Ich kann mich auch täuschen, aber gefühlt hab ich in den weit über dreißig Jahren, die ich inzwischen "aktiv" ins Stadion gehe, gegen keinen Verein mehr internationale Bayernspiele gesehen... was ich aber sicher sagen kann ist, dass Real Madrid für mich einer, wenn nicht sogar der unsympatischste Verein außerhalb Deutschlands ist!
Nachdem die Bayern seit dem Sieg im Elfmeterschießen im Estadio Bernabéu anno 2012 (was gleichzeitig den Einzug ins "Finale dahoam" bedeutete) sich in vier "Endrundenduellen" (dreimal im Halbfinale, einmal im Viertelfinale) nicht mehr gegen die Königlichen hatten durchsetzen können, sollte es dieses Jahr endlich wieder klappen; mit dem knappen aber verdienten Sieg (2:1) im Hinspiel hatten sich die Mannen von Vinvent Kompany eine durchaus gute Ausgangs-lage für das Rückspiel erarbeitet.
Voller Vorfreude (die Möglichkeit, dass sich unsere Freunde heute aus dem internationalen Wettbewerb verabschieden würden, kam mir zumindest vor dem Spiel nicht in den Sinn... die Mannschaft der Bayern wirkt gerade in den letzten Monaten enorm gefestigt, hat - soweit ich das als Außenstehender beurteilen kann - einen richtig guten Spirit und spielt einfach einen mega attraktiven und vor allem mitreißenden Fußball; schön, dass wir so aus dem "Zweitligarumpel-fußball" der eigenen Equipe auch mal ausbrechen dürfen!) ging es um kurz nach sieben in Richtung Fröttmaning. Nach einem (oder zwei) Dösken in geselliger Runde (auf dem Hinweg war ich diesmal mit ein paar ganz alten Fußballfreunden unterwegs; insbesondere mit einem von ihnen hatte ich meine ersten Fußballtouren bestritten - Momente die mich durchaus geprägt haben) sollte es rund vierzig Minuten vor Anpfiff endlich in Stadion gehen. Nachdem ich zum Einlaufen der beiden Mannschaften die durchaus imposante Choreo-graphie der Südkurve noch aus dem Oberrang der Nordkurve betrachtet hatte, gesellte ich mich in der Folgezeit zu Red Fanatic, ehe ich mich in der Halbzeitpause weiter in die Mitte der Südkurve "durchkämpfte". War die Stimmung in der ersten Halbzeit (wahrscheinlich dem nervenaufreibenden Spielverlauf geschuldet) bisweilen noch durchwachsen (okay, das ist jetzt eher Jammern auf hohem Niveau; aber wenn die Kurve es schaffte, das restliche Publikum mitzunehmen, war bereits zu diesem Zeitpunkt klar, was hier und heute möglich wäre), so war der zweite Durchgang in meinen Augen nahe am Optimum (aber wie gesagt, das ist meine Wahrnehmung - besser beurteilen können das wahrscheinlich diejenigen, die ihren Platz nicht im Herzen der Südkurve hatten). Spätestens nach dem drei zu drei durch Luiz Díaz kurz vor Ende der regulären Spielzeit explodierte die Arena; Michael Olise ließ mit dem Siegtreffer in Minute vierundneunzig endgültig alle Dämme brechen... sowohl unter den 75.000 Zuschauern (sofern sie es mit dem Deutschen Rekordmeister hielten) als auch bei den Bayernspielern (die nach dem Schlusspfiff ausgiebig vor und mit der Südkurve feierten) herrschte Ekstase pur!
Donnerstag, 16. April 2026
15. April 2026 - Bayern München vs. Real Madrid 4:3
Montag, 23. März 2026
18. März 2026 - Bayern München vs. Atalanta Bergamo 4:1
Nach der "notte magica" von Bergamo, in der unsere Münchner Freunde wohl einen der besten Auftritte ihrer Mannschaft bejubeln durften, sollte im Rückspiel gegen die "Dea" wohl nichts mehr anbrennen. Dennoch machte ich mich voller Vorfreude zusammen mit den Jungs von der Dachau auf den Weg in Richtung Fröttmaning (von wo aus wir dank des erneuten Streiks im öffentlichen Nahverkehr das zweite Mal in diesem Jahr zum Stadion laufen durften), was wohl nicht zuletzt an den (trotz Debakel im Hinspiel) zahlreich mitgereisten Gästen aus der Lombardei lag. Zum ersten Mal sollte die sagenumwogene Curva Nord (wobei ja seit dem Jahr 2006 mit Forever Atalanta auch eine Ultrágruppe in der Curva Sud beheimatet ist) "ihre Zelte" in München aufschlagen.
Gruppen wie die legendäre Brigate Neroazzurre, Wild Kaos und Nomadi zogen mich bereits Mitte der 1990er in ihren Bann (ich erinnere mich noch heute an mein erstes Spiel im alt-ehrwürdigen Stadio Atleti Azzuri d'Italia, das nach seiner Eröffnung 1928 übrigens mit Mario Brumana den Namen eines italienischen Faschisten trug, ehe es nach dem zweiten Weltkrieg in Stadio Comunale umbenannt wurde; zu Gast war am 9. März 1997 mit Sampdoria Genua ein weiteres Schwergewicht der italienisch Ultrábewegung - eröffnet wurde das Spiel mit einer farbenfrohen Pyroshow in der Mitte der Curva Nord, zu Beginn der zweiten Halbzeit verschwand selbige unter einer riesigen schwarz-blau-gestreiften Blockfahne. Die 1.500 mitgereisten Gäste rund um die Ultras Tito Cucchiaroni hatten "nur" ihre schon damals charakteristischen Schwenkfahnen im Gepäck. Am meisten blieb mir jedoch der mehr als geniale Tifo beider Kurven in Erinnerung; seinerzeit war das für uns Ultras der ersten Generation für die eigene Kurve ein schier unerreichbar scheinender Wunschtraum!). Seit dieser Zeit verfolge ich (nicht nur) die Geschichte der Ultras von Atalanta Bergamo... die Auflösung des WKA und der BNA Anfang der 2000er, der Zusammenschluss aller Ultras unter dem Namen "Curva Nord Bergamo 1907" (federführend war hier zweifelsohne ein gewisser Claudio "Bocia" Galimberti - an dieser Stelle möchte ich Euch allen den Dokumentarfilm "A guardia di una fede" ans Herz legen, wobei ich vermute, dass die meisten Leser diesen bestimmt schon gesehen haben - aufgewaschen mit beziehungsweise in der BNA, später Gründer der Nuova Guardia - die jedoch nicht lange "überleben" sollte - und 1998 der Atalanta Supporters, die sich später in besagte Curva Nord Bergamo 1907 umbenennen sollte) bis hin zu deren Ende im Jahr 2021 (als Hauptgrund wurde in einem letzten Comunicato die schier unglaubliche Repressionswelle, der man sich über Jahre konfrontiert sah, genannt). Inzwischen haben sich mit Millenovecentosette (entstanden aus einem losen Zusammenschluss, der bereits zuvor unter dem Motto "Per chi non piò esserici" (Für diejenigen, die nicht dabei sein können), Ultras Tanto Torno und der Vecchia Guardia neue Gruppen in der Curva Nord etabliert. Im Süden hat neben der bereits angesprochenen Gruppe Forever Atalanta (gegründet von ehemaligen Mitgliedern der BNA) auch noch Agitati Bergamo (hauptsächlich bestehend aus ehemaligen Mitgliedern des WKA) eine neue Heimat gefunden.
Genug der Exkursion und zurück zum Achtelfinalrückspiel der diesjährigen Champions League. Konnte man die mitgereisten Bergamaschi vor dem Spiel noch das ein oder andere Mal im Herzen der Südkurve vernehmen, so war spätestens mit Spielbeginn nichts mehr von den Schwarz-Blauen zu vernehmen, sangen sich unsere Freunde doch gerade in den ersten fünfundzwanzig Minuten (beginnend mit dem Europapokalklassiker "Ich hab geträumt von dir") in einen wahren Rausch; ja Leute, dass hat gescheppert und wirklich richtig Bock gemacht. Leider war nach dem ersten Eingreifen des VAR (wann wird dieser Stimmungskiller, von dem man inzwischen ja hinlänglich weiß, dass er auch nicht für mehr Gerechtigkeit auf dem Spielfeld sorgt, endlich wieder abgeschafft?) ein deutlicher Abfall spürbar. Zwar konnte nach dem Seitenwechsel (die Ultras der Göttin hatten nach einem Schlagabtausch mit dem USK - zuvor soll es wohl schon zu "Unstimmigkeiten" untereinander gekommen sein - teils den Block verlassen) der Stimmungspegel wieder gesteigert werden, an die Anfangsphase sollte man jedoch nicht mehr herankommen. Richtig laut wurde es erst nach dem Schlusspfiff, als man die Mannschaft schon einmal auf den kommenden Gegner einstimmte... Madrid, Madrid, wir scheißen auf Madrid! Ring frei für die Runde der letzten acht... 😉
Freitag, 23. Januar 2026
21. Januar 2026 - Bayern München vs. Union Saint-Gilloise 2:0
Nach der Auslosung der Ligaphase der Champions League hätte ich gesagt, dass dieses Spiel sowohl sportlich als auch fantechnisch eher zu den uninteressanteren Begegnungen zählen würde; aber bekanntlich kommt es manchmal anders als man denkt.
Die UEFA hatte die Bayern nach der Pyroaktion gegen Sporting Lissabon Anfang Dezember (wie zu erwarten) mit einer Teilsperrung der Südkurve belegt, die die Verantwortlichen aus freien Stücken auf den kompletten Unterrang der Kurve ausweitete (und somit annähernd verdoppelte). Dass die aktive Fanszene sich dieser unverhältnismäßigen Kollektivstrafe (die in meinen Augen einzig und allein darauf abzielt, Uneinigkeit in der Kurve zu säen, um so ein gewünschtes Verhalten zu erzwingen - ich weiß, dass gerade das Thema Pyrotechnik innerhalb der Fanszene durchaus unterschiedlich gesehen wird, was ja auch vollkommen legitim ist) nicht beugen würde, war wohl jedem, der sich mit der Fan-/Ultrabewegung hierzulande beschäftigt, klar. Letztendlich sollten sich die aktiven Gruppen in den Blöcken 318 bis 322 im Oberrang der Südkurve einfinden. Während über den verwaisten Stehplätzen ein Spruchband mit der Aufschrift "GEGEN KOLLEKTIVSTRAFEN - FÜR EINE LEBENDIGE FAN-KULTUR" prangte, stand auf einem zweiten im Oberrang "WIR SIND IMMER HIER - DIE KURVE DAS SIND WIR"... selbstredend erschallte das ent-sprechende Lied kurz vor dem Anpfiff! Die durchaus emotionsgeladene Stimmung in den folgenden neunzig Minuten bewies eindrucksvoll, dass die "Strafenpolitik" der UEFA und des FC Bayern problemlos ad absurdum geführt werden konnte (die Stellungnahme der Südkurve München zum Spiel gegen Union Saint-Gilloise findet ihr hier). Nachdem ich die erste Halbzeit bei den Freunden der Dachau City (die sich ihre Plätze heute mit MRP "teilten") verbracht hatte, zog ich mit dem Halbzeitpfiff ein paar Blöcke weiter... sprich ins Zentrum der Kurve. Das Spiel konnten die Bayern letztendlich mit zwei zu null für sich entscheiden, wobei man sich lange Zeit unerwartet schwer gegen den - vor diesem Spieltag - 27. der sechsunddreißig teilnehmenden Vereine tat. Positiv überrascht war ich übrigens vom zahlreich vertretenen Gästeanhang aus Brüssel, der einen durchaus bleibenden Eindruck hinterließ.
Mittwoch, 10. Dezember 2025
9. Dezember 2025 - Bayern München vs. Sporting Lissabon 3:1
Und so musste ich gestrigen Dienstag (trotz Bergen von Arbeit) in der Kanzlei relativ früh die Segel streichen, damit ich pünktlich um fünf abfahrtsbereit war. Die frühe Anstoßzeit hatte nicht nur den Vorteil, dass man relativ früh wieder zu Hause ist, sondern auch, dass sich die Parkplatzsuche in Garching-Hochbrück durchaus entspannt gestaltete. Im Stadion zog es mich alsbald in Richtung Vorsängerpodest, wo neben den üblichen Verdächtigen der Schickeria mit FaBu ein weiterer Fantastic Supporter begrüßt werden konnte (dieser wollte endlich mal wieder ein "normales" Spiel in der Kurve erleben; tja, hast Dir den Platz auf der Haupttribüne ja (quasi) selbst ausgesucht mein Lieber... 😏 Aufgrund der doch eher unschönen Polizeiübergriffe auf Fußballfans im Europapokal gab es zu Beginn große Spruchbänder in Richtung Europäischer Union und UEFA (GET YOUR SHIT TOGETHER - PROTECT AWAY FANS FROM ARBITRATY MEASURES AND POLICE VIOLENCE!). War die Stimmund (soweit ich das von meinem Platz aus beurteilen konnte) in den ersten dreißig Minuten richtig gut, so flachte diese in der Folgezeit leider spürbar ab. Nach dem Seitenwechsel gab es seit längerer Zeit wieder eine Pyroshow in der Südkurve, bestehend aus roten und weißen Bengalen, die über die komplette Breite gezündet wurden. Da unsere Freunde nach dem Achtelfinal-Hinspiel gegen Bayer Leverkusen in der vergangenen Saison mit einer Bewährungsstrafe seitens der UEFA belegt wurden, darf man gespannt auf deren (idiotische) Reaktion respektive Sanktion warten. Ach ja, auch die mitgereisten Gäste aus der portugisischen Hauptstadt hantierten das ein oder andere Mal mit pyroteschnischen Erzeugnissen; ob der Einsatz von Böllern hierbei unbedigt sein musste, stelle ich mal in Frage (ein überaus lauter sorgte kurzzeitig für Irritaion - vor zwanzig Jahren hätten sich in diesem Moment wohl weitaus weniger Leute Gedanken gemacht). Ach ja, das Spiel konnten die Bayern, die nach Kimmichs Eigentor in der 54. Minute in Rückstand geraten waren, letztendlich hochverdient mit drei zu eins für sich entscheiden. In punkto Tifo konnte der Münchner Anhang in Durchgang zwei an die gute Anfangsphase anknüfen, so dass man letztendlich von einem richtig guten Auftritt sprechen kann.
Donnerstag, 23. Oktober 2025
22. Oktober 2025 - Bayern München vs. Club Brügge 4:0
Zusammen mit Nils machte ich mich relativ früh (Abfahrt um kurz nach sieben 😉) auf den Weg in Richtung Garching-Hochbrück, da ja Dank des Südkurven Hauses unser bisheriger "Arenaparkplatz" wohl nur noch selten (bei wirklich früher Anreise) eine Option darstellen wird... glücklicherweise hatte der "Busch-funk" bereits eine überaus interessante Alternative gemeldet, die wir heute auch gleich erfolgreich testen konnten.
Die Südkurve beschäftigte sich heute ausführlich mit der Personalie Jerome Boateng; der ehemalige Bayernspieler plant eine Hospitation bei Trainer Vincent Kompay. Eben jener Jerome Boateng war wiederholt wegen psychischer und physischer Gewalt, sowie Machtmissbrauch in Beziehungen "auffällig" geworden. Ein Thema, über das man meines Erachtens einfach nicht wegschauen sollte darf!
Das Spiel war bereits zur Halbzeit durch Tore von Lennart Karl (was der Junge aktuell macht, ist echt sensationell), Harry Kane und Luis Díaz zugunsten unserer Freunde entschieden; im zweiten Durchgang sollte sich (nur) noch die Chelsea-Leihgabe Nicolas Jackson in die Torschützenliste eintragen.
Während die Südkurve am heutigen Abend einen mehr als guten Auftritt (man konnte den Leuten um uns herum von Anfang an den Spaß beim Singen förmlich ansehen; mein persönliches Highlight des Abends war die Homage an den, sich an diesem Abend ebenfalls im Stadion anwesenden Mr. Wembley Arjen Robben) aufs Parket legte, sorgten die mitgereisten Gäste definitiv nicht dafür, sich positiv in mein Gedächtnis einzubrennen...
Montag, 19. Mai 2025
Finale dahoam anno 2012
Mittwoch, 9. April 2025
Ein Blick zurück... Champions League Finale anno 2010
Am 22. Mai 2010 trafen der FC Bayern München im Finale der Champions League auf Inter Mailand; ausgetragen wurde das Spiel im Stadio Santiago Bernabéu in Madrid. Hier der Bericht zu diesem Spiel aus dem zweiten Band meiner "MOMENTAUFNAHMEN".
Nach dem fulminanten Halbfinale gegen Olympique Lion fieberte die komplette
Bayernszene (und mit ihr unzählige Freunde) auf das große Finale im Stadio
Santiago Bernabéu… Für mich sollte es mit einem Teil unserer Dachauer Freunde
mit dem Bus der Red Munichs in die spanische Hauptstadt gehen - und dass mit
angerissenem Kreuzband und 'nem ordentlichen Meniskusschaden! Aber mit dem einen
oder anderen Cuba Libre sollte zumindest die Hinreise reibungslos über die
Bühne gehen… Vielen Dank an jeden einzelnen Businsassen für die unvergesslichen Stunden. Unvergessen bleibt für mich Bonsais Ansprache an die Dachauer
bezüglich möglicher exhibitionistischer Anwandlungen - die Dachau City scheint
ja diesbezüglich ihren Ruf weg zu haben… 😊 In Madrid angekommen legte ich
mich erst einmal in unmittelbarer Nähe der Bayernkurve (vor ner Luxusboutique)
zum chillen ab, während sich die anderen mit Hilfe von Nils Schwester (lebte
ne Zeit in Madrid und war an jenem Tag zufällig vor Ort) auf die Suche nach
dem abgeschleppten Choreoneuner des Club Nr. 12 machten, zu dessen Insassen
ein weiterer Dachauer zählte. Anschließend ging es noch gemütlich in eine
Tapasbar, ehe es langsam aber sicher Zeit wurde, das Stadion zu betreten.
Schnell noch die Auswärtsfahne der Fantastic Supporters über die große Fahne
der Dachau City (das Dachau musste übrigens auf Geheiß der UEFA überklebt
werden, da es aus Sicht der verkalkten Herren ein rechtsradikales Symbol
darstellt - alles klar! Das Thema Dachau/UEFA sollte unsere Freunde in der
Folgezeit noch ordentlich beschäftigen…) gehängt, und schon befand ich mich
Bonsai unvergessen!
auf der Suche nach einem geeigneten Fotoplatz. Fündig wurde ich nach einigem
Hin und Her auf der Gegengeraden… Bayern wählte, wie auch schon 2001, als
Hauptelement der Choreographie den Europapokal der Landesmeister, daneben auf
rot-weiß gestreiftem Hintergrund die Initialen "FCB". Dazu gab es mittels
Transparent, die klare Ansage, dass es heute Nacht nicht ohne den Henkepott
nach Hause gehen würde. Inter präsentierte mittels Blockfahne das Vereinswappen mit dem Champions League Logo als "Krone". Auf großen Transparenten
links und rechts daneben war zu lesen, dass man jetzt zusammen seinen "Traum"
krönen wolle. Alles in allem ordentliche Intros auf beiden Seiten, auch wenn
mir persönlich das letzte "Extra" gefehlt hat. Aber das ist jammern auf hohem
Niveau… Stimmungstechnisch hatten die Bayern, angetrieben durch die Ultras im
dritten Rang, zumindest bis zum null zu eins (mach einer meinte sogar bis zum
alles entscheidenden zweiten Tor der Interisti) klar die Nase vorn - von den
Nerazzuri hatte ich mir bei Leibe mehr erwartet! Lediglich in den letzten
zwanzig Minuten konnten sie mich einigermaßen überzeugen - tja, die Curva
Nord scheint auch nicht mehr das zu sein, was sie zur guten alten Zeit (in
bella Italia) einmal war… Nach dem Seitenwechsel präsentierte die Schickeria
erst ihre rot-weiß gestreifte Blockfahne, ehe es im Oberrang der Bayernkurve
ordentlich brannte - ein geiler Anblick! Inter verzichtete auf Pyro und
hantierte stattdessen mit unzähligen Fähnchen… Nach der Siegerehrung holte
ich schnell meine sieben Sachen aus dem Bus, sagte "Servus" zu meinen
Mitstreitern - heim ging es knieschonend mit dem Choreoneuner des Club Nr. 12.
Seit der Heimfahrt hab ich übrigens nen Ohrwurm - "Dancing with tears in my
eyes" - vielen Dank hierfür an unseren Fahrer! 😉
8. April 2025 Bayern München vs. Internationale FC 1:2
Auf dem Weg zum "Finale Dahoam" sollte der FC Bayern die Klingen mit den Nerazzuri aus der lombardischen Hauptstadt kreuzen. Ein Duell mit langer Tradition. Ich erinnere mich insbesondere an das Aufeinandertreffen im UEFA-Cup 1988, als die Bayern eine 0:2-Heimniederlage im San Siro noch drehen konnten (die Bayern siegten durch Tore von Jürgen "Cobra" Wegmann, Klaus Augenthaler und Roland Wohlfahrt mit drei zu eins - damals standen bei Inter Legenden wie Walter Zenga, Giuseppe Bergomi, Andreas Breme, Lothar Matthäus, Nicola Berti und Aldo Serena auf dem Platz), das Champions League Finale 2010 (das die Mailänder als haushoher Favorit mit zwei zu null für sich entscheiden konnten), sowie Aufeinandertreffen im Achtelfinale der Königsklasse anno 2011 (dem 1:0-Sieg in Mailand folgte eine 2:3-Niederlage in München; damals fand noch die Auswärtstorregel Anwendung). Von drei entscheidenden Duellen konnten die Italiener zwei für sich entscheiden; höchste Zeit also, um diese Statistik auszugleichen!
Mit einer Mischung aus Vorfreude und Anspannung ging es mit einer Autobesatzung der Dachau City, die anlässlich des Geburtstages unseres leider viel zu früh verstorbenen Freundes Bonsai dessen "Gedenkfahne" mal wieder im Gepäck hatten (ebenso wie die, zum dreißigjährigen Bestehen neu erstellte Zaunfahne; ja, mit der optischen Präsenz im Stadion haben es unsere Dachauer Freunde nicht mehr so 😅). Zum Einlaufen wurde in der Südkurve eine "Kings of the Cup"-Fahne über alle drei Ränge präsentiert; sah gerade mit den Schatten, die das "Wehen" der Fahne symbolisieren sollte, richtig geil aus! Sowohl auf dem Rasen als auch auf den Rängen legten die Roten los wie die Feuerwehr. Leider schafften es weder Michael Olise noch Harry Kane ihre Hochkaräter im Gehäuse von Yann Sommer unterzubringen, und so kam es in Minute 38 wie es kommen musste; mit der ersten richtigen Chance erzielte Lautaro Martinez den Führungstreffer für die Schwarzblauen, sehr zur Freude der mitgereisten Interisti (die Curva Nord befindet sich seit Ende letzten Jahres - im Rahmen einer groß angelegten Razzia wurden am 30. September neunzehn führende Personen der beiden Mailänder Kurven wegen dem Aufbau mafiöser Strukturen zur systematischen Bereicherung auf Kosten der eigenen Vereine festgenommen - in einer Art Findungsphase, die durch Einschränkungen und Repressionen erschwert wird). Diese hatten aufgrund von Repressionen und der "beschämenden" Erhöhung der Ticketpreise im heimischen San Siro die ersten zwanzig Minuten geschwiegen; mit der Aufnahme des Tifo hatte sie ein Fahne mit der Aufschrift "Noi abbiamo l'Inter nel cuore" (Wir tragen Inter im Herzen) vor ihrem Block befestigt. Während das Gegentor und später ein medizinischer Zwischenfall der Südkurve ein wenig den Wind aus den Segeln nahm (in dieser Phase schaffte man es auch nicht das restliche Publikum "mitzunehmen"). Mitte der zweiten Halbzeit, als der Ausgleich aufgrund der schier unzähligen Chancen der Hausherren eigentlich permanent in der Luft lag, wurde es dann wieder richtig laut. Man hatte das Gefühl, dass sowohl Südkurve als auch der Rest des Stadions den Ball mit seinen Gesängen förmlich ins Tor tragen wollte. In der 85. Spielminute explodierte das Stadion, als dem kurz zuvor eingewechselte Thomas Müller doch noch der hochverdiente Ausgleich gelang. Leider sollten die Bayern, die in den letzten Minuten unbedingt auch das zweite Tor erzielen wollten (und dies auch fast geschafft hätten), von Inter kurz vor Schluss nach einem perfekt gespielten Konter eiskalt bestraft. So geht es in der kommenden Woche mit einer durchaus vermeidbaren Niederlage als Hypothek nach Mailand; aber warum sollte sich die Geschichte (denkt das Aufeinandertreffen im UEFA-Cup anno 1988) nicht wiederholen?
Montag, 10. März 2025
08. März 2025 - Bayern München vs. VfL Bochum 2:3
Als Tabellensechzehnter reisten wir zu unseren Münchner Freunden; wohlwissend, dass in den nächsten Spielen gegen Bayern, Frankfurt, Leverkusen und Stuttgart eher wenig bis keine Punkte herausspringen sollten. Das Credo lautete somit, hohe Niederlagen möglichst zu vermeiden, schauen was möglich ist und danach gegen die vermeintlich schwächeren Gegner, sowie (insbesondere) die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf (dreifach) zu punkten...
Es war untypisch, dass an diesem Wochenende keine Autobesatzung aus dem Hause Fantastic Supporters bei uns zu Hause aufschlagen sollte, aber irgendwie wollten an diesem Wochenende alle so schnell wie möglich wieder nach Hause oder hatten noch andere Ziele auf der Agenda. Und so machte ich mich um kurz nach zwölf mit Stella in aller Ruhe auf den Weg in Richtung Garching-Hochbrück, und von dort aus weiter nach Fröttmaning, wo am Südkurvenplatz erst mal großes "Hallo" mit den Freunden und Bekannten beider Fanszenen angesagt war. Die nächsten Stunden vergingen selbstredend wie im Fluge. Während sich der große Tross der Münchner und Bochumer bereits in einem durchaus imposanten Corteo auf den Weg in Richtung Stadion gemacht hatte, verweilte ich mit ein paar Alten noch bis Ultimo am Südkurvenplatz, ehe es langsam aber sicher Zeit wurde, den Weg in Richtung Gästeblock anzutreten. Bei uns im Block traf ich dann auf den einen oder anderen Bekannten aus dem Lager der Roten, die für die reibungslose Durchführung der Ganzstadionchoreographie anlässlich des 125jährigen Bestehens des FClub Bayern (bei uns im Block) zuständig waren. Bevor es aber soweit sein sollte, wurde erst noch die neue Stadionhymne, die die aktive Fanszene dem Deutschen Rekordmeister zum Geburtstag geschenkt hatte, erstmals im Stadion präsentiert; Gänsehaut pur! Wenig später verschwanden die Ränge unter einem Meer aus Folienstücken; während in der Südkurve ein altes, bis zur 125 Jahrfeier im Löwenbräukeller (vielen Dank, dass ich diesem mehr als gelungenen Abend beiwohnen durfte!) völlig unbekanntes Wappen der Bayern gezeigt wurde, erstrahlte auf den anderen drei anderen Tribünen (jeweils über Mittel- und Unterrang; im Oberrang gab es ein Streifenmuster in den Farben Rot, Weiß und Bordeau) "FUSSBALL CLUB BAYERN MÜNCHEN". Sah schon richtig fett aus! Nachdem die ersten Minuten bei uns im Gästeblock etwas holprig liefen, schließlich mussten nach der Choreo erstmal die Zaunfahnen von Ultras Bochum und dem Ruhrstadtkollektiv an der vorab "installierten Konstruktion" befestigt, sowie Schwenkfahnen und Doppelhalter verteilt werden. In der Folgezeit fand ich die Stimmung auf unserer Seite aber richtig gut, und das obwohl das Spiel schnell den erwarteten Verlauf nehmen sollte. Vierzehnte Spielminute das 1:0 für die Bayern durch den ehemaligen Dortmunder Raphael Guerreiro, acht Minuten später Foulelfmeter, den Serge Gnabry glücklicherweise an den Pfosten knallte, ehe in der achtundzwanzigsten Minute Guerreiro erneut jubeln durfte. Die Drops schienen somit bereits früh gelutscht zu sein... Drei Minuten später konnte Jakov Medic jedoch nach einem Slapstick in der Münchner Abwehr für unsre Farben verkürzen, was den mitgereisten Bochumern noch einmal Auftrieb verlieh. Wenig später sollte das (wilde) Geschehen auf dem Rasen jedoch jäh in den Hintergrund rücken, kam es bei uns im Gästeblock zu einem medizinischen Notfall, der (wie wir am frühen Abend zum Glück erfahren sollten) aufgrund des beherzten und schnellen Eingreifens einiger Bochumer Ersthelfer und des Rettungsdienstes letztendlich für den betroffenen VfL-Fan "glimpflich" ausging. Der Schock unter allen Mitgereisten saß selbstverständlich tief; es ist schon krass, wenn man sich überlegt, wie schnell alles vorbei sein kann! Dass man in diesem Moment nicht einfach zurück zur Tagesordnung gehen kann, ist wohl selbstverständlich; so wurden nach und nach bei uns, sowie bei unseren Münchner Freunden in der Südkurve" sämtliche Tifomaterialien eingepackt (im Gästeblock verschwanden zudem sämtliche Zaunfahnen) und das Spiel fortan schweigend verfolgt. Unsere Mannschaft schaffte dann in Überzahl (Joao Palhinha flog nach einem Allerweltsfoul kurz vor der Halbzeit vom Platz) durch Tore von Ibrahima Sissoko und Matus Bero das Spiel noch zu drehen und somit den ersten Sieg in München seit dem 28. August 1991 (ich weilte seinerzeit unter den knapp 20.000 Zuschauern im Münchner Olympiastadion) einfahren. Ohne den Zwischenfall wäre es wahrscheinlich ein wahrer Festtag für uns geworden, so zogen wir nach dem Schlusspfiff mit gedrückter Stimmung in Richtung Südkurve, wo wir bereits erwartet wurden. Weiter ging es mit einer stattlichen Anzahl in Richtung Münchner Innenstadt, wo wir den Abend in geselliger Runde in diversen Bars, Kneipen und Wirtshäusern ausklingen lassen wollten. Bei Stella, Nils und mir war aber irgendwie bald die Luft raus (beziehungsweise fanden wir, trotz der positiven Nachrichten aus dem Krankenhaus, nicht wieder richtig in die "Spur" zurück), so dass wir uns relativ früh in Richtung Heimat verabschiedeten.
An dieser Stelle die besten Genesungswünsche an VfL-Fan Dominik!
Donnerstag, 6. März 2025
05. März 2025 - Bayern München vs. Bayer Leverkusen 3:0
Es kam wie es kommen musste; während Atletico Madrid sich im Achtelfinale der Königsklasse mit dem Stadtrivalen Real messen sollte, trafen unsere Münchner Freunde auf den amtierenden Meister und Pokalsieger aus Leverkusen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Bayern zuletzt im September 2022 ein Spiel gegen die Werkself gewinnen konnte (seitdem setzte es drei Niederlagen - zuletzt das bittere Pokalaus im Dezember vergangenen Jahres - hinzu kommen drei Unentschieden, bei denen die Münchner bis auf das schmeichelhafte 0:0 rund drei Wochen zuvor in Leverkusen meist die bessere Mannschaft waren), sorgte für ordentlich Druck auf den Deutschen Rekordmeister. In den Medien war vom "Alonso-Fluch" und der möglichen "Wachablösung" im deutschen Fußball zu lesen...
Eine gewisse Anspannung war heute rund ums Stadion deutlich zu spüren; meine drei Dachauer Begleiter bildeten da keine Ausnahme. Während von den mitgereisten Gästen rund um die Ultras Leverkusen optisch (und auch akustisch) nicht sonderlich viel kam, brannte die Südkurve im wahrsten Sinne des Wortes ein wahres Feuerwerk ab; unzählige Fackeln und Blinker sollten der Mannschaft und den restlichen Fans/Zuschauern einen ordentlichen Push geben. War die Stimmung in den ersten Minuten noch etwas verhalten, so explodierte das "Pulverfass" spätestens nach dem frühen Führungstreffer durch Harry Kane in der neunten Minute; mal abgesehen von den letzten Minuten vor der Halbzeit, als die Lautstärke in der Südkurve ein wenig abflachte, legten die Roten nicht nur auf dem Rasen einen astreinen Auftritt hin. Aufgrund eines medizinischen Notfalls in der Nordkurve stellten sowohl Heim- als auch Gästefans zu Beginn des zweiten Durchgangs kurzzeitig den Support ein; hier sah man mal wieder, wie reif die Ultrabewegung hierzulande inzwischen ist. Mit den drei Gegentoren waren die Leverkusener, die eigentlich nur eine wirklich Torchance (nach einem groben Schnitzer in der Abwehr der Bayern) in den kompletten neunzig Minuten hatten, letztendlich mehr als gut bedient. Ach ja, der Gästeanhang flüchtete sich spätestens nach dem dritten Tor der Bayern in die "Huldigung" des "ungeschlagenen Meisters"; fraglich nur, wo da der Zusammenhang mit dem Champions League Achtelfinalspiel war. Sei's drum; wir machten uns jedenfalls nach dem Schlusspfiff (so wie wohl die meisten anderen Besucher des Spiels, so sie es mit dem Deutschen Rekordmeister hielten) überaus zufrieden auf den Heimweg. Die Tür zum Viertelfinale steht auf jeden Fall schon mal weit offen...









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