen Übersicht der "zuletzt" erschienenen französischen Hefte (wie beispielsweise das Mentalité insoumise #8 oder die Gazzetta Ultra' # 4), gibt es einen "Rundblick" quer durch Europa (unter anderem werden Hefte/Bücher aus der Ukraine, Rußland und Belgien vorgestellt, den (wohl) obligatorischen Block zur Association National des Supporters (ANS), ein Interview mit dem Macher des Ultramag', einen Blick auf die überregionalen Fanzines in Spanien, ein großes Special zum Le Goujon frétillant der Ultra Boys 1990 (mit Interview, den Covern aller bisher erschienenen Ausgaben und zahlreichen Kurvenfotos), ein ausführlicher Artikel zum Yakoi! #37 (April 2020) der Section Ouest 1993 Lausanne (auch hier mit Interview und geilen Fotos), eine Vorstellung des Buches Stadionrebellen (i ribelli gefli stadi) von Pierluigi Spagnolo und und und. Wahrlich ein krasses Teil, das eigentlich in keiner Sammlung fehlen sollte.  
Format: A5 - farbig
Seiten: 346 Seiten (plus 28 Seiten starkem "Beiheft" und ein paar Postkarten mit Kurvenfotos)
Kontakt: zinesdefrance@gmail.com
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ERLEBNIS FUSSBALL Ausgabe 82 - 4,95 Euro

Die Reihe der großen Interviews wird auch in der 82. Ausgabe des Erlebnis Fußball fortgesetzt; auf weit über hundert Seiten steht die 1996 gegründete Grazer Sturmflut Rede und Antwort. Sowohl die Fragen als auch die ausführlichen und vor allem ehrlichen Antworten haben mich derart geflasht, dass ich das "Ganze" in einem Rutsch gelesen hab (für 'nen alten Mann wie mich war die dadurch etwas kurz geratene Nacht nicht unbedingt der Hit). Bleibt nur zu hoffen, dass die XXL-Interviewreihe noch lange fortgesetzt wird - trifft genau meinen Geschmack! Auf den restlichen sechzig Seiten gibt es Blick auf den Umgang der deutschen Kurven mit der Corona-Pandemie, Interviews mit dem Autoren der Partizan Belgrad Fußballfibel, einem Initiatoren des Projekts "Frankfurter Farbe", sowie mit den Landstrasslern des Linzer ASK,  einen Rückblick auf 25 Jahre Srebrenica, den dritten Teil der Reihe "Blick nach Griechenland" (unterwegs ist man diesmal in Peristeri - ein Interview mit den Ultras von Atromitos darf natürlich nicht fehlen) und einen Rückblick auf eine Marokkoreise anno 2012.   
Format: A5 - farbig
Seiten: 196 Seiten
Kontakt: info@erlebnis-fussball.de
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GESPRÄCH MIT DEM BETRUNKENEN Ausgabe 17 - 1,50 Euro

Auch an Christophers Groundhoppingpostille ist Corona nicht spurlos vorübergegangen; so findet der geneigte Leser auch hier einen seh-/spürbaren Einschnitt zwischen Anfang März 2020 und Mitte Juni 2020... tja, da hatten wir wohl alle mehr oder weniger mit dem ersten Lockdown und Geisterspielen zu kämpfen... Auf vierzig Seiten gibt es Berichte aus England, Deutschland, Argentinien (zweifelsohne das Highlight dieser Ausgabe) und Tschechien (auch hier als "Restart"). Neben Fußball wurden auch diesmal wieder etliche "Randsportarten" wie Eishockey, Wasserball, Volleyball und Handball  besucht. Die "virtuellen Sportveranstaltungen" während des Lockdowns (über die hier auch berichtet wird) wäre definitiv nicht meins gewesen... 
Format: A5 - s/w
Seiten: 40 Seiten
Kontakt: betrunkenesfanzine@freenet.de
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GOLDEN TIMES Japan Spezial - 4,00 Euro

"Seit ich Ende des Jahres 2019 die Zusage für ein Praktikum in Japan erhalten hatte, liefen die Planungen auf absoluten Hochtouren. Scheiß auf Flüge, Wohnungssuche oder sonstige Vorbereitungen - hauptsache der Rahmen für die Fußballtouren stimmt." - eine Herangehensweise, die mich durchaus an meine wilden Jahre erinnerte, auch wenn da die Ziele durchaus andere waren. Andrés Pläne waren - wie im Vorwort nachzulesen - groß, nur leider hatte er die Rechnung ohne die maledeite Corona-Pandemie gemacht. Diese sollte die Planung zwischen der Ankunft im März und der zweiten Juliwoche, wo endlich das erste Spiel (SC Sagamihara vs. AC Nagano Parceiro) besucht werden konnte, ordentlich über den Haufen werfen. Letztendlich sollten es noch neun weitere Spiele werden, die den Weg ebenso ins überaus lesenswerte Heft fanden, wie die unzähligen informativen "Reiseberichte" und das (bereits aus dem letzten La Cosa Nostra bekannte) "Kashiwa Reysol" Interview. Der Wahnsinn sind die vielen geilen Bilder, wobei mich hier einmal mehr "Land und Leute" fast mehr in den Bann gezogen haben, wie die durchaus ebenfalls sehenswerten Fotos aus den Stadien.  Alles in allem ein absolut gelungenes Heft - Daumen definitiv nach oben!
Format: A5 - farbig
Seiten: 136 Seiten
Kontakt: redaktion.goldentimes@gmx.net

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GRAFFITI OF PAOK / ARIS / IRAKLIS - je 10,00 Euro

Nachdem ein Jahr zuvor der Dreierband aus Athen erschien, folgten Anfang diesen Jahres das Pardon aus Thessaloniki. Wie gehabt gibt es auf jeweils vierundachtzig Seiten die Reviermarkierungen der drei großen Clubs POAK, ARIS und Iraklis - einleitend auch diesmal ein paar Worte über den Verein und seinen Anhang. Hatte ich die drei Bände aus Athen seinerzeit noch in englischer Sprache ergattern können, musste ich diesmal - wohl oder übel - mit der französischen Variante, die abermals in Zusammenarbeit mit der Gazzetta Ultrá aufgelegt wurde, vorlieb nehmen. Konnte seinerzeit mit PAO in der griechischen Hauptstadt noch ein klarer "Sieger" ausgemacht werden, kann man in Thessaloniki konstatieren, dass die drei Szenen sich zumindest in punkto Streetart auf absoluter Augenhöhe begegnen.
Format: A5 - farbig
Seiten: 84 Seiten
Kontakt: https://gazzettaultra.bigcartel.com
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GROUNDHOPPING MADE IN LEV Ausgabe 8 - 1,50 Euro

"Die Leverkusener Arschtaschen-Trilogie im A6-Format Anno 2020 ist perfekt..." so die einleitenden Worte der Herausgeber des Heftes - nun ja, mein Format ist es nach wie vor nicht; geht halt im Schrank irgendwie unter... Neben aktuellen Spielberichten (Juli 2020 bis Oktober 2020) aus Deutschland, Luxemburg und der Schweiz (ordentlicher Hafer, aber in den oberen Ligen war ja nix mit Zuschauern) gibt es Rückblicke in die Jahre 2005 (Nordirland) und 2011 (Mexiko), sowie einen Bericht über den Einfluss des Fußballs in den Argentinischen Alltag, verfasst von ein paar Jungs von Argentino de Quilmes. Das nächste Heft bitte bitte wieder in 'nem vernünftigen (A5)Format!
Format: A6 - farbig
Seiten: 56 Seiten
Kontakt: ghmadeinlev@yahoo.de

Donnerstag, 23. September 2021

"Uralt-Rezensionen" Teil I

Gelesen und (grob) rezensiert sind die nun folgenden Hefte schon "etwas" länger; die Zeiten am Strand, am See oder auf der Liege im Garten gehören langsam aber sicher auch schon wieder der Vergangenheit an... Bevor ich jetzt unnötig viele Worte verliere, mache ich mich ans Werk und bringe die Rezensionen der letzten sieben, acht oder neun (so genau weiß ich das gar nicht mehr) Monate endlich in "druckbare" Form!


ALTER HUT Ausgabe 1 - 5,00 Euro

"Alter Hut" - eine Aussage, die ich rund um Fußballtouren eher verabscheue... will mir mein gegenüber damit sagen, dass er etwas besseres ist? Auf jeden Fall ein Floskel, die bei mir nicht gerade für Hochstimmung sorgt... Aber gut, wollen wir niemanden (vor)verurteilen oder an den Pranger stellen. Die vier Protagonisten berichten in ihrem Erstlingswerk von Touren durch Spanien, Deutschland, die Niederlande, Belgien, Malta, Italien, Schottland, Luxemburg, Tschechien, die Schweiz und Österreich, stets versehen mit Hintergrundstories; bisweilen jedoch etwas zäh zu lesen. Die Rubriken wie "Best Worscht 2020", "Der Hopperduden" und "Geflügelte Worte", ein Interview mit der Kulturstadtmafia Weimar, sowie einem Wappenrätsel sorgen für Abwechslung. Ich denke ein durchaus brauchbarer Einstieg ins "Fanzine Business" mit reichlich Luft nach oben. 
Format: A5 - farbig
Seiten: 196 Seiten
Kontakt: fanzinealterhut@web.de
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ATHLETICKER Spezial Februar 2021 - 6,50 Euro

"Wir haben unsere Heimat wieder. Nicht nur das, denn nach jahrzehntelanger Dampfplauderei bekommt der glorreiche ASK tatsächlich sein neues und vor allem eigenes Schmuckkästchen in der Zigeleistraße - genau dort, wo er hingehört. Damit heißt es aber auch Abschied nehmen von der Gugl, wie wir sie kennen. Grund genug, um in dieser Sonderausgabe zurückzublicken und unsere alte Heimat zu huldigen - wir befassen uns in mehreren Artikeln ausführlich mit der Geschichte des Stadions sowie den Höhe- und Tiefpunkten, die unser Verein und seine Fans hier erleben durften und mussten."  Klar, dass bei diesen Worten das Herz jedes Nostalgikers und Stadionliebhabers einen Freudensprung macht... So präsentieren die Landstrassler neben unzähligen interessanten und vor allem informativen Texten zur Stadiongeschichte unzählige historische Fotos (aus dem Archiv der Stadt Linz), alte Zeitungsberichte und ein Interview mit dem ehemaligen Spieler Dolfi Blutsch. Aber auch die Geschichte der LASK-Fanszene der 1980er Jahre, sowie ein sechzehnseitiges Interview mit Gerald Gross, Mitgründer und Capo von Viking Linz (Arbeitstitel: Ein Vierteljahrhundert Linzer Kurvengeschichte) findet der geneigte Leser im etwas dicker und größer als gewöhnlich geraten Pamphlet. Des weiteren gibt es Texte zum Thema Klubdress (der LASK betritt seine Heimspiele statt in Schwarz-Weiß in der Sponsorfarbe Rosa), Bilder aus dem Froschberg-Viertel, einen gesellschaftspolitischen Kommentar, sowie einen Comic. Alles in allem ein rundum gelungenes Werk und ein "würdige Verabschiedung" der alten Spielstädte des Athletik Sport Club.
Format: A4 - s/w (8 Seiten farbig)
Seiten: 140 Seiten
Kontakt: info@landstrassler.at
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BALLESTERER Ausgaben 157 und 158 - je 5,90 Euro

"O mamma, mamma, mamma, o mamma, mamma, mamma, sai perche mi batte il corazon, ho visto Maradona, ho visto Maradona, ue mamma, innamorato so" - mit dieser Hommage an Diego Maradona startet die 157 Ausgabe des österreichischen Fußballmagazin. Titelthema der Ausgabe ist jedoch ein anderes Unikat der großen Fußballbühne, Toni Polster, der Sturschädel der Nation; im Ausland gefeiert, in der Heimat angefeindet. Des weiteren berichtet man über die Bucht der Stadionträume (das Stadio Kantrida in Rijeka), den SV Horn, die SPG Axams-Grizens (in Bruckis Kolumne "Nebenschauplätze"), den SV Mattersburg, Degerfors (Schwenden), die deutsche Bundesliga und Corona, Megan Rapinoe und und und... In Ausgabe 158 gibt es neben "den Rundgängen des Bela Guttmann" (wahrlich ein Trainer von Welt; vierunddreißig Trainerstationen rund um die Welt waren es, wenn ich mich nicht verzählt habe!), Berichte über den Gastarbeiter und Gentelman Otto Baric, Beitar Jerusalem (hier hat sich ein Scheich aus den Vereinigten Arabischen Emiraten eingekauft - für Konfliktpotential ist somit gesorgt), Jose Mourinho, Paolo Rossi ("Herr Rossi fand das Glück" - wat ne geile Überschrift; zumindest für Leute meines Alters), das juristische Nachspiel des "Wiener Kessels" im Dezember 20218, Nostalgiesucht (oh ja, das Buch "British Football's Greatest Grounds" brauch ich definitiv auch noch!), das Münchner Olympiastadion (mit dem "Einzug" von Türkgügü kehrt der Fußball nach über fünfzehn Jahren nach Oberwiesenfeld zurück - das Champions League Finale der Damen anno 2012 mal außen vorgelassen), sowie einen Nachruf von Domenico Mungo für Diego Armando Maradona und die obligatorischen Rubriken wie "Nachspielzeit" oder "Nebenschauplätze".
Format: A4 - farbig
Seiten: 84 Seiten
Kontakt: www.ballesterer.at
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BLICK ÜBER DEN LAHMANNHÜGEL Ausgabe 19 - 1,50 Euro

Während die oberen Ligen (in Deutschland) ohne Zuschauer auskommen mussten, war der Stadionbesuch von Juli bis Ende Oktober/Anfang November in den Amateurligen (wieder) möglich, sehr zur Freude des Anhangs von Arminia Hannover, die so endlich wieder in den Genuss kamen, ihre Mannschaft IM Stadion zu unterstützen. Neben den Spielbesuchen der eigenen Elf berichten Thorsten Bunde & Co. von Spielbesuchen in den Amateurligen unseres Landes, sowie von zwei Stippvisiten in  Tschechien. Als kleine Gimmick gibt es es eine Postkarte und ein Bierfilzl vom Spiel SV Arminia Hannover vs. SV Ramlingen-Ehlershausen. Feine Sache! 
Format: A5 - s/w (Einband farbig)
Seiten: 76 Seiten
Kontakt: kontakt@lahmannhuegel.de
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CHEF? KOMM HEUT NICH. Ausgabe 5 - 7,00 Euro

Wat ne Bombe! Zusammen mit den mir fehlenden Ausgaben eins bis drei (hatten die Jungs da etwa meine Bitte der letzten Rezension erhört?) landete die fünfte Ausgabe des "chef? komm heut nich." auf meinem Schreibtisch. Schnell alles andere auf die Seite geschoben, und schon konnte es losgehen...  Auf zweihundertzwölf (na eigentlich sind es sogar vier mehr) Seiten gibt es auch diesmal überaus kurzweilig und flott geschriebene Berichte von Fußballreisen (Fußball? Der erste Bericht kommt gleich mal vom Basketball, bleibt aber der einzige Ausreißer) durch Deutschland, Italien, Spanien, Bulgarien, Griechenland, England, Wales, Serbien, die Slowakei, Lettland, Estland, Finnland, Polen und Bosnien, immer wieder garniert mit Hintergrundinfos zu Land und Leuten (und natürlich auch zu Fanszenen der besuchten Destinationen). Richtig geil finde ich auch die von Raini und Felix niedergeschriebenen "Tipps & Tricks", Conz Meinung zum Thema "Fußballreise und Klimawandel" (in Ausgabe vier hatte ja bereits Raini der Leserschaft ja einen Einblick in seine Gedanken gewährt), Johanns Text zum Thema Punk und Partizan (inklusive Links via QR-Code zu diversen Liedern der Grupa JNA), das Streitgespräch unter dem Arbeitstitel "Causa Excel" und Rainis Rückblick auf seinen Aufenthalt anno 2012/2013 im Rahmen eines Weltwärts-Programms in Tanzania, selbstredend inklusive Besuch(en) beim Fußball (abgerundet wir der Rückblick noch durch ein redaktionsinternes Interview; ganz großer Sport Jungs!). Über das mehr als gelungene Layout und die vielen geilen Fotos hatte ich mich ja schon bei der vierten Ausgabe ausgelassen... Leute, ich ziehe einmal mehr meinen Hut vor Eurem Werk!
Format: A5 - farbig
Seiten: 216 Seiten
Kontakt: cellerwatthast@ckhn.de
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CREDO Ausgabe 5 - 6,00 Euro

Mit der fünften Ausgabe des Credo flatterte ein weiteres gutes Werk in meinen Briefkasten; da wir Bochumer in Bielefeld zu den eher unbeliebten Szenen zählen, bin ich hier auf "fremde Hilfe" angewiesen (wobei ich das an dieser Stelle insoweit relativieren muss, dass ich Ausgabe sechs direkt aus Ostwestfalen erhalten habe)... Neben den Berichten rund um die Auftritte der Arminia und dem ein oder anderen Freundschaftsbesuch bei Ultras Düsseldorf erfreut sich Italien dem Augenmerk der Redaktion. Neben aktuellen und älteren Spielberichten - hier beweist man stehts den Blick aufs Detail - gibt es massig Hintergrundinfos wie beispielsweise einen Text über die Einführung der verhassten "Tessera del Tifoso" zu Beginn der Saison 2010/2011, ein Italien Lexikon (Ultrawörterbuch - ein Projekt, dass auch auf meiner Agenda stand... tja, wer rastet der rostet... oder so ähnlich), Vorstellungen der Tifoseria von Bologna, der Fiorentina (inklusive der Übersetzung eines Textes von Domenico Mungo zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen des Colletivo Autonomo Viola), Inter (hier wurde ein Interview aus dem Jahre 1999 - erschienen im Supertifo - übersetzt), Paganese, Benevento umd Salernitana, einen Text zu den Ausschreitungen anlässlich des G8-Gipfel in Genua anno 2001 (und dem damit verbundenen Mord an Carlo Giuliani), einen Rückblick auf des leider inzwischen eingestellte Supertifo oder die ausführliche Rezension des Buches Tifare Contro von Giovanni Francesio. Und natürlich berichtet man auch über die Besuche bei den Freunden in Torre Annunziata. Italienliebhaber werden definitiv mit der Zunge schnalzen; ich selbst hab das nicht nur einmal! Am Ende des Heftes gibt es noch einen richtig tollen Appel unter dem Motto "Ultrá nach Corona", sowie Gratulationen zu fünfzehn Jahren Sparrenkollektiv sowie zu fünf Jahren Brackwede 647. Auch hier heißt es "Hut ab!"
Format: A5 - farbig
Seiten: 216 Seiten
Kontakt: credo.fanzine@web.de

Samstag, 18. September 2021

18. September 2021 - FC Bayern vs. VfL Bochum 7:0

Wo fange ich an - soll ich überhaupt anfangen? Fragen über Fragen... Aktuell ist beim Fußball (zumindest in unseren Breitengraden) nichts mehr/noch nicht wieder alles so wie es einmal war (eine Floskel, die ich in all den Jahren meines "Fandaseins" schon häufig verwendet habe; dennoch ist sie aktuell treffender den je!)... 3G, 2G, beschränkte Stadionauslastung, Gästefanverbote an den ersten zwei Spieltagen der Bundesliga - alles Dinge, die es einem schwer machen, Fußball auch weiterhin als "geilste Sache der Welt" zu sehen respektive zu leben... Das es trotz aller Widrigkeiten und (zwischenzeitlicher) Verschiebung der eigenen Prioritäten nicht ohne geht, war mir ehrlich gesagt schon länger klar; seit dem Besuch des Testspiels der Bochumer gegen Parma vor zwei Monaten hatte ich hierfür auch die "innere Bestätigung". Inzwischen hab ich mich neben der einen oder anderen unterklassigen "Haferpartie" auch schon (wenn auch recht spontan und ohne all zu große Motivation) im Fröttmaninger Schlauchboot eingefunden (Bayern vs. Hertha BSC)... und ja, es war schön, endlich mal wieder das eine oder andere bekannte Gesicht live zu sehen. Über die Stimmung im weiten Rund brauch ma jetzt ned wirklich viel zu verlieren; aber was willst du auch erwarten, wenn die aktive Szene (zu recht) auf organisierte Stimmung verzichtet?

Nun gut, zurück zum Spiel unserer "grauen Maus" gegen den Serienmeister von der Säbener Straße. Während Ultras Bochum das Spiel zusammen mit den Münchner Freunden im Backstage (zuvor traf man sich an der Bavaria auf a Hoibe zum symbolischen Wiesn-Anstich... für uns alte F.an.S (diesmals) zu früh, hatten wir doch im Vorfeld einen gemütlichen/geselligen Tag im kleinen Kreise ausgerufen) verfolgen wollten, stand für uns der Stadionbesuch getreu unseres Mottos "Sempre e ovunque dal 1995" zu keiner Zeit außer Frage. Und so ging es gegen halb eins langsam aber sicher via Garching-Hochbrück zur Arena, wo einem dann doch der ein oder andere Bekannte über den Weg lief... Zu Beginn des Spiels war der Gästeblock mit 1.500 Bochumern (von denen zumindest ich nur einen verschwindend kleinen Teil kannte) den Umständen entsprechend gut gefüllt; auch so befanden sich etliche VfLer im weiten Rund. Aber gut, viele dürften es nicht gewesen sein, die unser letztes Gastspiel beim FC Bayern am 1. Mai 2010 live verfolgt haben. Damals (1:3) wie heute, sollte es für unsere Mannen nichts zu holen geben... Ehrlicherweise muss man sagen, dass wir mit dem null zu sieben noch "gut" bedient waren! In punkto Stimmung war ich von den mitgereisten Bochumern positiv überrascht - ohne organisierte Stimmung und bei einer derart deutlichen Niederlage eine solch flotte Sohle aufs Parket zu legen, verdient in meinen Augen Respekt... Mein persönliches Highlight war das inbrünstig gesungene "Mein VfL" Minuten vor dem Abpfiff! Hier gilt es die positive (Grund)Stimmung bis zur Rückkehr zur "Normalität" und der damit einhergehenden Rückkehr zum organisierten Tifo (hier blicke ich neidisch auf unsere Nachbarländer und Frage mich, was denn möglich wäre, wenn auch hierzulande ein "normaler" Stadionbesuch für jedermann möglich wäre) aufrecht zu halten, und die Mannschaft anschließend gemeinsam zum großen Ziel Klassenerhalt zu "treiben"...

Abschließend möchte ich mich bei unseren Münchner Freunden für die (erneute) Hilfe bei der Kartensuche (sowohl für unsere Leute, die bei der "Verlosung" in Bochum leer ausgegangen sind, als auch für meine "Große", die endlich mal wieder den VfL im Oberhaus sehen wollte) bedanken.

Ach ja, der letzte Sieg beim FC Bayern datiert übrigens auf  den 28. August 1991; vor 20.000 Zuschauern im Münchner Olympiastadion trafen Heiko Bonan und Frank Benatelli. Wenig später musste Jupp Heynkes  seinen Platz auf der Bayern-Bank räumen. Ein Spiel, das ich definitiv nie vergessen werden!


Freitag, 30. Juli 2021

Exakt 500 Tage nach dem letzten Spiel "vor" Corona...

 ...sollte ich endlich (?!) mal wieder ein Stadion von innen sehen! Wenn man bedenkt, wie König Fußball mein Leben seit über dreißig Jahren "bestimmt", eine schier unglaubliche Zeit. Und dennoch war ich mir nicht sicher, ob ich wirklich einen Stadionbesuch unter den momentan gegebenen Bedingungen anstreben sollte; beim Abwägen des "Pro" und "Contra" siegten jedoch letztendlich Aspekte wie "endlich mal wieder Freunde treffen", "eine unterhaltsame Anreise" oder "jede Fahrt über den Brenner ist ein gute Fahrt"...

Und auch das Spiel zwischen Parma Calcio und dem VfL Bochum versprach ganz unterhaltsam zu werden; nicht etwa, weil seit kurzem mit Gianluigi Buffon eine wahre Torwartikone zwischen den Pfosten der Parmigiani steht, sondern weil mit den Boys Parma eine der ältesten (und zumindest von mir durchaus geschätzten) Ultragruppen ihr Kommen angekündigt hatte. Nach getaner Arbeit ging es um kurz nach zwölf zu zweit in Richtung Brenner. Endlich mal wieder Zeit sich über "Gott und die Welt" sowie "König Fußball" auszutauschen... herrlich! Ein fetter Stau auf der A99 (tja, mit Navi wäre eine Umfahrung problemlos möglich gewesen) und ein kurzer Stopp am Passo sorgten letztendlich für eine Punktlandung in der Sportzone Süd (na ja, bis zum Anpfiff waren es noch knapp fünfzehn Minuten!), wo wir von den anwesenden Bekannten bereits sehnsüchtig erwartet wurden... Während es auf unserer Seite der gut gefüllten Tribüne (das Stadion bietet übrigens einen herrlichen Blick auf die Plose - Brixens bekannten Hausberg) - das waren dann wohl die "italienischen" 250 Zuschauer - weitgehend ruhig blieb, legten die Boys Parma (vor dem Stadion; die Fahnen hatten sie am Fluchttor leicht unterhalb des Platzes angebracht - Grund für ihre Entscheidung vor dem Stadion zu bleiben ist der sogenannte "Green Pass", der momentan benötigt wird, um ein Stadion betreten zu dürfen) los wie die Feuerwehr (eben diese riefen sie aufgrund einiger abgebrannter Bengalen auch auf den Plan), und auch die gelb-blauen "Normalos" schmetterten den ein oder anderen italienischen Stadionklassiker voller Inbrunst (mit). Ich selbst "nutze" das Spiel, um endlich mal wieder live Fußball zu konsumieren, und mich persönlich mit "meinen" Leuten zu unterhalten... wow, irgendwie hat mir das alles doch mehr gefehlt, als ich es mir bisweilen selbst eingestehen wollte und/oder konnte! Ach ja, unsere Equipe konnte das Spiel (soviel sei zum Geschehen auf dem satten Grün erwähnt) mit eins zu null für sich entscheiden... Nach dem Spiel war nichts mehr mit lange "palare", schließlich mussten wir Beide am nächsten Tag wieder arbeiten. Für einen kleinen Zwischenstopp im Pustertal (Jause inklusive) sollte es aber doch noch reichen, schließlich hatte sich bei meinem "Zwischenhändler" in den vergangenen Monaten so einiges angesammelt! Die Heimfahrt gestaltete sich ähnlich unterhaltsam wie die Anreise... alles in allem ein durchwegs gelungener Ausflug, wobei die Maskenpflicht im Stadion (wenn auch nicht konsequent umgesetzt) und das verständliche "Fernbleiben" der Boys Parma irgendwie für einen faden Beigeschmack sorgten...

Ach ja, das Testspiel gegen Toro vier Tage später wurde von den Granatroten kurzfristig abgesagt, da es im Kader des VfL Bochum einen (bereits am Tag des Spiels gegen Parma in Bochum (!!) diagnostizierten) Coronafall gegeben hat - schade, denn bei diesem Spiel wären definitiv mehr Leute der "aktiven" Fanszene, sowie eine stattliche Abordnung aus Bologna am Start gewesen. Wie mir "meine" Leute (aus beiden Lagern) berichteten, soll es aber auch beim Training in Gais ganz lustig zugegangen sein...

Sonntag, 16. Mai 2021

AUFSTIEGskampf in der Pandemie... ein kleiner Einblick in meine (VfL)Seele!

Wenn ich mich an das letzte Bundesligaspiel des VfL Bochum zurückerinnere, ist das gefühlt wie gestern... das null zu drei gegen Hannover 96 am 8. Mai 2010 besiegelte den direkten Abstieg am Ende einer Katastrophensaison... hatten wir in der ersten Halbzeit noch alles versucht, um der Mannschaft im entscheidenden Spiel gegen den direkten Konkurrenten aus Niedersachsen den Rücken zu stärken, machten sich nach dem Seitenwechsel (Hannover hatte uns zu diesem Zeitpunkt bereits drei Buden eingeschenkt) Resignation und/oder blanke Wut breit; die "Unmutsbekundungen" der Szene, beginnend gegen Ende der zweiten Halbzeit, die sich bis weit nach Schlusspfiff zogen, dürften zumindest den älteren Bochumer noch (all zu gut) in Erinnerung sein...
Dieses Spiel "durfte" ich live mit "meinen Leuten" im Stadion verfolgen - ebenso wie unzählige schöne und beschissene Momente (Aufstiege, Siege gegen unsere Rivalen, sowie die "Großen und Reichen", das erste internationale Spiel in Trabzon, sowie die erste Tabellenführung auf der einen Seite, Abstiege und bittere Niederlagen auf der anderen) davor und auch danach. Der "große Cut" war zumindest für mich nicht die beschissene Ausgliederung (die zwar viel kaputt gemacht hatte, und mich auch ein Stückchen weiter von der "Basis" abrücken ließ, meiner Liebe zum VfL aber letztendlich keinen Abbruch tat), sondern die Corona-Pandemie, die unser Leben inzwischen seit weit über einem Jahr mehr oder weniger einschränkt. So hab ich seit dem Heimspiel unserer Münchner Freunde gegen den FC Augsburg am 8. März 2020 kein Fußballspiel mehr live gesehen; auf "halbe Sachen" hatte ich irgendwie keine Lust, schließlich war es einfach nicht der Fußball den ich liebe/geliebt habe (okay, Kompromisse wie sie die aktive Szene von Austria Salzburg eingingen, ließen mich schon ein paar Mal kurz zögern, bevor ich die "Mitreiseangebote" des einem oder anderen Freundes ausschlug). Und auch die (von weiten Teilen der "normalen" Bevölkerung positiv aufgenommenen) Möglichkeit, die Spiele im Fernsehen (wobei Pay-TV für mich im Grunde eh nie in Frage gekommen ist - ich kann nicht offen gegen irgendwas sein, und hintenrum meine Werte verkaufen!) zu verfolgen, kamen für mich nicht in Frage. Einzige Ausnahme bildete das Champions League Finale der Bayern gegen PSG, dass ich auf Sardinien beim Abendessen mit Freunden mehr oder weniger verfolgt habe. Ansonsten beschränkte sich der "Konsum" der Spiele auf die Kultsendung "heute im Stadion" auf BR, sowie die "Nachbetrachtung" der Spiele in der "Sportschau" oder im "aktuellen Sportstudio".
Die emotionale Bindung (die in den letzten Jahren schon gelitten hatte) fehlte mir seit Beginn der Pandemie fast gänzlich (auch wenn ich mich hin und wieder über den einen oder anderen Sieg dann doch gefreut habe) - vieles hab ich einfach nur zur Kenntnis genommen... Es fehlte einfach der direkte Bezug, die Spiele im Stadion, das Zusammensein mit Freunden (von meinen Bochumer Leuten hab ich außer Fabu im letzten Jahr niemanden persönlich getroffen - da war es mit den Dachauern/Münchnern schon ein bissl besser... ein Lichtblick war in diesem Zusammenhang auch die Eröffnung des San Paolo) und und und... Auch die Arbeiten am neuen (PF)LÄSTERSTEIN stagnierten zusehends, aber da spielten wohl auch Arbeit und Privates (beides verlangt(e) mir in "Coronazeiten" einiges ab - ein Ende scheint ja zumindest hier in Sicht zu sein!)...
Die gestrige Verabschiedung der Mannschaft zum Auswärtsspiel unserer Equipe in Nürnberg durch die komplette Fanszene sorgte nicht nur für "Gänsehautstimmung", sondern bescherte mir auch feuchte Augen... ich war überrascht, dass mich das "Ganze" doch noch so sehr berührt, freute mich aber auch zu spüren, dass ich "noch lebe"... Vor dem geistigen Auge zogen all die erlebten Aufstiege meines Verein für Leibesübungen vorüber; um so bitterer die Tatsache, dass ich diesmal (zum ersten Mal) nicht live dabei sein würde...


Heute sollte es leider nicht sein; überraschend nervös hab ich das Gastspiel im Max-Morlock-Stadion (ganz oldschool) im Radio und die anderen Spiele auf der Kicker-App verfolgt. Wiederholung nächsten Sonntag - dann am Strand in Sardinien; hoffentlich mit 'nem besseren Ausgang als heute... so oder so: BOCHUM PER SEMPRE!