Mittwoch, 5. Oktober 2022

04. Oktober 2022 - Bayern München vs. Viktoria Pilsen 5:0

Europapokal der Landesmeister Champions League um viertel vor sieben; was bitte soll diese Scheiße? Ich weiß, Geld regiert nun mal die Welt und der Kommerz ist im Profifußball (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) nicht mehr zu stoppen - aber man wird doch mal laut denken dürfen, oder? Da "mein Fahrer" erst um kurz vor sechs bei mir aufschlug (tja, Augen auf bei der Berufswahl werter Freund), war ein pünktliches Eintreffen in der Arena pure Utopie... Da sowohl "Parkplatzsuche" als auch der U-Bahn-Fahrplan (anders als am vergangenen Freitag, wo wir geschlagene vierundzwanzig Minuten auf unsere Kutsche warten mussten) perfekt gemeistert wurde/passte, waren wir - man höre und staune - bereits zur dritten Spielminute auf "unseren" Plätzen (da etliche Plätze frei blieben, kamen wir diesmal in den Genuss ein paar Fotos im Sitzen schießen zu dürfen); also rechtzeitig um alle fünf Tore der Gastgeber mit zu erleben! Sowohl die zahlreich mitgereisten Gäste aus Pilsen (wenn ich da an die paar Hansel aus Leverkusen am vergangenen Freitag denke) rund um Sektor P und Ultra Side, als auch eine (einmal mehr) bestens aufgelegte Südkurve (in die es mich dann pünktlich zu Beginn der zweiten Halbzeit verschlagen hat; an dieser Stelle vielen Dank an den "Türöffner") sorgten für ausgelassene Fußballstimmung... 


Mittwoch, 14. September 2022

13. September 2022 - FC Bayern vs. FC Barcelona 2:0

Nach dem doch etwas überraschenden Aus im Viertelfinale der vergangenen Saison gegen den Underdog aus Villareal, haben sich die (Verantwortlichen der) Bayern für diese Saison einiges vorgenommen. Nach dem Auftaktsieg am vergangenen Mittwoch gegen den italienischen Vizemeister im alt-ehrwürdigen Stadio Guiseppe Meazza (da wäre ich gerne dabei gewesen, aber das war arbeitstechnisch leider nicht möglich), bei dem die Gäste nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf den Rängen glänzen konnten, stand am gestrigen Dienstag das Gastspiel des spanischen Vizemeisters auf dem Programm; im Vorfeld beherrschte ganz klar die "Rückkehr" von Robert Lewandowski das mediale Geschehen (über den eher unrühmlichen Abgang des ehemaligen Münchner Torgaranten will ich mich an dieser Stelle nicht äußern)... Da sich FaBu für ein paar Tage angekündigt hatte, war von Montag bis Mittwoch bei uns zu Hause mal nicht "business as usual" angesagt; nicht nur ich hab mich wahnsinnig gefreut, dass Bochums Kurvenphotograph endlich mal wieder bei uns "aufgeschlagen" ist... Obwohl in der Arbeit einiges zu tun war, schlug ich am Dienstagnachmittag ein kleines Zeitfenster heraus, so dass (für mich) zumindest die erste Halbzeit des überaus sehenswerten Youth League Spiel zwischen den U19-Mannschaften des FC Bayern und des FC Barcelona drin war... Um halb vier unsere Kurze im Hort abgeholt, noch ein paar Stunden weiter gerödelt, und schon war ich auf dem Weg nach Garching, von wo aus es mit der U-Bahn weiter in Richtung Arena ging. Mit FaBu (der die Zeit nach dem Jugendspiel augenscheinlich ganz gut überbrückt hatte; erst ein frühes Abendessen im "Clubheim *1900" und anschließend ein gemütlicher Plausch am Südkurvenplatz) und ein paar noch vor der Südkurve verweilenden Bekannten wurde noch ein wenig geratscht, ehe ich mich (für die ersten 45 Minuten) auf den Weg in den Oberrang machte, während sich FaBu in den unteren Bereich der Südkurve verzog. Diese läutete das Spiel mit folgendem Spruchband ein... WELCOME BACK STANDING TERRACES - PART OF FOOTBALL CULTURE SINCE LONG BEFORE UEFA... ich denke, damit ist alles gesagt. Während die Stimmung in der ersten Halbzeit zwar überdurchschnittlich gut, aber nicht überragend war, drehte man nach dem Seitenwechsel so richtig auf; spätestens nach dem Führungstreffer durch Lucas Hernández war der komplette Münchner Anhang "außer Rand und Band"; Highlight des Abends (in punkto Lautstärke) war (in meinen Augen) das "who the fuck is Barcelona"... Ach ja, das ein oder Statement bezüglich der kurzfristigen Spielverlegung der Partie Glasgow Rangers vs. SSC Napoli inklusive Gästeverbot (für Hin- und Rückspiel; letzteres aus Gründen der Fairness!), begründet durch Personalknappheit bei der britischen Polizei wegen des Tods von Queen Elisabeth, durfte natürlich nicht fehlen. Hochzufrieden traten FaBu und ich rund vierzig Minuten nach Ende des Spiels langsam aber sicher den Heimweg an. Zu Hause wurde dann natürlich "stilecht" mit Dösken und Spezi auf einen rundum gelungenen (Nachmittag/)Abend angestoßen. Bayern und der VfL!



Sonntag, 28. August 2022

27. August 2022 - Bayern München vs. Borussia Mönchengladbach 1:1

Eigentlich hätte ich zu Hause genug zu tun gehabt, aber die geplante Choreographie zum fünfzigjährigen Bestehen der Südkurve München machten einen "Baustopp" im Wohnzimmer unabdingbar. Da ich die Zeit optimal nutzen wollte, wurde auf einen Besuch am Südkurvenplatz verzichtet (an dieser Stelle vielen Dank an Tobi fürs Organisieren der Jubiläumsschals)... Rund eine halbe Stunde vor Anpfiff des "Spitzenspiels" gegen Angstgegner Mönchengladbach war ich letztendlich in der Arena, wo ich von Tobi bereits erwartet wurde. Nach kurzem Hallo mit dem einen oder anderen noch herumstreunenden Bekannten (auch Teile der Bochumer Reisegruppe liefen mir quasi in die Arme), ging es dann hoch in den dritten Rang der Nordkurve, schließlich wollten wir den bestmöglichen Blick auf das Geschehen in der Südkurve haben. Rund fünf Minuten vor dem Einlaufen der Spieler wurden vom dritten Rang fünf große Blockfahnen (bis hinunter in den Unterrang) gespannt, auf denen das alt-ehrwürdige Olympiastadion (hier begann bekanntermaßen die Geschichte der Südkurve; in diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass die aktiven Fans nach Eröffnung des Olympiastadions nicht gleich in der Südkurve standen, sondern auf der Gegengeraden) mit dem allseits bekannten "TOR" auf der Anzeigetafel in der Südkurve zu sehen war, flankiert von Vereinswappen auf der linken und Stadtwappen auf der rechten Seite, darunter der 50-Jahre-Südkurve-Schriftzug. Als die Spieler den Rasen endlich betraten wurden im Steplatzbereich (der mittels weißer Mottoshirts ein einheitliches Bild ergab) noch rote, bordeauxfarbene und weiße Schwenker präsentiert. Am Zaun hing zudem ein Transparent mit der Aufschrift "TRIUMPHE UND SIEGE, HÜRDEN UND VERLUSTE - DIE KURVE GEHT WEITER MIT BREITER BRUST!" Gerade für mich als einen, der im Olympiastadion groß geworden ist, 'ne geile Choreo... ich muss zugeben, dass es mir die Nackenhaare aufgestellt hat! Stimmungstechnisch legten beide Seiten ordentlich los, wobei man sagen muss, dass trotz guter Performance der zahlreich mitgereisten Gäste, über weite Strecken des Spiels die Gesänge der Südkurve (bei der sich das "normale" Publikum am gestrigen Abend erfreulich oft lautstark beteiligte) direkt neben dem Gästeblock laut und deutlich zu hören waren. Wir waren uns einig, dass wir Zeugen einer der besten Auftritte des Bayernanhangs wurden... Zu Beginn der zweiten Halbzeit (Gladbach ging übrigens mit der ersten richtigen Chance zwei Minuten vor dem regulären Ende der ersten fünfundvierzig Minuten in Führung, nachdem den Bayern zuvor der vermeintliche Führungstreffer durch Sadio Mané mittels VAR wegen Abseits aberkannt worden war; unzählige weitere Chancen wurden von einem heute überragenden Yann Sommer pariert) gab es in der Südkurve die bis dato erste Pyroshow zu bewundern; diese hatte es jedoch wirklich in sich! Wie auch schon vor dem Seitenwechsel spielte mehr oder weniger nur eine Mannschaft, angetrieben von einer, sich inzwischen in Ekstase gesungenen Heimkurve (tja, augenscheinlich hatte die Pyroshow die Jungs und Mädels in der Kurve noch einmal richtig gepuscht), aber der ersehnte und mehr als fällige Ausgleichstreffer wollte schier nicht fallen - als ich mich insgeheim schon mit dem mehr als unverdienten Sieg der Gladbacher abgefunden hatte, gelang Leroy Sané nach einer herrlichen Kombination doch noch der vielumjubelte Treffer zum eins zu eins. Trotz einer Handvoll weiterer Hockkaräter sollte es letztendlich nichts mehr mit einem weiteren Münchner Treffer werden... Der Heimanhang war dennoch zufrieden und feierte (wie auch die Gäste) noch ausgiebig die eigene Mannschaft. Zusammen mit einem Arbeitskollegen, dem ich das zweite Bier des Tages zu verdanken hatte (das erste hatte Tobi für seinen Post am vergangenen Sonntag nach unserem Debakel gegen den Deutschen Rekordmeister dankenswerterweise springen lassen), ließ ich das in den vergangenen rund zwei Stunden erlebte noch einmal Revue passieren, ehe ich mich zufrieden (die zwei verlorenen Punkte sollten unseren Freunden auf dem Weg zur elften Meisterschaft in Folge nicht weiter schaden) auf den Heimweg machte... Gratulation zu 50 Jahren Südkurve!
















Samstag, 20. August 2022

19. August 2022 - First Vienna FC vs. Admira Wacker Mödling 1:1

Knapp fünf Tage Wien; da durfte natürlich ein Fußballspiel nicht fehlen... Zur Auswahl standen Austria Wien vs. Fenerbahce Istanbul (mit den Veilchen kann ich nix anfangen), Young Violets vs. Rapid Wien II (auf das "kleine Darby" ohne "richtige" Zuschauer hatte ich keine Lust), eine Handvoll Spiele in der Wiener Liga (hier bot sich mir leider nicht die Möglichkeit einen neuen Ground zu machen) und das Nachbarschaftsduell zwischen dem First Vienna FC und dem FC Admira Wacker Mödling. Lange musste ich nicht überlegen, lag mein letzter Besuch auf der Hohen Warte (zweifelsohne eins der geilsten Stadien des Landes) doch schon eine gefühlte Ewigkeit zurück... Nach einem Besuch im Tiergarten Schönbrunn und anschließendem Spaziergang durch den Schlosspark machte ich mich zusammen mit unserem Nesthäkchen mit der U-Bahn auf den Weg nach Döbling, während Bele sich in Richtung Innenstadt verabschiedete (um genau zu sein, trennten sich unsere Wege erst am Karlsplatz). Vom Bahnhof Heiligenstadt ging es - den zahlreichen Vienna-Anhängern folgend (na ja, verlaufen kann man sich hier eigentlich nicht, schließlich sieht man die Flutlichtmasten ja fast schon vom Bahnhof aus) - in knapp zehn Minuten hoch zur Hohen Warte. Bei seiner Eröffnung im Jahr 1921 (das erste Spiel bestritt die Vienna am 19. Juni 1921 gegen den SC Hakoah Wien) war das Hohe-Warte-Stadion das größte und modernste Fußballstadion Kontinentaleuropas. Rund 80.000 Zuschauer fanden in den Anfangsjahren Platz; voll ausgelastet war die größte Naturarena Europas beispielsweise zum Länderspiel zwischen Österreich und Italien im Jahr 1923. Über die Jahrzehnte verfiel das Stadion jedoch zusehend, so dass zwischenzeitlich offiziell nur noch 4.500 Zuschauer zugelassen waren. Inzwischen (genaugenommen im Jahr 2005) hat man im unteren Bereich der Naturtribüne Stahlrohrtribünen errichtet (auf der unter anderem die Gäste untergebracht werden), so dass aktuell 7.500 Zuschauer zugelassen sind. Das heutige Spiel lockte offiziellen Angaben zufolge 2.156 Zuschauer ins weite Rund (ich hätte auf ein paar hundert Zuschauer mehr getippt!), unter ihnen knapp zweihundert Gäste aus dem knapp zwanzig Kilometer entfernten Mödling. Diese läuteten das Spiel mit einem durchaus sehenswerten Intro, bestehend aus etlichen schwarz-weiß-roten Fahnen und ein paar Bengalen, ein, während auf Seiten der Vienna lediglich ein paar Fahnen zum Einsatz kamen. Auch so war im ersten Durchgang auf Seiten der Döblinger nicht sonderlich viel los, was wohl nicht zuletzt der kürzlich erfolgten Auflösung der Vienna Wanderers (das offizielle Statement der Gruppe findet Ihr unten) geschuldet war. Vom Tifo der Gäste rund um Gate 2 und die Südstadt Fanatics war ich hingegen recht angetan. Das in der ersten Halbzeit wenig unterhaltsame Spiel (für den größten Aufreger sorgte zweifelsohne das überharte Einsteigen von Kerim Abazovic gegen den Mödlinger Lukas Malicsek, der das Spielfeld daraufhin mit einer Trage verlassen musste; der Übeltäter sah übrigens nur Gelb), sollte nach dem Seitenwechsel zusehend Fahrt aufnehmen. Zuerst sah Nicolas Keckeisen wegen wiederholtem unsportlichen Verhalten die gelb-rote Karte, ehe die dezimierten Gäste mit der ersten hundertprozentigen Chance in Führung gehen konnten. In der Folgezeit drückten die Hausherren mit Mann und Maus auf den Ausgleich; zehn Minuten vor Schluss wurden ihre Bemühungen, sehr zur Freude des inzwischen aus dem "Dornröschenschlaf" erwachten Heimpublikums, belohnt. Leider sollte es trotz weiterer hochkarätiger Chancen letztendlich nicht mehr zum Sieg reichen... Am Ende schienen jedoch beide Seiten mit dem Unentschieden gut leben zu können, und so ließen sich beide Mannschaften noch von ihren Fans feiern (auf Seiten der Gäste gab es noch ein Spruchband bezüglich des bevorstehenden "Niederösterreich-Derby" gegen des SKN Sankt Pölten am kommenden Wochenende. Ida besserte mit ein paar Pfandbechern noch ein wenig ihr Taschengeld auf, und schon waren wir - bei leichtem Regen (zwischenzeitlich hatte es ordentlich geschüttet, was vor allem den Zuschauern auf der Gegengeraden nasse Klamotten beschert hat) - auch schon wieder auf dem Weg zur U-Bahn, mit der es weiter in die Innenstadt ging, wo Bele in First American Bar auf uns wartete.










Die Affen verlassen den Zoo
Wir möchten hiermit die Chance nutzen um euch mitzuteilen, dass wir, die Vienna Wanderers 2008, unsere Aktivitäten als Fangruppe des First Vienna Football Club 1894 beenden.
Wir möchten uns auf diesem Wege bei all unseren Freund:innen in Döbling bedanken, die uns in all den Jahren, in guten wie in schlechten Zeiten begleitet haben. Auch möchten wir uns bei unseren Freund:innen aus Meran, Innsbruck, Grenoble, Dornbirn, Linz, Leipzig und Trencin bedanken, die uns immer wieder unterstützt haben und den Weg lange Jahre gemeinsam mit uns gegangen sind. Es war eine affengeile Zeit, die wir trotz, oder gerade wegen den unzähligen Höhen und Tiefen niemals missen möchten. Die unzähligen Siege und Niederlagen, Choreos, Auswärtsfahrten, Parties uvm. werden jedem Einzelnen von uns für alle Ewigkeiten nicht nur in Erinnerung, sondern auch im Herzen bleiben.
Wir werden als Einzelpersonen und Freunde, aber vor allem als Vienna Fans unserem Verein und unserer Szene erhalten bleiben.
In diesem Sinne: Blau-Gelb ist unser Herz, wir sterben in Döbling! Wir sehen uns auf unserer geliebten HoWa oder sonstwo - hey ho, let's go!

Sonntag, 17. Juli 2022

16. Juli 2022 - VfL Bochum vs. Spezia Calcio 2:1

Der VfL Bochum in Südtirol... wie viele Jahre hatte ich davon geträumt? Inzwischen verweilt man bereits das zweite Jahr in Folge in der Ferienregion Kronplatz, genaugenommen in Gais. Hatte ich im letzten Jahr noch eine hundertprozentige Spielquote in Alto Adige, sollte es diesmal leider nur für das Testspiel gegen Spezia Calcio am Samstag reichen; das Spiel gegen Lecce (3:2)unter der Woche war leider arbeitstechnisch nicht drin... 
In aller Herrgottsfrüh machte ich mich am Samstag auf den Weg über den Brenner, schließlich hatte ich mit FaBu, der wie etliche andere Bochumer bereits seit dem vergangenen Wochenende in Gais verweilte (und laut eigener Aussage, 'ne richtig geile Zeit hatte), noch ein paar Höhenmeter vor mir; Ziel war die Schutzhütte Latzfonser Kreuz oberhalb von Klausen. Um kurz nach acht war auf dem Parkplatz der Sportzone Süd in Brixen, wo der VfL sowohl im letzten, als auch in diesem Jahr all seine Testspiel bestritt, "großes Hallo" angesagt. Die nächsten fünf Stunden nutzen wir, um (vor herrlicher Kulisse) endlich mal wieder in Ruhe zu quatschen; hat echt Spaß gemacht, und soll künftig fester Bestandteil des Trainingslager werden (das ein oder andere Ziel in den Dolomiten konnte ich dem werten Herrn Budde definitiv schmackhaft machen!)... 
Zurück in Brixen kümmerten wir uns erst mal um unsere Eintrittsberechtigungen, ehe ich mich auf die (leider vergebliche) Suche nach der rund fünfzigköpfigen Reisegruppe rund um Ultras Bochum und unseren Freunden aus Bologna (keine Ahnung, was Ihr für einen Weg von der Innenstadt zum Stadion angetreten habt; der direkte war es jedenfalls nicht!) machte, während FaBu sich gemeinsam mit Kai daran machte, den Zaun auf Bochumer Seite ordentlich zu "schmücken". Hierzu hatte ich sogar mal wieder die alt-ehrwürdige "Weinbergschnecken"-Fahne aus der Mottenkiste befreit... Zum Einlaufen der Spieler hatten sich auf unserer Seite sage und schreibe dreihundert Leute (inklusive der bereits erwähnten Freunde aus Bologna, sowie einer Handvoll Münchner) eingefunden, die dem VfL nach Südtirol gefolgt waren. Krass, wenn ich mich an unsere Auftritte beim Gurgltal-Cup anno 1998 in Imst zurück erinnere, wo wir gerade einmal mit zwei Autobesatzungen vor Ort waren... Spätestens als sich rund zehn Minuten nach Spielbeginn die Busbesatzung der Curva Ferrovia La Spezia im Stadion einfand, war auf beiden Seiten auch was (auf unserer Seite wäre definitiv mehr drin gewesen - aber gut, es war ja nur ein Testspiel, bei dem die Ultras ja zumindest offiziell nicht auftraten) los... Unsere Freunde scheinen bei den Bianconeri nicht sonderlich beliebt zu sein, oder wie soll ich die (immer wiederkehrenden) Pöbeleien in Richtung der Forever Ultras sonst deuten? Spaß gemacht hat es auf jeden Fall! Nach dem Sieg gegen den Aufsteiger aus Lecce unter der Woche konnten unsere Mannen auch dieses Spiel für sic entscheiden; bisweilen sah das ganze sogar nach ordentlichem Fußball aus - bleibt zu hoffen, dass wir ähnliche Resultate auch in der Bundesliga einfahren werden, wo wir ja von den sogenannten Experten als Absteiger Nummer eins gehandelt werden (na Ihr wisst ja, totgesagte leben bekanntlich länger!). Nach dem Schlusspfiff durften wir noch ein "paar Minuten" im Stadion verweilen, während die "Kontrahenten" aus La Spezia von der Staatsmacht in Richtung Autostrada eskortiert wurden; unseren Freunden aus Bologna zu Folge, scheinen die Jungs aus Ligurien aktuell keiner Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen... tja, auch in Italien scheinen die Uhren in dieser Hinsicht inzwischen anders zu ticken...
Nachdem wir uns sowohl von den Unsrigen als auch von den Bolognesi verabschiedet hatten, zogen wir weiter ins Pustertal, wo wir den Abend im Gasthaus Zoller in gemütlicher Runde (mehr oder weniger) ausklingen ließen. Mit FaBus Autobesatzung ging es dann gegen halb elf weiter nach Uttenheim, wo mir dankenswerterweise Asyl gewährt wurde, wollte ich doch am nächsten Tag doch endlich den Paternkofel in Angriff nehmen... 

grazie mille ai nostri fratelli rossoblu per il loro sostegno
Bologna e Bochum e vaffanculo!



Samstag, 25. Juni 2022

Ein Blick in die Vergangenheit... Bologna vs. Milan anno 2000

Beim Schreiben der Rezension zu Josef Grubers neuem Projekt (Unterwegs Reloaded) viel mir auf, dass ich schon ewig keinen Blick mehr in die Vergangenheit geworfen habe; ein Manko, dass ich natürlich sofort ausbessern musste. Viel Spaß beim Lesen, des in (PF)LÄSTERSTEIN Ausgabe 13 abgedruckten Berichtes...

21. Spieltag Serie A Italien am 12.02.2000
Stadio Renato Dall' Ara Bologna

Bologna FC vs. AC Milan 2:3

Kurz hinter er Grenze organisierten wir uns erst einmal 'ne Gazzetta dello Sport, um die genaue Anstoßzeit für das UI-Cup-Spiel in Bologna zu erfahren. Weiter ging es via Verona in die Hauptstadt der Emilia Roman, wo wir am späten Nachmittag total durchschwitzt ankamen. Leider gestaltete sich die Hotelsuche als ein nicht scheinbar, sondern tatsächlich (!) aussichtsloses Unterfangen, und so setzten wir Philipp und Knispel vorm strahlend hell erleuchteten Stadio Renato Dall' Ara ab, während wir in dunkler Nacht (in Gunnar sah es echt finster aus...) unsere Herbergssuche fortsetzten... ein Weihnachtswunder erlebten wir dabei aber nicht, höchstens ein blaues, denn die Suche endete schließlich nicht in einem edlen Hotelzimmer, sondern in einer italienischen Pizzeria, wo wir uns mit dem letzten Fünkchen Freude dem Vino Rosso widmeten... (PF)LÄSTERSTEIN Nr. 11
Sowohl die respektive der Mitstreiter, als auch die Anreiseroute hatte sich im Vergleich zu meinem letzten Besuch in Bologna geändert, das Ziel aber war das gleiche... Zusammen mit Nobber ging es in aller herrgottsfrüh mit meinem Spaßmobil nach Innsbruck, von wo aus wir die Reise mit dem Zug fortsetzen wollten. Zuvor zog es uns jedoch noch zur Baustelle "Tivoli Neu", schließlich wollten wir sehen, wie weit der Bau des neuen Innsbrucker Stadions bereits fortgeschritten ist... Da wir uns hier ein wenig zu lange aufhielten, wäre uns der Zug beinahe vor der Nase weggefahren... Leider hatten wir es versäumt, uns einen Sitzplatz zu reservieren, so daß wir es uns bis Bologna auf dem Fußboden bequem machen durften. Naja, mit der einen oder anderen Dose Bacardi Cola wurde es dennoch recht gemütlich... In Bologna angekommen, machten wir uns nach kurzem Stopp beim Schotten auf den Weg zum Stadio Renato Dall' Ara... Bereits zwei Stunden vor Beginn des Spiels herrschte rund um das Stadion reges Treiben. Nachdem wir unsere bestellten Karten abgeholt hatten, machten wir uns noch schnell auf die Suche nach etwas Eßbarem, wobei wir von einigen üblen Gestalten, die uns für Rossoneri hielten, zum Kampf aufgefordert wurden. Glücklicherweise konnten wir die Jungs gerade noch von ihrem Irrtum überzeugen... (wäre interessant zu wissen, ob bei diesem Haufen einer unserer Brüder von den Forever Ultras dabei gewesen ist) Nach diesem Erlebnis verzogen wir uns auf die Haupttribüne des WM-Stadions von 1990. Gut ung gerne 34.000 Zuschauer lockte das heutige Spiel hinter dem (Pizza)Ofen hervor, darunter etwa dreitausend Gäste aus der Lombardei (betrachtet man heute die Bilder mit all den Fahnen und Doppelhaltern diverser Sektionen, stellt sich die Frage, wie viele Gäste wirklich aus der Lombardei kamen), die zum Einlaufen der beiden Teams mit unzähligen Doppelhaltern, Schwenkfahnen und Bengalen hantierten. Auf Seiten der Forever Ultras, Mods & Co. konnte ebenfalls eine gelungene Pyroaktion bewundert werden. Während sich die Heimkurve in der ersten Halbzeit mehr oder weniger in Schweigen hüllte, waren die Gäste ununterbrochen am Singen, was wohl nicht zuletzt an der klaren Überlegenheit ihrer Mannschaft lag... Nach dem Seitenwechsel wachten sowohl die Spieler, als auch die Tifosi der Gastgeber aus ihrer Lethargie auf, und so kam es in den folgenden fünfundvierzig Minuten zu einem munteren Schlagabtausch. Nachdem Bologna Mitte der zweiten Halbzeit das zwei zu drei erzielt hatte, verwandelte sich das Stadio Renato Dall' Ara für einigen Minuten zu einem wahren Hexenkessel. Ich hätte zu gern erlebt, was los gewesen wäre, wenn die Hausherren noch den Ausgleich erzielt hätten... Aber leider blieb es beim knappen Sieg der Rossoneri, was wir aber nur noch vor dem Stadion mitbekamen, da wir uns, dämlich wie wir sind, für einen früheren Zug in Richtung Heimat entschieden hatten, und den Ort des Geschehens so kurz vor dem Ende verlassen mußten (ich weiß bis heute nicht, welcher Teufel uns damals geritten hat!). Da rund ums Stadion kein Taxi aufgetrieben werden konnte, und der erste Bus sich erst fünf Minuten nach dem Schlußpfiff auf den Weg zum Bahnhof machte, fuhr uns der Zug unmittelbar vor der Nase weg... Tja, jeder wie er's verdient... So kamen wir wenigstens noch in den Genuß einer nächtlichen Stadtbesichtigung Bolognas, wobei man feststellen mußte, daß sich in Bologna einige dubiose Gestalten herumtreiben... Irgendwann machten wir uns dann mit dem ursprünglich geplanten Nachtzug, in dem wir ein leeres Abteil ergattern konnten, auf den Heimweg...


Freitag, 24. Juni 2022

Fanzines, Fanzines und nochmal Fanzines...


SAUERLAND ECHO
 Ausgabe 74 - 4,00 Euro

Während ich die Aussage "Football without Fans is noting" noch gut nachvollziehen kann, so ist die zweite Aussage auf dem Titel der vierundsiebzigsten Ausgabe des Sauerland Echos ("wertlose Titel") schon etwas fraglich... klar, auch ich habe mich für den Fußball "hinter verschlossenen Türen" auch nicht wirklich begeistern können, aber unser Aufstieg zu Pandemiezeiten war beispielsweise nicht wertlos (auch wenn wir ihn gerne alle live im Stadion miterlebt hätten)! Ich glaube eher, dass man hier an einer anderen Stelle ansetzen müsste - nämlich bei der Frage, warum das Fußballbusiness in Zeiten von Corona unbedingt einen Sonderstatus haben musste... aber ich schweife ab; zudem führt diese Diskussion im Nachhinein eh zu nichts... Dass das Sauerland Echo generell lange Vorworte sein eigen nennt, ist inzwischen hinlänglich bekannt; diesmal tobte sich Jens jedoch so richtig aus - ich kann's verstehen. Es folgen Kartengrüße, Spiele aus Deutschland, Polen, der Schweiz, Luxemburg, Belgien, Ungarn (unter anderem wurde das Finale um den europäischen Supercup zwischen dem FC Bayern und dem FC Sevilla besucht) und Österreich. Zudem gibt es Rückblicke auf den Triumph von Tokio anno 2001 (Sauerland Echo 29), den Triumph in Marokko 2013 (Sauerland Echo 58), das Karo-Derby 2003 (Sauerland Echo 32) und auf eine Tour nach Mexiko anno 2015 (Sauerland Echo 61). Alles schön und gut, aber ich freue mich schon auf eine Zeit, in der wir wieder so leben können, wie wir es bis vor Ausbruch der Pandemie gewohnt waren!
Format: A5 - farbig
Seiten: 96 Seiten
Kontakt: jens.piahilgert@t-online.de
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SCHMIERBLATT Ausgabe 7 - 5,00 Euro

Hoffenheim - seit den Geschehnissen rund um das Gastspiel der Bayern noch mal ein anderes Kaliber als bis dato eh schon... aber gut, versuchen wir "nüchtern" an die Sache heran zu gehen. Auch hier sticht ein siebenseitiges Vorwort sofort ins Auge. Es folgen eine Stellungnahme des Crescendo Hohenlohe zu den Geisterspielen, Spielberichte der Saison 2019/2020 (einmal mehr enden diese mit dem Lockdown im März 2020), ein Italien Spezial mit sage uns scheibe siebenunddreißig Spielen aus den Jahren 2014 bis 2018 (leider fehlt mir hier etwas die Tiefe), eine Vorstellung der Sektionen des Crescendo Hohenlohe, ein Blick auf die U23 in der Regionalliga Südwest, Saisonhighlights der Freunde aus Homburg und ein klein wenig Groundhopping. Ganz ehrlich, es gibt schlechtere Hefte, auch wenn mich Hoffenheim per se nicht vom Hocker haut...
Format: A5 - farbig
Seiten: 108 Seiten
Kontakt: www.ch07.de

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SCHWARZMALEREI Ausgabe 7 - 5,00 Euro

Eine längere Pause eingelegt haben auch die Macher der Schwarzmalerei; sechs Jahre musste man auf eine neue Ausgabe des offiziellen Fanzines der Fangruppen der Nordkurve Graz warten (ein Jahr geht auf Corona - war doch ursprünglich der April 2020 als Erscheinungsmonat anvisiert worden)... Den Schwerpunkt hat die Redaktion des zweihundertzwanzig Seiten umfassenden Heftes auf den Sound der Kurve gelegt (dass sich die Grazer Nordkurve selbst gerne als "Sängerkurve" bezeichnet, dürfte den meisten von Euch mittlerweile eh bekannt sein). So gibt es zu diesem Thema unter anderem ein ausführliches Interview mit den Vorsängern der Brigata Graz, Lost Chants (das verlorene und vergessene Liedgut der Kurve), sowie die Klassiker der Nord. Auch der anschließende Stadtspaziergang beschäftigt sich mit dem Thema "Sound", genaugenommen mit bedeutenden Orten der Grazer Musikgeschichte. Des weiteren geht man der Frage nach dem Verbleib von "Cerveza 96" (ich durfte diese Fahne das ein oder andere mal live und in Farbe in diversen österreichischen Stadien bewundern) nach, berichte über die Geschehnisse rund um die Spiele des SK Sturm zwischen Juli 2019 und März 2020, blickt in vier Teilen (Lockdown, Meister- und Herbstrunde 2020, sowie Schworze helfen) auf "die Kurve und Corona" zurück, ebenso auf die Geschehnisse im Verein, lassen den alternativen Fankongress zu Beginn des Jahres 2020 Revue passieren und üben (zurecht) Kritik an der immer mehr zunehmenden Handyfilmerei in der Kurve (Singen statt Filmschaun). Zum Abschluss des Heftes gibt es dann noch ein wenig Groundhopping aus Argentinien, Griechenland, der Schweiz (hier wurde dem HC Ambri-Piotta ein Besuch abgestattet) und Kroatien. Der stets lockere und doch überaus informative  "Schreibstil" gepaart mit einem mehr als ansprechenden Layout machen die Schwarzmalerei zweifelsohne zu einem absoluten Muss in jeder gut sortierten Fanzinesammlung. Ach ja, als Gadget gibt es zum Heft noch ein kleines, zwanzig Seiten umfassendes Nordkurvenliederbuch.
Format: A5 - farbig
Seiten: 220 Seiten (plus 20 seitiges Gadget)
Kontakt: redaktion@kollektiv1909.at

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SURVOJE Ausgabe 7 - Preis? Keine Ahnung!

Es war ein hartes Stück Arbeit, an diese Ausgabe des Survoje heranzukommen, gab es doch ursprünglich nur zwanzig Exemplare; das mir vorliegende hat Heftnummer 37/20, entstammt also dem Nachdruck... Spiel- und Erlebnisberichte gibt es diesmal aus Tschechien, Deutschland (hier insbesondere aus den Niederungen des Amateuerfußball) und Österreich. Inzwischen muss ich sagen, dass das "Tingeln über Dorfplätze" (die eine oder andere Ausnahme mal ausgenommen) für mich als Leser immer schwerer wird. Irgendwie fehlt mir da mit der Zeit (und der Vielzahl der Berichte in unzähligen Heften - ich weiß, es ist/war zur Zeit/zeitweise nichts anderes möglich) echt die Muße, was jetzt nichts mit dem Survoje per se zu tun hat, aber doch mal angesprochen werden sollte... 
Format: A5 - s/w
Seiten: 52 Seiten
Kontakt: survojemagazin@gmail.com

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TRESPASS Extrablatt - 6,00 Euro

Der Hauptantrieb der Trespass-Redaktion für dieses Extrablatt war der Wunsch eine Spendensumme für die von der Hochwasserkatastrophe getroffene Heimat Bündingen zusammen zu bekommen. Dem ausführlichen Vorwort und der Info bezüglich der gerade erwähnten Spendenaktion folgen Tourberichte aus der Schweiz, der Slowakei, Polen, den Faröer Inseln (für mich das Highlight des vorliegenden Heftes), Deutschland, Tschechien und Luxemburg. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit zehn Klassikern aus den Jahren 2008 bis 2019 (unter anderem ASSE vs. Lyon anno 2012, einem Wochenende in Athen im selben Jahr und dem Stockholm Derby 2016). Kapitel drei beschäftigt sich mit Allem "über das Spielfeld hinaus" (Gewinnspiel, Statistiken, Richtigstellungen, Erklärungen, Tresspass und Rap - diesem Thema werden vierzehn Seiten gewidmet - Leseecke und Photocredits. Alles in Allem eine durchaus gelungene Ausgabe!
Format: A5 - farbig
Seiten: 232 Seiten
Kontakt: trespass-zine@gmx.de

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ULTRASCHALL Sonderausgabe zum Saisonstart 2021/22 - gegen Spende

Ein weiteres Mal erreichte mich die Sonderausgabe des Plauener Infozines. Der obligatorische Rückblick auf die Saison 2020/21 offenbart eine gewisse Trostlosigkeit einer Liga in der die wenigstens Vereine eine ernstzunehmende Fanszene haben (das absolute Highlight durften mit Abstand die Spiele gegen Rot-Weiß Erfurt darstellen). Die Vorstellung der Neulinge in der Liga versprechen in dieser Hinsicht keine Besserung für die kommende Spielzeit! Ansonsten gibt es noch eine Vorstellung des "Projekt Fanlounge", einen Rückblick auf den 118. Geburtstag des VFC Plauen, "Gastberichte" der hoppenden Zunft (dreimal Erfurt, Grimma und Ludwigsfelde), Gruppen- und Streetart-Fotos, Blicke in die Vergangenheit (2006/2007), auf die Badkurve in der Coronazeit,  sowie in die Zukunft.
Format: A5 - farbig
Seiten: 64 Seiten
Kontakt: block-f@web.de

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UNTERWEGS RELOADED Ausgabe 1 - 4,50 Euro

Nach der doch mehr als enttäuschenden letzten Ausgabe war ich ehrlich gesagt gespannt, was mich diesmal erwarten würde... Das Unterwegs Reloaded soll die fehlenden Jahre zwischen Ausgabe 6 (Januar 2000) und Ausgabe 7 (November 2012) aufarbeiten; eine schöne Idee wie ich finde. Interessant hört sich auch diese Aussage aus dem Vorwort an... "Zu Beginn des Projekts habe ich mich auch vergleichbare Berichte aus alten Fanzines durchgelesen und festgestellt, dass wir alle gemeinsam kaum Texte mit wirklichen Fakten verfasst haben. Vielmehr wurde nur "an der Oberfläche gekratzt" [...] sehr spannend zu sehen, wi sich 20 Jahre später der eigene Blick auf die alten Fotos verändert, was so an neunen Details entdeckt und welche Infos man dank einem dichten Netzwerk an Kontakten erhält" Los geht es mit dem Jahr 2000 und der, auch von mir besuchten Partie zwischen Bologna und Milan. Es folgen fünfzehn weitere Spiele aus dem Mutterland der Ultras (von Nord nach Süd, mit etlichen Highlights wie beispielsweise VeneziaMestre vs. Hellas, Sampdoria vs. Genoa, Atalanta vs. Brescia, Vicenza vs. Hellas und Livorno vs. Pisa), drei aus Frankreich (mit OM vs. PSG und PSG vs. OM wurden hier definitiv zwei richtige Kracher besucht!), ebenfalls drei aus Polen, vier aus Ungarn, sowie eins aus Serbien (und nein, es wurde nicht das Derby in Belgrad, sondern die Partie zwischen Roter Stern und Leicester City besucht). Vor allem die vielen Bilder aus der "guten alten Zeit" lassen mein Herz höher schlagen! Das vorliegende Heft hat definitiv Spaß auf mehr gemacht...
Format: A5 - farbig
Seiten: 92 Seiten
Kontakt: gruberjosef.jg@gmail.com
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VENDÉGSZEKTOR Ausgabe 14 - 1200 Forint

Dieses ungarische Ultrámagazin (Vendègzektor heißt Gästeblock) hatte ich bis dato nicht auf dem Schirm. In der vorliegenden vierzehnten Ausgabe berichtet Sporthistoriker Mihály Sándor auf vierzehn Seiten über das "Kurvenleben" vor dem ersten Weltkrieg. Des weiteren gibt es Berichte über das erwaretete ungarisch-polnischen Treffen, die Geschichte der Ultras Diósgyör, die Euro 2020 aus ungarischer Sicht, eine Fotogalerie diverser Auftritte ungarischer Szenen zwischen März und Juni 2001, Interviews mit der Curva Nord Andria und einer Gruppe von aus Moskau stammenden Sankt Petersburg Ultras/Hools. Dank immer besser werdender (visueller) Übersetzungsprogramme kann die Sprachbarriere einigermaßen gemeistert werden. Alles in allem ein durchaus interessantes Heft...
Format: A5 - farbig
Seiten: 76 Seiten
Kontakt: vendegszektor@gmail.com

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WUHLEPRÄDIKAT WERTVOLL Ausgabe 15 - 3,00 Euro

"...na, wer hat von euch ernsthaft daran geglaubt, dass wir ein Prädikat über die vergangene Saison 20/21 raushauen? Wohl die wenigsten. Und auch bei uns konnten sich nicht alle mit der Idee über soch eine Geisterspiel-Saison zu schreiben, anfreunden. Aus meiner Sicht dient ein Fanzine neben der Bespaßung und Unterhaltung jedoch immer auch als Zeitdokument." Diesen einleitenden Worten des Vorwortschreibers ist nichts hinzuzufügen; ich bin gespannt, wie wir respektive unsere Kinder in einigen Jahren über die "Pandemiejahre" denken werden. Aber zurück zum Wuhleprädikat wertvoll. Den einleitenden Worten folgen Spielberichte (natürlich ist auch hier alles anders als in den bisherigen "normalen" Spielzeiten - Geisterspiele, Teilzulassung,...), Gedankenantöße (unter anderem "Ultra - mehr Schein als Sein?!" und "Handykonsum, Social Merda  Co."), Leitsprüche der Gruppe ("Alles auf rot! Union, sonst nix!"), ein Interview mit den East Devils 2001, in Blick auf das Projekt "Ultrasozial", eine Auflistung der Top 5 Union Spiele des Geschäftsführer Kommunikation und langjährigen Stadionsprecher Christian Arbeit, der Saisonrückblick des Teen Spirit Köpenick 2006, der Themenblock "Union International" ("Prager Frühling" verhindert Union in Europa anno 1968, Europapokal 2001) und vieles mehr. Auf den zwanzig Farbseiten in der Mitte des Heftes gibt es die Highlightbilder der Saison (allesamt außerhalb des Stadions), sowie unzählige Graffitibilder (tja, irgendwas muss ja das "Zeitvakuum" gefüllt werden!
Format: A5 - s/w (Umschlag und zwanzig weitere Seiten in der Heftmitte farbig)
Seiten: 116 Seiten
Kontakt: fanzine@wuhlesyndikat.de

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ZWANGSDEPORTIERT Ausgabe 1 - 3,00 Euro

Puh, beim Namen des Heftes musste ich erst mal schlucken... Deportation bedeutet ja die Verschickung, Verschleppung, Verbannung von Straftätern, politischen Gegnern oder ganzen Volksgruppen mit staatlicher Gewalt in weit entlegene Gebiete zu langjährigem oder lebenslangem Zwangsaufenthalt und hat gerade aus Zeiten des Nationalsozialismus einen mehr als negativen Touch! Gewählt wurde der Name ohne groß über eine mögliche negative Assoziation nachzudenken; schuld war wohl ein Freund, der das Wort "Zwangsdeportation" im Zusammenhang mit dem Umzug der Eltern nach Bayern (der Filius wurde hier vor vollendete Tatsachen gestellt) in den Mund nahm. Aber gut, inzwischen hat Jonas den Namen seines Heftes geändert (Fancyne), womit das Thema auch schon wieder ad acta gelegt werden kann. Inhaltlich gibt es Berichte von Spielbesuchen mit dem eigenen Verein (Dynamo Dresden), Freundschaftsbesuchen beim FSV Zwickau, sowie Groundhopping aus Deutschland, Polen, Österreich und der Schweiz. Neben Fußballspielen wurden auch ein paar Eishockeyspiele besucht. Das zweihundertvierzig Seiten starke Heft präsentiert sich im Oldschool-Gewand, was mir grundsätzlich (auch) gefällt, jedoch sind manche Texte aufgrund zu klein gewählter Schriftgröße mehr als schwer zu lesen.
Format: A5 - s/w
Seiten: 240 Seiten
Kontakt: fancyne@outlook.de
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ZWISCHEN HIMMEL UND HERTHA Ausgabe 8-9 - 2,00 Euro

Im Vorwort wird bewusst auf das "Gequatsche" von "besonderen Zeiten" (die allgegenwärtige Pandemiescheiße ist ja in aller Ohren), dafür gibt es eine ausführliche Erläuterung bezüglich des Entstehungsprozesses; fand ich durchaus interessant. Inhaltlich erwartet den geneigten Leser die Bundesligasaison 2019/2020 (auch hier mit ganz "speziellen" Berichten), eine gehörige Portion "unterklassigen" Fußball, massig Heftkritiken (36 Hefte/Bücher), ein Kurzinterview mit einem der Macher der Gazzetta Ultra', sowie ein paar Bierverköstigungen. Alles in allem auch diesmal wieder 'ne durchwegs runde Geschichte.
Format: A5 - s/w (Einband farbig)
Seiten: 72 Seiten
Kontakt: faszination fanzine@freenet.de