Posts mit dem Label Buch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Buch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 27. November 2020

Rezension: Christoph Leischwitz MIA SAN DIE BAYERN!

"Kennst Du diesen Christoph Leischwitz" - eine Frage, die mir vor dem Erscheinen des Buches von etlichen Wegbegleitern aus Nah und Fern gestellt wurde. "Nein" war dann die Antwort; das Word Wide Web gab preis, dass besagter Christoph Leischwitz Jahrgang 1973 ist und seine Brötchen als freier Journalist unter anderem bei der Süddeutschen Zeitung, dem Spiel und beim Fußballmagazin 11 Freunde verdient. Ein Externer, der über die Fanszene der "Roten" schreibt... interessant... Letztendlich kann ich nur meinen Hut ziehen, schließlich ist es per se keine leichte Aufgabe, die überaus facettenreiche Fanszene des deutschen Rekordmeisters auf etwas mehr als zweihundert Seiten abzuhandeln (mit ein Mammutwerk alla "Die Kinder der Westkurve" schon allein deshalb nicht zu vergleichen) von den Anfängen bis in die Gegenwart "aufzuarbeiten". Da der Autor zwar in jungen Jahren mit dem Virus "FC Bayern" infiziert wurde, selbst aber nie Teil der "Szene" wurde, stützt er sich auf bekannte chronologische Ereignisse und unzählige teils intensive und ausführliche Gespräche mit den Protagonisten der Bayernszene, wobei man sagen muss, das vielleicht mit Falk Diehl einer Einzelperson etwas viel "Aufmerksamkeit" eingeräumt wird - andererseits muss ich sagen, dass mich persönlich gerade die mit Falk abgehandelten Themen/Zeiträume (SK73, Red Angels) durchaus interessiert haben, lagen diese doch vor "meiner Zeit". Aufgeteilt in drei große Themenkomplexe mit dem Grünwalder Stadion, dem Olympiastadion und der Arena, verbunden mit den jeweiligen "Fanheimen" (Parkstraße, Bunker, Deisenhofener Straße, Laim I und II), sowie den damals und heute aktivsten Fanclubs und Gruppen (Südkurve 73, Red Angels, Red Munichs 89, Munichmaniacs, Schickeria) führt uns Christoph Leischwitz in fünfzehn Kapiteln durch die teils Geschichte der Bayernszene, ohne sich dabei zu sehr in Details zu verlieren. Ein bisschen (zu) kurz kommt meiner Meinung nach die Entwicklung der Szene in den frühen neunziger Jahren; schließlich wurden hier einige Weichen für die weitere Entwicklung des Fangeschehens bei den Bayern gelegt. So vermisse ich beispielsweise ein paar Sätze über die starke und noch heute existierende Allesfahrerszene, die mitreisenden Pokalerfolge der Bayern Amateure, Groundhopping, Pyrotechnik und Choreographien, denn gerade in diesen Bereichen waren die Bayern mit Sicherheit Vorreiter in Deutschland. Das Buch endet mit der phänomenalen 120-Jahre-Feier, der glanzvollen Geburtstagschoreographie gegen den FC Augsburg (zeitgleich mein bis dato letztes live gesehenes Fußballspiel) und dem Ausbruch der Corona-Pandemie... ja es hat schon eine gewisse Tragik, dass dieses Jahr (in dem sich wohl viele, wenn nicht sogar die meisten Vereine komplett von der Fanbasis abgekoppelt haben) als eines der erfolgreichsten in die Vereinsanalen eingeht...
Ich habe das Buch in "einem Rutsch" durchgelesen - wer mich kennt weiß, dass das ab und an schon mal vorkommt, aber nachdem sich bei mir in den letzten Monaten eine gewisse Fußballmüdigkeit/Lethargie breit gemacht hat(te), durchaus etwas Besonderes! Wer das gute Stück noch nicht hat, sollte keine Minute zögern...

Christoph Leischwitz MIA SAN DIE BAYERN!
Herausgeber: Verlag die Werkstatt
Seiten: 224 - farbig
Preis: 18,00
ISBN: 9783730705186

Donnerstag, 3. September 2020

Sardinien war gestern...

 ...oder langsam aber sicher wird es Zeit, endlich mal wieder anzugreifen! Ganz abschütteln konnte ich die Enttäuschung respektive den Ärger (mit der Druckerei) rund um den zweiten Teil meiner MOMENTAUFNAHMEN-Reihe noch nicht. Zudem sitzt auch der "Corona-Stachel" nach wie vor tief in mir... während sich nicht wenige Bekannte und Freunde regelrecht (wer will es ihnen verübeln; vor einigen Jahren hätte ich es mit Sicherheit nicht anders gemacht!) auf die sich ihnen bietenden Spiele (im In- und Ausland) stürzen, verspüre ich aktuell so gut wie keine Lust auf Fußball - lediglich "meine Leute" fehlen mir von Woche zu Woche mehr und mehr... 

Als wir auf Sardinien das Champions League Finale der Bayern gegen den Scheichclub aus Paris (mehr oder weniger) im Fernsehen verfolgt haben, war die Wehmut über das Geisterspiel letztendlich größer, als die Freude über den sechsten Triumpf im einstigen Europapokal der Landesmeister unserer roten Freunde; es war in der Tat das erste Geisterspiel das ich bewusst von der ersten bis zur letzten Minute im Fernsehen verfolgt habe...

Ich weiß nicht, aber irgendwie beschäftige ich mich aktuell lieber mit anderen Dingen; in der Hoffnung, dass in absehbarer Zukunft wieder so etwas wie Normalität (im Fußball, wie auch im täglichen Leben - gerade bei unserer Jüngsten sehe ich, wie arg gerade Kinder unter den ganzen Beschränkungen leiden... eine Tatsache, die den Fußball für mich doch arg in den Hintergrund rücken lässt!) einkehren wird, versuche ich mich zumindest an den "Nebenschauplätzen" auch weiterhin mit der Leidenschaft einzubringen, die ich lange Zeit auch in der Kurve ausleben durfte. So werde ich mich (von nun an) nicht nur (wieder) mit dem schon längst überfälligen dritten Teil des (PF)LÄSTERSTEIN-Sammelbandes sowie der neunzehnten Ausgabe beschäftigen, sondern Euch hier wieder mit dem ein oder anderen Text (aktuell wohl eher aus längst vergangenen Tagen) respektive der einen oder anderen Rezension "beglücken"...

(Stadio Comunale Castelsardo - USD Castelsardo - Campionato 2. Cat.)

Da der Fanzinestapel wächst und wächst, und ich meine Nase in jeder "freien" Minute auf der Insel in die mitgenommenen Fanzines gesteckt habe, starte ich ohne weiteres Ausschweifen hier und heute mit den ersten Heften...

GRAFFITI OF AEK /  PAO / OLYMPIAKOS - je 10,00 Euro

Schon lange liegen diese drei Hefte bei mir auf dem Schreibtisch und warten darauf, dass ich ein paar Zeilen darüber verliere... Anfang des Jahres machte mich ein Bekannter auf dieses Projekt aus dem Hause Death Vallée aufmerksam. Auf jeweils vierundachtzig Seiten findet der geneigte Betrachter "Reviermarkierungen" der drei großen Athener Clubs AEK, Panatinaikos und Olympiakos (Piräus) - einleitend gibt es jeweils ein paar Worte über den Verein und seine Fans/Ultras (im mir vorliegenden Original - die Auflage von je hundert Exemplaren war ratzfatz weg - in englisch; es gibt/gab später auch eine französische Version, die in Zusammenarbeit mit der Gazzetta Ultrá produziert wurde). Ich finde das Projekt durchaus gelungen; wobei man sagen muss, dass (zumindest in punkto Streetart) PAO ganz klar die Nase vorne hat! 
Format: A5 - farbig
Seiten: jeweils 84 Seiten
Kontakt: https://rougevallee.bigcartel.com oder https://gazzettaultra.bigcartel.com (vielleicht ist hier noch was zu holen)
______________________________________________

DER BAHNWÄRTER Ausgabe 78 - 5,00 Euro (Spende für LOK)

Ist der Bahnwärter eigentlich nur bei den Spielen des 1. FC Lokomotive am Infostand der Blue Side im Bruno-Plache-Stadion erhältlich, beschritt man mir diesem "Quarantäne Spezial" neue Wege und bot das Heft allen Interessierten zum Kauf an - die ausgerufenen fünf Euro Spende sollten dem Verein zu Gute kommen... Auf sage und schreibe hundertzwanzig Seiten gibt es Zahlen! Daten! Fakten! zur abgebrochenen Saison (wie bekannt sein durfte, wurde Lok letztendlich zum Staffelsieger erklärt - in der Relegation scheiterte man jedoch denkbar knapp am SV Elversberg), einen Rückblick aufs letzte Vor-Corona-Spiel gegen den ZFC Meuselwitz (aus Sicht einer Schwenkfahne), Ein Tagebuch im Zeichen der Krise (13.03. bis 25.02), fiktive Interviews, Solidarität statt Hashtags, ein Rückblick ins Jahr 1986 (als Lok Leipzig schon einmal mit dem Thema "Quarantäne" in Berührung kam), Unterwegs an fremden Bahnsteigen (Kosovo und Babelsberg anno 2018), Gedanken aus der Kurve, Rezensionen (unter dem gelungenen Namen "Der Kontrolleur" - Bücher, Fanzines, Filme), Borghetti selbstgemacht (klingt ganz interessant), zehn vergessene Ultras-Videos, Filmtipps und vieles mehr...   
Format: A5 - s/w
Seiten: 120 Seiten
Kontakt: info@bsl05.de
______________________________________________

BALLESTERER Ausgabe 150 bis 153 - je 5,90 Euro

Von der flammenden "Brandrede" zum zwanzigjährigen Bestehen (gleichzeitig feierte man mit Heft Nummer 150 ein weiteres Jubiläum) bis hin zum "Brand gelöscht" vier Ausgaben später gibt es allerhand Inhalt... Fußballjournalismus (Magazine als Spielverzögerung im immer schneller werdenden Fußballgeschäft, das bisweilen schwierige Verhältnis zwischen aktiven Anhängern und traditionellen Medien,... nun ja, ein etwas anderer Rückblick auf hundertfünfzig Ausgaben ballesterer), Erinnerungen an Karl Glotzmann - Spieler der Vienna und des Sport-Clubs, von den Nazis als "Berufsverbrecher" inhaftiert, gründete er im KZ Buchenwald eine Fußballmannschaft - Texte über das Trabantenstadion in der Südstadt, Nebenschauplätze (das Steckenpferd des von mir überaus geschätzten Christian Bruckner - dieser durfte mich übrigens in der Jubiläumsausgabe zu meinem "Österreich Spezial" im letzten (PF)LÄSTERSTEIN interviewen), die Großbaustelle Menschenrechte aka Katar, das "Fußballmekka" Buenos Aires (Titelthema der Nummer 151), die neue Abnormalität (die Corona-Pandemie lässt grüßen - in diesem Zusammenhang sei auch das überaus lesenswerte Interview mit einem Vertreter der Curva Nord Bergamo erwähnt), den rasanten Aufstieg des Linzer ASK (Titelthema der Ausgabe 152 - hier darf natürlich ein Interview mit den Landstrsslern, dem Zusammenschluss der aktiven Fans des LASK nicht fehlen), dem schwachen Abschneiden der Wiener Austria im Grunddurchgang der abgelaufenen Saison (und das mit dem dritthöchsten Budget der Liga), Centro Storico Lebowski, Gewebe und Gewerbe (ganz ehrlich, das Titelthema "Fußballtrikots" in der aktuellen Ausgabe hat mich persönlich nicht sooo angesprochen; wobei ich mit Sicherheit nicht das Maß der Dinge bin), den Mythos Maksimir (die Ausschreitungen beim Spiel zwischen Dinamo Zagreb und Roter Stern Belgrad am 13. Mai 1990 gelten seit eh und je als "Auslöser" des Krieges im ehemaligen Jugoslawien), die Schuldenbremser des Vefa SK, Chronisten aus der Kurve,... Natürlich dürfen diverse Interviews, Rezensionen, Spielberichte (Nachspielzeit), das ballesterer Wappenkammerl und alle anderen liebgewonnenen Rubriken nicht fehlen. Zum Glück hatte die Aktion "rettet.den.ballesterer.at" den gewünschten Erfolg; so können wir uns mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf viele weitere Ausgaben des herrlich erfrischenden Heftes aus unserem Nachbarland freuen... ach ja, wer noch kein Abo hat, sollte schleunigst zuschlagen!
Format: A4 - farbig
Seiten: jeweils 84 Seiten
Kontakt: 
www.ballesterer.at
______________________________________________

BANDEROLE Ausgabe 2 - 5,00 Euro (wenn ich mich recht erinnere)

Zu Beginn der Corona-Pandemie erschien die zweite Ausgabe der Banderole; kein Wunder, dass sich sowohl das Vorwort als auch der erste Text mit dem Virus, der unser Leben seit nunmehr einem guten halben Jahr bestimmt, beschäftigt. Es folgen Texte/Gedanken zum Kulturgut Tivoli e.V., der Auseinandersetzung zwischen "der Fanszene Deutschlands" mit dem DFB (Stichwort "Causa Hopp" und "Quarantäne für den Fußball - Geisterspiele sind keine Lösung") und Fußball im Kriegsgebiet (Nadim Rai, Mitbegründer der Syrien Ultras Union, berichtet über Ultras und Fußball in Syrien). Des weiteren findet der geneigte Leser Groundhoppingberichte aus Schweden, Ungarn, Österreich, Deutschland, Serbien und England, ein Interview mit der Schwarz-Gelben Hilfe zum Thema "SOKO Dynamo", den ersten Teil des Rückblicks auf die Europapokalsaison 2004/2005, die Rezension des Buches "Konfetti im Bier", einen kritischen Text zum Umgang der Vereine mit Pyrotechnik, sowie Aachener Stadtgeschichte.   
Format: A5 - farbig
Seiten: 88 Seiten
Kontakt: info@karlsbande.de
Leider ist die Ausgabe 1 auf dem Postweg zu mir abhanden gekommen - vielleicht kann mir ja einer von Euch zur Vervollständigung meiner Sammlung helfen... 
______________________________________________

BECAUSE COLOR IS LIFE - 5,00 Euro

Fast wäre mir dieses durchwegs gelungene Pamphlet über die Streetart-Künstler der Salzburger Austria und der Saarbrücker Freunde der Clique Ultras. Durchwegs aussagekräftige Bilder, verspieltes Layout und Gedanken/Erinnerungen der Protagonisten... rundum gelungen würde ich sagen! In meinen Augen eine absolute Bereicherung für jede (Ultra-/Fanzine)Sammlung. Vielen Dank an Bergo, der mir ein weiteres Mal "aus der Patsche" geholfen hat... trotzdem schuldest DU mir noch ein Bier! Trink ma zamm in Maxglan, wenn die ganze Scheiße endlich vorbei ist... 
Format: A5 - farbig
Seiten: 48 Seiten
Kontakt: ---
______________________________________________

BLAUER BRIEF Ausgabe 14 / Saison 19/20 - gegen freiwillige Spende

Über Umwege gelangte die Corona-Sonderausgabe des Spieltagheftes der Ultras Gelsenkirchen auf meinem Schreibtisch. Der Einleitung, bei der sich - wie erwartet - alles um den maledeiten Virus, die mit ihm einhergehenden Einschränkungen, aber auch um die beispiellose Hilfe/Solidarität der Ultrábewegung dreht, folgen Spielberichte, Kurzinterviews mit den Freunden aus Nürnberg, Enschede, Skopje und Salerno (natürlich dreht sich auch hier alles um die Corona-Pandemie), Gedanken zum Thema "eingetragener Verein", ein Interview mit Tim Parks (Eine Saison mit Hellas Verona), kritische Gedanken zum Thema "Polizeistaat", die Rubriken "Dat is Schalke" und "Original 75 - unsere Stadt" und zu guter Letzt eine Ode an die Fanzines (Spieltagsflyer in der Coronazeit, sowie ein paar Worte zur Downloadversion von Arnes La Cosa Nostra Supplementario Speciale). Wow... der Blaue Brief ist in meinen Augen der momentan beste "Spieltagsflyer" im Land; und das nicht erst seit dieser Corona-Sonderausgabe...
Format: A5 - farbig
Seiten: 24 Seiten
Kontakt: info@ultras-ge.de
______________________________________________

BLICK ÜBER DEN LAHMANNHÜGEL Ausgabe 18 - 1,50 Euro

Nachdem die Macher dieses Heftes nach eigenen Angaben ganz gut ins neue Jahr gestartet waren (27 Spiele aus acht Ländern), machte ihnen der Ausbruch der Pandemie (ebenfalls) einen Strich durch die Rechnung. So klafft zwischen dem 1. März 2020 (Belgrader Derby) und dem 20. Juni 2020 (FK Havezda Cheb vs. FK Viktoria Marianske Lazne) eine riesige Lücke. Tja, ist schon ne sonderbare Zeit...
Format: A5 - s/w
Seiten: 44 Seiten
Kontakt: kontakt@lahmannhuegel.de
______________________________________________

BLOCKBILDUNG zweite Sonderausgabe - gegen freiwillige Spende

Vielen Dank an den Mate Mann für die Zusendung der zweiten Corona-Sonderausgabe (die erste hatte bereits zuvor den Weg zu mir gefunden; wurde aber schon "einsortiert") des Mainzer Infoheftche. Rückblicken auf die Aktivitäten des Q-Block seit der ersten Sonderausgabe folgen historische Spiele der 05er (unter anderem fand das - aus meiner Sicht schmerzhafte - 6:2 im Bochumer Ruhrstadion aus der Saison 2004/2005 den Weg ins Heft), Fanzineneuerscheinungen (Golden Times und Sektion Bumskick), kritische Gedanken zur Fortsetzung der Fußball Bundesliga, ein Interview mit den Red Star Fans (Red Star Paris), ein Blick in andere Kurven, ein Rückblick auf die "Leinen los"-Saison der befreundeten Duisburger, ein Rückblick aufs Derby zwischen Terni und Perugia, sowie Neues von den Freunden aus Caserta. 
Format: A5 - s/w
Seiten: 76 Seiten
Kontakt: blockbildung@q-block.de
______________________________________________


So, das war's für heute - ich werde mich bemühen, die nächsten Rezensionen am Wochenende folgen zu lassen. An dieser Stelle sei noch mal erwähnt, dass ich mich nach wie vor über mir (noch) fehlende Hefte freue. Wer also was abzugeben hat respektive von neuen Heften "Wind bekommt" soll sich doch bitte bei mir melden... DANKE!

Sonntag, 17. Mai 2020

Coming soon: MOMENTAUFNAHMEN Band 2 SECHZEHN JAHRE "DIGITAL" UNTERWEGS

Es ist vollbracht - der zweite Teil meines Bildbandes "MOMENTAUFNAHMEN - SECHZEHN JAHRE "DIGITAL" UNTERWEG" ist fertig... der Probedruck liegt vor mir! Während ich noch ein paar "Rädchen und Schrauben" drehen respektive nachziehen muss, könnt Ihr Eure Bestellung schon mal tätigen. Stand heute wird es den zweiten Teil ausschließlich auf Vorbestellung geben...

Bevor ich Euch ein paar Einblicke in den Probedruck gewähre, noch schnell die Fakten zum Buch:

Auf 320 Seiten findet Ihr über 350 Fotos aus den Jahren 2004 bis 2020 aus "meiner Fußballwelt", versehen mit dem einen oder anderen Erlebnisbericht (u.a. Bochum vs. Dortmund 2007, Saint Etienne vs. Olympique Lyon 2009, Inter vs. Bayer 2010, Bayern vs. Chelsea 2012, Dortmund vs. Bayern 2013 und Rapid vs. Austria 2016). Das Hauptaugenmerk liegt auch im zweiten Band auf dem VfL Bochum, dem FC Bayern, unserem Nachbarland Österreich und dem Mutterland der Ultras Italien. Des weiteren gibt es Fotos aus der Schweiz und aus Frankreich.

Hardcover / A5 (Querformat) / 320 Seiten / ca. 850 Gramm
Preis: 19,95 Euro
Porto innerhalb Deutschland: 2,70 Euro (bei einem Exemplar)
Porto innerhalb Europas (EU): 4,89 Euro (bei einem oder zwei Exemplar(en))
Kontakt/Bestelladresse: hielscher.der_pflasterstein@t-online.de




Auch vom Bildband MOMENTAUFNAHMEN sind noch einige Exemplare erhältlich (Infos findet Ihr ebenfalls auf meinem Blog)…

Montag, 6. Mai 2019

Wenn der Postbote dreimal klingelt...

Während sich in den letzten Wochen bei mir alles um die Fertigstellung der achtzehnte Ausgabe des (PF)LÄSTERSTEINs drehte (neben Arbeit, Familie und und und), meinte es der Postbote überaus "gut" mit mir; neben unzähligen alten/älteren Fanzines und etlichen Büchern für meine Sammlung trudelten sechzehn Hefte und ein Buch bei mir ein, die rezensiert werden "wollen"...


Da ich auf Mammutaufgaben aktuell keine Lust habe, bekommt ihr die Rezensionen diesmal "scheibchenweise" - für heute hab ich mir folgenden vier Hefte rausgesucht... 

ERLEBNIS FUSSBALL Ausgabe 77 - 3,95 Euro

In meinen Augen die bis dato beste Ausgabe des Erlebnis Fußball - wobei ich sagen muss, dass bereits die letzten Hefte richtig gut waren... Noch immer bin ich total geflashed vom Interview mit der Virage Est Saarbrücken, deren Gruppen ja bis dato nicht groß an die Öffentlichkeit getreten sind. Sage und schreibe sechzig Seiten sind zusammengekommen, Acht Ultras des 1. FC Saarbrücken gaben drei Redaktionsmitgliedern des Erlebnis Fußball einen "tiefen Blick" hinter die Kulissen. Wahnsinnig gut gefällt mir das Zusammenspiel zwischen den "Alten" (Vecchi Boys) und den jüngeren Generationen - da kann sich manche Kurve/Szene echt ne Scheibe abschneiden... Des Weiteren gibt es Berichte über den Tod von Daniele "Dede" Belardinelli sowie die Verknüpfung zwischen Politik und Ultras (pro und contra wohl jeweils als Mittel zum Zweck!), Basel vs. FC Zürich und die "dreigeteilte Kurve" von Partizan Belgrad, ein Interview zum Thema "Amedspor - Fußball und Fankultur im Kriegsgebiet", sowie den inzwischen obligatorischen "Italienblock"; diesmal unter anderem Interviews mit Ideale Bari, ASD Quartograd und CS Lebowski zum Thema Calcio Popolare, sowie massig Infortmationen und Spielberichte... Wer die siebenundsiebzigste Ausgabe des Erlebnis Fußball noch nicht in den Händen hielt - und dann hoffentlich auch gelesen hat - sollte schnellstmöglich zuschlagen. Dann am Besten in Kombination mit der in Kürze erscheinenden achtundsiebzigsten Ausgabe!
Format: A5 - farbig
Seiten: 132 Seiten
Kontakt: info@erlebnis-fussball.de
__________________________________________
 
KNEISEISEN Ausgabe 3 - 4,00 Euro

Eine deutliche Steigerung hat das Koblenzer Groundhoppingzine hingelegt... Auf 136 Seiten erwarten den Käufer der schwarz/weiß Postille (Einband und vier Seiten in der Mitte sind farbig) im "Oldschool-Style" Spiele aus einundzwanzig Ländern (u.a. wurden bella Italia, Südamerika, der Balkan, sowie der Nahe Osten besucht). Bisweilen hätte ich mich über ein paar mehr Hintergrundinformationen gefreut - aber da hat ja (zum Glück) jeder seine eigene Meinung! Wer gern durch die "Weltgeschichte" tourt oder über die Reiselust Anderer liest, kann mit dem Kauf des Kneiseisen definitiv nichts falsch machen...
Format: A5 - s/w (Einband und vier Seiten in der Heftmitte sind farbig)
Seiten: 136 Seiten
Kontakt: einfach "Kneiseisen" bei Facebook eingeben... 
__________________________________________

JOTTWEDE Ausgabe 8 - 3,00 Euro

In gewohnter Manier berichten die Ostberliner (oder sollte ich besser Köpenicker sagen, stammen doch alle Redaktionsmitglieder aus der Fan-/Ultraszene der "Eisernen")  Groundhopper über ihre Streifzüge durch die Welt. Besucht wurden diesmal Albanien, Bosnien und Herzegowina, China, Griechenland, Indonesien, Italien, Kroatien, Luxemburg, Macau, Marokko, Montenegro, die Niederlande, Polen, Schweden, die Schweiz, Serbien, Singapur, die Slowakei, Tunesien und die Ukraine. Es dürfte also für jeden Geschmack etwas dabei sein! Das Ganze wie gewohnt locker flockig zu lesen, verpackt in ein durchaus ansprechendes (farbiges) Layout (bei dem mir ganz ehrlich am besten die Fotos von "Land und Leuten" gefallen). Nicht nur aufgrund des perfekten "Preis-Leistungs-Verhältnis" spreche ich hier und jetzt eine "absolute Kaufempfehlung" aus.
Format: A5 - farbig
Seiten: 124 Seiten
Kontakt: jottwede.redaktion@gmx.de
__________________________________________

ULTRAS! Ausgabe 8 - Preis? Grad keine Ahnung!

Das "offizielle Ultrazine des FC Bayern München" beschäftigt sich in der achten Ausgabe mit der Saison 2017/2017 (Draußen & Drinnen), "Ultras Gwand" (hier konnte ich mir das eine oder andere "Grinsen" nicht verkneifen), (Freunden &) Feinden (diesmal geht es um den Glubb), berichtet über einen Besuch im Mutterland der Ultras, sowie die eine oder andere (kleine) Groundhoppingtour (durch deutsche Stadien), wirft einen Blick über den Tellerrand und verabschiedet sich von Doce, einem verstorbenen Ultra der Freunde aus San Benedetto del Tronto, der im Dezember 2017 nach kurzer, heftiger Krankheit verstorben ist. Das ULTRAS! - schön Oldschool - hab ich auch diesmal vom ersten bis zum letzten Wort "in mich aufgesaugt"... geile Sache!!!
Format: A5 - s/w
Seiten: 100 Seiten
Kontakt: ----

Montag, 31. Dezember 2018

Mit einem Blick zurück in den Mai 2001 verabschiede ich mich aus dem Jahr 2018...

Zum Ende des - irgendwie durchwachsenen - Jahres werfe ich noch einmal einen Blick zurück... diesmal entführe ich Euch in den Mai 2001, der wohl den meisten Ultras, Fans und Sympathisanten des FC Bayern ewig in Erinnerung bleiben wird - ich sag nur Milano, San Siro, 23. Mai 2001! Ich hole jedoch etwas weiter aus, war doch damals einiges los in meinem Fußballkosmos...

34. Spieltag 1. Bundesliga am 19.05.2001
Ulrich-Haberland-Stadion... äh... BayArena Leverkusen
Bayer Leverkusen vs. VfL Bochum 1:0

Da es nach dem Gastspiel der Bochumer in Leverkusen mit dem Zug weiter nach Genova gehen sollte, wo am Sonntagnachmittag das Spitzenspiel der Serie B zwischen Sampdoria Genova und Venezia Mestra stattfinden sollte, machte ich mich bereits am Freitagabend mittels Deutscher Bahn AG auf den Weg nach Bochum... Als ich um kurz vor zwei am Bochumer Hauptbahnhof aus dem Inter City fiel... scheiß Alkohol... wurde ich bereits sehnsüchtig von einer Autobesatzung Ultras erwartet. Nachdem mir die Jungs offenbart hatten, dass bis dato keine einzige, der für das morgige Gastspiel in Leverkusen geplanten Plastikfähnchen fertig wäre, und wir darüber hinaus noch keine Räumlichkeiten... wie bereits erwähnt war es kurz vor zwei... hätten, um doch noch ein paar Fähnchen fertigzustellen. Letztendlich landeten wir um zwanzig nach drei in Ennos Bude... zuvor hatten wir Enno auf einer Studentenparty so lange genervt, bis er sich endlich bereit erklärt hatte, uns Unterschlupf zu gewähren... wo wir uns erst einmal ein Tässchen Bacardi Cola genehmigten, ehe wir uns endlich an die Arbeit machten... Um kurz nach acht verließen wir, völlig übermüdet und leicht verkatert, Ennos Bude mit rund vierhundert blauen und weißen Fähnchen im Gepäck... Nachdem wir im Stadtpark ein wenig Augenpflege betrieben hatten, zogen wir weiter in den Dorfbrunnen, wo sich nach und nach etliche Bekannte einfanden... Während die meisten Ultras den Weg nach Leverkusen erst um kurz nach eins mit dem Sonderzug antraten, machte ich mich bereits eine Stunde früher mit Fabian, der einmal mehr das ganze Material an Bord hatte, auf den Weg ins Rheinland... Obwohl die Eingangskontrollen zum Gästeblock einmal mehr ein wenig übertrieben waren... jeder zweite Bochumer musste seine Schuhe ausziehen... schafften es einige Herrschaften pyrotechnische Erzeugnisse mit ins Stadion zu nehmen... Zum Einlaufen der beiden Mannschaften siegen auf Leverkusener Seite schwarze, rote und weiße Luftballons 'gen Himmel. Des weiteren bahnten sich unzählige Wurfrollen den Weg in Richtung Spielfeld... Auf unserer Seite kamen die bereits erwähnten blauen und weißen Fähnchen, sowie die in den Block geschmuggelten pyrotechnischen Erzeugnisse zum Einsatz, was die sonst so übermotivierten Ordner nicht im geringsten tangierte... Während die Stimmung unter den zweitausend mitgereisten Bochumern über weite Strecken des Spiels mehr als ordentlich... bisweilen sogar genial... war, brachten die Leverkusener nicht sonderlich viel zu Stande... Leider vergaben unsere Herren Profis auch heute wieder viel zu viele Chancen, und so wurde es letztendlich nichts mit einem Punktgewinn im letzten Bundesligaspiel... Als auf der Anzeigetafel der Führungstreffer des Hamburger Sport Verein gegen die Bayern vermeldet wurde, herrschte im Gästeblock völlige Stille... Schalke Deutscher Meister - einfach grauenhaft... während der Jubel der restlichen zwanzigtausend Zuschauer im annähernd ausverkauften Ulrich-Haberland-Stadion... äh... der annähernd ausverkauften BayArena keine Grenzen kannte... Als wenig später der Ausgleich der Bayern in allerletzter Minute vermeldet wurde, pogte der Pöbel im Gästeblock übelst ab. Nicht etwa, weil die Bayern Meister geworden waren, sondern weil dem ach so geliebten Nachbarn aus Gelsenkirchen die schon sicher geglaubte Meisterschaft doch noch entrissen worden war... Nachdem wir uns bis um kurz vor sechs im Gästeblock herumgetrieben hatten, machten wir uns langsam auf den Weg zum Bahnhof Leverkusen-Mitte. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen verspürte der eine oder andere Bochumer unterwegs Durst, woraufhin ein nahegelegener Kiosk überfallen... äh... aufgesucht wurde... Eine Stunde später verabschiedete ich mich in Köln von den Bochumer Zugfahrern, schließlich sollte es wenig später mit dem Zug via Karlsruhe, wo sich der Nürnberger Klaus zu mir gesellen wollte, und Basel nach bella Italia gehen...

35. Spieltag Serie B Italien am 20.05.2001
Stadio Luigi Ferraris Genova
US Sampdoria vs. Venezia Mestre FC 4:1

Leider klappte nicht alles wie geplant... Der Zug, für den ich mich entschieden hatte, bestand bis Karlsruhe nur aus Schlaf- und Liegewägen. Da diese erstens unbezahlbar waren... in meinem Geldbeutel herrschte bereits seit Wochen Ebbe... und zweitens sowieso restlos ausverkauft waren, blieb mir nichts anderes übrig, als einen späteren Zug zu nehmen, was zur Folge hatte, dass wir erst zwanzig Minuten vor Spielbeginn am Piazza Principe in Genova ankamen... Obwohl wir den Taxifahrer, der uns zum Stadio Luigi Ferraris bringen sollte, anspornten, sämtliche Verkehrsregeln zu missachten, erreichten wir unser Ziel erst sieben Minuten nach dem Anpfiff... Am Eingang zum Settore Ospiti wurden wir bereits sehnsüchtig von Tommaso erwartet, der sich freundlicherweise bereit erklärt hatte, uns Eintrittskarten zu organisieren... in Italien schließen die Kassenhäuschen meist unmittelbar nach Spielbeginn... Als wir uns wenig später zu den rund fünfhundert mitgereisten Arancioverdi gesellten, führten die Gastgeber bereits mit zwei zu null... Merda! Obwohl die Mannen aus der Lagunenstadt gegen die topmotivierten Genueser auf dem Spielfeld klar den Kürzeren zogen... womit der Kampf um den Aufstieg in die Serie A wieder spannend wurde... war die Stimmung im Settore Ospiti… sieht man einmal von den Vecchi Ultra ab, die Mitte der zweiten Halbzeit das Stadio Luigi Ferraris verließen... mehr als genial. Von den Gastgebern, die drei Wochen zuvor in Siena einen bleibenden Eindruck hinterließen, war ich mehr als enttäuscht, da es lediglich nach den vier Toren richtig laut wurde. Seit sich die Ultras Tito... die übrigens Besuch aus Marseille hatten... in den Oberrang der Curva Sud zurückgezogen haben, ist die Stimmung bei Heimspielen der Genueser eher mau... Nach dem Schlusspfiff mussten wir noch eine zwanzigminütige Blocksperre über uns ergehen lassen, ehe wir das Stadion endlich verlassen durften. Während sich Ultras Unione, Rude Fnas & Co. mit Bussen zum Bahnhof befördert wurden, trieben wir uns noch ein wenig rund ums Stadio Luigi Ferraris herum, ehe wir uns auf den Weg zum Hafen machten, schließlich wollte mein Begleiter, der bis dato noch nicht in Genova weilte, noch ein wenig Sightseeing betreiben. Um kurz vor sieben traten wir dann wieder die Heimreise an...

Finale Champions League am 23.05.2001
Stadio Guiseppe Meazza Milano
Bayern München vs. Valencia CF 6:5 n.E.

Am Dienstagnachmittag startete ich zusammen mit Nobber, Marco, Nils, Kathi, Sonja, Thomas und Bomber in Richtung Italien, wobei ich ein Kribbeln in der Magengegend nicht leugnen konnte... Um kurz nach acht hatten wir unser erstes Etappenziel, Bardolino am Lago di Garda erreicht. Nachdem wir unsere Zelte... nun ja, es war eigentlich nur ein Zelt, da Marco und ich es vorzogen, unter freiem Himmel zu schlafen, während Nils und Sonja im Kofferraum ihrer Familienkutsche nächtigen wollten... aufgebaut hatten, zog es uns ins Zentrum von Bardolino, wo wir zunächst unsere hungrigen Mägen in einer Pizzeria füllten, ehe wir den Abend bei einigen Cocktails in einer gemütlichen Gelateria am Ufer des Lago di Garda ausklingen ließen... Aus unerfindlichen Gründen erwachte ich am nächsten Morgen mit heftigen Kopfschmerzen... Nach ausgiebigem Frühstück und erquickender Dusche machten wir uns um kurz nach neun via Peschiera del Garda, wo wir vom Auto in den Zug umstiegen, auf den Weg nach Milano... Knapp zweieinhalb Stunden später saßen wir bereits beim Schotten... tja, wenn der Hamburger nur tausend Lire kostet... in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofes. Anschließend zogen wir weiter in die Innenstadt... Nachdem wir das rege Treiben am Domplatz... wo die Spanier, die permanent Böller zündeten, klar in der Überzahl waren... ein wenig auf uns wirken gelassen hatten, zog es uns zunächst ins Innere des Mailänder Doms, ehe wir selben per pedes bestiegen... Weiter ging es durch die Galleria Vittoria Emanuele zur weltberühmten Mailänder Scala, bevor wir uns in einem überaus gemütlichen Cafe in einer Seitenstraße ein wenig erholten... Um kurz nach drei machten wir uns dann mittels Straßenbahn auf den Weg zum Stadio Guiseppe Meazza… Vor dem Stadion tummelten sich bereits unzählige Fans... und solche, die sich dafür halten... des deutschen Rekordmeisters. Die nächsten Stunden verbrachten wir in geselliger Runde, ehe wir uns vierzig Minuten vor Öffnung der Stadiontore vor diesen einfanden. Hier wurden wir Zeugen, wie zwei Italiener über die nicht gerade niedrige Stadionumzäunung kletterten. Tja, an derartige Szenen hab ich mich in bella Italie mittlerweile gewöhnt... Wenig später durften auch wir das schönste Stadion Europas betreten, jedoch erst nachdem die Ordner unsere Eintrittskarten genau unter die Lupe genommen hatten. Wie wir später erfuhren, waren trotz der aufwendigen Sicherheitsmerkmale täuschendechte Fälschungen im Umlauf... In der Curva Sud, die heute den Anhang der Münchner Bayern beheimatete, herrschte bereits eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff überaus gute Stimmung... Stimmungsfördernd war übrigens der Auftritt der Spider Murphy Gang, was man von der Opernsängerin, die wenig später ihren großen Auftritt hatte, nicht sagen konnte... Zum Einlaufen der Spieler erstrahlte in der Curva Sud der Europapokal der Landesmeister, umrahmt vom heutigen Datum. Des weiteren prangte am Mittelrang ein riesiges Transparent, auf dem aller Welt mitgeteilt wurde, dass heute ein guter Tag wäre, um Geschichte zu schreiben... In der Curva Nord, in der sich die Spanier breit gemacht hatten, kamen lediglich orange Papptafeln, sowie zwei kleine Blockfahnen zum Einsatz... Wenig später hatten die Pyromanen beider Lager ihren ersten großen Auftritt. Alles in allem ein mehr als genialer Auftakt... Was sich in den folgenden Stunden im Stadio Guiseppe Meazza abspielte, ist nur schwer in Worte zu fassen... Bereits in der dritten Minute der erste Schock für die Bayern... Führungstreffer für Valencia dank eines unberechtigten Elfmeters... Der zweite Schock folgte vier Minuten später, als Canizares den von Mehmet Scholl geschossenen Elfmeter halten konnte... In der fünfzigsten Minute war die rot-weiße Fußballwelt wieder in Ordnung... Stefan Effenberg konnte per Elfmeter ausgleichen... Da keiner der beiden Mannschaften ein weiterer Treffer gelingen wollte... weder in der regulären Spielzeit, noch in der Verlängerung... musste letztendlich das Elfmeterschießen über Sieg oder Niederlage entscheiden. Der vierzehnte Elfmeter... bis dato hatten Paulo Sergio und Patrik Andersson, sowie zwei Spanier verschossen... brachte letztendlich die Entscheidung zugunsten der Münchner Bayern... Durchgeschwitzt und mit den Nerven völlig am Ende sackte ich Sekunden später in mich zusammen. Erst Minuten später nahm ich den Jubel um mich herum bewusst war... Während die rund dreißigtausend Münchner ihre Helden in der Folgezeit ausgiebig feierten, zogen die Spanier mit gesenkten Köpfen von dannen. Eine Stunde nach dem Schlusspfiff kehrten wir der Stätte des Triumphs langsam den Rücken... Mit der Metro machten wir uns dann auf den Weg nach Milano Lambrate, wo um kurz vor  vier unser Zug zurück nach Peschiera del Garda abfahren sollte. Gegen sechs waren wir letztendlich wieder am Campingplatz in Bardolino, wo wir alsbald ins Reich der Träume entschwanden...

Hinspiel Finale Coppa Italia am 24.05.2001
Stadio Ennio Tardini Parma
AC Parma vs. AC Fiorentina 0:1

Während sich Nobber, Kathi, Marco... der mich eigentlich nach Parma begleiten wollte, es sich dann aber doch anders überlegt hatte... Bomber und Thomas wenige Stunden nach unserer Rückkehr aus Milano bereits in Richtung Heimat verabschiedeten, nutzten Nils, Sonja und ich den Vormittag, um unsere völlig leeren Akkus wieder aufzufüllen... Um kurz nach zwei brachte mich Nils dann zum Bahnhof nach Peschiera del Garda, wo sich unsere Wege trennten... Knapp viereinhalb Stunden später stand ich bereits vor dem Stadio Ennio Tardini. Gut zwei Stunden vor dem Anpfiff war hier noch nicht sonderlich viel los. Lediglich Polizia und Carabinieri waren bereits eifrig damit beschäftig, den Gästeblock hermetisch abzuriegeln... Nachdem ich die bestellte Karte abgeholt hatte, verzog ich mich alsbald ins Innere des knapp dreißigtausend Zuschauer fassenden Stadio Ennio Tardini… Während die Parmigiani das Hinspiel im Finale des Coppa Italia sowohl in der Kurve... die Boys Parma präsentierten neben ihrer Blockfahne ein Transparent mit der Aufschrift "NOI CON LA VOCE - COI CON IL CUORE - VINCEREMO"... "WIR MIT DER STIMME - IHR MIT DEM HERZEN - DANN GEWINNEN WIR"... als auch auf der Gegengeraden... neben blauen und gelben Folien hantierten die Parma Clubs mit einer Italienfahne auf der sich das Wort "VITTORIA"... "SIEG" befand... mit einer durchaus sehenswerten Aktion einläuteten, gab es seitens der rund fünftausend Gäste lediglich eine Schalparade. Die Jungs und Mädels aus der Toskana schienen mal wieder... oder noch immer... zu streiken, da sie ihre Zaunfahnen... bis auf eine Ausnahme... nicht mit nach Parma genommen hatten. Obwohl sich beide Mannschaften nicht gerade ein Bein ausrissen, war die Stimmung unter den knapp zwanzigtausend Zuschauern ganz ordentlich... Als ich mich bereits mit einem torlosten Unentschieden abgefunden hatte, gelang den Gästen in der Nachspielzeit doch noch der vielumjubelte Siegtreffer... Nach dem Schlusspfiff statte ich den Boys Parma... die sich gerade mit Bengalen und Steinen für die dritte Halbzeit eindeckten... noch einen kurzen Besuch ab, ehe ich mich per pedes auf den Weg zum Bahnhof machte... Hier durfte ich dann live miterleben, wie die Gäste von den Carabinieri in den bereitstehenden Sonderzug getrieben... äh... geprügelt wurden. Als Dankeschön flogen den Staatsdienern bei der Abfahrt des Zuges diverse Wurfgeschosse um die Ohren... Da ich die nächsten zwei Tage bei meinen Eltern, die mal wieder in der Nähe von Ravenna Urlaub machten, verbringen wollte, diese mich aber erst am nächsten Morgen vom Bahnhof in Cervia… etwa dreißig Kilometer südlich von Ravenna... abholen wollten, hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, mir die Nacht in überfüllten Zügen um die Ohren zu schlagen...

36. Spieltag Serie B Italien am 27.05.2001
Stadio Pierluigi Penzo Venezia
Venezia Mestre FC vs. Chievo Verona 2:1

Um kurz nach sieben kutschierte mich mein alter Herr zum Bahnhof nach Cervia… wie bereits erwähnt, hatte ich den Freitag und Samstag zusammen mit meinen Eltern verbracht... Mit dem Zug ging es weiter nach Venedig. Da ich in Modena meinen Anschlusszug knapp verpasste, erreichte ich die Lagunenstadt erst um kurz vor zwei... Da das nächste Schiff nach S. Elena erst zehn Minuten später abfahren sollte, machte ich mich per pedes auf den Weg zum Stadio Pierluigi Penzo… Fünf Minuten vor dem Anpfiff passierte ich letztendlich die Stadiontore… Zum Einlaufen der beiden Mannschaften präsentierten die Ultra Unione, die auch heute wieder von ihren Gemellati aus Modena und Wien unterstützt wurden, zwei Schwenkfahnen, ein paar Doppelhalter und die eine oder andere Bengale, sowie ein Transparent mit der Aufschrift "ALL ASSALTO FINO ALL VITTORIA", was sinngemäß "KÄMPFT BIS ZUM SCHLUSS" heißt, während die Gäste aus Verona mit blauen und gelben Rauchfackeln hantierten... Knapp neuntausend Zuschauer sahen in den folgenden neunzig Minuten ein kampfbetontes Spiel, das die Gastgeber letztendlich für sich entscheiden konnten... Während die Arancioverdi den Sieg gegen den Tabellenführer ausgiebig feierten, machte ich mich alsbald auf den Weg zum Bahnhof...

32. Spieltag Serie A Italien am 27.05.2001
Stadio Mario Rigamonti Brescia
Brescia Calcio vs. Vicenza Calcio 2:1

Weiter ging es nach Brescia, wo um halb neun das zweite Spiel des Tages angepfiffen werden sollte. Da ich in Brescia geschlagene zwanzig Minuten auf ein Taxi warten musste, erreichte ich das Stadio Mario Rigamonti erst eine viertel Stunde nach dem Anpfiff... Während die Bresciani ihre Mannschaft bedingungslos nach vorne trieben, war von knapp vierhundert Gästen aus Vicenza nicht sonderlich viel zu hören… Als die Spieler das Spielfeld nach dem Seitenwechsel wieder betraten, versank die Curva Nord in einem Meer aus Wunderkerzen, während die Vecchio CUCN auf der Gegengerade mit Schwenkfahnen, Doppelhaltern und Bengalen hantierten... Spätestens nach dem zweiten Treffer der Gastgeber kannte der Jubel im Stadio Mario Rigamonti keine Grenzen mehr, schließlich war der Klassenerhalt nun zum Greifen nahe... Mehr als der Anschlusstreffer sollte den Gästen aus Vicenza an diesem Abend nicht mehr gelingen, womit der Sturz in die Serie B nur noch schwer abzuwenden ist... Unmittelbar nach dem Schlusspfiff kehrte ich dem bunten Treiben den Rücken, schließlich hatte ich bis zur Abfahrt meines Zuges nur noch eine knappe Stunde Zeit... Da ich rund ums Stadio Mario Rigamonti kein Taxi auftreiben konnte, blieb mir nichts anderes übrig, als die Beine in die Hand zu nehmen, und die nicht gerade kurze Strecke zum Bahnhof per pedes zu bestreiten. Letztendlich erreichte ich den Bahnhof drei Minuten vor der Abfahrt meines Zuges... Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn ich den Zug verpasst hätte...

Wenn ihr Euch auch noch die letzten beiden Saisonspiele der Fioi (so der Spitzname des Venezia Mestre FC), in denen sie die Rückkehr in die Serie A perfekt machten, eine Vorstellung der inzwischen leider aufgelösten Vigilantes Vicenza, sowie unzählige weitere Spiele aus dem Mutterland der Ultras (vom VfL Bochum und den Münchner Bayern ganz zu schweigen) zu Gemüte führen wollte, dem lege ich den dritten Teil des (PF)LÄSTERSTEIN-Sammelbandes ans Herz, der für den Frühjahr 2019 geplant ist. Zudem soll es noch das eine oder andere "Gedruckte" aus dem Hause (PF)LÄSTERSTEIN im kommenden Jahr geben...
Jetzt wünsche ich Euch aber erst mal einen guten Rutsch und einen guten Start ins neue Jahr!

Solltet Ihr auf Geschichten und Bilder aus längst vergangenen Zeiten stehen, kann ich Euch die letzten Exemplare der zweiten Auflage meines Bildbandes "MOMENTAUFNAHMEN - ZWÖLF JAHRE "ANALOG" UNTERWEGS" wärmstens empfehlen!
Hier findet Ihr noch einmal alle Infos zum Bildband:

Freitag, 28. Dezember 2018

Rezension:SOGENANNTE FANS - Die Chronik zu 18 Jahren Ultras Dynamo

18 Jahre Ultras Dynamo, das sind 18 Jahre Geschichten und unvergessliche Momente. Einige dieser Momente haben wir nun versucht zu ordnen, zu bündeln und daraus ein Buch entstehen zu lassen um diese Eindrücke festzuhalten. Für uns selbst, aber auch für jeden anderen Dynamo-Fan. Entstanden ist ein hochwertiger Bildband mit insgesamt 652 Seiten und über 800 Bildern. Dazu gibt es zahlreiche Geschichten zu 18 Saisons und viele Anekdoten zu Themen, die die Gruppe bewegten.
Soweit die Ultras Dynamo zu ihrem Bildband. Ich muss schon sagen, der Wälzer ist aller Ehren wert - gerade die vielen Fotos aus den Anfangsjahren der Gruppe sind echt der Hammer. Wahnsinn, wie sich die Dresdner Szene im Allgemeinen und die Ultras Dynamo im Besonderen entwickelt haben. Neben unzähligen Fotos - mir als Nicht-Dresdener fehlen hier definitiv die Spielpaarungen als Bildunterschriften - gibt es zu jeder Spielzeit ein paar einleitende Wort (die Entwicklung der Gruppe spielt hier die zentrale Rolle), sowie Informationen zu dem einen oder anderen Thema, das Ultras Dynamo bewegt (hat). Zudem wird sowohl den Rivalen (Halle, Chemnitz, Magdeburg, Lok Leipzig, Aue und Rostock) als auch den Freunden (Zwickau und Sarajevo) respektive ehemaligen Freunden (Katowice und Gera) Platz eingeräumt. Natürlich dürfen Streetartfotos ebensowenig fehlen, wie das eine oder andere Mobfoto. Einen bitteren Beigeschmack für mich hat natürlich die Rubrik "Fanclub Diebische Elster" - tja, auch heute schmerzt der Verlust unserer ersten und wichtigsten Fahne immens! Dennoch kann ich das Buch jedem, der sich mit Fan-/Ultrakultur (auch nur im Entfernten) beschäftigt wärmstens empfehlen - für diejenigen, die noch "ohne" sind, kann ich nur hoffen, dass es eine zweite Auflage des Mammutwerkes gibt...
SOGENANNTE FANS - DIE CHRONIK ZU 18 JAHREN ULTRAS DYNAMO
Herausgeber: Forza Dynamo e.V.
Seiten: 652 - farbig
Preis: 39,90 Euro

Sonntag, 15. April 2018

Rezension: Bad Boys Monopoli BEYOND A QUARTER OF CENTURY

"Über ein Vierteljahrhundert hinaus" - so der Name des knapp tausenddreihundert Seiten (!!) umfassenden Monumentalwerkes der Bad Boys Monopoli, das nach langem Hin und Her nun doch erschienen ist... aufgeteilt auf zwei Bände (Softcover), edel verpackt im Pappschuber!
Nach ein paar einleitenden Worten stellen die Bad Boys ihre Heimatstadt Monopoli (die knapp 50.000 Einwohner zählende Stadt aus der Region Apulien liegt an der Adria) in Wort und Bild vor, ehe es auch schon mit einem Rückblick auf die "Wurzeln des Tifo", der Geschichte des Stadions und der Entwicklung des Vereinswappens (Il Gabbiano - die Möwe) ans Eingemachte geht...
Es folgen die frühen achtziger, ehe die Gründung der Gruppe am 7. März 1987 ausführlich beleuchtet wird. Fortan geht es in Wort und Bild (nicht nur uns Deutsche und alle Anderen, die der italienischen Sprache nicht oder nur bedingt mächtig sind, dürfte es freuen, dass man seitens der Bad Boys den Hauptfokus augenscheinlich aufs "Optische" gelegt wurde... ich glaube, dass beide Bände rund zwei- bis dreitausend Bilder enthalten!) durch die Geschichte der Gruppe. Neben Texten (jede Saison wird mit eine "paar" Worten eingeläutet), Fotos findet der geneigte Leser Eintrittskarten, Zeitungsberichte und den ein oder anderen Aufkleber der  Gruppe...
Natürlich wird auch der dreißigste Geburtstag der Gruppe (zu diesem Anlass hat man sich ja entschieden, die Geschichte in Wort und Bild festzuhalten) thematisiert!
Im Anschluss an den Rückblick auf die letzten dreißig Jahre werden noch Politik, der Union Jack (dieser war 1987 das erste Symbol der Gruppe und ziert seither die der Bad Boys), die Sektionen (u.a. Luxembourg und Rimini), die Geschichte des Mest Mob (aus meiner Sicht eine der geilsten Gruppenfiguren überhaupt), dem Kampf der Ultras gegen die Tessera und alle weiteren Belange der Ultrabewegung, Turniere, Zaunfahnen, Choreographien, Fanzines, Gruppenschals, Freunde, Brüder und Feinde, sowie die eine oder andere Fußballreise (ohne Beteiligung Monopolis oder der Nationalmannschaft) ausführlich beleuchtet. Zum Schluss gibt es noch ein paar Anekdoten und die Huldigung einiger verdienter Personen...
Ganz ehrlich - mit diesem Werk haben die Bad Boys die "Messlatte" an künftig erscheinende Bücher extrem hoch gelegt. Jedem Italienfreund und Sammler von Ultra-/Fanbüchern kann ich "BEYOND A QUARTER OF CENTRUY" wärmstens ans Herz legen... ach was - die beiden Bücher sind ein MUSS!
M. O'Bryan BEYOND A QUARTER OF CENTURY
Herausgeber: Bad Boys Monopoli 1997
Seiten: 1296 - zwei Bände - Softcover plus Pappschuber - farbig
Preis: 50,00
Kontakt: fotolibrobadboys@gmail.com

Donnerstag, 8. März 2018

Rezension: Sebastian Bahr NUR EINMAL NACH EUROPA

Würde unsere "grau Maus" noch einmal im internationalen Wettbewerb spielen (wenn wir schon träumen, dann bitte auch wieder als "eingetragener Verein"), ich würde mir genau so ein Buch wünschen...
Mit dem Bildband "NUR EINMAL NACH EUROPA" hat Sebastian Bahr sich und der Fanszene des 1.FC Köln ein megageiles Denkmal gesetzt und die teils furiosen Auftritte der Domstädter in Müngersdorf, London, Baryssau und Belgrad in eindrucksvollen Bildern festgehalten. 
Auf 160 Seiten (A4 - Querformat) dokumentiert der aus der Fanszene stammende Sebastian Bahr sieben Spiele - beginnend mit dem letzten Spieltag der vergangenen Saison, ehe die sechs internationalen Auftritte folgen - in Wort und BILD... immer wieder schafft er es auch mich als Außenstehende "mitzunehmen"...
Die Tatsache, dass die erste Auflage innerhalb einer Woche (!) komplett ausverkauft ist, sagt eigentlich alles - auch Nicht-Kölnern kann ich dieses Buch (Auflage 2 erscheint Ende des Monats) nur wärmstens an Herz legen...
Sebastian Bahr NUR EINMAL NACH EUROPA
Herausgeber: Verlag die Werkstatt
Seiten: 160 - farbig
Preis: 24,90
ISBN: 978-3-7307-0378-6