Donnerstag, 16. April 2026

15. April 2026 - Bayern München vs. Real Madrid 4:3

Ich kann mich auch täuschen, aber gefühlt hab ich in den weit über dreißig Jahren, die ich inzwischen "aktiv" ins Stadion gehe, gegen keinen Verein mehr internationale Bayernspiele gesehen... was ich aber sicher sagen kann ist, dass Real Madrid für mich einer, wenn nicht sogar der unsympatischste Verein außerhalb Deutschlands ist!
Nachdem die Bayern seit dem Sieg im Elfmeterschießen im Estadio Bernabéu anno 2012 (was gleichzeitig den Einzug ins "Finale dahoam" bedeutete) sich in vier "Endrundenduellen" (dreimal im Halbfinale, einmal im Viertelfinale) nicht mehr gegen die Königlichen hatten durchsetzen können, sollte es dieses Jahr endlich wieder klappen; mit dem knappen aber verdienten Sieg (2:1) im Hinspiel hatten sich die Mannen von Vinvent Kompany eine durchaus gute Ausgangs-lage für das Rückspiel erarbeitet.
Voller Vorfreude (die Möglichkeit, dass sich unsere Freunde heute aus dem internationalen Wettbewerb verabschieden würden, kam mir zumindest vor dem Spiel nicht in den Sinn... die Mannschaft der Bayern wirkt gerade in den letzten Monaten enorm gefestigt, hat - soweit ich das als Außenstehender beurteilen kann - einen richtig guten Spirit und spielt einfach einen mega attraktiven und vor allem mitreißenden Fußball; schön, dass wir so aus dem "Zweitligarumpel-fußball" der eigenen Equipe auch mal ausbrechen dürfen!) ging es um kurz nach sieben in Richtung Fröttmaning. Nach einem (oder zwei) Dösken in geselliger Runde (auf dem Hinweg war ich diesmal mit ein paar ganz alten Fußballfreunden unterwegs; insbesondere mit einem von ihnen hatte ich meine ersten Fußballtouren bestritten - Momente die mich durchaus geprägt haben) sollte es rund vierzig Minuten vor Anpfiff endlich in Stadion gehen. Nachdem ich zum Einlaufen der beiden Mannschaften die durchaus imposante Choreo-graphie der Südkurve noch aus dem Oberrang der Nordkurve betrachtet hatte, gesellte ich mich in der Folgezeit zu Red Fanatic, ehe ich mich in der Halbzeitpause weiter in die Mitte der Südkurve "durchkämpfte". War die Stimmung in der ersten Halbzeit (wahrscheinlich dem nervenaufreibenden Spielverlauf geschuldet) bisweilen noch durchwachsen (okay, das ist jetzt eher Jammern auf hohem Niveau; aber wenn die Kurve es schaffte, das restliche Publikum mitzunehmen, war bereits zu diesem Zeitpunkt klar, was hier und heute möglich wäre), so war der zweite Durchgang in meinen Augen nahe am Optimum (aber wie gesagt, das ist meine Wahrnehmung - besser beurteilen können das wahrscheinlich diejenigen, die ihren Platz nicht im Herzen der Südkurve hatten). Spätestens nach dem drei zu drei durch Luiz Díaz kurz vor Ende der regulären Spielzeit explodierte die Arena; Michael Olise ließ mit dem Siegtreffer in Minute vierundneunzig endgültig alle Dämme brechen... sowohl unter den 75.000 Zuschauern (sofern sie es mit dem Deutschen Rekordmeister hielten) als auch bei den Bayernspielern (die nach dem Schlusspfiff ausgiebig vor und mit der Südkurve feierten) herrschte Ekstase pur!